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Möhle | Der Zaubergarten – Überraschungen haben Fell | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 240 Seiten

Reihe: Der Zaubergarten

Möhle Der Zaubergarten – Überraschungen haben Fell

Band 3
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7336-0309-0
Verlag: Fischer Kinder- und Jugendbuch Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Band 3

E-Book, Deutsch, Band 3, 240 Seiten

Reihe: Der Zaubergarten

ISBN: 978-3-7336-0309-0
Verlag: Fischer Kinder- und Jugendbuch Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



In diesem geheimen Garten werden Kinderträume wahr Endlich geht es los mit dem Zauberblumenunterricht für Tilda und ihre neue Freundin Anni, im geheimen Zaubergarten hinter der großen Mauer. Schließlich gibt es für die Aufnahmeprüfung in den Kreis der Zaubergärtner noch viel zu lernen. Gleichzeitig startet, kurz vor den Ferien, in der Schule die Projektwoche. Und an deren Ende soll es eine große Zauberaufführung geben! Mit echtem Hasen! Tilda und Anni sind mit Feuereifer dabei. Doch dann wird erstens der Lehrer krank, zweitens muss Herr Bovist plötzlich verreisen, und drittens geht einfach alles schief. Können die beiden Mädchen mithilfe der magischen Zauberblumen dafür sorgen, dass die Vorstellung doch noch stattfindet? Flink wie ein Eichhörnchen, bärenstark und unsichtbar - mit den magischen Blumen aus dem Zaubergarten meistern Tilda und Anni auch die überraschendsten Abenteuer. Streicheln erlaubt! Der dritte Band der erfolgreichen Kinderbuchreihe von Nelly Möhle - mit vielen magischen Bildern von Eva Schöffmann-Davidov  Alle Bände der Reihe »Der Zaubergarten«: Band 1: Geheimnisse sind blau Band 2: Abenteuer können fliegen Band 3: Überraschungen haben Fell Band 4: Freundschaft macht lustig Band 5: Wunder blühen bunt Band 6: Ferien bringen Glück  Reihe bei Antolin gelistet

Nelly Möhle liebte es als Kind, durch den riesigen Garten ihrer Großeltern zu streifen und sich Geschichten auszudenken. Zwischen Rosenranken und geheimnisvollen Tannen ließ sie ihrer Phantasie freien Lauf, und irgendwann begann sie, ihre Geschichten aufzuschreiben. Mit ihrer ersten Kinderbuchreihe »Der Zaubergarten« landete Nelly Möhle sofort auf der »Dein SPIEGEL«-Bestsellerliste. Die Autorin lebt mit ihrer Familie, einem Hund und einer hundertjährigen Schildkröte in Offenburg.
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Dieses Mal fängt meine Geschichte mit Kalli an. Dem größten Zauberhasen aller Zeiten.

Ich muss mit dem Erzählen an einem Sonntag beginnen. Anni und ich waren gerade auf dem Weg zu Herrn Bovist. Weil heute endlich, endlich unser Zauberblumenunterricht beginnen sollte. Und gerade, als wir in die Scheffelstraße einbogen, machte es plötzlich neben mir »Pscht!«.

Aus dem Gebüsch starrte mich ein Panda an. Vor Schreck verschluckte ich mein Melonenkaugummi.

»Aaah!«, machte Anni.

Natürlich war das in echt kein richtiger Panda. Sondern ein Junge. Aber sein Gesicht war komplett hinter einer Pandamaske versteckt.

Die Pandamaske tönte: »Hier im Gebüsch sitzt Kalli, der Riesenhase.«

Anni und ich beugten uns vor. Und was soll ich sagen: Dort saß der größte Hase, den ich jemals gesehen habe. Ein Monsterhase sozusagen. Mit strubbeligem, weißem Fell und sehr, sehr langen Ohren. Oh, wie war der schön.

»Hallooo!«, sagte ich zum Hasen. Der Junge mit der Pandamaske stand jetzt auf dem Gehweg. Er war größer als Anni und ich. Und er trug ein Fußballtrikot.

»Passt bitte auf Kalli auf«, sagte der maskierte Junge. »Sonst holt ihn der Fuchs!«

Kalli riss vor Schreck seine blauen Augen auf. Und dann drehte die Pandamaske sich um und galoppierte in einem Höllentempo die Straße runter und um die Ecke.

»He, du!«, rief ich hinter ihm her. Aber weg war er.

»War das der berühmte Sänger mit der Pandamaske?«, fragte Anni und kratzte sich am Bauch.

Das glaubte ich eigentlich eher nicht.

»Komm!«, lockte ich den mächtigen Hasen. Der hatte ein Löwenzahnblatt zwischen den langen Schneidezähnen. Im Eiltempo verschwand es in seinem zuckenden Maul. . Hasen haben wirklich fiese Vorderzähne. Die will man nicht in der Hand stecken haben. Vorsichtig fasste ich Kalli trotzdem unter seinen kuschelweichen Bauch. Er mümmelte einfach weiter. Auch als ich ihn ganz langsam in die Höhe stemmte, zuckte er nur kurz mit seinen langen Hasenohren.

»Mein lieber Scholli!«, stöhnte ich. »Du wiegst ja mehr als Floh!«

Floh ist Tante Ilses Dackel. Und gegen den dicken Kalli war Floh wirklich leicht wie ein Floh.

Endlich hing Kalli in meinem Arm. Mucksmäuschenstill.

»Und jetzt?«, fragte Anni.

Tja.

»Ich glaube nicht, dass Mama einen Riesenhasen bei mir im Zimmer wohnen lässt«, stellte ich fest.

»Und meine Mama hat eine Fellallergie«, sagte Anni und kraulte vorsichtig den Hasenrücken.

»Wir können ihn aber auch nicht im Gebüsch lassen«, sagte ich. »Du hast ja gehört: Da kommt am Ende noch der Fuchs und verspeist den Hasen mit Haut und Haar.«

»Dann bringen wir ihn einfach im Schuppen unter«, schlug Anni vor. »Bis der Panda wieder auftaucht.«

»Genau!«, rief ich begeistert. Meine Freundin Anni hat einfach immer die besten Ideen!

Also schleppte ich den kuschelweichen Riesenhasen die Scheffelstraße entlang bis in den Garten von Oma und Opa.

Der Schuppen ist unser Geheimversteck ganz hinten im riesigen Garten meiner Großeltern. Und aus diesem grünen Holzschuppen räumten Anni und ich wenig später den runden Tisch und die roten Kinderhocker.

»Ein großer Kalli braucht Platz«, erklärte ich Anni.

»Warum lässt der Pandajunge seinen Hasen im Gebüsch?«, fragte Anni.

»Das versteht kein Mensch«, antwortete ich. »Aber ich glaube, wir werden es noch erfahren!«

Anni und ich rupften unglaublich viel Grünzeug und bereiteten dem Hasen ein Grasbett im Schuppen. Richtig gemütlich sah es aus. Jedenfalls für einen Hasen. Und fuchssicher war es hier auch.

»Und jetzt müssen wir auch los«, sagte ich. »Herr Bovist und Rupert warten auf uns.«

Schnell wie die Wildpferde galoppierten wir zur Obstbaumwiese. Annis schwarze Pantherhaare flatterten als lange Mähne hinter ihr her.

Der Garten von Oma und Opa ist riesig. Wie in einem Park schlängeln schmale Wege sich zwischen kleinen Wiesen, Bäumen und Büschen hindurch. Und neben einem prächtigen Rosengarten gibt es auch eine Obstbaumwiese. Dort steht die alte, lange Holzleiter, mit der Opa Äpfel, Kirschen und Birnen von den Bäumen holt.

Von Oma und Opa war nichts zu sehen.

»Wahrscheinlich machen sie noch ihr Mittagsschläfchen!« Unbemerkt schleppten wir die Leiter zum Schuppen. Dort lehnten wir sie an die große Gartenmauer. Der Garten von Herrn Bovist liegt nämlich direkt hinter der hohen Mauer. Eigentlich darf niemand auch nur über die große Mauer in den Nachbargarten . Über die Mauer zu klettern ist strengstens verboten.

»Wer da rüberklettert, ist verloren«, behauptet Tante Ilse immer. Dabei stimmt das gar nicht. Denn Herr Bovist ist unser Freund. Und sein Hund Rupert auch. Aber nur Anni und ich kennen ja auch die ganze Wahrheit über die beiden!

Ich kletterte als Erste die wacklige Leiter hoch und stellte mich auf die breite Mauer aus roten Steinen. Anschließend kraxelte Anni flink Sprosse für Sprosse nach oben. Trotz eingegipstem Arm. Den hatte sie sich bei einem unserer letzten Abenteuer gebrochen. Der blaue Gips war schon ganz schön dreckig, musste aber trotzdem noch am Arm bleiben.

Dann zogen wir die Leiter nach und ließen sie auf der anderen Seite in Herrn Bovists Garten hinab. Und endlich, endlich standen wir im grünsten Grün.

Herrn Bovists Garten ist ein wildwuchernder Dschungel. Die Büsche und Bäume stehen dicht an dicht. Auch dieses Mal schlängelten wir uns um die Baumriesen herum, kletterten über umgestürzte Stämme und zwängten uns zwischen Büschen und Farnen hindurch bis zu einer kleinen Lichtung. Auf der funkelte bei diesem Sommersonnenschein das kleine Gewächshaus wie ein Diamant.

, kam es aus dem Tannenwäldchen. Und dann trabte der größte Hund aller Zeiten auf uns zu.

»Ruuupert!«, rief ich.

Der graue Riesenhund tanzte schwanzwedelnd um uns herum. Ich kraulte sein Kinn und das Brustfell. So mag er es am allerliebsten.

»Hallo, du oller Wurstschädel«, sagte Anni aus sicherer Entfernung. Sie hat nämlich Angst vor Hunden. Vor allem vor so großen wie Rupert.

»So«, sagte ich zu meinen Freunden, »auf zu Herrn Bovist!«

Also wanderten Anni, Rupert und ich durch das dichte Tannenwäldchen bis zur anderen kleinen Lichtung. Auf der steht Herrn Bovists Hexenhäuschen. In echt wohnt da natürlich keine Hexe, sondern eben Herr Bovist. Aber es sieht mit seinem spitzen Dach, dem großen Schornstein und den kleinen Sprossenfenstern aus wie das Hexenhaus von Hänsel und Gretel, nur ohne Lebkuchen dran.

Herr Bovist saß mit geschlossenen Augen auf der Vordertreppe und hielt das runzelige Gesicht in die Sonne. Seine Haare bauschten sich wie Watte und leuchteten in der Sonne zuckerweiß.

»Huhuuu!«, rief Anni und winkte. »Herr Bovist!«

Herr Bovist lächelte, ohne seine Augen zu öffnen. »Da seid ihr ja endlich!«

Nur wenig später quetschten wir uns alle in Herrn Bovists Arbeitshäuschen. Es steht direkt neben dem Hexenhaus. Und es sieht auch genauso aus, ist aber viel, viel kleiner.

»So«, sagte Herr Bovist und hängte seinen großen braunen Mantel über den Schreibtischsessel. »Ich begrüße euch zu eurer ersten Unterrichtsstunde.«

Ein paar kleine Glückskäfer wuselten durch meinen Bauch. Wir hatten unsere erste Unterrichtsstunde schon einmal verschieben müssen. Weil da ein Abenteuer in die Quere gekommen war. Aber heute sollte es losgehen!

»Wir starten mit einem praktischen Teil«, fuhr Herr Bovist fort. »Schließlich benötigen wir Anschauungsmaterial. Deshalb dachte ich, dass wir damit beginnen, ein paar ausgewählte Samen zu pflanzen.«

Anni und ich guckten uns an. Und jubelten los. Wir hatten nämlich befürchtet, dass unser Unterricht bestimmt mit dem Lesen des dicken Familienzauberbuches starten würde.

»Und welche Zauberblumen pflanzen wir?«, fragte Anni. Ihre blauen Augen funkelten.

Herr Bovist lächelte. »Welche Zauberblumen würdet ihr denn gerne anpflanzen?«

Da musste ich nicht lange überlegen. »Ludmilla!«, rief ich. »Oder Ludmillo!«

Die Unsichtbarkeitspflanze Ludmilla war meine absolute Lieblingsblume. Wenn man an ihrer wunderschönen blauen Blüte roch, wurde man unsichtbar. Echt und ungelogen! Schon zweimal hatte ich eine als Hausblume. Und weil die zweite Blume eindeutig ein sehr behaartes Männchen war, hieß sie eben Ludmillo.

Jetzt lachte Herr Bovist. »Das hätte ich mir ja fast denken können«, sagte er. »Und du, Annemarie? Mit welcher Blume möchtest du beginnen?«

Anni kratzte sich am Bauch. »Im Zauberbuch habe ich eine Blume gesehen, die hat ganz runde Blüten. Und wenn man an einer davon riecht, soll man klettern können wie ein Eichhörnchen. So richtig von Ast zu Ast hüpfen!«

Herr Bovist nickte mit dem Kopf. »Diese Blume gibt es in der Tat. Eine gute Wahl, Annemarie.«

Ich fand die Wahl auch richtig, richtig gut. Vor allem, da Anni schon so gerne als Spinne die Mauer hoch- und runtergeflitzt war. Dank des Spinnenzaubers. Es war bestimmt noch lustiger, blitzschnell durchs Baumgeäst zu springen.

»Ich wollte schon immer mal richtig toll klettern können«, raunte Anni mir ins Ohr, als Herr Bovist sein dickes Familienblumenbuch aus der Schreibtischschublade wuchtete. »Wie Finn und Jonas. Oder eben besser! Wie der kleine Eichhörnchenflitzer im Kastanienbaum auf dem Schulhof.«

O ja, das wäre bestimmt ein großer Spaß!

»Kannst du mit deinem Gipsarm überhaupt von Ast zu Ast springen?«, musste ich aber noch fragen.

»Der doofe...


Schöffmann-Davidov, Eva
Eva Schöffmann-Davidov, Jahrgang 1973, ist eine der renommiertesten Kinder- und Jugendbuchillustratorinnen Deutschlands. Nach ihrem Studium an der Fachhochschule für Gestaltung in Augsburg machte sie sich in der Kinder- und Jugendliteratur schnell einen Namen und gewann im Lauf ihrer Karriere zahlreiche Preise für ihre Gestaltungen. Als Fachhochschuldozentin gab sie ihr Wissen und ihre Erfahrung auch an junge Künstler weiter. Heute illustriert sie Kinderbuchserien und Jugendbücher unter anderem von Bestsellerautorinnen wie Kerstin Gier oder Tanya Stewner. Die Illustratorin lebt mit ihrer Familie in Augsburg.

Möhle, Nelly
Nelly Möhle liebte es als Kind, durch den riesigen Garten ihrer Großeltern zu streifen und sich Geschichten auszudenken. Zwischen Rosenranken und geheimnisvollen Tannen ließ sie ihrer Phantasie freien Lauf, und irgendwann begann sie, ihre Geschichten aufzuschreiben. 'Der Zaubergarten' ist Nelly Möhles erste Kinderbuchreihe und landete mit dem ersten Band sofort auf der 'Dein SPIEGEL'-Bestsellerliste. Die Autorin lebt mit ihrer Familie, einem Hund und einer hundertjährigen Schildkröte in Offenburg.

Nelly Möhle
Nelly Möhle liebte es als Kind, durch den riesigen Garten ihrer Großeltern zu streifen und sich Geschichten auszudenken. Zwischen Rosenranken und geheimnisvollen Tannen ließ sie ihrer Phantasie freien Lauf, und irgendwann begann sie, ihre Geschichten aufzuschreiben. 'Der Zaubergarten' ist Nelly Möhles erste Kinderbuchreihe und landete mit dem ersten Band sofort auf der 'Dein SPIEGEL'-Bestsellerliste. Die Autorin lebt mit ihrer Familie, einem Hund und einer hundertjährigen Schildkröte in Offenburg.  
Eva Schöffmann-Davidov
Eva Schöffmann-Davidov, Jahrgang 1973, ist eine der renommiertesten Kinder- und Jugendbuchillustratorinnen Deutschlands. Nach ihrem Studium an der Fachhochschule für Gestaltung in Augsburg machte sie sich in der Kinder- und Jugendliteratur schnell einen Namen und gewann im Lauf ihrer Karriere zahlreiche Preise für ihre Gestaltungen. Als Fachhochschuldozentin gab sie ihr Wissen und ihre Erfahrung auch an junge Künstler weiter. Heute illustriert sie Kinderbuchserien und Jugendbücher unter anderem von Bestsellerautorinnen wie Kerstin Gier oder Tanya Stewner. Die Illustratorin lebt mit ihrer Familie in Augsburg.



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