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E-Book, Deutsch, 0 Seiten
Mitchell Star Trek - Classic: Tore auf einer toten Welt
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-641-11739-9
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Roman
E-Book, Deutsch, 0 Seiten
ISBN: 978-3-641-11739-9
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die Enterprise-Crew und ein Archäologenteam sollen die Überreste einer uralten Hochkultur auf Careta IV erforschen. Sie entdecken Ruinen, die jedoch von einem immer noch aktiven Schirmfeld geschützt werden und sich daher einer Sensorsondierung entziehen. Ein Team aus Wissenschaftlern und Offzieren findet fensterähnliche Artefakte, die sich als fremdartiges Transportersystem erweisen. Beim Versuch, die Reaktionen dieser Tore zu testen, verschwinden Checkov und eine Wissenschaftlerin spurlos. Captain James Kirk entschließt sich, den beiden zu folgen, und tritt ebenfalls durch das Portal. Auf der anderen Seite erwartet ihn eine böse Überraschung ...
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Kapitel 1
CAPTAINS LOGBUCH, STERNZEIT 5419.4
Die Enterprise nähert sich dem Dulciphar-Sternhaufen, dem einst dichtbesiedeltsten Sektor der Galaxis. Unser Auftrag: routinemäßige archäologische Bestandsaufnahme der uralten Kulturen des Sternhaufens. Aus diesem Grund wurde die Besatzung der Enterprise um zwanzig Archäologen der Nexqualy-Universität von Perren IX erweitert. Leiter des Teams ist Dr. Abdul Ramesh Kaul, der führende Spezialist der Föderation in Fragen der meztorianischen Zivilisation, deren Ruinen über den ganzen Quadranten verstreut sind. Es ist mir eine persönliche Ehre, mit solch bedeutenden Gelehrten wie Dr. Kaul und seinem Team zusammenzuarbeiten.
»Warum gerade ich?«, fragte Fähnrich Pavel Chekov und blieb stehen. Er hob die Arme gen Himmel, als erwarte er die Antwort einer unsichtbaren Gottheit. »Warum muss man gerade mir diese Djelifanerin an den Hals hängen? Wenn man ihr Gerede hört, könnte man meinen, Gott sei eine Djelifanerin, die auf ihrem Heimatplaneten das ganze Universum erschaffen hat.«
»Weißt du denn, ob es nicht wirklich so war?«, sagte Lieutenant Hikaru Sulu. Er zog den Kopf ein, als wolle er sich vor einem drohenden Schlag schützen. Kurz vor dem Turbolift musterte er Chekov aus den Augenwinkeln und stellte fest, das dieser den Witz nicht verstanden hatte. So wie Chekov stets die Meinung vertrat, alles in der Föderation Erfundene stamme in Wirklichkeit aus seiner russischen Heimat, wussten die unter einem Matriarchat lebenden Djelifaner, dass alles zuerst auf Djelifa existiert hatte. Wer auch dafür verantwortlich gewesen war, Chekov der Djelifanerin Talika Nyar zuzuteilen – er musste von seinem Provinzialismus gewusst und es für sehr lustig gehalten haben, die beiden aufeinanderprallen zu lassen.
»Meredith, die Archäologin, die man mir zugeteilt hat, ist so schüchtern, dass sie keine drei Worte mit mir gewechselt hat, seit wir zusammenarbeiten«, sagte Sulu achselzuckend, als sie den Turbolift erreichten.
»Wenigstens ist sie attraktiv«, sagte Chekov und trat in die Liftkabine.
Der rotgelbe Stern auf dem Bildschirm wurde größer und heller. Die ihn umkreisenden Planeten glänzten wie kleine Diamanten im Licht der Sonne. James T. Kirk musterte das Bild mit aller Sorgfalt und fragte sich, welche Entdeckungen sie wohl in diesem Sonnensystem machen würden. Die vertraute Geräuschkulisse, die ihn umgab, beruhigte ihn: das übliche Summen der Triebwerke, Uhura im Hintergrund, die schiffsinterne Nachrichten weitergab, Sulu und Chekov, die vor ihren Instrumenten saßen und gerade dabei waren, das Schiff in das System zu steuern. Spock saß an seiner Station und wertete die neuesten Sensordaten aus. Kirk hielt seine Neugierde so lange im Zaum, bis er wissen musste, was das System für sie bereithielt. »Meldung, Mr. Spock.«
Der Vulkanier wandte sich vom Scanner ab und schaute zu Kirk hinüber. Seine Bewegungen waren kontrolliert und sparsam, wie immer. »Wir treten gerade ins Careta-System ein. Der Stern ist als F9 klassifiziert. Seine Leuchtkraft hat in den letzten fünfhunderttausend Jahren ständig nachgelassen. Insgesamt umkreisen ihn zehn Planeten. Die meisten sind klein. Außerdem befindet sich zwischen dem fünften und sechsten Planeten ein Asteroidengürtel. Der dritte und der vierte Planet liegen in der Zone, in der Leben möglich ist. Das dortige Klima ist jedoch alles andere als freundlich. Im Moment melden die Fernbereichsensoren keinerlei intelligentes Leben auf den Planeten.«
»Mit anderen Worten, wir haben zwei Möglichkeiten, denen wir nachgehen können.« Bevor Spock ihm mit der nächsten Statistik kam, schaute Kirk auf den Bildschirm und versuchte abzuschätzen, auf welchem Planeten sie wohl mehr entdecken würden.
»Es könnte auch möglich sein, dass wir im Asteroidengürtel auf Artefakte stoßen«, sagte Spock in einem Tonfall, als tadele er Kirks unwissenschaftliches Denken. »Die Meztorianer haben des Öfteren Orbitalstationen in abgelegenen Zonen von Systemen errichtet, die sie sonst nicht besiedelten. Es wäre eine detaillierte Suche vonnöten, um herauszufinden, ob sie derlei Stationen auch hier errichtet haben.«
Kirk wusste zwar, dass er es bereuen würde, aber er schluckte den Köder. »Wie viel Zeit würde es in Anspruch nehmen, eine solche Suche durchzuführen?«
»Es wird 7,25 Tage dauern, den Asteroidengürtel mit hoher Auflösung abzutasten, um sicherzugehen, dass wir kein meztorianisches Artefakt übersehen haben.« Spock hielt inne und hob eine Braue. »Wir sollten die Suche aber auf jeden Fall durchführen. Wenn wir uns darauf beschränken, nur die Planeten zu untersuchen, laufen wir Gefahr, wichtige Artefakte zu übersehen. In diesem Quadranten existiert eine ungewöhnlich hohe Anzahl verwaister archäologischer Stätten, für die wir keine Erklärung haben. Es ist möglich, dass die kleineren planetaren Körper oder der Asteroidengürtel Informationen beherbergen, die es uns erlauben, Wissen über Vorläufer- oder Nachfolgekulturen dieser isolierten Überbleibsel zu gewinnen.«
Kirk unterdrückte ein Stöhnen. Inzwischen hätte er eigentlich wissen müssen, wann es an der Zeit war, den Mund zu halten. »Ich mache Ihnen einen Vorschlag, Mr. Spock: Sie können jeden beliebigen Asteroiden untersuchen, falls wir auf den Planeten irgend etwas entdecken, das unsere Passagiere bis dahin beschäftigt hält. Sie können es nämlich kaum noch erwarten, endlich ihrer Arbeit nachzugehen.«
»Einverstanden, Sir. Ich muss jedoch anmerken, dass wir die Asteroiden auf jeden Fall abtasten sollten.«
»Mal sehen, Spock. Aber zuerst wollen wir die Planeten unter die Lupe nehmen.« Hoffen wir, dass wir dort etwas finden, das groß genug ist, um unsere Gäste für eine Weile zu beschäftigen.
»Jawohl, Captain.« Spock wandte sich wieder den Sensoren zu. Kirk schaute ihm eine Weile zu, dann richtete er seine Aufmerksamkeit erneut auf den Hauptbildschirm. Der dritte oder der vierte Planet. Welchen sollten sie nehmen?
Am späten Nachmittag stand die Entscheidung fest: Man wählte den vierten Planeten aus. Nachdem Spock seine Erkenntnisse vorgetragen hatte, ordnete Kirk eine Einsatzbesprechung für die Wissenschaftler der Enterprise und das Archäologenteam an, um die Aufgabenverteilung festzulegen.
Kirk, Spock und McCoy saßen an einer Seite des Tisches und warteten darauf, dass die Archäologen ihre Plätze einnahmen. Sie hatten Datenblocks und mehrere Datenbänder mitgebracht, als wisse niemand genau, was man für eine Einsatzbesprechung brauchte.
»Verzeihen Sie bitte diesen Wirrwarr, aber wir sind stets bemüht, auf alles vorbereitet zu sein«, sagte Dr. Abdul Ramesh Kaul und lächelte entschuldigend. Kaul war ein untersetzter, drahtiger Mann. Seine von wochenlanger Arbeit im Freien gebräunte Haut hatte die Farbe von Teakholz. Er war bis auf einen silbergrauen Haarkranz kahlköpfig und musterte sämtliche Anwesenden mit einem schalkhaften Blick. Seine beiden Chefassistenten für dieses System – sie waren, wie Kirk erfahren hatte, vom Los bestimmt worden, damit jeder Archäologe sein Teil zur Arbeit beitragen und Erfahrungen sammeln konnte – hätten keinen größeren Kontrast untereinander und zu ihrem Chef bilden können.
Ein Blick auf Dr. Talika Nyar identifizierte sie als Bewohnerin eines Planeten mit hoher Gravitation. Sie war muskulös gebaut. Ihr Haar war mausbraun, ihre Nase ein riesiger Zinken. Neben ihrer ausgeprägten Muskulatur kam Kirk sich wie ein Hänfling vor. Djelifa, ihr Heimatplanet, war der Föderation erst kürzlich beigetreten, und Talikas Abkommandierung zu dieser Expedition war der erste Kontakt, den die Mannschaft der Enterprise mit einer Angehörigen ihres Volkes hatte. Bisher hatte Kirk widersprüchliche Berichte über die Begegnungen seiner Leute mit Talika gehört. Djelifa wurde von einem starken Matriarchat beherrscht – dem rabiatesten innerhalb der Föderation, wenn die Berichte der Soziologen stimmten –, was dazu führte, dass Talika Probleme hatte, die Gleichberechtigung der Geschlechter auf der Enterprise anzuerkennen. Der Blick, mit dem sie Kirk maß, überzeugte ihn nicht davon, dass sie bereit war, mit seinen Offizieren zu kooperieren.
Im Gegensatz zu ihr war Dr. Meredith Lassiter eine Augenweide mit weißblonder Mähne und meergrünen Augen. Ihre zierliche Gestalt erweckte den Eindruck, sie sei auf einem Mond oder einer Orbitalstation mit geringer Schwerkraft aufgewachsen. Doch hatte sie keinerlei Angaben über ihre Herkunft gemacht. Jedes Mal, wenn Kirk sie in Gesellschaft anderer sah, vermied sie einen direkten Blickkontakt. Sie antwortete nur auf Fragen, die man direkt an sie richtete. Lassiter setzte sich auf ihren Platz und fummelte an einem Datenblock herum. Sie musterte das Gerät, als würde es verschwinden, sobald sie es aus den Augen ließ. Sie unterschied sich ebenso vom Rest des archäologischen Teams wie die Djelifanerin.
Als alle Platz genommen hatten, begann Spock mit der Erläuterung der Daten, die er über den Planeten gesammelt hatte. »Careta IV ist ein Klasse-M-Planet. Seine Schwerkraft beträgt 0,85 der Erdgravitation. Der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre liegt zwar unter den für Menschen verträglichen Werten, ist aber für Vulkanier akzeptabel. Das Klima ist in den meisten Regionen kühl bis kalt, was daran liegt, dass die Sonne des Systems langsam abkühlt. Die Taster haben ermittelt, dass es mehrere Orte gibt, an denen eine Suche erfolgversprechend ist.«
Kaul nickte Lassiter zu, die nun von ihrem Datenblock aufschaute und die Wand hinter Spock...




