Mortimer | Beth und der Millionär | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1963, 144 Seiten

Reihe: Julia

Mortimer Beth und der Millionär


1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-86349-661-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1963, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-86349-661-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Flirten? Das ist nichts für die hübsche Elizabeth! Sie liebt einzig und allein die Welt der Bücher. Bis sie nach Cornwall reist, um in der kostbaren Bibliothek von Sullivan House zu arbeiten. Anders als erwartet, bleibt sie dort nicht lange ungestört. Überraschend taucht der Hausherr Rogan Sullivan auf: ein gut aussehender, geheimnisvoller Millionär, der sie magisch anzieht. Auch wenn er ihr Herz in Gefahr bringt, kann sie seinem romantischen Werben nicht widerstehen. Doch kaum hat sie sich am Strand seinen Küssen hingegeben, muss sie entdecken: Sie ist nicht die Einzige für Rogan ...



Zu den produktivsten und bekanntesten Autoren von Romanzen zählt die Britin Carole Mortimer. Im Alter von 18 Jahren veröffentlichte sie ihren ersten Liebesroman, inzwischen gibt es über 150 Romane von der Autorin. Der Stil der Autorin ist unverkennbar, er zeichnet sich durch brillante Charaktere sowie romantisch verwobene Geschichten aus. Weltweit hat sie sich in die Herzen vieler Leserinnen geschrieben. Nach der Schule begann Carole Mortimer eine Ausbildung zur Krankenschwester, musste die Ausbildung allerdings aufgrund eines Rückenleidens nach einem Jahr abbrechen. Danach arbeitete bei einer bekannten Papierfirma in der Computerabteilung. Zu diesem Zeitpunkt schrieb sie ihren ersten Liebesroman, das Manuskript wurde abgelehnt, da es zu kurz war und die Handlung nicht den Ansprüchen des Verlags genügte. Bevor sie einen zweiten Versuch wagte, schmollte sie nach eigenen Angaben erst einmal zwei Jahre. Das zweite Manuskript wurde dann allerdings angenommen, und es war der Beginn ihrer erfolgreichen Karriere als Autorin von modernen Liebesromanen. Sie selbst sagt, dass sie jeden Augenblick des Beginns ihrer Karriere genossen hat, sie war die jüngste Autorin des Verlags Mills & Boon. Carole Mortimer macht das Schreiben viel Freude, sie möchte gern mindestens weitere zwanzig Jahre für ihre Leserinnen schreiben. Geboren wurde Carole Mortimer 1960 in Ost-England, und zwar in einem winzigen Dorf. Sie sagt, das Dorf sei so klein, dass, sollte der Fahrer beim Durchfahren einmal zwinkern, er den Ort vollkommen übersehen könnte. Ihre Eltern leben immer noch in ihrem Geburtshaus, ihre Brüder wohnen in der Nähe der Eltern. Verheiratet ist sie mit Peter, ihr Mann brachte zwei Kinder mit in die Ehe, sie leben in einem wunderschönen Teil Englands. Die beiden haben vier Söhne, zusammen sind es sechs Kinder, zwischen dem ältesten und jüngsten bestehen 22 Jahre Altersunterschied. Außerdem haben sie einen Kleintierzoo sowie einen Hund, der zur Hälfte von einem Kojoten abstammt und den die Familie aus Kanada mitbrachte.

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1. KAPITEL

Reglos stand er im Schatten der Nacht. Dunkel. Gefährlich. Ein todbringendes Raubtier. Mit schwarz glitzernden Augen starrte er zu der Frau hinter dem Fenster hinauf. Nur ein Handtuch verhüllte ihren verführerischen Körper, während sie geschäftig in ihrem Schlafzimmer hin und her ging. Ein leises Lächeln umspielte seine Lippen. Sie hatte nicht die geringste Ahnung, welche Gefahr draußen in der Dunkelheit auf sie lauerte …

Ein Schauer überlief Elizabeth, als sie ihre Lektüre unterbrach und nervös zu ihrem eigenen Schlafzimmerfenster blickte. Sie wünschte, sie hätte vor dem Zubettgehen die Vorhänge zugezogen, aber dann hielt sie sich vor Augen, dass ihr hier keinerlei Gefahr drohte. Ihr Zimmer befand sich im zweiten Stock eines abgelegenen Hauses in Cornwall, das hoch über dem Meer auf einer zum Wasser hin steil abfallenden Klippe erbaut war. Völlig ausgeschlossen, dass jemand da draußen herumgeisterte, um durch ihr Fenster zu spähen – es sei denn, er oder sie konnte fliegen.

Entschlossen schüttelte Elizabeth den Anflug von Beklemmung ab und wandte sich wieder ihrem Roman zu:

Schulterlanges dunkles Haar umrahmte das markante Gesicht, das trotz der strengen, wie gemeißelt wirkenden Züge eine starke Sinnlichkeit ausstrahlte. Die Nasenflügel gebläht wie bei einem Wolf, der Beute wittert, fixierte er den langen, schlanken Hals der Frau. Er sah ihr warmes Blut durch die Adern pulsieren. Langsam schob sich seine Oberlippe zurück und entblößte ein makellos weißes Gebiss mit langen, scharfen Reißzähnen …

Ein lautes Klirren ließ Elizabeth panisch in ihrem Bett hochfahren.

All ihre Sinne waren plötzlich hellwach, das Herz schlug ihr bis zum Hals. Sie war sich sicher, dass jemand im Haus war, allerdings glaubte sie keine Sekunde lang, dass es sich bei dem Eindringling um einen blutrünstigen Vampir handelte. Einer der Gründe, warum Elizabeth Gruselromane so liebte, war die beruhigende Gewissheit, dass die Bösewichte und Monster, die darin ihr Unwesen trieben, reine Fantasiegeschöpfe waren.

Viel wahrscheinlicher war es, dass sie es mit einem „ganz normalen“ Ganoven zu tun hatte. In letzter Zeit hatte es in der Gegend mehrere Einbrüche gegeben, und vermutlich wusste jede zwielichtige Gestalt im Umkreis von zwanzig Meilen, dass Brad Sullivan, der amerikanische Eigentümer von Sullivan House, vor fünf Tagen einem Herzinfarkt erlegen war.

Was jedoch kaum jemandem bekannt sein dürfte, war die Tatsache, dass das Haus seit zwei Wochen einen Gast beherbergte: die Historikerin Dr. Elizabeth Brown, die von Sullivan kurz vor dessen Tod damit beauftragt worden war, seine umfangreiche Büchersammlung zu katalogisieren.

Ihren Roman fest an sich gepresst, überlegte Elizabeth fieberhaft, was sie jetzt am besten tun sollte. Mrs. Baines, die Haushälterin, hatte sich bereits in ihre Wohnung über den Stallgebäuden zurückgezogen. Anrufen konnte sie auch niemanden, da es in ihrem Zimmer keinen Telefonanschluss gab und ihr Handy zum Aufladen in der Bibliothek lag.

Ein weiteres Geräusch ließ sie erneut heftig zusammenzucken. Diesmal war es eindeutig eine Stimme gewesen! Eine männliche Stimme, die irgendwelche unverständlichen Flüche ausstieß.

Großartig!

Als ob es nicht genug wäre, mitten in der Nacht von einem Einbrecher heimgesucht zu werden – nein, es musste auch noch ein wütender Einbrecher sein! Aber welcher Stimmung er auch immer sein mochte: Sie konnte nicht einfach nur dasitzen und darauf warten, dass der Kerl seelenruhig in ihr Zimmer spazierte.

Entschlossen stieg Elizabeth aus dem Bett, lief zur Tür und öffnete sie einen Spalt breit. Nach einem raschen Blick nach links und rechts trat sie auf den breiten Korridor hinaus, der verlassen und ruhig vor ihr lag. Ihr Puls jagte wie verrückt, aber zum Glück besaß sie noch genug Geistesgegenwart, um sich auf dem Weg zur Treppe die antike Bronzestatue zu schnappen, die auf einem kleinen Tisch stand und sich hervorragend als Verteidigungswaffe eignete.

Lautlos huschte sie in den ersten Stock hinunter und beugte sich übers Treppengeländer. Sämtliche Türen, die von der Eingangshalle abgingen, waren verschlossen, aber aus dem Gang, an dessen Ende sich die Küche befand, drang ein schwacher Lichtschimmer.

Augenblicklich dachte Elisabeth an den schweren Holzblock, der auf der Arbeitsplatte stand und in dem ein ganzes Sortiment sorgfältig geschärfter Messer steckte. Verlier jetzt bloß nicht die Nerven, befahl sie sich. Immerhin hatte sie den Überraschungseffekt auf ihrer Seite, und wenn sie forsch genug auftrat, würde der Schreck vielleicht genügen, um den Eindringling in die Flucht zu schlagen.

Und wenn nicht …

Nein! Diese Möglichkeit wollte sie gar nicht erst in Betracht ziehen! Sie war eine selbstbewusste, unabhängige Frau von achtundzwanzig Jahren, die seit zehn Jahren in London lebte. Verglichen mit den finsteren Typen, denen sie dort täglich in der U-Bahn begegnete, war ein kleiner Gauner aus Cornwall sicher keine Herausforderung, mit der sie nicht fertig würde.

Beherzt setzte Elizabeth ihren Weg nach unten fort. Verflixt, hatten die Treppenstufen schon immer so laut geknarrt? Jeder ihrer Schritte war eine potenzielle Warnung für den Kerl und verringerte ihre Chance, ihn kalt zu erwischen.

„Himmel noch mal, so ein verdammter Mist!

Der Fluch zerriss die Stille, als Elizabeth nur noch wenige Meter von der Küchentür trennten, die – wie sie inzwischen festgestellt hatte – nur angelehnt war. Sekundenlang blieb sie wie erstarrt stehen. Dann arbeitete sie sich mit angehaltenem Atem weiter vor, den Rücken fest gegen die Wand gepresst, bis sie durch den schmalen Türspalt in die hell erleuchtete Küche spähen konnte.

Als sie die von Kopf bis Fuß in Schwarz gekleidete Gestalt erblickte, verstärkte sich ihr Griff um die Bronzestatue. Noch ein tiefer Atemzug, um sich Mut zu machen, dann trat sie einen Schritt zurück, stieß energisch mit dem Fuß die Tür auf und stürmte in den Raum.

„Wer, zum Teufel, sind Sie?“, fuhr der Eindringling sie an.

Elizabeth war vom Klang seiner Stimme, die trotz des scharfen Tonfalls überaus melodisch war, so irritiert, dass ihr die schwere Statue aus der Hand glitt und mit einem dumpfen Geräusch auf dem Fuß des Einbrechers landete. Dann rollte sie ein Stück über den Boden und blieb schließlich außerhalb von Elizabeths Reichweite liegen.

Unter einem erneuten Schwall von Verwünschungen beugte er sich hinunter, um die Spitze seines schweren Stiefels zu betasten. Elizabeth nutzte die Gelegenheit und sah sich hektisch nach einer Ersatzwaffe um. Frustriert stellte sie fest, dass sie keine Chance hatte, an den Messerblock heranzukommen, aber dann bemerkte sie plötzlich das Buch. Offenbar hatte sie es sich beim Verlassen des Bettes geistesabwesend unter den Arm geklemmt und in ihrer Aufregung die ganze Zeit über mit sich herumgeschleppt, ohne es zu bemerken.

Zum Glück, denn jetzt war es ihre Rettung!

Ohne zu zögern holte Elizabeth aus und schlug es dem Einbrecher mehrmals kräftig auf den Kopf.

„Jetzt reicht es mir aber!“ Blitzschnell war er auf den Beinen, und ehe Elizabeth wusste, wie ihr geschah, hatte er ihre Handgelenke gepackt, um sie von einer weiteren Attacke abzuhalten. „Haben Sie den Verstand verloren, oder gibt es einen bestimmten Grund, warum Sie wie eine Furie über mich herfallen?“, herrschte er sie an.

Elizabeth konnte ihn nur wortlos anstarren.

Es war der Mann aus ihrem Buch!

Dieselben schwarz glitzernden Augen, dasselbe schulterlange dunkle Haar. Ungläubig betrachtete sie die schmale, aristokratisch wirkende Nase, die hohen Wangenknochen, den männlich schönen Mund, während es vor ihren Augen zu flimmern begann.

Und dann fiel Dr. Elizabeth Brown zum ersten Mal in ihrem Leben in Ohnmacht.

Was für ein Auftritt, murmelte Rogan, als er wenige Minuten später die junge Frau auf dem Sofa einer eingehenden Musterung unterzog. Mit ihrem zarten, herzförmigen Gesicht und dem kurz geschnittenen kastanienroten Haar, das eigenwillig in alle Richtungen abstand, sah sie wie ein schlafender Unschuldsengel aus.

Allerdings erinnerte ihn die beeindruckende Beule, die sich allmählich auf seinem Hinterkopf bildete, nachdrücklich daran, dass man dem äußeren Eindruck niemals trauen durfte.

Wie eine wild gewordene Rachegöttin war sie plötzlich in der Küche aufgetaucht und hatte ihn mit allem traktiert, was ihr in die Hände fiel, bevor sie plötzlich bewusstlos vor ihm zusammengesackt war. Im ersten Augenblick war Rogan zu perplex gewesen, um zu reagieren, doch schließlich hatte er sie hochgehoben, ins Wohnzimmer getragen und auf dem Sofa abgelegt. Eine ausgesprochen ritterliche Geste, die sie definitiv nicht verdient hatte!

Als seine wütende Angreiferin nun unvermittelt die Augen aufschlug – strahlend blaue Augen, die von den längsten Wimpern umrahmt waren, die Rogan je gesehen hatte – erwiderte sie einen Moment lang verwirrt seinen Blick. Dann richtete sie sich ruckartig auf und versuchte sichtlich, ihrer Panik Herr zu werden.

„Warum sind Sie immer noch hier?“, stieß sie mit gepresster Stimme hervor.

Rogan zog nur wortlos die Brauen hoch,...



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