E-Book, Deutsch, 160 Seiten
Reihe: Julia
Monroe Tausend Sterne über Spanien
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7515-2836-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 160 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7515-2836-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ein Fotoshooting in Barcelona: Unter Miguel Menendez' kritischen Blicken zeigt Supermodel Amber, was sie kann. Und der spanische Millionär scheint überzeugt. Denn als tausend Sterne über Spanien leuchten, lädt er Amber auf seine Jacht ein. Eine Nacht, wie für die Liebe gemacht ...
Die preisgekrönte Bestsellerautorin Lucy Monroe lebt mit unzähligen Haustieren und Kindern (ihren eigenen, denen der Nachbarn und denen ihrer Schwester) an der wundervollen Pazifikküste Nordamerikas. Inspiration für ihre Geschichten bekommt sie von überall, da sie gerne Menschen beobachtet. Das führte sogar so weit, dass sie ihren späteren Ehemann bei ihrem ersten Treffen auf einer Tanzveranstaltung so aus der Fassung brachte, dass er glaubte, sie sei an ihm nicht interessiert, da sie ständig die anderen Paare beobachtete, anstatt ihm ihre volle Aufmerksamkeit zu schenken. Was für ein Irrtum! Natürlich war sie interessiert. Sie glaubt, dass es keine stärkere Kraft als die Liebe gibt, mit deren Hilfe man auch tiefen Schmerz überwinden und trotz der harten Herausforderung des Lebens sein Glück finden kann. Liebesromane können ihrer Meinung nach die intensiven Gefühle der Liebe freisetzen. Für sie sind leidenschaftliche und sinnliche Liebesromane ein wunderschöner Ausdruck für die Wahrhaftigkeit der Liebe, verpackt in einer fantasievollen Geschichte, die man als Leser auf dem Sofa genießen kann. Wenn sie nicht schreibt, liest Lucy gerne - welche Überraschung. Sie kennt sich nicht mit aktuellen TV-Shows aus, mag aber romantische und abenteuerliche Filme und geht gern ins Theater. Die Familie ist für sie das Größte. Seit ihrer ersten Veröffentlichung bei Harlequin im Jahr 2002 wurden mehr als 30 ihrer Bücher herausgebracht, und sie hat nicht vor, ihr Arbeitspensum in der Zukunft zu drosseln.
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1. KAPITEL
„Den Kopf ein bisschen nach links. Ja, genau so! Gut, Amber, sehr gut.“
Amber Taylor folgte den Anweisungen des Fotografen. Die heiße spanische Sonne brannte auf ihren mit hohem Lichtschutzfaktor eingecremten Körper. Aber sie beschwerte sich nicht. Das Shooting war ihre erste wirklich große Werbekampagne auf dem internationalen Markt.
Mit vierundzwanzig stand ihre Karriere am Scheideweg. Fast zehn Jahre arbeitete Amber nun schon als Model und hatte dafür Schlaf, Schokolade und ein soziales Leben geopfert. Sie war fest entschlossen, ganz nach oben zu kommen.
„Okay … jetzt das Handy hochheben und dabei lächeln, lächeln …“
Also hielt sie das flache Handy in die Luft und setzte ihr unverkennbares Lächeln auf, von dem ihr Agent behauptete, es verspreche die Welt und noch viel mehr.
Von links ertönte ein anerkennendes Pfeifen, das einen unerwarteten Schauer über Ambers Rücken und Arme jagte. Als fühlte sie den Blick des Unbekannten bis in ihr Innerstes. Was natürlich albern war. Nur Superman besaß den Röntgenblick. Kein echter Mensch verfügte über die Fähigkeit, einen anderen auf diese Art zu durchdringen. Dennoch fühlte sie sich berührt. Sogar liebkost.
Angestrengt versuchte sie, das seltsame Gefühl abzuschütteln. Sie lächelte noch intensiver, woraufhin ein zweiter Pfiff erklang. Es kostete sie viel Kraft, nicht unwillkürlich die Beine zusammenzupressen. Noch nie hatte sie so reagiert.
Nie.
Ein Kraftausdruck drang über ihre hübschen Lippen, ohne dass sich ihr Lächeln merklich veränderte. Was war nur los mit ihr?
„Legen Sie eine Pause ein“, sagte eine autoritäre Stimme mit dem Hauch eines spanischen Akzents.
Wie befohlen, stellte der Fotograf die Kamera beiseite, und Amber legte das Handy auf einem kleinen Tischchen ab. Dann wollte sie ihren hauchdünnen Bademantel vom Stuhl nehmen und hineinschlüpfen, doch zwei männliche Arme hielten ihn schon für sie bereit.
„Kommen Sie, querida, solch zarte Haut darf nicht zu lange der Sonne ausgesetzt werden.“
Amber erlaubte dem Fremden, ihr in den Mantel zu helfen, wobei sie ein eigenartig unwirkliches Gefühl verspürte. Noch hatte sie sein Gesicht nicht gesehen und dennoch den Eindruck, sie würden sich auf intime Weise kennen.
Unglaublich! Und nur ein ganz kleines bisschen erschreckend.
„Wessen nicht sonderlich brillante Idee war es, das Shooting in der Mittagshitze anzusetzen?“
„Es ist wegen des Lichts, Señor Menendez. Gerade jetzt wirkt es perfekt“, erklärte der Chef der Werbekampagne etwas kleinlaut.
„Sind wir so unzivilisiert? Lassen wir nicht während der Siesta die Arbeit ruhen?“
„Ich muss mich entschuldigen, Señor. Wenn wir gewusst hätten, dass Sie das Shooting beaufsichtigen wollen, hätten wir es auf eine andere Zeit gelegt.“
Der Mann hinter Amber lachte. Er hatte ein wunderbar warmes und volles Lachen. „Ich bin nicht um mich besorgt.“
Wieder überfiel Amber der seltsame Drang, die Beinmuskeln anzuspannen. Sie zwang sich, einen Schritt nach vorn zu machen und so seinen Händen zu entkommen, die mittlerweile auf ihren Schultern lagen. Wann hatte sie je die Berührung eines Mannes verlängern wollen? Keine einzige Situation kam ihr in den Sinn. Männer waren entweder Vertragspartner oder Requisiten bei Fotoshootings, sonst nichts.
Sie drehte sich um und sah Miguel Menendez zum ersten Mal. Was hatte sie noch über ihn gelesen?
Seiner Familie gehörte Menendez Industries, die Muttergesellschaft der Handyfirma, für deren Werbekampagne sie gerade posierte. Obwohl Vater und Großvater immer noch aktiv die Geschäfte leiteten, waren Analysten sich einig, dass Miguel für die meisten Expansionen der letzten fünf Jahre die Verantwortung trug.
Neben weiteren Hightech-Projekten hatte er die Mobilfunksparte ins Unternehmen geholt, was sich für das über hundert Jahre alte und viele Milliarden schwere Familienunternehmen als überaus lukrativ erwies.
Amber hatte ihre Hausaufgaben gemacht und so viel wie möglich über die Firma und das Produkt, für das sie werben sollte, gelernt. So bereitete sie sich immer auf einen Auftrag vor. Doch absolut gar nichts hatte sie auf das Gefühl vorbereitet, dem Milliardär persönlich gegenüberzustehen.
Natürlich kannte sie Fotos aus Klatschzeitschriften – aber kein Bild fing das Wesen dieses Mannes auch nur ansatzweise ein. Die Schnappschüsse zeigten nichts von der überwältigenden Anziehungskraft oder der unglaublichen maskulinen Präsenz.
Groß, schlank und muskulös. Mit seinen eins neunzig besaß Miguel Menendez einen Körper, für den die meisten männlichen Models ein Jahresgehalt geopfert hätten. Hemd und Hose von Dolce & Gabbana trug er, als wären sie nur für ihn gemacht worden. Was wahrscheinlich sogar stimmte. Amber erkannte Schnitt und Stil der beiden Designer, sah jedoch auch kleine Unterschiede, die darauf hinwiesen, dass diese beiden Kleidungsstücke nicht zur Kollektion der Laufstege gehörten.
In seinen grauen Augen las sie Interesse und offene Freundlichkeit, die sie überraschte.
Seine aristokratischen Gesichtszüge und die dunklen lockigen Haare waren hinreißend, aber da gab es noch etwas. Und genau dieses Etwas ließ Amber in dem unbehaglichen Schweigen, das sich nach seinem letzten Kommentar über die Anwesenden gesenkt hatte, noch einen Schritt rückwärts machen.
Er lächelte. „Meine Sorge gilt dieser bezaubernden jungen Lady, deren Schönheit nicht durch einen Sonnenbrand beeinträchtigt werden sollte.“
„Wir haben Amber mit Lichtschutzfaktor fünfzig eingecremt“, erklärte der Fotograf kurz angebunden.
Miguel kniff die Augen zusammen. „Sie tragen ein langärmliges Hemd und einen Hut. Sehr vernünftig … aber unterdessen tut sie so, als würde sie mit nichts weiter als drei dreieckigen Stofffetzen bekleidet telefonieren.“
„Sie ist ein Model.“
Und das sagte alles. Ihr Körper war ein Werkzeug. Um Produkte zu verkaufen. So lautete das Gesetz nun einmal, und es störte Amber nicht einmal.
Doch offensichtlich ärgerte es Miguel Menendez. Was für ein Glück, dass nicht ich es bin, die er mit seinem Blick vernichtet, dachte Amber. Betreten zupfte der Fotograf an seinem Kragen und sah flehend zum Kampagnenleiter hinüber, der wiederum Miguel ungläubig anstarrte.
„Sie ist eine wunderschöne Frau, um die Sie sich besser kümmern sollten, wenn wir mit ihrem Gesicht die Menschen dazu bringen wollen, unsere Produkte zu kaufen.“ Dann wandte er sich an Amber, und seine harte Miene wurde weicher. „Obwohl ich immer noch nicht ganz verstehe, was eine kaum bekleidete Dame und ein Handy gemeinsam haben.“
Sie lachte, hingerissen von seiner gespielten Verwirrung. „Mit meinem Körper wurden schon Autobatterien verkauft. Ich weiß nicht, wo da die Verbindung liegt. Dennoch bin ich persönlich dankbar, dass die Werbeleute einen Zusammenhang sehen. Und ehrlich gesagt, habe ich schon Fotoshootings in der kalifornischen Wüste im Sommer absolviert. Dies hier ist auch nicht schlimmer. Glauben Sie mir.“
Miguel neigte den Kopf zur Seite. „Sie sagten, mit Ihrem Körper?“
Amber zuckte die Schultern.
„Bestimmt verkaufen Sie doch die Produkte?“
„Eher mein Image, welches hauptsächlich aus meinem Körper besteht.“
Entschieden schüttelte er den Kopf. „Nein. Es gibt Tausende, wirklich wunderschöne Frauen, die jetzt an Ihrer Stelle stehen könnten. In Ihrem Lächeln liegt ein ganz besonderer Zauber verborgen. Sie sind es, die meine Marketingabteilung engagiert hat … und nicht nur ein Körper.“
Er hatte recht. Zu modeln hieß mehr, als Körperteile ins richtige Licht zu setzen, obwohl viele Menschen sich das nicht vorstellen konnten. Dennoch blieb ihr Körper ihr wichtigstes Arbeitsgerät. Das würde sie aber für sich behalten und ihm nicht widersprechen.
Daher sagte sie nur: „Danke.“
„Dieses Lächeln … ist es echt? Oder können Sie es für andere Personen oder die Kamera einfach so anknipsen?“
Die Frage fühlte sich wie ein Schlag in die Magengrube an. Sie erinnerte Amber zu sehr an das Problem, mit dem sie sich in letzter Zeit häufiger beschäftigte. War sie bloß eine Marionette oder ein echtes empfindsames Wesen? Manchmal fühlte sie sich wie ein Spielzeug, das nur funktionierte, wenn der Fotograf an den Fäden zog. Für ihre Karriere hatte sie immer hart gearbeitet. Aber wer besaß in Wirklichkeit die Kontrolle über ihr Leben?
„Wann haben Sie zum letzten Mal etwas nur so zum Vergnügen getan?“, fragte Miguel weiter, obwohl sie seine erste Frage noch nicht beantwortet hatte.
„Ich …“ Sie wusste es nicht. Verletzlich und schutzlos stand sie da. Es gab nur einen sicheren Ort, an den sie flüchten konnte. Also setzte sie das unechte strahlende Lächeln auf.
„Meine Karriere schenkt mir all den Spaß, den ich brauche, Señor Menendez. Und wenn die Gentlemen mich nun entschuldigen würden, ich möchte gern noch etwas trinken, bevor das Shooting weitergeht.“
Miguel hielt sie am Arm fest, bevor sie gehen konnte. „Lassen Sie mich Ihnen einen Fruchtsaft kaufen. Und ich heiße Miguel.“
Er entließ die beiden anderen Männer mit einer Kopfbewegung.
„Ist das ein Befehl?“, fragte Amber. Die Härchen in ihrem Nacken richteten sich auf, als sie Miguel wieder ansah.
Ihr Körper mochte zwar ein Werkzeug sein, ein Spielzeug war er aber nicht. Und wenn er...




