Mohn | Verfluchtes Seelenbuch | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 260 Seiten

Mohn Verfluchtes Seelenbuch


1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-95959-369-4
Verlag: Machandel Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 260 Seiten

ISBN: 978-3-95959-369-4
Verlag: Machandel Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Eigentlich will Zauberer Usi die Tochter des Pharaos zwingen, ihn zu heiraten. Doch seine Magie versagt und seine Seele ist in denselben Papyrusseiten gefangen wie die der Prinzessin. Mit zunächst Wut, dann Verzweiflung und zum Schluss eiskalter Kalkulation versucht er über Jahrtausende, den Zauber umzukehren. Und stößt dabei an ungeahnte Grenzen: Die Mühlsteine moderner Burokratie und die Emanzipation heutiger Frauen.

Autorin Rika Mohn Ich bin eine inzwischen sechzigjährige Frau, die noch immer viel zu viel Fantasie im Kopf hat. Zum Glück kann ich das Meiste davon aufschreiben. Und mit viel Glück werden meine Geschichten sogar gelesen. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg. Das erste Mal gibt man sein Werk aus der Hand, damit die Betaleser es auf Herz und Nieren, aber vor allem auf Lesbarkeit testen. Bei dem 'Verfluchten Seelenbuch' waren das Erika Schütz, Sascha Raubal (www.Sascha-Raubal.de), Kathrin, Nathalie. Die neuste Version hat mir Rita Janazceck ordentlich durchpflügt. Sie gab dem Buch auch seinen Titel. Nicht zu vergessen meine Verlegerin Charlotte Erpenbeck. Ich danke dir Charlotte, dass du immer an mich glaubst, obwohl wir beide wissen, dass das Buch kein Bestseller wird. An der Stelle möchte ich Ihnen oder dir danken - dem Leser und der Leserin. Ohne euch bin ich nur halb so glücklich. Das eine ist es, seine Geschichten zu schreiben. Das macht Spaß und ich möchte auch nichts anderes mehr tun. Doch das Allerschönste ist für mich: Wenn meine Geschichten und Bücher gelesen werden. Wenn ich jemanden in meine Welten entführen kann und für eine Weile der graue Alltag vergessen ist. Dann habe ich einen guten Job gemacht. Ich freue mich immer, wenn meine Tochter meine Geschichten liest, und die dann auch noch gut findet. Sie ist auch meine schnelle Eingreiftruppe, wenn nötig. Lustig wird es, wenn mein allergrößter Fan es sich nicht nehmen lässt, mich zu den Buchmessen zu begleiten. Danke Coco, du verrücktes, liebenswertes Wesen. Am Ende möchte ich meinem Mann Jürgen - Gönner, Fahrer, Bodyguard und Inspirationsquelle - danken. Ohne dich, mein Schatz, könnte ich meinen Traum nicht leben. Vielleicht hat es der Eine oder andere bemerkt. Rika Mohn ist ein Pseudonym. Damit möchte ich mich von meinen Kindergeschichten ein wenig abgrenzen. Außerdem, wenn man meinen eigentlichen Namen bei Ecosia oder anderen Suchmaschinen eingibt, da ploppen einfach zu viele davon auf. Wer mehr über mich und von mir lesen möchte, da geht es lang: www.federundlektorat.com
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Kapitel 1


Deutschland – heute

Es sollte ein schöner Tag werden. Die Sorte Tag, die Alexa Fischer immer in beste Laune versetzte. Seit dem frühen Morgen arbeitete sie schon in ihrem Blumengeschäft, um die Bestellungen des Tages rechtzeitig fertigzustellen. Sie liebte ihren Beruf. Nicht nur die Arbeit mit den Pflanzen, auch dass sie ihre Kreativität ausleben konnte. Als Erstes kümmerte sie sich heute um eine größere Bestellung, die für eine Hochzeit gedacht war. Sie hatte nur wenig geschlafen, so sehr freute sie sich darauf, ihre Ideen dafür umsetzen zu können. Gegen elf Uhr sollte alles abgeholt werden. Den Anstecker für den Bräutigam und seinen Trauzeugen hatte sie bereits fertig und auch die Handsträuße standen im Wasser. Ein Blick auf die Uhr zeigte ihr, dass sie noch zwei Stunden Zeit hatte.

Die Türglocke ertönte. Alexa schaute durch das großzügige Fenster, das den Arbeitsbereich vom Verkaufsraum trennte. Ein Lächeln erschien auf ihrem Gesicht, als sie ihre beste Freundin entdeckte. Cora war nicht nur ihre Freundin, sondern auch ihre schärfste Kritikerin. Sie hatte das geübte Auge einer Malerin. Wann immer sie eine Disharmonie in Farbe oder Form erkannte, rupfte sie schnell einen Strauß wieder auseinander, den Alexa gebunden hatte. Außerdem war Cora eine zuverlässige Aushilfskraft für den Laden, wenn Alexa Verstärkung benötigte. So wie heute.

„Hi, Lexi!“ Cora legte ihre Tasche ab und gab ihrer Freundin einen Kuss auf die Wange. Dabei roch Alexa das herbe Parfüm, welches sie an ihrer Freundin so mochte.

„Schön, dass du da bist, Cora. Kannst du gleich vorn anfangen und die alten Blumen aussortieren? Und danach brauch ich dich hier, für den Tischschmuck.“

„Klar, mach ich. Wow, die Handsträuße sind toll. Da bin ich auf den Brautstrauß gespannt. Hast du Vorgaben oder freie Hand?“

„Ich habe freie Hand, was die Blumenwahl angeht. Die Farben wurden allerdings festgelegt, Beige und Lila.“

„Oh, da kannst du dich ja so richtig austoben.“

„Ja, stimmt. Schau mal, ich habe eine Zeichnung gemacht. Wie findest du meine Idee?“ Alexa nahm ein Blatt Papier vom Sideboard und gab es ihrer Freundin. Dabei beobachtete sie genau, wie Cora reagierte. Schließlich war sie diejenige von ihnen, die mit ihrer Malerei und Kinderbuchzeichnungen ihr Geld verdiente. Über Coras Gesicht zog ein ehrliches Lächeln, was Alexa innerlich aufatmen ließ.

„Wenn du den Strauß so hinbekommst, hast du dich einmal mehr übertroffen.“

„Vielen Dank. Es hat auch Riesenspaß gemacht, ihn zu zeichnen. Jetzt muss ich den nur noch so gebunden bekommen.“

„Das wirst du, da bin ich sicher. Ich geh nach vorn, damit du weitermachen kannst.“ Kaum war sie im Verkaufsbereich angelangt, blieb sie nicht lange alleine. Die erste Kundin betrat das Geschäft. Die nächsten zwei Stunden vergingen wie im Flug. Cora hatte den Tischschmuck fertiggestellt, während Alexa den Brautstrauß gebunden hatte. Anschließend waren beide vom Resultat ihrer Arbeit begeistert. Alexa war gerade mit den Aufnahmen der Sträuße und des blumigen Zubehörs für ihr Fotobuch fertig, als der Trauzeuge mit der Mutter des Bräutigams den Laden betrat.

Die Begeisterung der beiden über den Brautstrauß war überwältigend, und das Trinkgeld für das gesamte Arrangement fiel entsprechend großzügig aus. Kurzentschlossen lud Alexa ihre Freundin zum Mittagessen ein.

Am Nachmittag war Alexa wieder allein in ihrem Geschäft. Als der Ladenschluss nahte, schaute sie unwillkürlich immer wieder zur Eingangstür. Um diese Zeit betrat meist einer ihrer Stammkunden das Geschäft. Als sie ihn durch die Schaufensterscheibe über die Straße kommen sah, kam sie sofort hinter dem Verkaufstresen hervor und ging ihm ein paar Schritte entgegen.

„Guten Tag, Herr Vogler! Schön, Sie zu sehen.“

„Ihnen auch einen schönen guten Tag, Frau Fischer!“

„Ich habe heute ein paar besonders hübsche Sträuße fertig. Wenn Sie schauen wollen?“

„Ach, Frau Fischer, Ihre Sträuße sind doch immer sehr hübsch, nicht nur heute.“

„Vielen Dank. Ich durfte heute eine Hochzeit ausstatten und habe von den bestellten Sträußen einige Ideen übernommen. Vielleicht gefällt Ihnen etwas davon.“

Alexa ging wieder hinter den Tresen und überließ ihren Kunden sich selbst. Sie wusste, dass er jetzt seine Ruhe haben wollte. Er kam jeden Freitag, fast immer um die gleiche Zeit, und kaufte meistens einen der kleineren Sträuße. Und das bereits seit einigen Wochen. Einmal hatte sie ihn gefragt, für wen er die Blumen kaufte, doch er hatte sie nur traurig mit seinen dunklen Augen angesehen und nicht darauf geantwortet. Sie respektierte sein Schweigen und fragte nicht weiter.

Während sie sich die Bestellungen für den nächsten Tag in ihrem Notizbuch durchlas, beobachtete sie ihren Kunden. Wie immer, wenn er so in Gedanken versunken die Blumen anschaute, hatte sein Gesicht etwas Melancholisches. Zart strichen seine Fingerspitzen über einzelne Blüten, als würde er sie liebkosen. Seine hohe, schlanke Gestalt wirkte in den dunklen Farben, die er trug, noch schmaler.

Viel wusste Alexa nicht über ihren Kunden. Gerade einmal seinen Namen, dass er gut roch und dass er nicht viel sprach. Immer nur das Nötigste und die üblichen Höflichkeitsfloskeln. Irgendwie reizte Alexa gerade das. Sie kommunizierte gern und viel. Eine ihrer Schwächen, das wusste sie. Aber sie konnte nichts dagegen tun. Ihr Verlobter zog sie damit gern auf, wenn sie wieder einmal etwas erzählte und sie dabei seiner Meinung nach das Luftholen vergaß.

Als er sich für einen Strauß entschieden hatte, freute sie sich über seine Wahl. Der Strauß ähnelte denen, die sie als Tischstrauß für die Hochzeit gefertigt hatte. Nur, dass diesem hier die opulente Schleife fehlte und er ein wenig anders gebunden war.

„Ein sehr schöner Strauß. Der ist tatsächlich etwas ganz Besonderes“, lobte Herr Vogler.

„Ich danke Ihnen.“ Alexas Augen strahlten, wie immer, wenn jemand ihre Arbeit würdigte und die Schönheit sah, die in jeder einzelnen Blume steckte. „Darf ich Ihnen den einpacken?“ Sie streckte die Hand aus und bekam den Strauß vorsichtig hineingelegt. Während sie ihn einwickelte, blieb ihrem Kunden Zeit, sich auf ihrem Ladentisch umzuschauen. Behutsam zog er ein abgegriffenes Buch, das Alexa zuvor achtlos beiseite geschoben hatte, unter einem Stapel von Zeitungspapier hervor.

„Ägyptische Kunst – ein Taschenbuch von Rainer und Rose-Marie Hagen“, las er den Titel und die Autoren laut vor. „Sie haben hier Zeit zum Lesen?“

Alexa schaute ihn zuerst erstaunt an und entdeckte dann das Buch in seinen Händen.

„Um Himmels willen, nein!“ Sie lachte laut auf. Dann nahm sie das Buch aus seiner Hand und warf es achtlos hinter sich auf eine Ablage. „Das gehört meiner Freundin, die mir ab und zu im Laden hilft. Keine Ahnung, warum sie das dahin gelegt hat. Ich mag so alte Bücher nicht. Etwas in den Händen zu halten, in das fremde Menschen reingeniest, gehustet oder wer weiß was noch getan haben. Brrrr ... fürchterliche Vorstellung.“

Erst als Alexa die Reaktion im Gesicht ihres Gegenübers erkannte, schwieg sie. Sein Blick war plötzlich abweisend. Ohne ein weiteres Wort bezahlte Herr Vogler den Strauß und verließ grußlos ihr Geschäft.

Betroffen schaute Alexa hinter ihm her. Das hatte sie nicht gewollt. Wieso reagierte er derart? Nur weil sie wegen des ollen Buches etwas gesagt hatte? Vielleicht war er auch so ein Kunstliebhaber wie ihre Freundin?

„Ganz toll, Frau Fischer! Ja, das haben Sie wieder prima hinbekommen“, schimpfte sie mit sich selbst.

Abends zu Hause hatte Alexa den Vorfall noch immer nicht verdaut. Sie hockte in ihrem Sessel, die Knie angezogen, und malträtierte ihre Innenwange mit den Zähnen. Als Stefan sie darauf hinwies und fragte, was los sei, erzählte sie ihm, was vorgefallen war. Ihr Verlobter rügte sie zwar nicht direkt, aber seine Reaktion sprach Bände.

„Liebes, sich hinterher Vorwürfe zu machen, macht es auch nicht wieder gut. Sei das nächste Mal einfach etwas vorsichtiger, wem du etwas sagst.“

„Und was ist, wenn er nicht wiederkommt?“

„Tja, dann hast du wohl einen Kunden weniger.“

„Danke“, brummte Alexa. „Es ist ja nicht so, dass er mir den Wahnsinnsumsatz gebracht hätte. Ich finde ihn einfach nur ... irgendwie interessant. Und ich hätte gern irgendwann erfahren, für wen er jeden Freitag die Blumen kauft.“

„Ah, ja ... du findest ihn also interessant. Das finde ich nun wieder interessant.“

„So meine ich das nicht, und das weißt du.“

„Weiß ich das? Ich denke, mein Schatz, wir haben genug über einen anderen Mann gesprochen. Lass uns stattdessen überlegen, was wir heute Abend noch tun wollen.“ Stefans Stimme war bei seinen letzten Worten etwas tiefer geworden. Über Alexas Körper zog sofort eine wohlige Gänsehaut und ließ sie ihre trüben Gedanken vergessen.

So schnell wie das Wochenende mit Stefan vorbei war, so schnell verflog auch die folgende Woche.

Alexa hatte viel zu tun. Sie genoss es, wenn sie nach Hause kam und Stefan schon vor ihr da war. Dann wartete jedes Mal ein Abendessen auf sie. Stefan kochte für sein Leben gern und nutzte jede Gelegenheit, sie mit seinem Können zu verwöhnen. Als Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma war er jedoch oft an Wochenenden oder abends unterwegs. Sie nannte ihn deshalb oft „meinen Bodyguard“, auch wenn er diesen Begriff nicht gern hörte. Es machte ihr Spaß, ihn damit zu necken. Seine Arbeitszeiten waren die Schattenseite des Berufs. Er musste oft für Tage weg, meist an...



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