Morgan | Verlobung auf Sizilianisch | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2134, 144 Seiten

Reihe: Julia

Morgan Verlobung auf Sizilianisch


1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-7337-0075-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2134, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7337-0075-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Keine Flirts, Drinks oder Dramen, sonst verliert Taylor ihre Traumrolle. Nichts leichter als das, denkt die auf ihren Ruf bedachte Schauspielerin. Sie hat nicht damit gerechnet, Luca Corretti auf einer Hochzeitsfeier in Sizilien zu begegnen. Schamlos flirtet der berüchtigte Playboy mit ihr - und wirft damit all ihre Prinzipien über den Haufen ... Als Taylor sich nach einem Kuss aus seinen Armen löst, ist es zu spät: Ein Paparazzi-Foto geht um die Welt, das skandalöse Einblicke gewährt. 'Wir sind verlobt!', behauptet sie in ihrer Not. Und ahnt nicht, was diese Lüge nach sich zieht ...



Sarah Morgan ist eine gefeierte Bestsellerautorin mit mehr als 21 Millionen verkauften Büchern weltweit. Ihre humorvollen, warmherzigen Liebes- und Frauenromane haben Fans auf der ganzen Welt. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von London, wo der Regen sie regelmäßig davon abhält, ihren Schreibplatz zu verlassen.

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1. KAPITEL

„Zach! Wo, zur Hölle, bleibst du? Lass mich nicht hängen! Ohne dich stehe ich das hier nicht durch. Ich kann jeden Moment schwach werden und Kohlenhydrate zu mir nehmen. Und das wäre das Ende von diesem Kleid. Melde dich, wenn du den Notruf erhältst!“ Fast wäre Taylor das Handy aus den schweißnassen Fingern gerutscht.

Lieber Himmel! Es war doch nur eine Hochzeit! Eine Ansammlung von Leuten, die ihr ebenso wenig bedeuteten wie sie ihnen. Also nichts, was sie derart aus der Fassung bringen sollte. Außerdem war sie ohnehin nur hier, weil der Produzent des Films, in dem sie die weibliche Hauptrolle spielte, darauf bestanden hatte.

Taylor versuchte, wenigstens einmal tief durchzuatmen, doch ihr hautenges Kleid ließ das nicht zu. Unglaublich, dass der Designer sie tatsächlich in diesen Traum aus jadegrüner Seide eingenäht hatte und verlangt hatte, benachrichtigt zu werden, sobald sie ein natürliches Bedürfnis verspürte. Doch diese Blöße würde sie sich niemals geben, was bedeutete: kein Essen, kein Trinken.

Nicht, dass ihr derlei fremd wäre! Ihre Mutter hatte ihr schon sehr früh eingebläut, dass allein eiserne Disziplin zum Erfolg führte.

Während die sizilianische Sonne erbarmungslos vom wolkenlosen Himmel auf sie niederbrannte, wurde Taylor wieder einmal bewusst, wie sehr sie derartige Events verabscheute. Dazu kamen der nagende Hunger und das viel zu enge Outfit – kein Wunder, dass ihre Nervosität und Gereiztheit von Minute zu Minute zunahmen. Und wem verdankte sie das alles? Allein Santo Corretti, ihrem Produzenten!

Ob er das mit Absicht gemacht hat? Der geplante Film war sein Baby. Wahrscheinlich hatte er den Designer extra angewiesen, sie in ihr Kleid einzuschweißen, um sicherzustellen, dass ihr kein Mann zu nah kam und damit ihr Comeback zerstörte.

Wäre Zach jetzt hier, würde er sich königlich amüsieren. Denn so hatte er sie noch nie gesehen, weil sie in den letzten Jahren vor allem Jeans und T-Shirts getragen und sich bewusst von jedem Medienzirkus ferngehalten hatte. Fast hätte sie tatsächlich vergessen, wie sehr sie die Falschheit und Häme hinter höflichem Lächeln und Bussi-Bussi-Gehabe hasste.

Taylor unterdrückte den kindlichen Drang, an den Nägeln zu kauen, starrte auf die perfekt manikürten Finger und bemerkte frustriert, dass ihre Hände zitterten. Schon allein deshalb sollte sie lieber kein Champagnerglas halten, sonst würde sie womöglich noch ihr Kleid ruinieren. Oder – was noch schlimmer wäre – das eines anderen Gastes. Wie ihr das ausgelegt würde, wusste sie aus bitterer Erfahrung. Gleichzeitig ärgerte es sie, dass sie überhaupt einen Gedanken daran verschwendete, was andere Leute von ihr hielten.

Die letzten Jahre hatten ihr gezeigt, was wirklich zählte im Leben. Dort draußen, in der normalen Welt, gab es Menschen mit echten Problemen. Ihre waren künstlich aufgebauscht worden, und sie lagen weit zurück in der Vergangenheit. Damals war sie sehr jung, naiv und verletzlich gewesen. Sie hatte den falschen Leuten vertraut und unkluge Entscheidungen getroffen. Inzwischen war sie eine andere. Und wenn man ihr die Gelegenheit dazu gab, würde sie es auch allen beweisen.

Und genau darum ging es heute. Sie hatte sich freiwillig in die Manege zurückgetraut, und jetzt wartete das begierige Publikum darauf, sie stolpern zu sehen. Also: keine Fehler, kein verspritzter Champagner, egal wodurch auch immer. Dies war der Preis, den sie zahlen musste, wenn sie an ihre früheren Erfolge anknüpfen wollte.

Trotz aller Entschlossenheit gelang es Taylor nicht ganz, die aufsteigende Panik zu unterdrücken. Darum griff sie erneut zum Handy. „Hey, Zach …“ Ihre Stimme schwankte bedenklich. „Ich wollte dich noch wissen lassen, dass hier Unmengen heißer Frauen rumlaufen. Aber beeil dich, damit dir nicht der Hauptpreis durch die Lappen geht! Wenn das allein noch nicht Anreiz genug ist, dann appelliere ich an dein Mitleid. Ich kann nämlich nur zur Toilette, wenn jemand die Naht an meinem Kleid auftrennt. Du wirst dich ohnehin kranklachen, wenn du mich siehst. Ruf bitte zurück, ja?“

Es machte Taylor Angst, wie dringend sie seine Unterstützung brauchte. Zach war es gewesen, der sie dazu ermutigt hatte, ihren Traum nicht aufzugeben und die unterbrochene Schauspielkarriere wieder aufleben zu lassen. Doch mit dem Traum gingen leider auch die dazugehörigen Albträume einher. Wenn sie nun nicht damit fertig wurde, wieder im Fokus der Öffentlichkeit zu stehen und sich jeden Schritt, jedes Wort und jede Geste genau überlegen zu müssen? So sehr sie es vermisst hatte, vor der Kamera zu stehen, der dazugehörige Zirkus hatte ihr nicht gefehlt.

„Taylor!“ Santo Corretti, der den zweifelhaften Ruhm genoss, mit jeder Hauptdarstellerin seiner letzten fünf Filme im Bett gewesen zu sein, steuerte über den perfekt getrimmten Rasen auf sie zu. „Du bist spät dran.“

„Weil man mich noch in das Kleid einnähen musste, das du für mich ausgesucht hast.“ Dass sie eine halbe Stunde draußen vor dem Tor gestanden hatte, um genügend Mut aufzubringen, sich in die Höhle des Löwen zu wagen, behielt sie lieber für sich. „Außerdem macht es die Presse meiner Erfahrung nach noch viel heißer, wenn man sie warten lässt.“

„Vergiss nur nicht, dass du hier bist, um den Film zu promoten, und nicht, um dich in Szene zu setzen“, kam es kühl zurück. „Ich will Publicity, aber nur positive. Auf keinen Fall darfst du zulassen, dass deine Vergangenheit zum Thema wird.“

Hatte sie es nicht geahnt? Keine zwei Minuten Konversation, und sie wurde allein darauf reduziert! Es gab einfach kein Entkommen. Taylor war in aller Öffentlichkeit gestrauchelt und gefallen und musste es seitdem aushalten, dass man sie zuerst nach ihren begangenen Fehlern beurteilte. Santo bildete da keine Ausnahme.

Ihr Magen krampfte sich zusammen, was sie daran erinnerte, dass sie heute noch nichts gegessen hatte. „Anlässlich einer Hochzeit, zu der sich annähernd der gesamte Corretti-Clan versammelt, werden die Paparazzi sicher lohnenswertere Alternativen für skandalträchtige Schlagzeilen finden.“ In ihrem früheren Leben wäre ihr Santo sicher begehrenswert erschienen, doch aktuell mied sie jede Art von Schwierigkeiten, anstatt sie zu suchen. Sie hatte ihre Lektion gelernt.

„Wer hätte das gedacht!“, spottete ihr Produzent. „Taylor Carmichael, furchtlose Rebellin und freizügiges Betthäschen, kann tatsächlich noch erröten, wenn es die Situation erfordert. Ich werte das mal als Indiz für dein überragendes Schauspieltalent. Mach es dir ruhig zunutze, Verletzlichkeit steht nämlich ganz oben in der Publikumsgunst. Vielleicht verzeiht man dir damit sogar deine zweifelhafte Vergangenheit.“

„Die geht nur mich allein etwas an“, erwiderte Taylor betont kühl, um sich nicht anmerken zu lassen, wie sehr seine unsensible Bemerkung sie verletzt hatte. „Also, wen soll ich als Erstes um den Finger wickeln?“

„Wolltest du nicht jemanden mitbringen?“

Taylor lächelte dünn, als Santo sich suchend umsah. „Meinen Freund Zach, der sich leider verspätet.“ Und den sie in der Tat umbringen würde, wenn er nicht bald auftauchte!

„Dein Job heute ist es, dich unter die Leute zu mischen, und nicht, dein Liebesleben zu pflegen. Vergiss das nicht.“

„Zach ist nicht …“ Sie brach ab, wütend auf sich selbst, weil sie es für nötig hielt, sich zu verteidigen. Doch Santo nickte zufrieden.

„Gut, denn etwaige Affären haben am Set nichts zu suchen. Dieser Film wird aus zwei Gründen einigen Staub aufwirbeln. Einmal weil ich ihn produziere, zum anderen weil du mitspielst. Die Leute werden schon allein ins Kino gehen, um dein Comeback kritisch unter die Lupe zu nehmen. Wenn ich recht behalte und mich nicht in dir täusche, werden sie zugeben müssen, dass du eine fantastische Schauspielerin bist. Also vermassel es nicht.“

Trotz der Hitze lief ihr ein kalter Schauer über den Rücken.

Wie sie es hasste, dass jedermann sie als eine Art Eigentum betrachtete, egal ob Presse, Agenturen oder Produzenten. Ab sofort würde sie den schwarzen Fleck auf ihrer Weste polieren, bis er glänzte wie pures Gold, und so konventionell und unauffällig sein, dass sich die Paparazzi zu Tode langweilten. „Dann solltest du mich am besten vernünftig briefen“, erwiderte sie betont sachlich. „Wer sind heute die wichtigsten Personen? Wen soll ich besonders beeindrucken?“

„Alle. Taylor Carmichael, endlich zurück aus ihrem Exil! Die Gerüchteküche brodelt ganz schön hoch, und jeder ist scharf darauf, von dir Details zu hören.“

„Dafür hast du schon gesorgt, möchte ich wetten.“

Santo lachte kurz auf. „Du bist so etwas wie mein Ass im Ärmel, und ich habe meine Karten schon immer gut auszuspielen gewusst. Also, die Taktik ist, sich bedeckt zu halten und geheimnisvoll zu bleiben. Keine Interviews ohne meine ausdrückliche Genehmigung.“

„Okay.“ Bereitwillig verbannte Taylor ihre Vergangenheit wieder in die Versenkung, wo sie seit Jahren geruht hatte. Wenn es nach ihr ginge, würde sie auch für immer dort bleiben. Doch bereits Santos nächste Worte machten das zur Illusion und verursachten ihr körperliche Übelkeit.

„Sie werden dich bedrängen und versuchen, dich zu provozieren. Immerhin bist du der Star, der seine eigene Mutter gefeuert hat.“

„Ich habe mich von meiner Managerin getrennt“, korrigierte Taylor ihn. „Dass es sich dabei um meine Mutter handelte, hatte damit nichts zu tun.“

...



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