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E-Book

E-Book, Deutsch, 47 Seiten

Mitterer Abraham


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-7099-7615-9
Verlag: Haymon Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 47 Seiten

ISBN: 978-3-7099-7615-9
Verlag: Haymon Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Das Stück 'Abraham' von Felix Mitterer wurde dem Sammelband 'Stücke 3' entnommen. Zu 'Stücke 3': Ein dritter Band ergänzt die bisher gesammelten Stücke von den Anfängen bis 1991. Der neue Band enthält seine Theaterarbeiten von 1992 bis 1998: 'Abraham', 'Krach im Hause Gott', 'Das Fest der Krokodile', 'In der Löwengrube', 'Die Frau im Auto', 'Die drei Teufel', außerdem Informationen und Bilder zu den für spezielle Aufführungsorte geschriebenen Stücken 'Das Spiel im Berg' und 'Geierwally'. Zu jedem Werk ist ein Statement des Autors abgedruckt, zahlreiche Aufführungsfotos von verschiedenen Inszenierungen geben einen Eindruck von ihrer Realisierung auf den unterschiedlichsten Bühnen.

Felix Mitterer, geboren 1948 in Achenkirch/Tirol, lebt nach einigen Jahren in Irland heute in Niederösterreich. Seit 1978 erfolgreicher Theater- und Drehbuchautor. Die mehrteiligen Filme Verkaufte Heimat und Piefke-Saga sind seine bekanntesten, vielfach preisgekrönten Fernseharbeiten, Kein Platz für Idioten, Besuchszeit, Sibirien die am meisten aufgeführten Theaterstücke. Seit 1987 legt der Haymon Verlag Mitterers Stücke und Drehbücher im Druck vor. Zuletzt erschienen: Die Beichte. Theaterstück (2004; Prix Italia und ORF-Hörspiel des Jahres 2003), Stücke 4 (2007), Der Panther. Theaterstück (2007), das goldene dachl und seine rätselhafte inschrift. eine poetische annährung (Hrsg. 2012 gem. mit Lukas Morscher und Christian Ide Hintze). Bei HAYMONtb: Der Patriot. Ein-Mann-Stück (2009), die gesammelten vier Teile der Piefke-Saga. Komödie einer vergeblichen Zuneigung (2010), sowie Die Beichte (2011).
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


PROLOG

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WERNER: In Athen und Thessaloniki, in den griechischen Vierteln von Smyrna und Istanbul lebten um die Jahrhundertwende Männer, die sich Manges nannten. Sie stammten ab von Freiheitskämpfern und Bergräubern. Nun schlugen sie sich durch als Schmuggler, Spieler und Tagediebe. Der Mangas ist selbstherrlich und streitsüchtig und geht keiner Messerstecherei aus dem Weg. Er spricht leise und schleppend, seinen Jargon verstehen nur die Eingeweihten. Er trägt ein dunkles Jackett, ein schwarzes oder violettes Hemd ohne Kragen, enge gestreifte Hosen, spitze Schuhe mit Absätzen und einen breitkrempigen Hut vom Typ „Republiko”. Sein Schnurrbart ist an den Enden hochgezwirbelt, auf der Stirn klebt eine gewachste Locke. Im Gürtel steckt ein zweischneidiges Messer, oft auch eine Pistole. Das Jackett trägt er nur mit dem linken Arm im Ärmel, so daß er es mit einer raschen Bewegung um den Arm wickeln kann, um das Messer des Gegners abzuwehren. Seine Hand spielt unentwegt mit dem Komboloi. Der Mangas ist stolz wie kein anderer Mann. Er verheiratet sich nicht, er zeugt keine Kinder, er geht keiner geregelten Arbeit nach. Er lebt nur für das Heute. In den Kaffeehäusern, in den Hafentavernen und Haschischkneipen trifft er sich mit seinen Kumpanen zu Gesang und Tanz. Die Nacht macht er zum Tag. Lernt er einen Jungen kennen, der ebenso stolz sein möchte, ebenso mutig und frei, dann nimmt er ihn als Söhnchen an. Kein Mangas endet als Greis. Eines Tages wird er getötet. Im Zweikampf oder von der Polizei. Dann machen die Kumpane ein großes Fest. Und das Söhnchen tanzt.

1. GASTHAUSKLOSETT (LAND)

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PFARRER: Na, also bitte!

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PFARRER: Machts des gefälligst daheim! Hinaus! Hier ist das Herrenklo!

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PFARRER: Lassen Sie das! Hören Sie auf!

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GEORG: Wir müssen doch zusammenhalten, Erzengel! Gemeinsam bekämpfen wir das Böse! Zu jeder Stunde, an jedem Ort, und gerade auch hier, wo der Mensch den niedrigsten Bedürfnissen nachgeht! Im Klosett trifft sich der Abschaum der Menschheit, Erzengel! Hab ich recht, Batman?

PETER: Klar! Aber jetzt sollt ma den Erzengel aufs Klo gehn lassen. Los, komm!

GEORG: Moment noch! Die Stunde ist gekommen, ein Rätsel zu lösen, das die Menschheit schon von jeher beschäftigt!

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GEORG: Haben Engel ein Geschlecht, und wenn ja, welches?

PETER: Ja, des is interessant!

PFARRER: Lassen Sie mich gefälligst los!

GEORG: Also, wie verhält sich das, Erzengel? Mann, Frau, beides zusammen oder geschlechtslos? Na? Keine Antwort? Dann muß ich zur Überprüfung schreiten!

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PFARRER: Das hat noch ein Nachspiel! Ich komm euch schon drauf, wer ihr seid! So eine Schweinerei!

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GEORG: Eine Frau! Er ist eine Frau! Er setzt sich nieder!

PFARRER: Hau endlich ab, du Weib, du blödes! I hol die Polizei!

GEORG: Das ist aber gar nicht nett, Frau Erzengel! Immerhin setzen Batman und ich unser Leben aufs Spiel, um den Großstadtdschungel auszuräuchern! Sie, gnädige Frau, ziehen mit Ihrem Flammenschwert ja nur über die Dörfer! In der Stadt, im Zentrum der Sünde -

PETER: Hör auf, jetzt! Des is der Pfarrer!

GEORG: Na, echt?

PETER: Ja! Komm jetzt!

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GEORG: Herr Pfarrer, hochwürdiger Herr, ich weiß, es ist nicht ganz der rechte Augenblick, aber ich fühle das unbändige Verlangen, mich ebenfalls, und zwar jetzt und auf der Stelle zu erleichtern! Bitte, nehmen Sie mir die Beichte ab!

PETER: Laß des!

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GEORG: Ich gestehe -

PFARRER: Schweinerei! Gotteslästerung!

GEORG: Ich gestehe, obwohl an sich immer gegen das Böse im Einsatz, ein sündiges Frauenzimmer zu sein, einzig und allein beherrscht von unkeuschen Gedanken und Gelüsten! Nach Männern steht mein Sinn, nur an Männern -

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MAX: Oh, Verzeihung! Bin i da am Damenklo?

GEORG: Sie sind hier am Katzenklo, mein Herr! Aber auch Bären sind willkommen! Schlagen Sie nur ab!

MAX: Ma, hat des a Hitz!

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MAX: Was tuast denn du da, Katzl, ha? Suchst an Kater?

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GEORG: Was hast denn, laß mi doch! Mei, bist du fad!

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ERICH: Der Batman! Ja, spinn i? Du, Batman, i steh total auf di! Komm, tanz ma!

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ERICH: Sakrament, hast du einen Brustkasten her, Batman! Auf sowas steh i total! He, Max! Hast du dem sein’ Brustkasten gsehn? Sackl Zement nochamal, macht mi der fertig!

MAX: Du, des Katzl is a nit schlecht beinand!

ERICH: Dann reiß es nieder! Reiß es nieder! I laß mi vom Batman niederreißen! Herrschaft, hast so an Brustkasten schon amal gsehn?

MAX: Darf ich bitten?

GEORG: Aber gern, süßer Brummbär!

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PETER: I mag jetzt nimmer!

ERICH: Aber i mag! I mag! I steh total auf di, Batman! Sei ja nit ausländerfeindlich, gell! So a fesche Zigeunerin wia mi muaßt erst amal finden! Herrschaftsseiten, jetzt druck mi amal ordentlich zu dir!

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PFARRER: Was sind denn das für Zustände? Des hat doch mit Fasching nix mehr zu tun!

ERICH: Herr Pfarrer, i steh total auf den Batman! Morgen heirat ma! Was, Batman? Des wern Kinder, de ham Brustkästen aus Eisen! Sakrament!

PFARRER: Max! Sei du wenigstens vernünftig! Schmeiß dieses Weib da...


Felix Mitterer, geboren 1948 in Achenkirch/Tirol, lebt nach einigen Jahren in Irland heute in Niederösterreich. Seit 1978 erfolgreicher Theater- und Drehbuchautor. Die mehrteiligen Filme Verkaufte Heimat und Piefke-Saga sind seine bekanntesten, vielfach preisgekrönten Fernseharbeiten, Kein Platz für Idioten, Besuchszeit, Sibirien die am meisten aufgeführten Theaterstücke. Seit 1987 legt der Haymon Verlag Mitterers Stücke und Drehbücher im Druck vor. Zuletzt erschienen: Die Beichte. Theaterstück (2004; Prix Italia und ORF-Hörspiel des Jahres 2003), Stücke 4 (2007), Der Panther. Theaterstück (2007), das goldene dachl und seine rätselhafte inschrift. eine poetische annährung (Hrsg. 2012 gem. mit Lukas Morscher und Christian Ide Hintze). Bei HAYMONtb: Der Patriot. Ein-Mann-Stück (2009), die gesammelten vier Teile der Piefke-Saga. Komödie einer vergeblichen Zuneigung (2010), sowie Die Beichte (2011).



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