Mitterer Kein Platz für Idioten
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-7099-7614-2
Verlag: Haymon Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 126 Seiten
ISBN: 978-3-7099-7614-2
Verlag: Haymon Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Felix Mitterer, geboren 1948 in Achenkirch/Tirol, lebt nach einigen Jahren in Irland heute in Niederösterreich. Seit 1978 erfolgreicher Theater- und Drehbuchautor. Die mehrteiligen Filme Verkaufte Heimat und Piefke-Saga sind seine bekanntesten, vielfach preisgekrönten Fernseharbeiten, Kein Platz für Idioten, Besuchszeit, Sibirien die am meisten aufgeführten Theaterstücke. Seit 1987 legt der Haymon Verlag Mitterers Stücke und Drehbücher im Druck vor. Zuletzt erschienen: Die Beichte. Theaterstück (2004; Prix Italia und ORF-Hörspiel des Jahres 2003), Stücke 4 (2007), Der Panther. Theaterstück (2007), das goldene dachl und seine rätselhafte inschrift. eine poetische annährung (Hrsg. 2012 gem. mit Lukas Morscher und Christian Ide Hintze). Bei HAYMONtb: Der Patriot. Ein-Mann-Stück (2009), die gesammelten vier Teile der Piefke-Saga. Komödie einer vergeblichen Zuneigung (2010), sowie Die Beichte (2011).
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1. AKT
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STIMME DES ALTEN: Is wer dahoam?
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ALTER: Novo, wart i halt a Pfeifen lang.
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ALTER: Wem alle beim Heuen sein, wahrscheinlich.
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ALTER: Ja was is denn des? Ja wen hamma denn da, ha? Gibts denn des a?!
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ALTER: A Faschingskasperl unterm Tisch! Ha? Mitten im Sommer! - Was tuast denn da, ha?
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ALTER: Ja, was is denn? Ha? Hast vielleicht Angst vor mir? Ha?
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ALTER: Vor mir brauchst doch koa Angst ham, Mandl! Kennst mi doch, oder? I bin der Plattl-Hans, woaßt nimmer?
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ALTER: Geh, mir ham uns doch schon öfter gsehn! — Kannst di nimmer erinnern, ha?
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ALTER: Ah, jetzt komm doch außa da! Bist doch koa Hundl, oder?
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ALTER: Aber geh, vor mir brauchst wirklich koa Angst ham, Wastl! Armer Bua!
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ALTER: Geh, komm doch außa da, Mandl! Gschieht dir ja nix!
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ALTER: Armer Heiter! I woaß scho, wia s’ mit dir umgehn. I woaß scho. Is ja koa Wunder, daß d’ a Angst hast. — Aber jetzt komm, geh doch außa da!
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ALTER: Is dir die Larven nit z’hoaß, bei der Hitz, ha? Du muaßt ja ganz narrisch schwitzen drunter! — Sein s’ alle beim Heuen draußen, was? Und du tuast ’s Haus bewachen, gell?
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ALTER: Griaß di, Bäuerin!
STIMME DER MÖLLINGER-BÄUERIN: Ah, der Plattl-Hans! Griaß di!
ALTER: I bin grad kommen, woaßt, war aber niemand da. Hab i ma denkt, wart i halt a bißl. Wär ja Mittag.
STIMME DER MÖLLINGER-BÄUERIN: Ja, woaßt, i hab ihnen ’s Essen außibracht. Uns pressierts. Mir müassen schaun, daß ma’s Heu einadabringen. Wart a bißl, i trag grad ’s Gschirr in die Kuchl. Setz di nieder derweil.
ALTER: Is guat. Mein Gott, Bua!
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MÖLLINGER-BÄUERIN: Ah, ja. Woaßt, jetzt derpack ma’s amal hint und vorn nimmer. Dauernd hats uns dreingregnet, die letzten Wochen! Schön langsam wär uns bald des Heu verfault auf die Schwedenreiter.
ALTER: A grausigs Wetter war des, ja. Aber seit a paar Tag hoazts wieder owa, mei Liaber!
MÖLLINGER-BAUERIN: Ja. A so a diesige Hitzen is des, a schwere. I trau dem Wetter nit ganz! Werd bald wieder was kommen. Jetzt fehlt uns grad no a Hagel. Nacha is der Troad a hin!
ALTER: Jaja, es stimmt oanfach nimmer mit’n Wetter. Als wenn die Natur an Grant hätt!
MÖLLINGER-BÄUERIN: SO is es, ja. Hans, was is nacha? Hilfst uns?
ALTER: Freilich hilf i enk. Deswegen komm i ja her. Der Binder-Ernst hat ma’s heut Vormittag ausgrichtet, daß ihr mi brauchts.
MÖLLINGER-BÄUERIN: Guat, Hans. Zwoahundert, wia immer?
ALTER: Ja, guat.
MÖLLINGER-BAUERIN: Frische Eier gib i dir dann a mit. Und wenn ma a Sau stechen, nacha kriagst a Trumm Fleisch.
ALTER: Is scho recht.
MÖLLINGER-BAUERIN: So a zwoa Wochen tät ma di scho brauchen.
ALTER: Ja, guat. Versäumen tua i eh nix.
MÖLLINGER-BÄUERIN: Am gscheitesten is, du schlafst bei uns, weil um fünfe fangt der Bauer schon an mit’n Mähen.
ALTER: Guat.
MÖLLINGER-BAUERIN: Machts dir was aus, wenn du glei heut no anfangst?
ALTER: Nana, macht ma nix aus. I geh glei außi mit dir.
MÖLLINGER-BAUERIN: Na, du muaßt alloan gehn. I muaß jetzt dableiben. Wegen der Sau, woaßt. Die is heut soweit.
ALTER: Aha, gibts an Nachwuchs?
MÖLLINGER-BAUERIN: Ja. Is eh scho über die Zeit. A lästige Warterei.
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ALTER: Guat dann. Wo sein’s denn?
MÖLLINGER-BAUERIN: Hinter der Kapellen, woaßt eh.
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ALTER: Ah so, ja, woaß schon. Wer is’n aller draußen?
MÖLLINGER-BAUERIN: Der Bauer und die Schneiter-Kathl und der Bua von meiner Schwägerin. Die Kathl richtet ja nimmer viel aus, mit ihrm Alter. Aber verlangen tuat sie...




