E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Julia
Morgan Das Glück kam in der Christnacht
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7337-3897-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-3897-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Tannenduft, Kerzenglanz, Zimtsterne: Für den Arzt Patrick ist das ein Albtraum, seit seine Frau ihn und die beiden Kinder vor zwei Jahren am Weihnachtstag verließ. Aber nicht in seinen kühnsten Träumen ahnt er, wer in diesem Jahr am Heiligen Abend an seine Tür klopft ...
Sarah Morgan ist eine gefeierte Bestsellerautorin mit mehr als 21 Millionen verkauften Büchern weltweit. Ihre humorvollen, warmherzigen Liebes- und Frauenromane haben Fans auf der ganzen Welt. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von London, wo der Regen sie regelmäßig davon abhält, ihren Schreibplatz zu verlassen.
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PROLOG
Patrick schritt eilig durch die Flügeltüren der Entbindungsstation, wo er schon erwartet wurde.
„Nabelschnurvorfall!“, rief Maggie, die diensthabende Hebamme, aufgeregt. „Ich habe dem Anästhesisten Bescheid gesagt, und die OP wird auch schon vorbereitet. Tut mir leid, dass ich dich aus deinem Meeting reißen musste, aber es ist wirklich dringend.“
„Kein Problem, Maggie.“ Patrick zog sein Jackett aus und hängte es über einen Stuhl. „Ed, wie sieht’s aus?“
„Wir müssen einen Kaiserschnitt machen, und zwar so schnell wie möglich“, antwortete der Assistenzarzt. „Aber die Patientin weigert sich, das ist das Problem. Du musst sie überzeugen, Patrick. Hier ist ihre Akte.“
Patrick überflog rasch die Dokumente, dann trat er an das Bett der Patientin. „Hallo Katherine“, begrüßte er sie lächelnd. „Ich bin Patrick Buchannan, der leitende Oberarzt, und ich …“
„Ich weiß schon, was Sie sagen wollen“, fiel ihm die junge Frau ins Wort. „Aber ich möchte keinen Kaiserschnitt, ich will mein Baby ganz normal zur Welt bringen. Ach, wäre ich doch bloß daheim geblieben!“
„Es war sehr gut, dass Sie hergekommen sind“, erwiderte Patrick ruhig, um die Patientin nicht unnötig zu beunruhigen. „Das hier ist ein Notfall, und wir müssen so schnell wie möglich handeln. Die Nabelschnur könnte während der Geburt abgeklemmt werden, was die Blutzufuhr zu ihrem Baby unterbrechen würde. Das ist sehr gefährlich für das Kind. Deshalb werden wir um einen Kaiserschnitt leider nicht herumkommen.“
Katherine schluchzte auf, und Patrick drückte tröstend ihren Arm. „Sie brauchen keine Angst zu haben, Katherine. Alles ist schon vorbereitet, es wird alles gut.“
Sie wischte sich die Tränen weg und sah ihn ängstlich an. „Sagen Sie das auch nicht nur, weil Weihnachten vor der Tür steht und Sie schnell nach Hause wollen?“
Patrick lächelte. „Ganz bestimmt nicht. Heiligabend ist erst morgen, und bis dahin halten Sie Ihr Baby längst in den Armen. Außerdem habe ich alle Weihnachtsvorbereitungen schon erledigt. Alle Geschenke sind gekauft, der Truthahn ist im Kühlschrank, und ich darf heute erst nach Hause kommen, wenn meine Kinder ihre Geschenke für mich eingepackt haben. Ansonsten würde ich ihnen die Überraschung verderben, und das wäre doch gar nicht schön, oder?“
Das entlockte Katherine ein mattes Lächeln, und sie willigte schließlich widerstrebend ein. „Also gut, dann machen Sie eben einen Kaiserschnitt. Aber ich möchte keine Vollnarkose, geht das?“
„Natürlich, bei Ihnen sehe ich da kein Problem. Der Eingriff kann auch unter lokaler Narkose durchgeführt werden. Dabei bleiben Sie wach und können Ihr Baby gleich zu sich nehmen.“ Er wandte sich erneut an Maggie. „Ist Gary schon bereit?“
Maggie nickte. „Ist schon im OP.“
„Gary Clarke ist ein sehr erfahrener Anästhesist“, erklärte Patrick der Patientin. „Bei ihm sind Sie in den besten Händen.“
„Und wer wird mich operieren?“, fragte sie ängstlich und hoffnungsvoll zugleich. „Sie?“
„Jawohl, das mache ich.“
„Sie brauchen wirklich keine Angst zu haben, Katherine“, versicherte Maggie sanft. „Dr. Buchannan ist unser bester Spezialist auf diesem Gebiet, er hat auch mein Baby per Kaiserschnitt geholt. Und das war vor sieben Jahren, als er noch Assistenzarzt war. Glauben Sie mir, er ist der Beste hier im Team.“
Endlich war Katherine überzeugt und wurde gleich darauf in den Operationssaal geschoben. Nachdem die Narkose eingeleitet war, führte Patrick den Kaiserschnitt durch. Die Operation verlief glatt und ohne jegliche Komplikationen, und schon wenig später hielt Katherine ihren kleinen Sohn im Arm.
Patrick ließ die junge Mutter ihr Neugeborenes für einige Minuten halten, dann übergab er es dem Kinderarzt. Während der das Baby gründlich untersuchte, vernähte Patrick die OP-Wunde, wobei Maggie ihm assistierte.
„Das ging unglaublich schnell und reibungslos“, sagte sie bewundernd. „Du bist wirklich ein Genie, Patrick Buchannan.“
Patrick lächelte. „Danke für das Kompliment, Maggie. Und als Zeichen deiner Bewunderung könntest du mir einen Tee kochen, wenn wir fertig sind, okay?“
Maggie lachte. „Das ist wieder typisch Mann! Kaum macht man euch ein Kompliment, werdet ihr schon übermütig. Aber klar, ich mach dir gerne einen Tee, nur bezweifle ich, dass du auch Zeit haben wirst, ihn zu trinken.“
Patrick verzog das Gesicht. „Das bezweifle ich allerdings auch.“
„Aber dafür hast du ja an Weihnachten frei.“
„Gott sei Dank! Das wird das erste Weihnachtsfest seit Jahren, das ich daheim bei meinen Kindern verbringen kann.“
„Soll ich kommen und den Truthahn für euch braten?“, scherzte Maggie, und Patrick grinste.
„Jetzt wirst du aber übermütig, Maggie. Vergiss nicht, dass du verheiratet bist, das würde deinem Mann bestimmt nicht passen.“
Wieder lachte Maggie. „Ach, der braucht sich keine Sorgen machen, obwohl … bei dir könnte ich schon schwach werden, Patrick Buchannan. Aber jetzt mal Spaß beiseite – Tom Hunter hat Bereitschaft über die Feiertage. Und wenn seine Sally gerade dann ihr Baby kriegt, musst du trotzdem kommen. Tom traut doch keinem außer dir, er würde durchdrehen, wenn du dann nicht da wärst.“
„Ich habe Sally vorhin erst gesehen, sie ist gut drauf und wird bestimmt nicht vor dem Sechsundzwanzigsten entbinden. Dieses Jahr feiere ich in Ruhe mit meinen Kindern und lasse mir den Truthahn schmecken. Das heißt, falls ich das verdammte Ding überhaupt hinkriege. So, Katherine, das wär’ geschafft.“ Er lächelte der jungen Mutter aufmunternd zu. „Sie kommen jetzt gleich auf die Station, und später schau ich noch einmal nach Ihnen, einverstanden?“
Tränen der Rührung traten Katherine in die Augen. „Vielen Dank, Dr. Buchannan, ich bin so froh, dass alles gut gelaufen ist. Es tut mir leid, dass ich vorhin so stur und uneinsichtig war, das war echt dumm von mir. Sie sind ein toller Arzt, Ihre Frau ist wirklich zu beneiden.“
Patrick lächelte matt und zog die sterilen Handschuhe aus. „Das glaub ich eher weniger. Meine Exfrau würde Ihnen sagen, dass diese wundervollen Ärzte für gewöhnlich lausige Ehemänner sind.“ Er drückte ihr die Hand. „Dann bis später, Katherine.“
Als Patrick kurz darauf unter der Dusche stand, dachte er über seine letzte Bemerkung zu Katherine nach. Ein lausiger Ehemann sei er gewesen, hatte er gesagt, und das hatte er tatsächlich ernst gemeint. Zumindest hatte seine Exfrau Carly ihn dafür gehalten, und wahrscheinlich hatte sie damit sogar recht. Aber daran konnte er nun auch nichts mehr ändern, denn sie waren längst geschieden.
Patrick fluchte unterdrückt. Hatte er sich nicht vorgenommen, dieses Jahr an Weihnachten nicht über seine gescheiterte Ehe nachzudenken? Was hatte es für einen Sinn, das alles noch mal durchzugehen? Sich zum x-ten Mal zu fragen, was er hätte tun können, um die Ehe noch zu retten?
Nach dem Duschen ging Patrick ins Büro und seufzte auf, als er den großen Stapel Akten sah, der auf seinem Schreibtisch lag. Gerade griff er nach der ersten, als die Tür aufging und Maggie reinkam, mit einer Pralinenschachtel in der Hand.
„Die sind von der Patientin, die du gestern entbunden hast“, verkündete sie fröhlich und setzte sich ihm gegenüber auf den Stuhl. „Nimm dir gleich ein paar, bevor sie alle sind.“ Sie nahm sich selbst eine Praline und schob sie genüsslich in den Mund. „Katherine ist jetzt auf Station, und dem Baby geht es bestens. Sie will es Patrick Gary nennen.“
Patrick grinste. „Solange es nicht Gary Patrick ist, hab ich nichts dagegen.“
Maggie verdrehte die Augen. „Ihr Männer seid unmöglich, ständig müsst ihr miteinander konkurrieren. Ich frage mich, wie ihr im selben Bergrettungsteam sein könnt, ohne euch gegenseitig in eine Felsspalte zu stoßen.“ Sie legte die Pralinenschachtel auf den Tisch und sah Patrick prüfend an. „Sag mal, ist alles in Ordnung? Ich meine, weil Katherine vorhin …“
Patrick winkte ab. „Ach, nicht der Rede wert, sie konnte ja nicht wissen, dass ich geschieden bin.“
„Hat Carly sich bei dir gemeldet? Will sie an Weihnachten die Kinder sehen?“
Patrick kniff die Lippen zusammen. „Nein, hat sie nicht.“ Er wollte jetzt nicht über Carly sprechen, das machte ihm nur schlechte Laune. „Sie hat nur eine Weihnachtskarte geschickt, mit einem Scheck. Von dem Geld soll ich den Kindern etwas kaufen, weil ich besser wüsste, was sie wollen oder brauchen.“
Zorn flammte in ihm auf, wenn er daran dachte, wie kalt und lieblos das gewesen war. Anstatt die Kinder anzurufen, schickte Carly einfach einen Scheck. Als ob ein Kind sich über so was freuen würde! Am liebsten hätte er sie angerufen und ins Telefon gebrüllt, doch der Kinder wegen hielt er sich zurück. Alfie und Posy hatten unter der Trennung ihrer Eltern schon genug gelitten.
„Puh, das ist nicht gerade schön.“ Maggie runzelte die Stirn. „Sag mal, hast du schon mal daran gedacht, dir wieder eine Frau zu suchen? Versuch’s doch mal, das kann doch nicht so schwer sein.“
Da lachte Patrick spöttisch. „Nicht so schwer – hast du eine Ahnung! Welche Frau ist denn schon scharf auf einen Mann, der zwei kleine Kinder und zudem Tag und Nacht Bereitschaft in der Klinik hat, kannst du mir das sagen?“
„Okay, okay, das ist nicht unbedingt so leicht, das geb ich zu“, räumte Maggie ein. „Aber deine Kinder wünschen...




