E-Book, Deutsch, Band 1688, 160 Seiten
Reihe: Julia
Morey Ball der Träume
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-86494-240-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1688, 160 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-86494-240-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
In einem hinreißenden Kleopatra- Kostüm kommt Eve zum Maskenball des vermögenden Unternehmers Damien DeLuca. Aufgeregt merkt sie, dass er nur Augen für sie hat. Erotische Spannung liegt in der Luft! Endlich ist der Mann, von dem sie schon lange heimlich t
Im Alter von elf Jahren schrieb Trish ihre erste Story für einen Kinderbuch- Wettbewerb, in der sie die Geschichte eines Waisenmädchens erzählt, das auf einer Insel lebt. Dass ihr Roman nicht angenommen wurde, war ein schwerer Schlag für die junge Trish. Doch ihr Traum von einer Karriere als Schriftstellerin blieb. Nach der Geburt ihrer zweiten Tochter erfuhr sie, dass der englische Liebesroman-Verlag Mills & Boon auf der Suche nach neuen Autoren war. Hier war ihre Chance! Umgehend nahm sie an einem Kurs für kreatives Schreiben teil. Sie sandte einige ihrer Manuskripte ein, bekam aber etliche Ablehnungen. Da sie mit ihrer Familie in verschiedenen Ländern lebte und Zeitungsartikel schrieb, wurde es ihr jedoch nicht langweilig Ihre dritte Tochter wurde in Hemel Hempstead, England geboren. Zufällig dieselbe Stadt, in der Trishs Tante vor 70 Jahren geboren wurde, bevor ihre Familie nach Australien auswanderte. Zurück in Australien und nach der Geburt ihrer vierten Tochter, wusste Trish: Jetzt ist es an der Zeit, ernsthaft mit dem Schreiben zu beginnen. Sie nahm an Wettbewerben der Romance Writers of Australia teil und landete gleich beim ersten Anlauf auf Platz drei. Weitere Erfolge folgten, und Trish half bei der Organisation der Wettbewerbe mit. Zurzeit ist sie Vizepräsidentin der RWA in Australien. 2003 schaffte sie endlich den Durchbruch als Autorin. Ihr erster Roman wurde bei Mills & Boon herausgebracht. Nach Trishs Meinung ist die Veröffentlichung eines Buches eine bedeutende Lebenserfahrung, die man mit der Geburt eines Kindes oder dem Fallschirmsprung aus einem Flugzeug vergleichen kann. Alle drei Dinge verlangen Einsatz, Entschlossenheit und großen Mut, aber der Aufwand lohnt sich auf jeden Fall.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
2. Kapitel
"Wer sind Sie?"
Die Frau in dem mausgrauen Kostüm erstarrte. Sie hielt eine Mappe wie einen Schutzschild gegen die Brust gedrückt und wirkte total eingeschüchtert.
"Sie sind nicht Sam", sagte er anklagend.
Sie setzte zum Sprechen an, schwieg dann jedoch. Dann lächelte sie unerwartet, und Damien entspannte sich. Das plötzliche Funkeln in ihren Augen gefiel ihm. Vielleicht war sie ja doch nicht die graue Maus, für die er sie im ersten Moment gehalten hatte. Fast konnte man sie sogar hübsch nennen – normal hübsch eben. Aber die große Brille und das Kostüm machten sie unscheinbarer, als sie in Wirklichkeit war.
"Mr. DeLuca", sagte sie und streckte ihm die Hand entgegen. Die Stimme überraschte ihn, sie war ein wenig heiser und sehr sexy. "Man hat mir gesagt, Sie seien ein Genie. Das scheint wirklich der Fall zu sein."
Irgendwie klang es nicht wie ein Kompliment. Damien hatte einen Moment lang das Gefühl, als würde man ihm den Boden unter den Füßen wegziehen. Die junge Frau lächelte noch immer.
"Ich bin Eve Summers aus der Marketingabteilung. Freue mich sehr, Sie kennen zu lernen."
Damien sah sie misstrauisch an. Ihr Lächeln wirkte aufgesetzt. Bestimmt freute sie sich über dieses Treffen genauso wenig wie er sich darüber, dass diese graue Maus vor seinem Büro herumgelungert hatte. Er gab ihr kurz die Hand und ging zurück an seinen Schreibtisch.
"Wo ist Sam?" fragte er ungeduldig.
"Sam hat eine schlimme Erkältung. Wir haben ihn in ein Taxi gesetzt und nach Hause geschickt."
"Warum wurde ich darüber nicht informiert?"
Eve sah ihn erstaunt an. "Ich dachte, man hätte Sie informiert."
"Nein, hat man nicht."
Sie überlegte kurz. "Gut, wie auch immer, wir hielten es für wichtig, Ihnen die Marketingkampagne zu präsentieren. Die Sache eilt schließlich. Wer weiß, wann Sam wieder gesund sein wird? Und wir brauchen Ihre Zustimmung für die Bewilligung des Budgets."
Will sie mich damit beeindrucken, dass sie die Initiative ergreift?
"Natürlich ist es auch in meinem Interesse, keine Zeit zu verlieren. Legen Sie los! Sie wissen hoffentlich, worum es geht."
Eve nickte und befeuchtete sich nervös die Lippen. "Darf ich kurz an Ihren Computer? Ich habe eine Powerpoint-Präsentation vorbereitet, die wir gemeinsam durchgehen sollten."
Damien zuckte die Schultern und deutete auf den Laptop, der vor ihm auf dem Schreibtisch stand. "Bitte sehr, bedienen Sie sich." Er war gespannt, was Miss Maus ihm präsentieren würde. Bis jetzt hatte sie sich ja ganz wacker gehalten, doch nun ging es ums Ganze.
Eve atmete tief durch, ging um den Schreibtisch herum und stellte sich neben Damien. Als sie sich über ihn beugte, nahm er den schwachen Duft ihres Parfüms wahr.
Er kannte sich mit Düften gut aus, wusste auch, welches Parfüm zu welcher Frau passte. Seiner Freundin Carmel, einer eleganten Erscheinung, hatte er Chanel No. 5 geschenkt. Kandy, die sehr sinnlich war, hatte Opium bekommen. Und für Belinda, die ein bisschen wie eine Fee aussah, kam nur Romance infrage.
Aber dieses Parfüm war ihm neu, er hatte noch nie etwas Ähnliches gerochen.
Es passt zu ihr, dachte er. Sie wirkte harmlos, irgendwie unschuldig. Ein kurzer Blick auf ihren Rock überzeugte ihn davon, dass ihre Beine recht ansehnlich waren. Wäre das Kostüm enger gewesen, hätte er mehr dazu sagen können. Er sog ihren Duft noch einmal rasch ein. Aprikose? Ja, das war es, sie duftete nach Aprikose. Was für eine angenehme Abwechslung.
Eve merkte natürlich, dass er sie von oben bis unten taxierte. Das hatte ihr gerade noch gefehlt. Sie war auf ihre Arbeit konzentriert und konnte jetzt keine Ablenkung gebrauchen. Damiens Anwesenheit machte sie nervös. Auch fand sie es nicht sehr angenehm, ihm so nah zu sein.
Es blieb ihr nichts anderes übrig, als sich den Laptop heranzuziehen, um die Diskette einzulegen. Dabei musste sie sich vorbeugen und hatte erneut das unangenehme Gefühl, einer genauen Prüfung unterzogen zu werden. Damiens Blick schien sie zu durchdringen, und ihre Haut fing an zu prickeln.
Für das, was sie plötzlich spürte, gab es nur eine Bezeichnung: animalische Sexualität. Damien strahlte sie mit jeder Pore seines Körpers aus. Da Eve nicht darauf vorbereitet gewesen war, traf es sie mit aller Macht. Noch nie zuvor war sie einem Mann begegnet, der ihr so unmissverständlich bewusst machte, dass er ein Mann war.
Und dass ich eine Frau bin.
Mit einem Mal fühlte sie sich sehr unbehaglich. Damien DeLuca würde es ihr nicht leicht machen. Aber etwas anderes hatte sie auch nicht erwartet.
Er galt als arrogant, schwierig, abweisend. Manche hielten ihn sogar für ein Genie. Aber dass er es seinen Angestellten leicht gemacht hätte, davon hatte man noch nie gehört. Je eher sie dieses Treffen hinter sich brachte, desto besser. Hoffentlich gelang es ihr jetzt, sich auf ihre Präsentation zu konzentrieren.
Um ehrlich zu sein, er hatte sie überrascht. Er war zwar genau so, wie alle ihn immer beschrieben hatten. Aber plötzlich entdeckte Eve noch eine andere Dimension an ihm, die sie verstörte und die sie nicht genau hätte benennen können.
Vielleicht machte sie sich ja auch nur etwas vor. Wahrscheinlich war er nur ein ganz gewöhnlicher Workaholic, der nicht wusste, wie man mit Menschen umging.
Das Einzige, was ihn von anderen Workaholics unterschied, war seine Attraktivität. Er verströmte aus jeder Pore Testosteron. Das traf es wohl eher.
Die Fotos, die sie bisher von ihm gesehen hatte, wurden ihm nicht gerecht. Wahrscheinlich war es an der Zeit, neue Bilder in Auftrag zu geben, die mehr von dem wiedergaben, was seine Persönlichkeit ausmachte. Aus irgendeinem Grund musste Eve plötzlich an die Kinder denken, die er sicher irgendwann einmal haben würde. Mit seinem IQ, den Genen und dem guten Aussehen ihres Vaters würden seine Kinder bestimmt ebenso intelligent sein und ebenso gut aussehen wie er.
Vielleicht brauchte sie einen Mann wie ihn?
Ihre Finger verharrten mitten in der Bewegung mit der Maus, ihr Mund war plötzlich wie ausgetrocknet.
Wie komme ich nur darauf? Konnte sie an nichts anderes mehr denken? Ihr Problem beschäftigte sie von morgens bis abends. Jetzt fing sie schon an, Fantasien in Bezug auf die Männer zu entwickeln, mit denen sie arbeitete. Und in Bezug auf ihren Chef, was noch viel schlimmer war.
Nicht nur schlimm, sondern ausgesprochen sinnlos. Er gehörte zu einer anderen Liga, die nichts mit ihrem Leben zu tun hatte. Nein, diesen Gedanken musste sie sich sofort aus dem Kopf schlagen. Abgesehen davon schien Damien nach allem, was sie gehört hatte, ein überzeugter Junggeselle zu sein. Ein Mann, der nur nach seinen Prinzipien lebte und sich von niemandem etwas sagen ließ.
"Stimmt irgendetwas nicht?"
Eve zuckte zusammen und errötete. "Nein, nein, alles in Ordnung. Sehen Sie, hier ist die Datei. Wir –"
Sie atmete tief durch und versuchte, sich wieder auf ihre Aufgabe zu konzentrieren. Auf dem Monitor erschien die erste Seite ihrer Präsentation, und sie begann mit ihrem Vortrag.
"Was wissen Sie über sie? Wie heißt sie noch gleich – Eve? Diese Lady aus der Marketingabteilung, die ein bisschen wie ein Mäuschen aussieht?"
Ohne den Blick vom Computerbildschirm zu wenden, tippte Enid weiter mit derselben atemberaubenden Geschwindigkeit und antwortete trocken: "Und Sie glauben, dass ich diese Frau kenne?"
"Sie kennen jeden, Enid. Erzählen Sie mir doch nichts!"
Noch immer sah sie nicht auf, aber Damien registrierte das kleine zufriedene Lächeln, das ihre Lippen umspielte.
"Ich nehme an, Sie sprechen von Eve Summers."
Er nickte. "Ja, so heißt sie wohl. Also los, erzählen Sie mir etwas über sie. Wie lebt sie?"
"Sie lebt zusammen mit ihrer verwitweten Mutter. Soweit ich weiß, hatte sie auch einen Bruder, aber der kam unter tragischen Umständen ums Leben."
Damien nickte gespannt. "Und weiter?"
"Sie ist siebenundzwanzig Jahre alt, Single, sollte vor ein oder zwei Monaten heiraten, aber irgendetwas ist dazwischengekommen. Vielleicht hat der Bräutigam sie vor dem Altar stehen lassen."
Vor dem Altar? Ja, das konnte er sich gut vorstellen. Obwohl ihre Präsentation erstklassig gewesen war, hatte Damien den Eindruck gewonnen, dass Eve etwas gegen Männer hatte.
"Übrigens, hier sind die Nachrichten für Sie." Enid reichte ihm einen Stapel Papiere. "Vergessen Sie das Memo, das ganz oben liegt. Sam hat eine Nachricht auf meinem Anrufbeantworter hinterlassen. Er schafft es nicht, Ihnen die Pläne für die Marketingkampagne zu präsentieren. Aber das wissen Sie ja schon."
Damien nickte und besah sich die Unterlagen.
"Die Kleine hat gut gearbeitet", gab er widerstrebend zu. "Ich weiß nicht, ob Sam es hätte besser machen können. Er ist manchmal ziemlich umständlich und braucht Stunden, um auf den Punkt zu kommen. Trotzdem – ich habe irgendwie den Eindruck, dass sie mich nicht ausstehen kann."
Enid lachte. "Niemand kann Sie ausstehen, Damien. Sie sind der schlimmste Boss, den man sich vorstellen kann. Und was noch viel schlimmer ist – das gefällt Ihnen!"
"Aber Sie mögen mich doch wenigstens, Enid, oder?"
Endlich hörte sie auf zu tippen. Sie kniff die Augen zusammen, betrachtete ihren Chef angelegentlich und nickte dann. "Sagen wir mal, ich respektiere Sie. Es macht Spaß, für Sie zu arbeiten, und meinem Konto...




