Monkberg | DRACHE UND PHÖNIX - Band 3: Goldene Spuren | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 3, 202 Seiten

Reihe: Drache und Phönix

Monkberg DRACHE UND PHÖNIX - Band 3: Goldene Spuren


1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-95520-532-4
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 3, 202 Seiten

Reihe: Drache und Phönix

ISBN: 978-3-95520-532-4
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



'Hört, Signor Stolnik, ohne Umschweife: Noch in der Brandnacht barg eine Gruppe Dominikanermönche aus der heißen, rauchenden Ruine eine kleine Menge goldener Asche. Es braucht Euch nicht zu interessieren, warum Wir sie wiedererlangen wollen. Doch es ist Unser Auftrag, dass Ihr sie Uns beschafft.' Rastlos zieht Jan Stolnik, der Sohn eines Drachen, zu Beginn des 19.Jahrhunderts durch die Welt. In Rom findet er Hinweise auf jene Urne, in der die Asche seiner Geliebten ruht, der Phönixdame La Fiametta. Doch warum hat auch der Vatikan größtes Interesse daran, sie in ihren Besitz zu bringen? Die Spur führt Jan nach Paris und in die engsten Kreise Napoleon Bonapartes. Dessen Geheimpolizisten wittern überall Verschwörungen, und auch Andere sind Jan auf der Spur: Ein geheimnisvoller Mann wie er kann nichts anderes sein als eine Bedrohung, die es zu vernichten gilt. Jan gelingt es, nach Wien zu entkommen - eine Stadt, in der Magie gegenwärtiger ist, als gewöhnliche Sterbliche für möglich halten ... Der dritte Band der historischen Fantasysaga, die Jahrhunderte überspannt und von der unsterblichen Liebe des Drachensohnes Jan Stolnik erzählt: spannend, abenteuerlich, faszinierend. Jetzt als eBook: 'DRACHE UND PHÖNIX: Goldene Spuren' von Angelika Monkberg. dotbooks - der eBook-Verlag. JETZT BILLIGER KAUFEN - überall, wo es gute eBooks gibt!

Angelika Monkberg, geboren 1955, lebt in Franken. Wenn Sie nicht in ihrem Garten arbeitet, zeichnet oder malt sie - und widmet sich dem Schreiben von Kurzgeschichten und Romanen. Bei dotbooks erschien bereits Angelika Monkbergs Roman TORNADO sowie das Fantasy-Epos DRACHE UND PHÖNIX, den es unter diesem Titel als Sammelband gibt sowie in den folgenden Einzelbänden: Erster Roman: Goldene Federn Zweiter Roman: Goldene Kuppeln Dritter Roman: Goldene Spuren Vierter Roman: Goldene Asche Fünfter Roman: Goldene Jagd Sechster Roman: Goldene Lichter Siebter Roman: Goldene Ewigkeit Mehr Informationen über Angelika Monkberg im Internet: Die Website der Autorin: www.angelikamonkberg.de Die Autorin auf Instagram/Threads: https://www.instagram.com/angelika.monkberg/ Die Autorin bei Facebook: www.facebook.com/1AngelikaMonkberg
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Kapitel 1


Bei Assuan am ersten Katarakt; Mittwoch, der 11. November 1795; Sankt-Martinstag; kurz vor Sonnenuntergang und wie immer in der Wüste schlagartig kalt.

In seiner Kindheit hätte man jetzt Laternen angezündet, und er wäre mit den Bediensteten seines Bruders, des Kurfürsten, im Umzug zu Ehren des Heiligen mitgegangen, aber in Ägypten kannte man diesen Brauch nicht. Das fröhliche Geschrei der Jungen, die sich gegenseitig einen aufgeblasenen Ziegenbalg abjagten, war Dorfalltag. Dennoch würgte die Erinnerung an den Festtag und seine Lichter Jan so in der Kehle, dass er um ein Haar in Tränen ausgebrochen wäre. Er vermisste den Kleinen.

Ein Grund mehr, den Staub des Schwarzen Landes am Nil möglichst schnell von seinen Füßen zu schütteln. Er hatte versprochen, dass er niemals Anspruch auf seinen Sohn erheben würde, und dies sogar durch einen Bluteid bekräftigt. Er konnte nicht umkehren, und er durfte es nicht. Sein Versprechen band ihn für sein ganzes Leben, das vielleicht tatsächlich ewig währte. Aber leider saß er vorläufig hier fest. Die Nilschwemme begann jedes Jahr im Frühsommer mit dem Einsetzen des Monsuns in Ostafrika, dessen Regenfluten den Oberlauf des Flusses anschwellen ließen und fruchtbaren Schlamm auf die Felder schwemmten. Ägypten war das Geschenk des Nils. Doch seit der Herbst-Tagundnachtgleiche waren die Fluten stetig zurückgegangen, und jetzt herrschte sogar Niedrigwasser. Alle Schiffer, die er gefragt hatte, nahmen es als Ausrede. Kein Kapitän einer Dau war bereit, ihn, einen Ungläubigen, auf seinem Boot nilabwärts mitzunehmen. Es gab auch keine Karawane.

„Nicht nach Norden Richtung Kairo, Fremder. Es ist Winter.“

Er mochte aber nicht hier in Assuan bleiben und bis zum Frühjahr warten. Das hätte ihn nur noch mehr zum Grübeln gebracht. Dass man sich wegen eines kleinen Jungen, der ihm zuletzt mit der Selbstverständlichkeit eines Prinzen Befehle erteilt hatte, so verlassen fühlen konnte! Doch die Trennung schmerzte mehr, als er sich das nach all den Jahren als Reisemarschall der Kandake von Meroë vorgestellt hätte. Und dabei war er weiß Gott froh, dass er diese Bürde los war.

Er hatte die Königin von Isfahan nach Basra begleitet, und mit einer Handelskarawane durch Rub al-khali, das Leere Viertel, wie die Beduinen die Große Arabische Wüste nannten. Vor Medina hatten sie sich das erste Mal für fast drei Wochen getrennt. Er war Christ, und als solchem waren ihm Mekka und Medina, die beiden heiligsten Städte des Islam, verboten. Er hatte außerhalb des heiligen Bezirks gewartet, während seine Drachenschwester, die Königin, Daoud und der Kleine die Pflichten der Pilger erfüllt hatten. Daoud durfte sich jetzt Hadschi nennen und Amanischacheto ihrem Namen Awa voranstellen. Alle Frauen, die die Pilgerreise gemacht hatten, erhielten diesen Ehrentitel. Sie waren erst an Bord des Schiffs wiedervereint gewesen, das sie über das Rote Meer nach Port Sudan gebracht hatte. Dort hatte er sie, den Kleinen und Daoud schweren Herzen verlassen, wie er es ihr versprochen hatte.

Aber er war ein Mann, der sein Wort hielt, auch ihr gegenüber, seiner Halbschwester, und obwohl ihn mit ihr nichts verband. Abgesehen vom Zufall desselben Vaters, Zelta Pukis, des Goldenen, den er niemals kennengelernt hatte. Er war nur zur Hälfte Mensch, der Sohn einer Königin und eines Drachen, mit Stummelflügeln behaftet, die seinen Rücken bucklig erscheinen ließen. Flugunfähig, an die Erde gekettet, wahrscheinlich bis zum Jüngsten Tag. Prinz, das war er, ohne Titel und Macht, getäuscht von Dschinns, Geistern der Wüste, damit sich jene Prophezeiung erfüllte, die Amanischacheto in Persien einen Sohn von einem Prinzen versprochen hatte. Sie hatte den Kleinen aus Jans Samen empfangen, ohne dass er ihr beigewohnt hätte, verführt von zwei Dschinnis. Diese Geisterwesen hatten dafür gesorgt, dass das, was er in die Illusion ihrer Leiber ergossen hatte, den Weg in den Schoß seiner Schwester gefunden hatte. Auf welche Weise genau, mochte er sich lieber nicht vorstellen. Doch Selbstmitleid brachte ihn nicht weiter.

Er ging auf den Markt und kaufte einem Beduinen einen Esel ab. Der Handel war schlecht, das Tier alt und mager und von seinem bisherigen Herrn nur Schläge gewohnt. Doch Jan rechnete sich aus, dass ein müder, in sein Schicksal ergebener Esel seine Gegenwart eher dulden würde als ein jüngeres, fluchtbereites Exemplar seiner Gattung. Manche Huftiere schlugen nach ihm aus, wenn er sich ihnen das erste Mal näherte, und viele beäugten ihn selbst nach Wochen freundlicher Behandlung immer noch misstrauisch. Sie rochen den Drachen.

Aber der Esel machte Gott sei Dank kaum Schwierigkeiten, nachdem das Tier erst einmal begriffen hatte, dass es nur sein Gepäck tragen sollte, keineswegs ihn selbst. Er hatte vor, auf eigene Faust über Land weiterzureisen. Die Drachengabe würde ihn vor Begegnungen mit Mamelucken und räuberischen Beduinen bewahren, und mit der Einsamkeit wurde er fertig. Sie hatte sogar den Vorteil, dass er nachts keinen Schlaf heucheln musste. Er schlief nie, er konnte es nicht. Wenn er wusste, dass er in den dunklen Stunden zwischen Mitternacht und Morgen ungestört blieb, las er, betrachtete die Sterne oder lauschte einfach der Stille. Er freute sich auch darauf, in nächster Zeit mit den Flammen eines Lagerfeuers spielen zu können, ohne erstaunte Blicke befürchten zu müssen. Es war Winter in Ägypten und erstaunlich kalt, er hätte auch tagsüber reisen können und einen heraufziehenden Sandsturm sogar schneller gesehen. Aber Wüstennächte waren ihm seit Persien vertraut, ein Sturm war auch nicht zu erwarten, und er brach sofort auf. Doch er bereute seinen Entschluss schon nach vier Stunden, im nächsten Dorf.

Von Assuan bis nach Alexandria waren es 246 Wegstunden oder 48 Tagesmärsche, aber von solcher Schnelligkeit auch nur zu träumen, das verhinderte die Neugier des Scheichs, der über diese Ansammlung elender Hütten herrschte. Jan wollte nur Wasser und Futter für den Esel, vielleicht auch für sich selbst eine Mahlzeit am nächsten Morgen. Aber den alten Mann, seinen Gastgeber, plagte die Schlaflosigkeit der Greise, und er wollte alles haarklein erzählt wissen. Wo er denn herkäme, wer er sei, wo er gewesen sei und wo er hin wolle? Das Verhör drohte sich bis zum Morgengrauen zu ziehen, und weder das Affidavit der Kandake noch die Geschenke, die er anbot – Seife und zehn Piaster –, stellten den zahnlosen Alten zufrieden.

Der Scheich hält den Fremden für einen Spion, er weiß nur noch nicht, wie er herausfinden kann, wer dessen Auftraggeber ist. Die Franzosen? Allah helfe uns, der Bucklige sieht gefährlich aus. Diese hellen Augen … Er ist doch hoffentlich kein Dschinn? Der Alte überlegte fieberhaft, wie er ihn loswerden konnte. Undenkbar, es ist gegen jede Sitte, ihm einen Platz am Feuer zu verweigern. Die Gastfreundschaft ist heilig. Obwohl es für uns das Beste ist, wenn sich der Fremde mit den hellen Augen zum Teufel schert, und zwar gleich.

Endlich kam dem Scheich eine glänzende Idee. „Effendi, wir sind arme Leute. Du verstehst, dass wir dich um ein kleines Bakschisch bitten müssen, dafür, dass wir deinen Esel füttern und tränken. Nur um deinen guten Willen zu zeigen, sagen wir fünfhundert Piaster?“

Da war es, das Schlupfloch. Der Scheich warf ihm einen schnellen Blick zu, wie er wohl reagieren würde.

Jan blies kunstvoll die Backen auf. „Fünfhundert Piaster! Ja, seid Ihr denn von allen guten Geistern verlassen? Woher soll ich armer Reisender eine solche Summe nehmen? Nein, mein Freund! Wenn du einen Eimer Wasser und ein kleines Bündel Hirsestroh derart hoch ansetzt, bleibt mir nichts übrig, als auf der Stelle weiterzuziehen. Gott befohlen! Er schütze mich vor Räubern, wie du einer bist!“

Er konnte sich den letzten Satz nicht verkneifen, aber sie spielten natürlich beide Theater. Der Alte brach nun fast in Tränen aus, entschuldigte sich tausendfach und wünschte ihm heuchlerisch gute Reise, und so, bei Gott, wäre das doch nicht gemeint gewesen. Sie wären eben sehr arm.

„Schon gut! Hier hast du fünf Piaster zu den zehn, die ich dir bereits schenkte. Gib mir das Bündel Stroh, und du bist mich los!“ Jan schnalzte mit der Zunge Richtung Esel, dass der sich in Bewegung setzte, wünschte dem Dorf gute Nacht, und jeder wahrte sein Gesicht.

Doch schon am nächsten Abend wiederholte sich die Geschichte. Nur, dass sie dort, zwei Dörfer weiter, auf Verhandlungen gleich verzichteten und wüst durcheinanderschreiend mit Fäusten und Stöcken auf ihn losgingen.

Ein Fremder, er wird sie an die Beduinen verraten, die sie schon einmal überfallen haben. Sie müssen ihn fesseln und dem Aga senden. Der kommt aus dem Süden, der ist unser Feind!

Finger krallten sich in sein Hemd und seine Flügel. Er fuhr herum, aufs Äußerste gereizt, und spuckte dem Angreifer Feuer ins Gesicht. Der ganze Haufen fuhr entsetzt zurück und rannte davon, plötzlich stand er allein am Dorfrand, nicht wenig beschämt, dass er dem Fellachen den Bart angesengt hatte, und natürlich ohne Quartier.

Nicht dass er sich viel daraus machte. Er konnte ohne Probleme weitermarschieren. Aber sein Esel war durstig und müde. Er trieb das schlechtgelaunte Tier sanft bis außer Sichtweite des Dorfs, suchte sich eine geschützte Ecke zwischen einigen Felsen und gönnte ihnen beiden eine ausgedehnte Ruhepause. Der Esel senkte den Kopf in den Futtersack und fraß mit der gleichen erstaunten Freude über die reichliche Mahlzeit wie schon gestern, und Jan goss Wasser in seine Essschale, gab gemahlene Hirse dazu und...



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