Mitchell | Star Trek: Der unsichtbare Gegner | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 0 Seiten

Mitchell Star Trek: Der unsichtbare Gegner

Roman
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-641-11514-2
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

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ISBN: 978-3-641-11514-2
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Kirk trifft eine alte Bekannte wieder ...

Die Enterprise muss auf Sternbasis 15 zwei diplomatische Delegationen an Bord nehmen. Die Verhandlungen sollen den Streit um den Planeten Yagra IV beenden. Captain James T. Kirk bereitet nicht nur die komplizierte diplomatische Etikette Unbehagen. Er wird auch mit einer alten Bekannten konfrontiert, die sich nun Cecilia Simons nennt und mit dem Leiter der Föderationsdelegation verheiratet ist. Und diese Dame scheint Katastrophen geradezu anzuziehen. Plötzlich geschehen seltsame Dinge auf der Enterprise: Ein Saboteur versucht, das Raumschiff von seinem Kurz abzubringen und das Computersystem zu manipulieren. Dann wird ein Mitglied der kaldornischen Delegation ermordet ...

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Kapitel 1


CAPTAINS LOGBUCH: STERNZEIT 8036.2

Die Enterprise hat den Befehl erhalten, ihre routinemäßige Kartographierungsmission zu unterbrechen und zur Starbase 15 zu fliegen. Dort erwarten wir Anweisungen für eine kurze Mission höchster Priorität. Darüber hinaus geht der Erste Offizier Spock von Bord – ein Shuttle bringt ihn nach Vulkan. Dort besucht er während der nächsten zwei Wochen eine Konferenz, an der nur geladene Gäste teilnehmen dürfen. Sie wird von der vulkanischen Akademie der Wissenschaften veranstaltet; es geht dabei um extremenergetische Physik und die Mikrostruktur des Universums.

PERSÖNLICHES LOGBUCH, NACHTRAG:

Normalerweise würde der Umstand, dass Spock die nächsten beiden Wochen auf Vulkan verbringt, kaum Neid in mir wecken, aber ich schätze, diesmal ist er besser dran als wir. Ich fürchte, unser neuer Auftrag ist diplomatischer Natur. Außerdem bin ich skeptisch in Hinsicht auf jenen Mann, den uns Starfleet als Ersatz für Spock schickt. Ich weiß nur, dass er an Bord der Enterprise zusätzliche Erfahrungen sammeln soll, bevor er nächsten Monat als stellvertretender Kommandant eine lange Reise mit dem neuen Forschungsschiff U.S.S. Challenger beginnt.

Lieutenant Commander Uhura nahm eine Kom-Mitteilung entgegen und wandte sich an Kirk. »Ich empfange eine Botschaft von Starbase 15, Captain. Admiral Chen möchte Sie sprechen.«

»Auf den Schirm.« Kirk saß im Kommandosessel und straffte die Schultern. Er erinnerte sich an Chen von der Akademie her – sie hatte immer großen Wert auf ein tadelloses Erscheinungsbild gelegt. Sie stand auch in dem Ruf, Gefallen daran zu finden, unangenehme Aufträge zu verteilen. Kirk beschloss, sich nichts anmerken zu lassen – worin auch immer die Prioritätsmission bestehen mochte.

Eine zart gebaute Frau chinesischer Herkunft erschien im Projektionsfeld und hielt sich nicht mit irgendwelchen Höflichkeitsfloskeln auf. »Captain Kirk, inzwischen dürften Sie bereits ahnen, worum es geht. Ihr Schiff soll die kaldornische Delegation und eine Verhandlungsgruppe der Föderation zum diplomatischen Planetoiden La Paz bringen. Detaillierte Informationen werden Ihnen übermittelt. Sie können die Passagiere sofort an Bord beamen, wenn Sie die Starbase erreichen. Chen Ende.«

»Scheint noch immer ein richtiger Besen zu sein«, murmelte der Navigator, Fähnrich Yeshua ben Josef, als er sich zu seiner Konsole vorbeugte und die Koordinaten für den letzten Teil des Flugs zur Starbase überprüfte.

Lieutenant Commander Sulu saß am ›Ruder‹ der Enterprise, sah zu seinem Kollegen und lächelte. »Manchmal reicht die Energie nur für zwei Minuten Subraum-Kommunikation. Und dann darf man keine überflüssigen Worte verlieren.«

Kirk ignorierte den Wortwechsel. »Wie lange dauert's noch, Mr. ben Josef?«

»Wir erreichen das Ziel in fünfzehn Minuten, Sir.«

Der Captain stand auf. »Sie haben das Kommando, Mr. Sulu. Geben Sie mir Bescheid, wenn wir da sind. Commander Uhura, transferieren Sie die von Admiral Chen versprochenen Informationen in mein Quartier. Ich möchte herausfinden, um was es geht, bevor uns die Starbase in Empfang nimmt.«

»Warte, Jim!« McCoy zupfte am Kragen der Galauniform, als er durch den Korridor eilte. »Ich habe gehört, dass uns eine diplomatische Mission bevorsteht. Bitte sag mir, dass es sich dabei nur um ein Gerücht handelt.«

Kirk blieb vor dem Transporterraum stehen. »Tut mir leid, Pille. Während der nächsten Tage wird die Enterprise für den diplomatischen Pendelverkehr in diesem Quadranten eingesetzt.«

»Um ganz genau zu sein, Captain: Die Enterprise kümmert sich nur um die Hälfte des besagten Verkehrs in diesem Quadranten.« Spock trat näher; in der einen Hand hielt er eine Reisetasche. »Die zweite Hälfte fällt in den Zuständigkeitsbereich der Juan Martinez vom Diplomatischen Dienst.«

»Ach, und woher wissen Sie das alles?« McCoy wippte auf den Zehen. »Während der nächsten beiden Wochen sind Sie nicht einmal an Bord.«

»Das stimmt, Doktor. Allerdings befasse ich mich nach wie vor mit neuen Einsatzinformationen – um zu wissen, was die Enterprise erwartet.

Dieses Schiff soll eine Delegation der Vereinten Kaldorni-Welten nach La Paz bringen, wo Verhandlungen mit Beystohn-Repräsentanten der Liga Verbündeter Planeten stattfinden. Auf dem Weg zum Planetoiden werden sich einige Föderationsspezialisten bemühen, sich mit den Kaldorni auf gewisse Rahmenbedingungen für die Verhandlungen zu einigen.« Spock folgte Kirk und McCoy durch die Tür. »Sowohl die Kaldorni als auch die Beystohn haben den interstellaren Völkerbund gebeten, einem Krieg zwischen ihnen vorzubeugen. Der Konflikt betrifft den Planeten Yagra IV.«

»Hab nie davon gehört«, brummte McCoy und warf einen Blick über die Schulter, als das Schott des Transporterraums wieder zuglitt. Er bedauerte es bereits, dass er den Vulkanier zu diesem Vortrag herausgefordert hatte. Kirks Gesichtsausdruck deutete darauf hin, dass ihn das Unbehagen des Arztes amüsierte.

Spock ignorierte McCoys Kommentar. »Yagra IV ist eine tropische Welt mit hoher Schwerkraft und befindet sich im System Epsilon Carinae, etwa auf halbem Wege zwischen den Heimatplaneten der Kaldorni und Beystohn. Die Kaldorni empfinden eine so hohe Schwerkraft als unangenehm, und für die ans subarktische Klima gewöhnten Beystohn ist es auf Yagra IV viel zu heiß und zu feucht. Allerdings gehört dieser Planet zu den wenigen Welten, die für eine Besiedlung in Frage kommen und mit den Raumschiffen beider Völker erreicht werden können.«

»Gab es in den Einsatzinfos Hinweise darauf?«, fragte Kirk erstaunt.

»Ich habe eigene Nachforschungen angestellt, Captain. Der Computer hält weitere Daten auf Abruf für Sie bereit.«

»Danke, Mr. Spock. Ich befasse mich so bald wie möglich damit.«

»Bitte erlauben Sie mir, ein Anliegen zur Sprache zu bringen, Captain. Ich habe am Prototyp eines Programms gearbeitet, das auf Anfrage logischen Rat zur Verfügung stellen soll. Es basiert auf einem noch experimentellen System künstlicher Intelligenz, das vielleicht die Funktionsweise unserer Computer revolutionieren wird. Das System ist noch nicht vollständig implementiert, und vermutlich gibt es hier und dort Fehler im Programm. Ihre Lokalisierung wäre wesentlich einfacher, wenn auch jemand anders das Funktionspotenzial testet.«

»Genau das braucht die Enterprise.« McCoy sah zur Decke und rollte mit den Augen. »Eine Art elektronischen Vulkanier.«

»Das Programm ist nicht speziell für dieses Schiff bestimmt«, erwiderte Spock. »Der ideale Einsatzort wären kleine Scoutschiffe. Dort könnte es Besatzungsmitgliedern helfen, für die keine Möglichkeit besteht, den Sachverstand wissenschaftlicher Spezialisten in Anspruch zu nehmen. An Bord der Enterprise ist die Situation eine völlig andere. Außerdem halte ich es für unangemessen, in diesem Zusammenhang von einem ›elektronischen Vulkanier‹ zu sprechen, Doktor. Ich habe bisher insgesamt siebzehn Komma drei vier Arbeitsstunden in das Programm investiert. Diese Zeit genügt nicht einmal, um eine Wissensbasis zu schaffen, die der eines sehr jungen Menschen entspräche. Ich wollte den Captain nur darum bitten, die allgemeine Funktionsweise des Programms zu testen, so dass ich nach meiner Rückkehr eventuell notwendige Modifikationen vornehmen kann.«

»Danke, Spock. Ich bin Ihnen gern behilflich, wenn sich eine Gelegenheit bietet.« Kirk wandte sich an den Transporterchef. »Statusreport.«

»Die Starbase meldet, dass unsere Passagiere für den Transfer bereit sind«, erwiderte Janice Rand. »Mr. Spock kann sich jederzeit zur Basis beamen.«

Der Vulkanier durchquerte das Zimmer und schritt zur Plattform. »Mit Ihrer Erlaubnis, Captain Kirk …«

»Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Konferenz, Mr. Spock.« Kirk nickte Rand zu. »Energie. Und holen Sie anschließend unsere … Gäste an Bord.«

Das vertraute Summen und Sirren des Transporters erklang. Spock löste sich in flirrender Energie auf und verschwand. Rand rejustierte die Kontrollen und transferierte dann die erste Gruppe – fünf Personen materialisierten.

Ein großer, kräftig gebauter und knapp sechzig Jahre alter Mann trat von der Plattform. Kirk erkannte ihn sofort. Joachim Montoya war ganz in Schwarz gekleidet; das silberne Föderationsabzeichen an der linken Jackenseite bildete die einzige Ausnahme. Dunkle Augen und schwarzes Haar, in dem hier und dort graue Strähnen glänzten, verstärkten den Eindruck ernster Würde. Sein Blick glitt durch den Raum, bevor er Kirk ansah und die Hand ausstreckte. »Captain Kirk …« Er lächelte. »Ich habe viel von Ihnen gehört. Es ist mir eine große Ehre, Ihnen zu begegnen.«

»Danke, Bevollmächtigter.« Kirk achtete ganz bewusst darauf, eine gewisse Distanz zu wahren. Montoyas Herzlichkeit weckte vagen Argwohn in ihm. »Die Enterprise und ich stehen zu Ihren Diensten.«

Der Bevollmächtigte lächelte noch immer. »Danke, Captain. Wenn ich Ihnen meine Begleiter vorstellen darf …« Er deutete auf zwei Männer und eine Frau, die ebenfalls Föderationsinsignien trugen. »Meine Assistenten Kristiann Norris, Devlin Vreblin und Paul Zayle.« Als Montoya ihre Namen nannte, nickten die betreffenden Personen. Norris war eine fast zierliche Frau durchschnittlicher Größe; sie hatte kastanienfarbenes Haar, braune Augen und ein unscheinbares...


Brandhorst, Andreas
Andreas Brandhorst, geboren 1956 im norddeutschen Sielhorst, hat mit Romanen wie »Äon«, »Das Erwachen« oder »Das Schiff« die deutsche Science-Fiction-Literatur der letzten Jahre entscheidend geprägt. Spektakuläre Zukunftsvisionen verbunden mit einem atemberaubenden Thriller-Plot sind zu seinem Markenzeichen geworden und verschaffen ihm regelmäßig Bestsellerplatzierungen. Zuletzt sind bei Heyne seine Thriller »Der Riss« und »Messias« erschienen. Andreas Brandhorst lebt im Emsland.



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