Monroe | Die Nanny und der sizilianische Millionär | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Monroe Die Nanny und der sizilianische Millionär


1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7515-2168-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7515-2168-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Eine viertel Million für die Nanny? So verrückt kann auch nur Audreys Firmenchef Vincenzo sein. Da das Studium ihres Bruders viel Geld verschlingt und ihr Boss sie nicht persönlich kennt, bewirbt sie sich. Was sie nicht weiß: Er will auch ihre Liebe kaufen ...



Die preisgekrönte Bestsellerautorin Lucy Monroe lebt mit unzähligen Haustieren und Kindern (ihren eigenen, denen der Nachbarn und denen ihrer Schwester) an der wundervollen Pazifikküste Nordamerikas. Inspiration für ihre Geschichten bekommt sie von überall, da sie gerne Menschen beobachtet. Das führte sogar so weit, dass sie ihren späteren Ehemann bei ihrem ersten Treffen auf einer Tanzveranstaltung so aus der Fassung brachte, dass er glaubte, sie sei an ihm nicht interessiert, da sie ständig die anderen Paare beobachtete, anstatt ihm ihre volle Aufmerksamkeit zu schenken. Was für ein Irrtum! Natürlich war sie interessiert. Sie glaubt, dass es keine stärkere Kraft als die Liebe gibt, mit deren Hilfe man auch tiefen Schmerz überwinden und trotz der harten Herausforderung des Lebens sein Glück finden kann. Liebesromane können ihrer Meinung nach die intensiven Gefühle der Liebe freisetzen. Für sie sind leidenschaftliche und sinnliche Liebesromane ein wunderschöner Ausdruck für die Wahrhaftigkeit der Liebe, verpackt in einer fantasievollen Geschichte, die man als Leser auf dem Sofa genießen kann. Wenn sie nicht schreibt, liest Lucy gerne - welche Überraschung. Sie kennt sich nicht mit aktuellen TV-Shows aus, mag aber romantische und abenteuerliche Filme und geht gern ins Theater. Die Familie ist für sie das Größte. Seit ihrer ersten Veröffentlichung bei Harlequin im Jahr 2002 wurden mehr als 30 ihrer Bücher herausgebracht, und sie hat nicht vor, ihr Arbeitspensum in der Zukunft zu drosseln.

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1. KAPITEL

Sechs Jahre später

„Sie wollen, dass ich Ihnen eine Frau suche? Das ist nicht Ihr Ernst!“

Vincenzo Angilu Tomasi wartete darauf, dass seine Sekretärin den Mund wieder schloss. Gloria, die fünfzehn Jahre älter war als er, arbeitete für ihn, seitdem er vor mehr als zehn Jahren die New Yorker Filiale der Tomasi-Handelsbank übernommen hatte. Doch so aufmüpfig hatte er sie noch nie erlebt.

Als sie ihrem empörten Ausruf nichts hinzufügte, korrigierte Enzu sich: „Ich will, dass diese Kinder eine Mama haben.“

Auch wenn seine sizilianische Familie bereits in der dritten Generation in den Staaten lebte, sprach er das Wort mit italienischem Akzent aus.

Seine vierjährige Nichte Franca und sein acht Monate alter Neffe Angilu brauchten eine Mutter. Eine Frau, die dafür sorgte, dass die beiden – anders als er und sein kleiner Bruder – in einem stabilen Umfeld aufwuchsen. Was bedeutete, dass er diese Frau heiraten musste. Aber das war nebensächlich.

„Wie wäre es mit einem Kindermädchen?“, fragte Gloria.

„Ich habe vier Kindermädchen gefeuert, seitdem ich das Sorgerecht für Franca und Angilu vor sechs Monaten angenommen habe.“ Und auch das derzeitige würde nicht lange bleiben. „Sie brauchen jemanden, der sie lieb hat.“

Zwar hatte er selbst keine Erfahrungen mit dieser Art der elterlichen Fürsorge, aber genügend Zeit bei seinen Verwandten auf Sizilien verbracht, um zu wissen, wie es sein sollte.

„Liebe kann man nicht kaufen.“

„Ich werde Ihnen beweisen, dass ich es doch kann.“ Enzu war nicht nur Vorsitzender der Bank, sondern auch der Gründer von Tomasi Enterprises – und einer der reichsten Männer der Welt.

„Mr Tomasi …“

„Sie muss gebildet sein. Mindestens mit Bachelorabschluss. Aber nicht promoviert.“

„Aha.“

„Sie sollte einer geregelten Tätigkeit nachgehen, müsste ihren Beruf aber natürlich aufgeben, um sich ganz den Kindern zu widmen.“

„Natürlich“, antwortete Gloria in sarkastischem Ton.

„Außerdem sollte sie weder jünger als fünfundzwanzig noch älter als Mitte dreißig sein.“ Schließlich wäre sie ja auch noch seine Frau.

„Was die Auswahl erheblich einschränkt.“

Enzu kümmerte sich nicht weiter um Glorias spöttische Kommentare. „Es wäre begrüßenswert, wenn sie bereits Erfahrungen mit Kindern hat, ist aber nicht zwingend notwendig.“

Ihm war klar, dass eine gebildete, berufstätige Frau heutzutage wohl eher keine Erfahrungen mit Kindern hatte, wenn sie nicht gerade Lehrerin oder Erzieherin war.

„Ach ja, und auch wenn ich grundsätzlich nichts dagegen hätte, wenn sie bereits verheiratet war, sollte sie keine eigenen Kinder haben, die ihre Aufmerksamkeit von Franca und Angilu abziehen. Last but not least sollte sie einigermaßen aussehen – von mir aus auch hübsch sein, aber auf keinen Fall von der Sorte Topmodel.“

Denn es reichte, dass die beiden Kinder ihrer schönen, aber auch eitlen und komplett hohlen Mutter beziehungsweise Stiefmutter Johana ausgesetzt gewesen waren.

Sein Bruder Pinu hatte sich immer die falschen Frauen ausgesucht. Angefangen von seiner ersten ernsteren Affäre mit Francas Mutter – die Enzu noch einen Haufen Geld aus dem Arm geleiert hatte, bevor sie sich ohne das Kind aus dem Staub gemacht hatte – bis hin zu Johana, Pinus Ehefrau, die gemeinsam mit ihm verunglückt war.

Da Gloria nichts darauf sagte, bezifferte Enzu die Vergütung für die etwaige Erwählte. „Wenn es bis zur Volljährigkeit beider Kinder keine größeren Zwischenfälle gibt, zahle ich eine einmalige Prämie in Höhe von zehn Millionen Dollar und zusätzlich in jedem Jahr, in dem meine zukünftige Frau ihre mütterlichen Pflichten erfolgreich erfüllt, ein Gehalt von 250.000 Dollar, das ihr in monatlichen Teilzahlungen überwiesen wird. Außerdem steht ihr ein monatlicher Betrag zur Verfügung, von dem sie den Lebensunterhalt für sich und die Kinder bestreiten kann.“

„Sie haben tatsächlich vor, den Kindern eine Mutter zu kaufen?“, fragte Gloria entgeistert.

„Ja.“

„Die auch Ihre Ehefrau sein wird?“

„Ja. Zumindest namensmäßig.“ Nur so konnten die Kinder in einem stabilen familiären Umfeld aufwachsen.

Gloria erhob sich, um anzudeuten, dass sie sich wieder an die Arbeit machen wollte. „Ich werde sehen, was ich tun kann.“

„Ich bin sicher, dass Sie erfolgreich sein werden.“

Besonders überzeugt sah sie nicht aus.

Audrey wischte sich die Tränen aus den Augen. Weinen half ja doch nicht.

Ihre Eltern hatten nur mit angeekeltem Widerwillen und eiserner Unerbittlichkeit auf ihr Flehen reagiert.

Vielleicht hätte sie die paar Wochen bis Weihnachten warten und erst dann fragen sollen. Doch Audrey bezweifelte, dass das einen Unterschied gemacht hätte.

Es war dumm gewesen, anzunehmen, dass Tobys Zulassung für ein Studium am prestigeträchtigen MIT irgendetwas ändern würde.

Dabei hatte sie gar nicht um finanzielle Unterstützung gebeten, sondern nur darum, Toby für die betreffende Zeit am Institut eine Unterkunft zur Verfügung zu stellen. Auch wenn sie nicht wollten, dass er bei ihnen lebte, hätten sie ihm doch ein Zimmer mit Küche und Bad in einer ihrer vielen Immobilien in Boston gewähren können.

Doch sie hatten sich schlicht geweigert, ihn in irgendeiner Weise zu unterstützen. Ihre wohlhabenden, unterkühlten Eltern ließen sich nicht einen Deut von dem abbringen, was sie für gut und richtig hielten. Und wenn das einmal nicht klappte, gaben sie den anderen die Schuld. So wie jetzt ihr und Toby.

Mit zwölf war ihr Bruder fast daran zerbrochen, so eiskalt von seinen Eltern zurückgewiesen zu werden. Doch heute war er umso stärker und entschlossener, erfolgreich und glücklich zu werden. Und er wusste mit seinen achtzehn Jahren besser, was er mit seinem Leben anfangen wollte, als Audrey es mit ihren siebenundzwanzig Jahren wusste.

Sie hatte keine großen Pläne für ihr Leben – abgesehen davon, dafür zu sorgen, dass Toby an sich glaubte und seine Pläne verwirklichen konnte. Ihre eigenen Pläne hatte sie vor sechs Jahren weitestgehend aufgegeben.

Als Toby damals bei ihr eingezogen war, hatte sie nicht nur den Rest ihrer Familie verloren, sondern auch ihr Verlobter Thad hatte sie verlassen. Seine Begründung lautete, dass er noch nicht bereit für Kinder sei – nicht einmal für einen Zwölfjährigen, der schon ziemlich gut allein klarkam.

Nachdem ihre Eltern ihr die finanzielle Unterstützung gestrichen hatten, war Audrey gezwungen gewesen, einen Studienkredit aufzunehmen, um das dritte Jahr in Barnard zu beenden. Ein weiteres Jahr hatte sie sich nicht leisten können. Ihr war nichts anderes übrig geblieben, als an die State University of New York zu wechseln und dort ihren Abschluss zu machen.

Um sich und ihren Bruder durchzubringen, hatte sie eine Vollzeitstelle annehmen müssen. Wegen der permanenten Zeit- und Geldknappheit hatte sie mit Onlinekursen vier Jahre gebraucht, um endlich ihren Bachelor in englischer Literatur zu machen.

In einem Punkt hatten ihre Eltern recht gehabt: Der Abschluss war in höchstem Maße unnütz. Aber sie war sich nicht sicher, ob sie ihr Studium überhaupt abgeschlossen hätte, wenn sie ihr Fach nicht so geliebt hätte. Die Kurse waren ihre einzigen Erholungspausen in dem ganzen Stress gewesen.

Darin waren sie und Toby sich ähnlich – sie beide lernten für ihr Leben gern. Nur legte Toby dabei einen Ehrgeiz an den Tag, den sie nie besessen hatte.

Und nun hatte er eine Zulassung vom MIT, das nur die Besten der Besten annahm.

Toby war nicht einfach nur angenommen worden. Er hatte ein Teilstipendium bekommen. Seine Lehrer waren ganz aus dem Häuschen deswegen, seine Eltern nicht.

Sie hatten nur gefragt, ob Toby sich immer noch darauf versteifte, schwul zu sein, was Audrey bejaht hatte. Daraufhin hatten die Eltern ihr zu verstehen gegeben, dass sie nichts mit ihrem Jüngsten zu tun haben wollten.

Ihr dagegen boten sie an, nach Hause zurückzukommen und einen Riesenbatzen Geld zu erhalten – mehr, als sie gebraucht hätte, um Toby ein Studium am MIT zu ermöglichen. Allerdings war das Angebot an zwei Bedingungen geknüpft: Toby durfte nichts von dem Geld bekommen, und Audrey sollte jeglichen Kontakt zu ihrem kleinen Bruder abbrechen.

Was natürlich nicht infrage kam.

Staatliche Gelder konnte Toby nicht beantragen, da seine Eltern für ihn aufkommen mussten, bis er fünfundzwanzig war. Hinzu kam, dass das MIT ziemlich teuer war. Was Audrey für sein Studium zurückgelegt hatte, würde gerade einmal für die Lehrbücher reichen. Außerdem waren die Lebenshaltungskosten in Boston und Cambridge relativ hoch, was das Ganze zusätzlich erschwerte.

Seitdem Toby vor zwei Monaten achtzehn geworden war, zahlten ihre Eltern die gesetzlich vorgeschriebenen Alimente nicht mehr. Und ihr Einkommen bei Tomasi Enterprises reichte gerade so zum Überleben.

Obwohl sie mit Toby an den Stadtrand gezogen war, konnten sie die Miete kaum bezahlen, und nun war sie auch noch erhöht worden. Darum suchte Audrey seit drei Monaten nach einer günstigeren Wohnung, hatte aber bislang nichts gefunden.

Doch auch wenn sie völlig ratlos war, würde sie nicht aufgeben.

Ungläubig blieb Audrey noch ein paar Minuten in der verschlossenen Toilettenkabine stehen, nachdem die beiden älteren Angestellten, die sich im...



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