Minck | Sonne, Mord und Sterne | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 323 Seiten

Reihe: Ein Fall für Albrecht & Tillikowski

Minck Sonne, Mord und Sterne

Ein Ruhrpott-Krimi mit Stella Albrecht - Ein Fall für Albrecht & Tillikowski 3 | Der humorvolle Ruhrpott-Krimi!
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-98690-251-3
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Ein Ruhrpott-Krimi mit Stella Albrecht - Ein Fall für Albrecht & Tillikowski 3 | Der humorvolle Ruhrpott-Krimi!

E-Book, Deutsch, Band 3, 323 Seiten

Reihe: Ein Fall für Albrecht & Tillikowski

ISBN: 978-3-98690-251-3
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Engelszungen und Todesgrüße: Der humorvolle Kriminalroman »Sonne, Mord und Sterne« von Lotte Minck jetzt als eBook bei dotbooks. Stella Albrecht ist Astrologin mit Herz und Verstand - und deswegen alles andere als begeistert, auf dem diesjährigen Kongress ihrer Zunft auch Marlene Silberstein begegnen zu müssen: Die gilt zwar als strahlender Stern am Firmament der Astrologieszene, ist aber eine unseriöse Scharlatanin, die ihre gutgläubigen Kunden ausnutzt. Ist sie dabei nun möglicherweise zu weit gegangen? Denn plötzlich findet man Marlene ... erschlagen mit ihrer eigenen Siegertrophäe! Stella beginnt sofort zu ermitteln, aber der Fall wird immer verzwickter. So ungerne sie es zugibt, sie wird die Hilfe von Arno Tillikowski brauchen - ausgerechnet dem Polizeikommissar, der so gar nichts von ihrer spirituellen Profession hält ... Nach der Erfolgsserie um Loretta Luchs trumpft Lotte Minck in ihrer Reihe um Vollzeit-Astrologin und Hobby-Detektivin Stella Albrecht abermals auf - mit schrägen Szenarien, einer liebenswürdigen Ermittlerin und ihrem unverwechselbaren Humor! Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der schwungvolle Ruhrpott-Krimi »Sonne, Mord und Sterne« von Lotte Minck - der dritte Band ihrer Reihe um Hobbyermittlerin Stella Albrecht und Polizeikommissar Arno Tillikowski, bei der alle Bände unabhängig voneinander gelesen werden können. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Lotte Minck, auch bekannt als Stella Conrad oder Frau Keller vom Duo Auerbach & Keller, ist das Pseudonym der Autorin Brenda Stumpf. Sie hat viele Jahre im Ruhrgebiet gelebt, wo sie Popstars bekocht, Events organisiert und in einer Schauspielagentur Termine jongliert hat. Ihre humorvollen Krimis um Stella Albrecht sind eine Liebeserklärung an das Ruhrgebiet, seine Menschen und ihre liebenswerten Eigenheiten. Die Website der Autorin: www.roman-manufaktur.de/ Die Autorin auf Instagram: www.instagram.com/romanmanufaktur/ Bei dotbooks veröffentlichte die Autorin ihre Reihe um Hobbyermittlerin Stella Albrecht und Polizeikommissar Arno Tillikowski: »Planetenpolka«, »Venuswalzer« und »Sonne, Mord und Sterne«. Unter dem Pseudonym Stella Conrad veröffentlichte die Autorin bei dotbooks bereits ihre Romane »Die Küchenfee«, »Das Glück der Küchenfee«, »Die Tortenkönigin«, »Die Glücksträumerin«, »Der Feind an meinem Tisch« und »Die Glücksköchin« als eBooks. Als Print-Ausgabe ist von Stella Conrad bei dotbooks »Die Tortenkönigin« erschienen.
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Prolog


Marlene Silberstein stand im Bad ihrer Hotelsuite und betrachtete sich im Spiegel.

Wie immer war sie überaus zufrieden mit dem, was sie sah: eine schöne Frau. Geschicktes Makeup, eine Top-Figur und der kesse, leuchtend rote Bubikopf ließen sie aussehen wie ein Stummfilmstar.

Sie wirkte deutlich jünger, als sie in Wirklichkeit war. Obwohl … Sie beugte sich vor, bis ihre Nase fast die Glasfläche berührte. Da – Fältchen. Um die Augen herum sowieso, und neuerdings auch, wenn sie die Lippen zum Kussmund spitzte. Es war wieder einmal höchste Zeit, sich unters Messer zu legen. Sie stand in der Öffentlichkeit, und es galt, ewig jung und schön zu bleiben, auch wenn das eine Menge Geld kostete. Mittlerweile war sie Profi darin, die Bühnenscheinwerfer perfekt einstellen zu lassen, wenn sie einen Auftritt hatte, das hatte sie sich bei Marlene Dietrich abgeguckt. Andere konnten sich von ihr aus jede Pore einzeln ausleuchten lassen.

Andere wie ihre Kolleginnen aus der Branche zum Beispiel. Die meisten gaben sich ›natürlich‹, wie sie es nannten, in Gewändern aus Bio-Baumwolle und mit Frisuren, die jeder Beschreibung spotteten. Natürlich? Von wegen. Marlene schnaubte leise. ›Ungepflegt‹, das traf es wohl besser. Nicht ohne Grund war sie der Star der Astrologieszene; immerhin war wissenschaftlich erwiesen, dass attraktive Menschen schneller Karriere machten als andere.

Aber: Jeder, wie er wollte. Und sie wollte es glamourös. Ihre Karriere hatte begonnen, als ein damals noch relativ junger Privatsender eine hübsche Vorleserin fürs Tageshoroskop benötigt hatte. Nicht mehr und nicht weniger. Sie – Gudrun Jablonski aus Wanne-Eickel – hatte sich beworben, und bereits vier Wochen später hatte sie zum ersten Mal vor der Kamera gestanden.

Zwei wesentliche Dinge hatten sich während dieser vier Wochen geändert: ihr Name und ihr Aussehen – vorher hübsch und durchaus sexy, danach aufgedonnert wie eine Zirkusprinzessin. Mit einem Foto des Stummfilmstars Louise Brooks war sie zum Friseur gegangen und hatte um genau diesen Pagenschnitt gebeten. Der Friseur war entsetzt gewesen, dass sie ihre langen blonden Locken abschneiden wollte, aber sie war standhaft geblieben. Sie wollte nicht nur eine neue Frisur haben – sie wollte eine andere Frau werden.

Sie hatte Ehrgeiz, und sie wollte Karriere machen, das stand für sie von Anfang an fest. Sie hatte immer ins Fernsehen gewollt, egal wie und egal, als was.

Dass man als Gudrun Jablonski nichts werden konnte, war ihr gleich klargewesen, also hatte sie sich umgehend ein Pseudonym zugelegt: Marlene Silberstein. Den Vornamen hatte sie sich von ihrem Idol Marlene Dietrich ausgeborgt; am Nachnamen hatte sie einige Tage herumgedoktert. Rhythmus sollte der Name haben, mystisch und zugleich edel klingen, und dann hatte sie in einer Zeitungsannonce ›Silberstein‹ gefunden. Marlene Silberstein. Perfekt. Erst später entdeckte sie, dass Silber in der Astrologie das Metall des Mondes und der Mond der Planet der Frauen war.

Kurz hatte sie darüber nachgedacht, noch ein ›von‹ dazwischenzusetzen, aber das war ihr letztendlich doch zu pompös erschienen.

Marlene Silberstein war beim Publikum eingeschlagen wie eine Bombe; ihre Fanpost hatte Säcke gefüllt. Und sofort hatte der Doktor-Brinkmann-Effekt eingesetzt: So, wie man den Darsteller dieser Rolle seinerzeit um medizinische Ratschläge gebeten hatte, ersuchten ihre Fans sie um Horoskope und astrologische Beratung.

Selbstverständlich hatte sie von Astrologie nicht mehr Ahnung gehabt als ein Deichschaf vom Tangotanzen; schließlich las sie lediglich vor, was jemand anderes formuliert hatte. Vermutlich wurden diese Tageshoroskope ohnehin ausgewürfelt oder entstanden per Zufallsgenerator – sie hatte sich anfangs nie gefragt, aus wessen Feder dieser Unsinn stammte.

Allerdings hatte sie mit der ersten Fanpost sofort begriffen, dass sie auf eine Goldader gestoßen war, sie war ja nicht blöd. Umgehend hatte sie den Plan fallengelassen, diese Tageshoroskop-Sache nur als erste Stufe zur großen Samstagabend-Show zu benutzen, und sich auf die Astrologie konzentriert.

Es war die beste Entscheidung ihres Lebens gewesen.

Kometengleich war ihr Aufstieg zum strahlenden Stern am Firmament der Branche gewesen, und folgerichtig hatte man ihr gestern Abend den ›Saturn‹ verliehen, eine pampelmusengroße, gläserne Skulptur des Planeten auf einem quadratischen Marmorsockel. Nun ja. Das Ding war grottenhässlich und kitschig, und Saturn war außerdem kein sympathischer Planet – aber wozu gab es schließlich Gästeklos?

Mit strahlendem Lächeln – ihre Zähne hatten ein Vermögen gekostet – hatte sie den Preis entgegengenommen. Noch besser als die Auszeichnung selbst waren die missgünstigen und neidischen Gesichter einiger Kollegen gewesen – herrlich. Vor allem einige der Herrschaften, die täglich bei Zodiac TV über die Mattscheibe flimmerten, hatten sich nur unter größten Mühen zu Applaus hinreißen lassen. Diesen Neid hatte sie sich hart verdient, das wusste Marlene Silberstein. Denn den Neid spüren nur diejenigen, die von Venus besonders begünstigt sind.

Die kleine, niedliche Gudrun Jablonski hatte ihr altes Leben damals ohne Bedauern hinter sich gelassen, es war rasch nur noch ein schwaches Echo aus der Vergangenheit gewesen. Kontaktversuche ehemaliger Schulkameraden hatte sie rigoros abgeblockt oder gleich ignoriert.

Und doch war ihre Vergangenheit heute aufgetaucht: Bei ihrer Signierstunde hatte er plötzlich vor ihr gestanden – ein ehemaliger Schulkamerad, dem sie das Abitur versaut hatte, um sich selbst zu retten. Sie hatte mit ihm geschlafen, um an die Prüfungsaufgaben zu kommen, und tatsächlich hatte er die Aufgaben für sie gestohlen. Sie hatte ihn noch einige Male in ihr Bett gelassen und dann abgesägt. Die Prüfungen waren erledigt gewesen, und sie hatte ihn nicht mehr gebraucht. Er flehte und bettelte, aber sie blieb hart. Daraufhin hatte er gedroht, sie auffliegen zu lassen, falls sie das Verhältnis mit ihm nicht fortsetzen wolle. Sie hatte um Bedenkzeit gebeten und sich damit einen entscheidenden, zeitlichen Vorteil verschafft, denn gleich am nächsten Tag hatte sie gehandelt.

Oder anders formuliert: Hätten gewisse zwei Lehrer nicht einen starken Hang zu jungen Mädchen gehabt … nun ja. Wie auch immer, sie hatte ihren Körper schon damals zielgerichtet einzusetzen gewusst. Sie hatte behauptet, er habe Sex dafür verlangt, ihr die Aufgaben zu geben, und die allgemeine Empörung war riesig gewesen. Tatsache war ja, dass er die Aufgaben tatsächlich gestohlen hatte.

Unter großem Tamtam war ihm das hervorragende Abitur aberkannt worden – und heute, mehr als fünfundzwanzig Jahre später, stand er plötzlich vor ihr und klagte sie an, sie habe sein Leben zerstört. Er wolle eine finanzielle Entschädigung von ihr, hatte er gesagt.

Was für ein Spinner.

Zugegeben, sie war zuerst sehr erschrocken gewesen, aber mittlerweile hatte sie sich längst wieder beruhigt. Er wollte ihr Angst einjagen? Nun, dafür musste er schon etwas früher aufstehen. Zwar hatte sie ihm – wie verlangt – ihre Handynummer gegeben, aber sie hatte mehrere davon, und diese eine würde es ab morgen nicht mehr geben. Morgen in aller Frühe ging ihr Flug zurück nach Mallorca, wo sie auf einer luxuriösen, aber versteckt liegenden Finca lebte, deren Adresse nur sehr wenige Menschen kannten. Dort war sie vor ihm sicher.

Sie ging hinüber ins Schlafzimmer der Suite, um sich für ihren späteren Gast umzukleiden. Auf Reisen hatte sie stets eine kleine Auswahl verführerischer Dessous dabei, man wusste ja nie. Böse Zungen bezeichneten sie als nymphoman, das wusste sie genau. Aber was schert es eine Eiche, wenn sich eine Sau an ihr scheuert? Eben. Sie war Venus in ihrer höchsten Perfektion und hatte gern Sex; schließlich war sie eine alleinstehende, selbstbewusste Frau. Sie nahm sich, wonach ihr gerade der Sinn stand. Oft war es ein Mann, zuweilen eine Frau – je nachdem, worauf sie Lust hatte.

Und heute war es ein Mann.

Auch gestern Nacht war es ein Mann gewesen; allerdings hatte sie einer Frau dafür eine herbe Abfuhr erteilen müssen. Die Dame hatte nicht sehr souverän reagiert, das war etwas unangenehm gewesen. Marlene zuckte innerlich mit den Schultern. Manchmal wählte sie rein nach dem Lustprinzip, manchmal kam ein wenig Kalkül dazu.

Schließlich musste sie sehen, wo sie blieb.

Der Herr von gestern Nacht war für sein Alter ganz erstaunlich fit gewesen, und er war ein absoluter Alpha-Mann, auch wenn er rein äußerlich nicht so erschien. Er wirkte etwas versponnen, aber unter dieser Fassade war er ein knallharter Geschäftsmann, das wusste sie. Natürlich bedeutete eine gemeinsam verbrachte Nacht nicht automatisch, dass der beteiligte Herr sich damit einen exklusiven Anspruch auf sie erwarb, und das hatte sie ihm deutlich klargemacht. Er hatte wie ein vollendeter Gentleman reagiert, das musste sie ihm wirklich lassen. Immerhin hatte sie angedeutet, dass sie sich letztlich für ihn entscheiden würde …

Auch heute Nacht war es nicht irgendein Mann, sondern Holger van Aalen, der dieses Branchenevent auf die Beine gestellt hatte. Auf Dracula-hafte Art attraktiv, war auch er international als Astrologe tätig. Er hatte einen Ruf wie Donnerhall, und Verehrerinnen lagen ihm scharenweise zu Füßen, das hatte sie während der letzten zwei Tage beobachten können. Irgendwo hatte sie mal aufgeschnappt, er solle ein sensationeller Liebhaber sein. Nun, das konnte er ihr heute Nacht beweisen. Die perfekte Paarung: König und Königin der Branche.

Heute, beim Abschlussdinner, hatte sie auf Teufel komm raus mit ihm geflirtet, wobei ihr die Tatsache, dass sie seine Tischdame gewesen war,...



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