Monkberg | DRACHE UND PHÖNIX - Band 4: Goldene Asche | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 4, 152 Seiten

Reihe: Drache und Phönix

Monkberg DRACHE UND PHÖNIX - Band 4: Goldene Asche


1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-95520-427-3
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 4, 152 Seiten

Reihe: Drache und Phönix

ISBN: 978-3-95520-427-3
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



'War es nicht immer Euer Wunsch, dass die Urne, die die Kaiserin von Napoleon geschenkt bekam, an eine würdige Person weitergegeben wird?' - Jan sagte nichts, denn der Schlag kam zu plötzlich. Er hörte der Duchesse einfach weiter zu. - 'Ihre Majestät hat eine Nachfolgerin gefunden, die die goldene Asche hüten wird. Wollt Ihr wissen, wo sie sich befindet?' Frankreich, Ende des 19. Jahrhunderts. Jan Stolnik, der Drache in Menschengestalt, führt das Leben eines Adligen - doch wann immer er die Gelegenheit dazu findet, mischt er sich unerkannt unter die einfachen Arbeiter. Die Hitze der Schmelzöfen lässt ihn für kurze Zeit die unstillbare Sehnsucht nach seiner großen Liebe vergessen, der Phönixdame La Fiametta, deren goldene Asche er immer noch nicht in seinen Besitz bringen konnte. Doch auch andere suchen nach der magischen Urne. Jan macht die Bekanntschaft eines Geheimordens, der Sonnenkreuzler, die von einer mysteriösen verschleierten Dame gelenkt werden. Handelt es sich bei ihr um eine britische Lady, Nachfahrin eines alten Feengeschlechts - oder etwas ganz anderes? Der vierte Band der historischen Fantasysaga, die Jahrhunderte überspannt und von der unsterblichen Liebe des Drachensohnes Jan Stolnik erzählt: spannend, abenteuerlich, faszinierend. Jetzt im eBook: 'DRACHE UND PHÖNIX - Vierter Roman: Goldene Asche' von Angelika Monkberg. JETZT BILLIGER KAUFEN - überall, wo es gute eBooks gibt!

Angelika Monkberg, geboren 1955, lebt in Franken. Wenn Sie nicht in ihrem Garten arbeitet, zeichnet oder malt sie - und widmet sich dem Schreiben von Kurzgeschichten und Romanen. Bei dotbooks erschien bereits Angelika Monkbergs Roman TORNADO sowie das Fantasy-Epos DRACHE UND PHÖNIX, den es unter diesem Titel als Sammelband gibt sowie in den folgenden Einzelbänden: Erster Roman: Goldene Federn Zweiter Roman: Goldene Kuppeln Dritter Roman: Goldene Spuren Vierter Roman: Goldene Asche Fünfter Roman: Goldene Jagd Sechster Roman: Goldene Lichter Siebter Roman: Goldene Ewigkeit Mehr Informationen über Angelika Monkberg im Internet: Die Website der Autorin: www.angelikamonkberg.de Die Autorin auf Instagram/Threads: https://www.instagram.com/angelika.monkberg/ Die Autorin bei Facebook: www.facebook.com/1AngelikaMonkberg
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Kapitel 1


Der Mann erhob sich mit einer eleganten Bewegung und legte die Serviette sorgfältig auf dem Tisch vor sich ab. Er bedachte Nina mit einem entschuldigenden Lächeln, dann straffte er die Schultern und drehte sich um. Sein Gang verriet, dass er wusste, dass sie ihn beobachtete, und Nina wusste, dass er es wusste …

Sie betrachtete ihn, wie er an der Längsseite der Bar entlangschlenderte und die Finger fast zärtlich über die schwarze Glasplatte gleiten ließ. Der Anzug aus tintenblauer Baumwolle saß perfekt und betonte seine schmale Gestalt, die Hose war genau um die paar Millimeter zu kurz geschneidert, um die pinkfarbenen Strümpfe darunter aufblitzen zu lassen. Jetzt blieb er bei dem auffallend attraktiven Barmann stehen und strich sich dabei durch die fast schulterlangen dunkelblonden Haare.

Nina musste unwillkürlich schmunzeln. Ihr Chef war ein Pfau, wie er im Buche stand, aber er lebte seinen Spleen auf eine so natürliche Art, dass er in jeder Gesellschaft schnell zum beliebten Mittelpunkt wurde.

Nun sah er zu ihr herüber, nickte ihr zu, und Nina nickte zurück. Sie nippte an ihrem Wein, dann blickte sie auf ihre Hände; ungeduldig trommelte sie mit den Fingernägeln auf den Tisch. Hoffentlich ließ er sie nicht so lange hier sitzen. Nina atmete tief ein. Ihre alte Unsicherheit kam wieder hoch, sie mochte es einfach nicht, so allein in einem Lokal zu sitzen. Ihr Blick folgte Fabrizios Bewegungen. Er stand immer noch an der Bar. Seine Hand mit dem schweren Siegelring lag jetzt auf der des Barkeepers, und dieser machte keine Anstalten, sie zurückzuziehen.

Nina versuchte, diesen Augenblick der Intimität zwischen den beiden Männern zu ignorieren, aber es gelang ihr nicht. Sie trank noch einen Schluck von dem Primitivo und überlegte, wann sie sich zum ersten Mal begegnet waren. Es war am Morgen ihres ersten Arbeitstages gewesen. Fabrizio hatte sie an der Haupttreppe des Palazzo Borghese in Empfang genommen und ihr freundlich erklärt, dass er nun ihr Vorgesetzter sei. Der alte Kurator – nun ja. Die Gesundheit. Dann hatte er sie freundschaftlich am Arm gefasst und durch die Ausstellung geschleift – anders ließ sich sein Tempo kaum beschreiben – und ihr sein Heim gezeigt, wie er es nannte: erst die Gemälde im ersten Stock, dann die Skulpturen im Parterre. Nina kannte alle Exponate, hätte zu jedem Stück aus dem Stand ein Referat halten können, doch das schien ihn nicht zu interessieren. Stattdessen redete er die ganze Zeit wie ein Wasserfall, fragte, kommentierte, fragte erneut. Sie begriff schnell, dass er ihr seine Sicht der Dinge verständlich machen wollte, und ließ ihn erzählen. Fabrizio sprach sehr gut Deutsch, aber wenn er nicht schnell genug das passende Wort fand, wechselte er mitten im Satz in seine Muttersprache. Er war ihr auf Anhieb sympathisch, und die aufmerksame Art, wie er zuhörte, und die Art, wie er sie dabei ansah, ließ ihr einen wohligen Schauer nach dem anderen über den Rücken laufen.

Nina seufzte und drehte ihr Weinglas in der Hand. Das hatte nichts zu bedeuten. Mit diesem Blick bedachte er jeden und jede, wie sie nach zwei Wochen Zusammenarbeit wusste, und genau das war auch sein Mittel zum Erfolg: Fabrizio konnte jedem Menschen das Gefühl vermitteln, er sei der Nabel der Welt für ihn.

Nina betrachtete die beiden Männer an der Bar immer noch. Jetzt war es der graumelierte Beau hinter dem Tresen, der die Hand auf die ihres Chefs legte. Nina bemerkte, dass der Barmann ebenfalls einen auffälligen Ring trug – vielleicht war es sogar der gleiche? Die beiden waren ein Paar, wie es aussah, doch das schien hier niemanden zu interessieren.

Nina spielte weiter mit dem Stiel des Weinglases und wusste nicht so recht, was sie nun machen sollte. Fabrizio wollte eigentlich nur kurz den Mann an der Bar begrüßen, wie er gesagt hatte, doch das Ganze schien länger zu dauern. Sie strich sich eine lange braune Haarsträhne hinter das Ohr und sah auf die Uhr. Es war schon nach elf. Seit sie in Rom war, hatte sie nur gearbeitet, von kleinen Spaziergängen durch die Parkanlagen der Villa Borghese einmal abgesehen. Am liebsten hätte sie diesen Abend zu Hause verbracht – sie hatte es noch nicht einmal geschafft, ihrer Zimmerwirtin einen offiziellen Antrittsbesuch abzustatten – und war der Bitte Fabrizios, mit ihm noch eine Kleinigkeit essen zu gehen, nur widerstrebend gefolgt. Aber sie wollte ihn nicht vor den Kopf stoßen, und so waren sie hier in der Trattoria da Enzo gelandet. Wie sich schnell herausstellte, war es das Lieblingsrestaurant des Kurators, und nun wusste Nina auch, warum. Es waren nicht nur die selbstgemachten Linguine con panna, so viel stand fest.

Nina ließ den Blick durch den Raum schweifen, genoss die trubelige Heiterkeit, die hier herrschte. Sie schloss die Augen, hörte auf das Stimmengesurre. Einen Moment lang hatte sie das Gefühl, als wäre sie wieder in Berlin. Dort gab es ein Lokal, das diesem hier sehr ähnlich war. Wenn man hineinkam, rechts die lange Bar, links die dicht an dicht gestellten Tische, Lärm und Kellnergeschrei und an der Tür der charismatische Padrone, der jeden Gast mit Handschlag begrüßte.

Berlin – bis vor kurzem hatte sie dort gelebt und gearbeitet, erst in Mitte, dann in Charlottenburg, wohin die Galerieszene gerade umsiedelte. Wie weit weg das alles war. Sie sah zu Fabrizio hinüber, doch der hatte nur Augen für seinen schönen Freund. Als sie die beiden so betrachtete, wurde ihr bewusst, dass sie sich einsam fühlte. Wieder trommelte sie mit den Nägeln auf den Tisch. Ihre Anspannung wuchs. Außer Fabrizio kannte sie niemanden in Rom, und wenn sie nicht endlich anfing, die Stadt zu erkunden, würde das wohl auch so bleiben … Wie dem auch sei, es war Zeit, zu gehen. Nina nahm ihre Tasche auf den Schoß und suchte nach dem Portemonnaie.

„Nina.“

Erstaunt hob sie den Kopf. Sie hatte Fabrizio nicht kommen sehen.

„Nina, entschuldige. Es war unhöflich, dich hier so sitzen zu lassen, aber du siehst ja – amore.“ Er schaute sie aus großen braunen Augen an. „Markus hat gleich Feierabend, dann kommt er zu uns an den Tisch.“

Nina lächelte und fischte ihre Geldbörse aus der Umhängetasche. Dann stand sie auf und winkte dem Kellner.

„Das ist eine schöne Idee, Fabrizio, aber ich bin hundemüde. Vielleicht darf ich deinen Freund ein anderes Mal kennenlernen?“ Sie sah ihn geradeheraus an und bemerkte die Enttäuschung in seinem Gesicht. Instinktiv berührte sie ihn am Arm.

„Bitte nicht sauer sein, aber ich muss wirklich in die Kiste.“

Der Kellner, der inzwischen an den Tisch getreten war, hielt ihr den Bon hin. Fabrizio kam ihr zuvor und nahm ihn an sich.

„Versprochen? Ein anderes Mal?“

Auf einmal sah er ganz jungenhaft und verletzlich aus. Nina nickte und griff nach ihrem lavendelfarbenen Paschminaschal, dann wandte sie sich zur Tür.

„Nimm dir ein Taxi, es wird gleich regnen“, hörte sie ihn noch rufen, dann war sie auch schon draußen.

***

„So ein elender Mist.“

Völlig durchnässt stand Nina im Foyer des Hotels, in das sie sich geflüchtet hatte. Der Platzregen hatte sie nur wenige Meter vom Restaurant entfernt erwischt.

Suchend blickte sie sich um. Irgendwo mussten hier doch die Toiletten sein … Sie hatte schon viel von der mondänen Villa Medici gehört, aber es wäre ihr nicht im Traum eingefallen, dass ihr erster Besuch in dem weltbekannten Luxushotel an der Spanischen Treppe mit so viel Peinlichkeit verbunden sein könnte. Zum Glück waren nicht allzu viele Gäste da, was wohl auch der Uhrzeit geschuldet war, trotzdem fühlte sich Nina wie auf dem Präsentierteller. Sie brauchte dringend einen Waschraum, wo sie sich …

„Oh nein.“ Nina hatte zwar kein Schild entdeckt, dafür aber ihr Spiegelbild: Das violette Kleid mit dem weiten Rock klebte am Körper, schwarze Rinnsale aus Wimperntusche krochen über die Wangen, und der schöne Schal war völlig ruiniert. Sie sah aus wie eine Vogelscheuche. Wütend stampfte sie mit dem Fuß auf. Als sie ein dumpfes Knack hörte, wusste sie, dass ihr gerade der linke Absatz abgebrochen war. Vorsichtig stieg sie aus den nachtblauen Slingpumps. Sie war sich sicher, nein, sie spürte, dass die Gäste sie neugierig musterten. Na wenn schon.

„Verdammte Scheiße, shit shit shit!“ Sie stampfte noch einmal auf.

„Davon wird der Schuh auch nicht wieder heil, wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf.“

Dass der Fremde sie gerade auf Deutsch angesprochen hatte, ließ sie aufmerken. Nina blickte hoch. Sie war den Tränen nah.

„Meine Lieblingspumps“, sagte sie leise. „Donna Karan. Aus New York.“

„Hm.“ Der Mann vor ihr sah sie prüfend an. „Ist denn sonst alles intakt?“

Nina strich sich durch die nassen Haare und warf trotzig den Kopf in den Nacken.

„Abgesehen davon, dass ich mir mein einziges schickes Paar Schuhe ruiniert habe und mir die Mascara in die Mundwinkel läuft – ja.“

„Ist doch mal was anderes, oder?“ Er lächelte ihr aufmunternd zu. Als Nina nichts darauf antwortete, setzte er schnell hinzu:

„Ich weiß was: Ich organisiere Ihnen jetzt einen Föhn, und Sie machen mir die Freude und leisten mir bei einem Drink an der Bar Gesellschaft – wenn alles wieder in Ordnung ist. Na?“

Nina betrachtete den Fremden. Seiner Kleidung nach zu urteilen, war er Geschäftsmann. Grauer Anzug, weißes Hemd, hellblaue Krawatte. Die Haare mittelblond und kurz. Irgendwie sehr ordentlich, sehr verbindlich – und sehr...



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