Monkberg | Tornado | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 105 Seiten

Monkberg Tornado

Roman
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-95824-196-1
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman

E-Book, Deutsch, 105 Seiten

ISBN: 978-3-95824-196-1
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Düster, magisch, actionreich: der Fantasy-Roman 'Tornado' von Angelika Monkberg jetzt als eBook bei dotbooks. Es kam aus dem Nichts wie eine Gewitterfront - doch dann zeigte sich die Macht des Dämonensturms mit grausamer Härte. Zehn Jahre sind seit 'Tag X' vergangen. Die Stadt ist vom Rest der Welt abgeschnitten, und noch immer verschwinden jeden Tag Menschen spurlos. Lisa gehört zu einem Räumungsteam, das die Wohnungen der Opfer rituell reinigt und versiegelt ... bis sie selbst entführt wird: Gerade noch steht die junge Frau in ihrer Küche, im nächsten Moment findet sie sich in einer albtraumhaften Welt voll dunkler Magie und brutaler Gewalt wieder. Der Tod scheint der einzige Ausweg. Aber Lisa ist nicht bereit, aufzugeben! Jetzt als eBook kaufen und genießen: der Fantasy-Roman 'Tornado' von Angelika Monkberg. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Angelika Monkberg, geboren 1955, lebt in Franken. Wenn Sie nicht in ihrem Garten arbeitet, zeichnet oder malt sie - und widmet sich dem Schreiben von Kurzgeschichten und Romanen. Bei dotbooks erschien bereits Angelika Monkbergs Roman TORNADO sowie das Fantasy-Epos DRACHE UND PHÖNIX, den es unter diesem Titel als Sammelband gibt sowie in den folgenden Einzelbänden: Erster Roman: Goldene Federn Zweiter Roman: Goldene Kuppeln Dritter Roman: Goldene Spuren Vierter Roman: Goldene Asche Fünfter Roman: Goldene Jagd Sechster Roman: Goldene Lichter Siebter Roman: Goldene Ewigkeit Mehr Informationen über Angelika Monkberg im Internet: Die Website der Autorin: www.angelikamonkberg.de Die Autorin auf Instagram/Threads: https://www.instagram.com/angelika.monkberg/ Die Autorin bei Facebook: www.facebook.com/1AngelikaMonkberg
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Kapitel 2


Informationen für die Bevölkerung / Verhalten bei einem Dämonenüberfall: Versuchen Sie, locker zu bleiben. Gegenwehr ist sinnlos. Wenn es Ihnen noch möglich ist, greifen Sie nach einem Becher und einem Messer. Da nichts über die Welt jenseits des Tornados bekannt ist, kann beides Ihr Überleben bedeuten.

Die Magiewelle traf sie am Herd. Sie fuhr gerade mit dem Spatel unter die Bratkartoffeln, als sich die Küchenzeile zum Tunnel dehnte. Ein Strudel erfasste sie und wirbelte sie klingelnd und scheppernd wie ein verrostetes Kinderkarussell im Kreis. Es fing an, grauenhaft nach Jauche zu stinken, Verwesung, verbranntem Fleisch, wonach genau, wollte sie sich lieber nicht vorstellen. Gehässig lachende Schemen umflogen sie, doch bevor sie noch schreien, betteln, was immer tun konnte, ließ die rasende Fahrt schon wieder nach. Etwas griff mit bösartigem Knirschen nach ihr, und die Welt kam zum Stillstand, als hätte jemand dem irrwitzigen Heulen und Toben mit aller Gewalt den Hebel umgelegt.

Die bunten Schlieren vor Lisas Augen zerflossen.

Sie fand sich auf weichem Waldboden wieder, unter rauschenden Bäumen, und jetzt roch es nur noch nach Moder – und nach Speck, Zwiebeln und Majoran. Ihr Blick fiel auf die Pfanne, die sie fest mit der linken Hand umklammert hielt. Die Bratkartoffeln brutzelten immer noch. Nur dass sie damit jetzt in einer mondhellen Wildnis stand.

Der Schock war so stark, das keine Panik aufkam. Sehr langsam sickerte ihr ins Bewusstsein, was passiert war. Natürlich wusste sie, dass es keinen Schutz gegen einen Dämonenüberfall gab. Die schwarzen Tornadorüssel saugten wahllos Alte und Junge ein, Männer wie Frauen, einzig Kinder und Jugendliche blieben meist verschont. Aber aus irgendeinem verqueren Grund hatte sie geglaubt, durch ihre Arbeit für die Gilde dagegen gefeit zu sein.

Nein, Schatz!

Sie zuckte unter dem Kichern in ihrem Kopf zusammen. Lisa warf den Baumstämmen, die vor ihr knarrend gegeneinanderrieben, einen finsteren Blick zu. Der Wald sah zumindest auf den ersten Blick nicht wie die Hölle aus, aber ihr war trotzdem speiübel. Am liebsten hätte sie die Bratkartoffeln in die Rauschbeerensträucher zu ihren Füßen gekippt. Sie tat es dann doch nicht, vor allem, weil die Dämonen in ihrem Kopf jetzt erst richtig loslachten.

Du weißt, was nun geschieht?

Sie nickte unwillkürlich. Die Nachbarschaftsüberwachung funktionierte mittlerweile perfekt. In jedem Mietblock gab es Hausmeister, die genau Buch führten, wer morgens seine Wohnung verließ und wann er abends wieder zurückkehrte (und mit wem). Natürlich gab es immer noch Leute, die sich über diese Verletzung ihrer Privatsphäre aufregten, doch die Journale der Hausmeister stellten sicher, dass ein Räumungsteam nachsah, wenn sich ein Mieter drei Tage lang nicht mehr im Flur hatte blicken lassen – wenn es brannte, natürlich noch viel früher. In ihrem speziellen Fall würde Mike ihre Wohnung wahrscheinlich schon morgen früh aufbrechen. Lisa kamen die Tränen.

Jetzt war sie auch eine Ziffer in der Statistik, aber wenigstens hinterließ sie nichts und niemanden, der sich wegen ihres Verschwindens grämen würde. Ihr Vater hatte sich noch vor ihrem sechsten Geburtstag aus dem Staub gemacht, lange vor dem Dämonensturm, und ihre Mutter war jetzt auch schon über ein Jahr tot. Um Mike tat es ihr ein bisschen leid, er war doch ein ganz netter Kerl gewesen. Aber er und seine Ochsen würden sich schnell an eine neue Sucherin gewöhnen. Dafür durfte sich Kjell gern schwarzärgern, weil er sie nun doch nicht mehr in sein Bett bekam. Umgekehrt brauchte sie jetzt aber auch nicht mehr über ihn nachzudenken, denn dieses Kapitel ihres Lebens war passé. Sie betrachtete ihre Umgebung mit sinkendem Mut. Sie glaubte nicht, dass ihr der Überfall erspart geblieben wäre, wenn sie sich auf ihn eingelassen hätte. Okay, er hatte ihr gedroht, aber das hieß nicht, dass er die Macht besaß, einen Dämonenrüssel auf sie zu hetzen. Sie wusste nur eines jetzt endgültig mit Sicherheit: Sie hielt ihre Henkersmahlzeit in der Hand. Der magische Sturm wehte immer nur in eine Richtung. Es gab kein Zurück.

Guten Appetit.

Das Lachen in ihrem Kopf schwoll an, doch der dumpfe Druckschmerz um ihre Stirn war verschwunden. Sie konnte wieder klar denken, sehr klar sogar. Lisa musterte die mit Moos und allerhand kleinem Gebüsch bewachsenen Felsen aufmerksam, die sich überall zwischen den Bäumen erhoben. Sie sahen fast wie eine zerstörte Stadt aus, und der Anblick ging ihr ordentlich an die Nieren. So ungefähr stellte sie sich die Zukunft Münchens vor, wenn der Plan der Magier nicht aufging. Die Großmeister der Gilde trafen seit Jahren Vorbereitungen zu einem großangelegten Befreiungsschlag. Mike, der es von Kjell wusste, hatte von einem Superzirkel gesprochen, einem Mandala von großer Kraft, das den Dämonentornado mit einem einzigen Ausbruch von Magie aus dem Sonnensystem katapultieren sollte.

Vergiss es, flüsterten die Dämonen in ihrem Kopf.

Sie schob die Stimmen ärgerlich von sich und merkte überrascht, wie sie immer leiser wurden. He, was fällt dir eiii… Sie schienen tatsächlich gebannt, sie hörte kein Gekicher mehr in ihrem Kopf. Doch mit dem Wald funktionierte der Trick leider nicht. Die Bäume verschwanden in keiner Weise. Lisa hielt die Luft an und kniff die Augen zusammen, doch sie stand auch danach zwischen knöchelhohem Gestrüpp, und es blieb weiter Nacht. Eine schöne Vollmondnacht, deren Helligkeit ihr vorgaukelte, dass sie in den Ruinen des Bahnhofsviertels von München stand. In der ganzen Stadt wuchsen aber nicht so viele Bäume, und der Boden bestand dort auch nicht aus Kompost. Trotzdem fand sie die Ähnlichkeit unheimlich.

Ihr graute ein wenig davor, dass sich die Illusion zu ihren Ungunsten auflösen und sie ins Nichts fallen könnte, wenn sie sich vom Fleck bewegte. Immerhin sahen die Bäume und die Felsen tröstlich echt aus, so wie sie, ein Stadtkind, sich Wildnis eben vorstellte. Doch sie wollte hier nicht festwachsen, und nach einer Weile fasste sie sich ein Herz und stieg durch die Rauschbeerensträucher vorsichtig auf den nächsten Felsenturm zu. Im Mondlicht lag an seinem Fuß – genauer gesagt am Fuß der Schutthalde, die den Felsenturm umgab – eine Art Tisch aus Stein. Er fühlte sich rauh an, und wenn sie darauf klopfte, klang es wie Beton. Sie blickte skeptisch zum Gipfel des Felsenturms. Ganz oben schien es ziemlich flach zu sein; wenn es ihr gelang, dort hinaufzusteigen, bekam sie sicher einen guten Überblick. Sie konnte von dort aus vielleicht feststellen, was hier die aussichtsreichste Richtung war. Oder sie konnte sich auch gleich in den Tod stürzen.

Probiere es doch aus, Schatz!

Sie sagte unwillkürlich laut: »Nein!« Wer sagte denn, dass sie sofort tot war. Vielleicht würde sie noch tagelang hilflos im Wald liegen und unter Schmerzen dahinsiechen. Wenn ihr niemand half, würde sie irgendwann verdursten, klar. Aber das war nicht das Ende, das ihr vorschwebte. Überhaupt, sie war noch viel zu jung zum Sterben!

Das ist die richtige Einstellung, Schatz!

Sie verpasste der spöttischen Stimme in ihrem Kopf, der Stimme einer einzelnen Frau, wie sie jetzt glaubte, in Gedanken einen Fußtritt. Das half. Stille kehrte in ihrem Kopf ein, und sie setzte mit einem Seufzen die Bratpfanne auf dem Tischfelsen ab. Die Oberfläche des Steins war warm, körperwarm, mitten in der Nacht. Lisa wusste nicht, was sie davon halten sollte. Sie hatte den Eindruck, dass sie hier mutterseelenallein war, gleichzeitig fühlte sie sich beobachtet. Die Stimme war fort, aber es war jemand in ihrer Nähe. Sie glaubte, ihn oder es sogar atmen zu hören. Der Wind trieb eine schwache animalische Ausdünstung her. Ihr Herz fing an zu hämmern. Was, wenn auf dem Stein am Fuß des Felsenturms bis vor kurzem ein großes, hungriges Tier gesessen hatte? Das jetzt irgendwo im nächtlichen Schatten des Waldes auf sein Abendessen lauerte? Auf sie?

Sie stand stocksteif vor Schreck, doch es tat sich nichts, und nach einer Weile siegte ihre Neugier. Sie blickte sich noch einmal um, und dieses Mal gründlich. Die Nacht war hell, viel zu hell, sogar für den Vollmond, der über den Baumwipfeln stand. Dazu leuchteten auch noch Millionen Sterne am Himmel, das ganze Firmament schimmerte von ihnen.

»Hübsch, nicht?«, sagte eine freundliche Männerstimme hinter ihr.

Sie fuhr erschrocken herum, die Pfanne zur Abwehr in der Hand, und erlebte mit Genugtuung, dass auch der Sprecher einen Satz rückwärts machte.

»Ach du Scheiße! Frieden, bitte! Mann, hast du mich erschreckt!« Er stand im Schatten der Felsen, aber Lisa hatte die nächste Überraschung dieser Nacht schon verdaut. Er war nackt, vollkommen nackt. Sehr hübsch gewachsen, alle Muskeln wunderbar definiert – und überhaupt nicht an ihr interessiert. Er reckte schnüffelnd das Kinn vor. »Kriege ich was davon ab?«

Sie hielt ihm spontan die Bratkartoffeln hin. Falls er ein Dämon war, dann ein freundlicher. Auf jeden Fall trug er keine Hörner, und er war leider, oder zum Glück, auch nicht sehr behaart. Ganz normal eigentlich, die zerzausten Locken auf dem Kopf und der kurze Bart gefielen ihr. Das Haar unterhalb seines Nabels war eine Schattierung dunkler als das auf Armen und Beinen, und es verbarg nichts, wirklich nichts. Er war gut ausgestattet. Lisa hob mit Anstrengung den Blick.

Er hüstelte. »Ich müsste aber mit den Fingern essen.«

Er zeigte ihr seine Hände. Die Innenflächen waren sauber, die Nägel allerdings...



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