E-Book, Deutsch, Band 2534, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
Montillon Perry Rhodan 2534: Der Gesandte der Maahks
1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-8453-2533-0
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Perry Rhodan-Zyklus "Stardust"
E-Book, Deutsch, Band 2534, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
ISBN: 978-3-8453-2533-0
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Christian Montillon wurde 1974 als Christoph Dittert in Rockenhausen in Rheinland-Pfalz geboren. Mit 16 Jahren kaufte er am Kiosk in seinem Heimatort Winnweiler seinen ersten Perry Rhodan-Roman, 'Solo für einen Androiden' von Ernst Vlcek. Er wurde schnell zu einem großen Fan des Autors und scheint sich seither in den Kopf gesetzt zu haben, in dessen Fußstapfen zu treten ... Zunächst studierte Dittert in Mainz Germanistik, Buchwissenschaft, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und erwarb 2001 seinen Magistertitel. Nach dem Studium begann er eine Doktorarbeit auf dem Gebiet der Gesangbuchforschung, die er aber nicht fertigstellte, weil er sich als Autor selbstständig machte. Für sein Pseudonym Christian Montillon lieh er sich den Mädchennamen seiner Frau Rahel aus. Die Schriftstellerkarriere begann Dittert im Jahr 2003 mit ersten Romanen für die Serie 'Coco Zamis', die auf Basis der klassischen 'Dämonenkiller'-Serie aus den 70er Jahren entstand. Die Grundlagen für die Serie hatte Ernst Vlcek gelegt, und der Wiener Autor schrieb auch bei 'Coco Zamis' mit. Kurz darauf stieg Dittert in unterschiedliche Serien des Bastei-Verlages ein, zu denen er zahlreiche Titel beisteuerte. 2004 wagte er es, seinem Idol Ernst Vlcek einen Schritt näher zu kommen und sich bei der Perry Rhodan-Redaktion zu bewerben. Zunächst verfasste er vier Romane für die ATLAN-Serie, und kurz darauf feierte er mit dem Doppelband 2346 und 2347 seinen Einstand als Perry Rhodan-Teamautor. Seither gehört er zu den beliebtesten Autoren der Serie. Was ihn an Perry Rhodan am meisten fasziniert, sind 'die unterschiedlichen Blickwinkel auf dasselbe Geschehen, die Vielzahl an völlig unterschiedlichen Autoren.' Neben der Arbeit an der Hauptserie findet Christian Montillon immer wieder Zeit für weitere Projekte. Er schrieb für die Heyne-Taschenbuchreihen, übernahm die Exposé-Redaktion der 36-teiligen Nebenserie Perry Rhodan-Action und verfasst den 'Infotransmitter' für die Perry Rhodan-Serie, der unregelmäßige Nachrichtendienst der Serien-Homepage. Außerhalb des 'Perryversums' publizierte er zahlreiche Hardcover im Zaubermond-Verlag, allesamt Titel, die zu laufenden Serien gehören. 'Ja, ich bin ein Serienmensch', gesteht Montillon. 'Auch im Fernsehen schaue ich so gut wie nichts außer Serien, von den :Star Trek9-Serien bis zu :Friends9 - oder meiner Frau zuliebe auch mal :Emergency Room9, bei dessen Blutmassen mir allerdings regelmäßig schlecht wird ... und das, obwohl ich in meinen Texten hin und wieder noch mehr Blut vergieße. Aber im Emergency Room ist es eben real ... oder könnte zumindest real sein.' Christian Montillon lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern Tim, Silas und Noah bei Grünstadt in der Pfalz. 'Und egal, was die Zukunft bringt', verspricht er, 'ATLAN und Perry Rhodan werde ich als Leser treu bleiben.'
Autoren/Hrsg.
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1.
Der Letzte
Ich bin der Letzte meines Volkes.
Berühren dich diese Worte? Oder hältst du sie für das dumme Geschwätz eines Verrückten, der irgendwann vor langer Zeit lebte und dessen Schicksal dich schon aus diesem Grund nicht rührt?
Noch einmal: Ich bin der Letzte meines Volkes.
Zumindest muss ich das annehmen, denn ich finde keinen der anderen mehr. Vielleicht gibt es trotzdem jemanden, der so ist wie ich – irgendwo da draußen, irgendwo im All. Nur ... ob ich ihn finden kann? Das scheint mir so gut wie unmöglich. Deshalb macht seine Existenz auch keinen Unterschied.
In diesem Bericht geht es mir ohnehin nicht um diese Frage. Es bleibt eine Tatsache für mich: Sie sind alle fort, durch jene letzte Barriere dieses Lebens.
Ich muss mich dieser Realität stellen. Ich bin allein und werde wohl immer allein bleiben. Selbst wenn ich mich irgendwann in die Gesellschaft anderer Intelligenzwesen wagen sollte, werden sie mich zwar umgeben, aber das würde meine Isolation nur verstärken. Denn ich bin anders als sie, und das macht sie zu Fremden. Ein freundliches Gesicht wird mir vielleicht begegnen, aber dahinter wird stets die Wahrheit durchblitzen: Ich werde nie wieder eine Heimat finden können.
Was ist das für ein Gefühl, der Letzte seiner Art zu sein?
Mir kommen mehrere Antworten auf diese grundlegende Frage in den Sinn. Was ich nun sage, ist nur der erste Versuch in einer ganzen Reihe. Was ist das für ein Gefühl? – Es ist nichts Besonderes.
Oder besser: Ich bin nichts Besonderes, nur weil ich der Letzte bin. Ganz im Gegenteil. Ich bin derselbe, der ich zuvor war. Mit dem einen Unterschied, dass ich damals einer von vielen war und nun allein stehe. Für das Universum bin ich ein Relikt, ein Artefakt aus der Vergangenheit, aus einer Epoche, die nicht mehr ins aktuelle Geschehen passt.
Manchmal wünsche ich mir, das Erdreich würde aufreißen und mich verschlingen.
Man könnte meinen, es sei eine besondere Gnade, überlebt zu haben.
Ich könnte mich für einen Auserwählten irgendeiner kosmischen Macht halten, für den Günstling einer Superintelligenz oder gar eines Kosmokraten.
Wer immer diese Aufzeichnung findet, könnte zum Schluss gelangen, ich sei etwas Besseres, weil ich die Auszeichnung eines längeren Lebens erhalten habe, als es all den Meinen vergönnt war.
All das ist falsch. Man könnte sich nicht mehr irren. Dass ich weiterhin existiere, ist weder Gnade noch Gunst oder Auszeichnung. Vielmehr stellt es die furchtbarste Strafe dar, die man sich nur denken kann.
Ich bin der Letzte, der Einzige, der Einsamste – der Elendste unter allen Bewohnern dieser Galaxis, ich gehe zwischen den Sternen auf dunklen Pfaden des Nichts, jenseits des Lichtes.
Meine Seele ist gequält, und ich leide mehr, als ich es meinen schlimmsten Feinden wünschen würde. Selbst den Machthabern der Frequenz-Monarchie und ihren Handlangern gönne ich kein solches Schicksal.
Anfangs fehlte mir der Mut, meiner Existenz, wie ich sie kenne, ein Ende zu bereiten. Als ich mich endlich dazu aufraffte, hinderten mich andere Gedanken, den finalen Schritt zu vollziehen.
Gedanken, die mir auf einmal klarer und logischer erscheinen als je zuvor. Was, wenn meine Strafe mit einer Aufgabe einhergeht? Bin ich nur deshalb auf dieser Ebene des Seins zurückgeblieben, weil etwas erledigt werden muss? Etwas, das niemand außer mir vermag?
Besitze ich eine Gabe, die keinem anderen lebenden Wesen verliehen wurde? Und wenn dies so ist, darf ich diese Gabe dann dem Universum vorenthalten? Wenn ich sie nicht verwirkliche, wird sie für immer verloren gehen.
Ein ganz erstaunlicher Gedanke. Vielleicht bin ich tatsächlich auserwählt, wenn auch auf ganz andere Art, als es mir je zuvor in den Sinn kam.
*
Akika Urismaki stockte im Redefluss und beendete die automatische Aufzeichnungssequenz mit einem akustischen Befehl.
Konnte das sein? War er tatsächlich ein Auserwählter? Schlummerte etwas Einmaliges in ihm, womöglich sogar etwas Schöpferisches?
Diese Überlegung überraschte ihn. Er hatte in den vergangenen Minuten einfach geredet, sich vom Fluss seiner Gedanken treiben lassen. Für diese Aufzeichnung hatte er sich kein Konzept zurechtgelegt, kein Schema, dem er folgen wollte.
Mit diesem Datenkristall wollte er ein Zeugnis hinterlassen, damit man sich irgendwann an ihn und sein Leben erinnerte und an sein Volk – er wusste selbst nicht, wohin dies alles im Detail führen sollte.
Er hatte sich vor zwei Tagen in diesem leer stehenden Gebäude verkrochen, am Ende seiner Kräfte. Es hatte lange gedauert, bis er sich überwinden konnte, das kleine Aufzeichnungsgerät zu aktivieren, das er in weiser Voraussicht mit sich genommen hatte.
Die letzten Schlussfolgerungen verblüfften ihn selbst im höchsten Maß. Allein deshalb hatte sich diese Aktion gelohnt. Hatte er irgendwelches in seinem Unterbewusstsein verborgenes Wissen freigelegt? War er mehr als nur jener Techniker, der er ein Leben lang gewesen war? Schlummerte ein Kosmophilosoph in ihm, der erst durch das große Trauma der Vernichtung zum Leben erwacht war?
Nachdenklich stand er auf, schlurfte müde durch den Raum und ließ sich auf die improvisierte Lagerstatt fallen. Etwas knirschte unter seinem Kopf. Ein kleines Insekt floh über die Wand, er hörte die harten, dünnen Beine auf dem Metall klackern.
Sein Rücken schmerzte auf der schlecht gepolsterten Unterlage. Er nahm es kaum wahr, denn Müdigkeit und Erschöpfung überstrahlten den Schmerz. Er schloss die Augen und fiel sofort in einen unruhigen Schlaf.
Oder zumindest in die Phase, die zwischen Wachen und Träumen steht und die der ruhelosen Seele den Blick in die anderen Gefilde ermöglicht. Den meisten alten Überlieferungen nach konnte man dort Trost empfangen, andere Legenden sprachen jedoch vom Schattenlicht, das die Gedanken fraß.
Für Akika hatte dieser gelehrte Streit um das Wesen der Zwischenphase nie eine Bedeutung besessen. Er war ein nüchterner Denker, der sich nicht darum scherte, ob man tatsächlich vor jedem Schlaf eine Art metaphorischen Blick auf die andere Ebene des Seins warf.
Im Universum war alles nach dessen Logik geordnet, alles war strukturiert und folgte einem festen Ablauf. Manchmal mochte es anders wirken, aber das lag nur an mangelndem Verständnis der übergeordneten Zusammenhänge. Nur weil man einige Unbekannten in einer Gleichung nicht definieren konnte, hieß das nicht, dass sie nicht existierten.
Doch in jenen Momenten, als seine Gedanken auf die Reise gingen, stellte er die Grundlagen infrage, auf die er sein bisheriges Leben aufgebaut hatte. Im Feuer der großen Fragen verbrannte die Logik und schmolz die Ordnung.
War er auserwählt von einer höheren Macht?
War er einmalig?
War er nur der Letzte seines Volkes, weil es ihm so vorherbestimmt war?
Wartete eine große Aufgabe auf ihn?
Seine ruhelosen Gedanken verhinderten, dass er einschlief. Er öffnete die Augen wieder, blickte auf die kahlen Metallwände, die fahlgrau schimmerten und einst von einem ihm unbekannten Volk geschaffen worden waren. Ob vor wenigen Jahren oder vor zahllosen Generationen, das vermochte er nicht zu sagen.
Trotz erfüllte ihn mit einem Mal. Er begehrte gegen sein Schicksal auf, mit dem er sich schon abgefunden hatte.
»Ich bin Akika Urismaki«, sprach er in die Einsamkeit seines Quartiers. »Und ich werde hier nicht vor mich dahinvegetieren wie eine stumpfsinnige Kreatur!«
Er stand auf, aber der Enthusiasmus, der ihn gerade noch erfüllt hatte, verschwand schnell: Seine müden Beine knickten unter seinem Gewicht ein. Nur mit Mühe gelang es ihm, einen Sturz zu verhindern. Er blickte auf seine Hände – die Haut war bleicher als sonst. Die Finger wirkten dürr und ausgetrocknet.
Ein schöner auserwählter Held! Kann sich kaum auf den Füßen halten.
Er musste dringend etwas essen. Es war kein Wunder, dass er sich völlig entkräftet fühlte. Wann hatte er zuletzt etwas zu sich genommen? Es lag mindestens einen, wenn nicht zwei volle Tage zurück. Die trockene Luft in diesem alten Gebäude machte ihm außerdem zu schaffen; durch die wenigen Fenster strahlte die meiste Zeit grelles Licht und brachte Hitze mit sich, die Akika in der Spirale des körperlichen Elends immer weiter nach unten drückte.
An diesen verlassenen Ort hatte er sich zurückgezogen, nachdem er von der Vernichtung seines Volkes erfahren hatte. Er konnte sich nicht genau erinnern, wie er hierhergekommen war. Die schreckliche Nachricht hatte alles andere überschattet. Die Soldaten der Frequenz-Monarchie waren gnadenlos gewesen und hatten den Lebensnerv im Triumphzug überrannt. Akika lebte lediglich deswegen, weil er damals nicht zu Hause gewesen war, sonst wäre er wie alle anderen ...
»Halt!«, gebot er sich selbst. So hatte er sein Schicksal noch vor Kurzem beurteilt. Inzwischen stand eine andere Variante zur Debatte. Bei APHANUR, vielleicht war es tatsächlich die Wahrheit! Vielleicht war es kein Zufall gewesen, weil es einen solchen Zufall im kosmischen Geschehen überhaupt nicht gab.
Akika schüttelte die wirren Gedanken ab, die sich in seinem Kopf immer wieder im Kreis drehten. Entschlossen trat er durch die offen stehende Tür und schlurfte auf der Rampe drei Stockwerke nach unten ins Erdgeschoss.
Der Halbspur-Changeur verließ...




