Minden / Kay / Wolf Caprice - Sex und Glamour
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8387-5424-6
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
3 Erzählungen in einem Band
E-Book, Deutsch, 286 Seiten
Reihe: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-8387-5424-6
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Wollten Sie nicht immer schon mal zu ungeahnten, elektrisierenden Höhen aufsteigen? Oder zu unbekannten, verbotenen Abgründen hinab? Dann liegen sie bei den drei Erzählungen von Caprice - Sex und Glamour goldrichtig.
In Inka Loreen Mindens 'Heiße Tage, geile Nächte' beispielsweise ist der Titel mehr als nur Programm. Aber auch 'Lagune der Lust' und 'Fucking Texas' versprechen neue Lesehöhepunkte der sinnlichen Art. Also: Worauf warten Sie noch
Maren und Sophie sind beste Freundinnen und Journalistinnen bei Deutschlands größtem Boulevardmagazin BLITZ. Sie berichten von Events überall auf der Welt, die der internationale Adel, die High Society und Prominente aus dem Showgeschäft besuchen.
Für ihre Artikel recherchieren sie knallhart - mit vollem Körpereinsatz. Caprice ist eine Erotikserie, die monatlich in abgeschlossenen Folgen erscheint. In den einzelnen Folgen geht es mal härter und mal sanfter zu. Dafür sorgen die unterschiedlichen Autoren, die für diese Serie schreiben. Da jeder Autor seinen eigenen Stil hat, ist Caprice Folge für Folge ein neues erotisches Leseerlebnis.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Sophie Caprice saß lässig auf ihrem Stuhl. Die langen Beine übereinandergeschlagen, zog sie an ihrer Zigarette und beobachtete ihren Boss. Er war in einen ihrer Artikel vertieft.
Walter Stein, der Chefredakteur der BLITZ, nickte während des Lesens immer wieder grimmig und murmelte Zustimmung. »Die Schlagzeile sitzt«, lobte er seine Mitarbeiterin. »Genauso habe ich mir das vorgestellt.« Er legte das Manuskript beiseite und sah Sophie eindringlich an.
»Für den nächsten Auftrag braucht es Fingerspitzengefühl. Eigentlich hatte ich an Maren gedacht. Aber sie musste ja unbedingt ihren Urlaub durchboxen.«
Sophie lachte gutgelaunt auf. »Den hat sie sich auch verdient. Bedeutet das, dass ich für dich nur zweite Wahl bin?« Sie sah Walter amüsiert an.
Der winkte ab. »Nicht unbedingt. Nur in diesem Fall wäre Maren tatsächlich geeigneter. Sie ist aufrichtig und zum Umfallen ehrlich.« Walter Stein strich sich über sein schütteres Haar. »Ihr offenes, manchmal schüchternes Auftreten ist das Einzige, was bei dem Kerl ziehen könnte.«
Sophie beugte sich leicht vor. Ihre Neugierde war geweckt.
Walter schob ihr einen Stapel Unterlagen zu. »Es geht um Rudolf Kastens.«
»Der Computerspezialist, der für die Banken arbeitet?«, fragte Sophie und strich sich eine rote Locke aus der Stirn.
»Genau der. Ein schwieriger Fall. Die gesamte Kastens-Sippe hat entschieden was gegen Reporter. Trotzdem kommt Rudolf Kastens um eine Pressekonferenz nicht herum. Es geht um sein Sicherheitssystem. Die Konferenz findet in zwei Tagen in Düsseldorf statt.«
»Könnte sich für unsere Leser als langweilig erweisen.« Sophie blätterte in den Unterlagen. »Warum ausgerechnet er? Sein System ist genial und funktioniert. Das Thema ist doch eher was für Wirtschaftszeitungen. Ohne eine Schlagzeile können wir nicht punkten.«
»Genau darum geht es.« Walter beugte sich weit über seinen Schreibtisch. »Schau mal ein Blatt weiter.«
Sophie überflog die nächste Seite und pfiff durch die Zähne. »Du meinst, wir sollten das wieder aufwärmen?«
»Lieber nicht«, meinte Walter. »Aber bei Kastens sollten wir tiefer graben. »Gestern kam ein anonymes Schreiben. Laut Poststempel wurde es in Kastens Heimatort Cuxhaven aufgegeben.«
»Und was steht drin?«
»Dass Rudolf Kastens im Begriff sei, mit Hilfe der Banken die Kunden zu betrügen. Und dass wir’s nicht bereuen würden, wenn wir uns das Ganze mal näher ansähen. Es heißt auch, wir würden demnächst mehr Informationen bekommen.«
»Ich halte nicht viel von anonymen Schreiben«, wehrte Sophie ab. »Zu viel ›würde‹. Das ist nicht unsere Masche.«
»Richtig!, lachte Walter. »Dennoch könnte an der Geschichte etwas dran sein. Ich will, dass du Kastens unter die Lupe nimmst. Die Konkurrenz war bisher erfolglos. Vielleicht findest du die Leiche im Keller.«
Sophie überlegte. »Schwierig. Wo hält sich Rudolf Kastens gerade auf?«
»Seit gestern in Düsseldorf. Er ist im Breidenbacher Hof abgestiegen, wo auch die Konferenz stattfindet. Gleich danach fliegt er in den Urlaub. Wohin, haben wir noch nicht rausgefunden.«
Sophie warf den Kopf in den Nacken. »Dann sollten wir die Tage in Düsseldorf nutzen.« Sie lächelte aufreizend.
Walter Stein nickte zufrieden und griff in die Schublade. Grinsend reichte er ihr ein Ticket. »Dein Flieger geht in drei Stunden. Hotelzimmer ist bereits gebucht. Beeil dich und … viel Glück.«
Du wirst es brauchen, dachte er noch, als Sophie verschwunden war. Kastens war aalglatt und kalt wie Eis. Maren wäre ihm für diese Aufgabe viel lieber gewesen. Ihre einfühlsame Art wäre bei Kastens vielleicht angekommen. Aber Maren stand der BLITZ momentan nicht als Journalistin zur Verfügung. Leider!
Rudolf Kastens saß mit seinem Cousin René in der Halle des a-Capella-Hotels. Die beiden Männer waren in eine Akte vertieft, als Sophie Caprice, elegant und schön, an ihnen vorbeirauschte. Rudolf schaute von seinen Unterlagen auf.
»Die hat Klasse«, meinte René und folgte seinem Blick. Auch er beobachtete, wie die rothaarige Frau den Portier charmant begrüßte.
Rudolf ließ den Blick auf der Fremden ruhen. Sie war aufreizend und mit einem kurzen Rock bekleidet. Ihr enges Top betonte ihre Figur, der Ausschnitt war ebenso tief, wie ihre schwarzen Halbstiefel hoch waren. Die grünen Augen wurden nicht nur durch den passenden Lidschatten, sondern auch durch die rote Lockenmähne voll zur Geltung gebracht.
»Die hat die Kurven an den richtigen Stellen«, meinte René. »Und der Schwung ihrer Hüfte ist formvollendet.« Es amüsierte ihn, dass sein Cousin noch immer in den Anblick der jungen Dame vertieft war. »Alles vom Feinsten«, fuhr er fort. »Teures Make-up, Designerklamotten, wahrscheinlich ein Model.«
»Für meinen Geschmack etwas zu stark geschminkt.« Rudolf beobachtete, wie der Page die Frau zum Aufzug begleitete. Dort drehte sie sich um, und beide sahen sich in die Augen.
Sophie hielt seinem Blick stand. Sie lächelte ihm verführerisch zu, wandte sich dann ab und stieg mit dem Pagen in den Lift.
»Die nimmt sich, was sie will.« Rudolf riss sich von ihrem Anblick los.
»Genau wie du«, konterte René, der gerade eine eingetroffene SMS auf seinem Handy las. »Alles klar«, meinte er dann. »Der Bürgermeister erwartet uns.«
Als die beiden Männer das Hotel verließen, stand Sophie in ihrem Zimmer am Fenster und schaute hinaus.
»Kommen Sie doch mal her«, bat sie den Pagen, »können Sie mir sagen, wer die Herren dort unten sind?«
Der Hoteldiener trat neben sie. »Das sind die Herren Kastens.«
Sophies Augen blitzten. »Und welcher der beiden ist Rudolf Kastens?« Sie griff in ihre schicke, knallrote Handtasche und fischte einen Geldschein hervor.
»Der Größere.« Der Hoteldiener ließ den Schein in seiner Hosentasche verschwinden. »Der mit den dunklen Haaren.«
»Wissen Sie zufällig, wohin die beiden gehen?«
Der Page nickte und meinte mit verschwörerischer Stimme: »Ganz zufällig hab ich gehört, dass sie einen Termin beim Bürgermeister haben. Das Rathaus ist vom Hotel aus bequem zu Fuß zu erreichen. In zwei Stunden hat René Kastens ein Taxi für den Flughafen bestellt. Er fliegt beruflich nach Mailand. Seine Koffer sind bereits in der Hotelhalle.«
Sophie reichte ihm einen weiteren Schein und entließ ihn mit einer Handbewegung. Erst als er das Zimmer verlassen hatte, öffnete sie ihren Koffer. Ihr Start war nicht schlecht, und Rudolf Kastens gefiel ihr sogar. Allerdings machte er auf sie den Eindruck, dass er nur schwer manipulierbar war. Das rein zufällige Zusammentreffen zwischen ihnen musste daher besonders raffiniert ausfallen. Nichts durfte den Verdacht erwecken, dass sie seine Bekanntschaft suchte.
Als Sophie ihren Stringtanga auspackte und in den Schrank räumte, lächelte sie versonnen. Ihr Plan war soeben gefasst. Sie wusste, was sie zu tun hatte.
Sophie hielt sich im Hintergrund, als Rudolf und René Kastens das Rathaus verließen. Es war leicht, den beiden unauffällig zu folgen. Sie waren in ein Gespräch vertieft und schlugen den Weg zurück zum Hotel ein.
Dort angekommen, blieb Sophie auf der Straße stehen, die beiden Männer verschwanden im Eingangsbereich. Durch die Glasfront des Hotels konnte Sophie beobachten, dass Rudolf Kastens seinen Aktenkoffer einem Mann übergab. Wahrscheinlich war das sein Sekretär. Laut Walter Stein nahm er auf Geschäftsreisen immer einen Sekretär mit. René Kastens bezahlte seine Rechnung. Währenddessen wurden seine Koffer zu dem bereitstehenden Taxi gebracht. Rudolf Kastens begleitete seinen Cousin noch hinaus.
Darauf hatte Sophie gehofft. Sie wandte den Herren den Rücken zu und schlenderte gemütlich vom Hotel fort.
Noch immer sprachen die beiden Männer miteinander und achteten kaum auf ihre Umgebung. Sophie behielt mit Hilfe ihres Taschenspiegels das Taxi im Auge. Sie hörte, wie die Tür des Wagens zuschlug und sah, dass Rudolf Kastens von der Straße zurücktrat.
Das Taxi fuhr an. Sophie ließ den Spiegel in ihre Tasche gleiten. Hoffentlich ist der Fahrer aufmerksam und reagiert schnell, dachte sie. Aber sie hatte keine Wahl. Sie musste auf seine Reaktion vertrauen. Noch fuhr das Taxi im Schritttempo. Sie musste handeln, bevor es an Geschwindigkeit gewann.
Kurz bevor der Wagen Sophie erreichte, knickte sie mit ihrem Absatz an der Bordsteinkante um. Sie hörte das Quietschen der Reifen, spürte, wie etwas sie am Bein berührte, dann folgte ein kurzer Schmerz. Mit einem Aufschrei ließ Sophie sich zu Boden fallen.
Der Taxifahrer riss erschrocken die Fahrertür auf und sprang aus dem Wagen. Auch Rudolf Kastens setzte sich in Bewegung. In wenigen Schritten war er bei ihr und kniete vor ihr nieder.
Sophie erkannte an seinem besorgten Gesichtsausdruck, dass ihr Trick funktioniert hatte und hielt ihr Bein schmerzhaft umschlungen. Zufrieden sah sie, dass ein Teil des Inhalts ihrer Handtasche verstreut vor dem Wagen lag.
»Mein Gott, Sie sind verletzt!«, rief der Taxifahrer.
»Holen Sie den Erste-Hilfe-Kasten«, befahl Rudolf geistesgegenwärtig und drückte ein Taschentuch auf die blutende Schramme an Sophies Oberschenkel. Bei der Berührung ihres langen Beins wurde ihm heiß. Ihr Rock war hochgerutscht und gab den Blick auf einen fast durchsichtigen Spitzentanga frei.
Der Taxifahrer schaltete den Warnblinker an und brachte den Verbandskasten.
»Es ist meine Schuld«, bekannte Sophie. »Diese dummen Schuhe.« Sie deutete zu René Kastens, der betroffen am Straßenrand stand und sagte zu dem Taxifahrer: »Bringen Sie lieber Ihren Fahrgast zu seinem Bestimmungsort....




