Mortimer | Falcon House - Schloss der Hoffnung | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1602, 160 Seiten

Reihe: Julia

Mortimer Falcon House - Schloss der Hoffnung


1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-86494-270-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1602, 160 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-86494-270-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Crys wollte nur eins: Erholung! Auf einem luxuriösen Schloss will sie zusammen mit ihrer Freundin endlich einmal die Seele so richtig baumeln lassen. Aber in Yorkshire verläuft alles ganz anders, als gedacht! Zu Crys Überraschung erwartet l sie in Falcon House nicht Molly, sondern deren Bruder Sam. Der äußerst attraktive --Drehbuchautor fasziniert Crys sofort. In hitzigen Wortgefechten fliegen die Fetzen, aber Sams Art, ihre Meinungsverschiedenheiten in versöhnliche Bahnen zu lenken, gefällt ihr außerordentlich gut. Stürmisch erwidert sie seine leidenschaftlichen Küsse - Crys hat sich Hals über Kopf verliebt, doch Sam will sich niemals binden ...



Zu den produktivsten und bekanntesten Autoren von Romanzen zählt die Britin Carole Mortimer. Im Alter von 18 Jahren veröffentlichte sie ihren ersten Liebesroman, inzwischen gibt es über 150 Romane von der Autorin. Der Stil der Autorin ist unverkennbar, er zeichnet sich durch brillante Charaktere sowie romantisch verwobene Geschichten aus. Weltweit hat sie sich in die Herzen vieler Leserinnen geschrieben. Nach der Schule begann Carole Mortimer eine Ausbildung zur Krankenschwester, musste die Ausbildung allerdings aufgrund eines Rückenleidens nach einem Jahr abbrechen. Danach arbeitete bei einer bekannten Papierfirma in der Computerabteilung. Zu diesem Zeitpunkt schrieb sie ihren ersten Liebesroman, das Manuskript wurde abgelehnt, da es zu kurz war und die Handlung nicht den Ansprüchen des Verlags genügte. Bevor sie einen zweiten Versuch wagte, schmollte sie nach eigenen Angaben erst einmal zwei Jahre. Das zweite Manuskript wurde dann allerdings angenommen, und es war der Beginn ihrer erfolgreichen Karriere als Autorin von modernen Liebesromanen. Sie selbst sagt, dass sie jeden Augenblick des Beginns ihrer Karriere genossen hat, sie war die jüngste Autorin des Verlags Mills & Boon. Carole Mortimer macht das Schreiben viel Freude, sie möchte gern mindestens weitere zwanzig Jahre für ihre Leserinnen schreiben. Geboren wurde Carole Mortimer 1960 in Ost-England, und zwar in einem winzigen Dorf. Sie sagt, das Dorf sei so klein, dass, sollte der Fahrer beim Durchfahren einmal zwinkern, er den Ort vollkommen übersehen könnte. Ihre Eltern leben immer noch in ihrem Geburtshaus, ihre Brüder wohnen in der Nähe der Eltern. Verheiratet ist sie mit Peter, ihr Mann brachte zwei Kinder mit in die Ehe, sie leben in einem wunderschönen Teil Englands. Die beiden haben vier Söhne, zusammen sind es sechs Kinder, zwischen dem ältesten und jüngsten bestehen 22 Jahre Altersunterschied. Außerdem haben sie einen Kleintierzoo sowie einen Hund, der zur Hälfte von einem Kojoten abstammt und den die Familie aus Kanada mitbrachte.

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2. KAPITEL

Als Crys zu sich kam, spürte sie etwas Raues an der Wange und ein Schaukeln, das ihr ein Schwindelgefühl und leichte Übelkeit verursachte. Sie schlug die Augen auf und stellte fest, dass sie über dem Boden schwebte – offenbar wurde sie getragen. Erschrocken blickte sie in das grimmige Gesicht des Mannes, der, wie sie sich nun erinnerte, einen ebenso grimmig aussehenden Hund besaß. Und dieser Hund wich seinem Herrn nicht von der Seite.

Crys öffnete den Mund …

„Wagen Sie es nicht, zu schreien“, warnte sie der Mann mit zusammengebissenen Zähnen.

Gehorsam machte sie den Mund wieder zu.

„Wenn Sie schreien, lasse ich Sie auf der Stelle fallen“, fügte er beinahe liebenswürdig hinzu.

Solange er – und sein Hund! – weiterliefen, wäre es vielleicht gar nicht so schlecht. Dann hätte sie zumindest eine Chance, zu ihrem Wagen zu rennen und zu fliehen.

„Ich hatte einen verdammt harten Tag“, fuhr der Mann fort. „Es war wirklich kein angenehmer Tagesbeginn, den Hund zu finden – still, Merlin!“ befahl er, als das Biest beim Klang des verhassten Wortes prompt zu knurren anfing. Merlin schwieg sofort.

Für Crys war dies ein Beweis mehr, dass sie – trotz der Größe und Unberechenbarkeit des Tiers – den Mann mehr fürchten musste.

„Nachdem ich heute Morgen den … Leichnam gefunden hatte“, korrigierte er sich mit Rücksicht auf Merlins empfindsame Seele, „wollte ich ihm zumindest ein anständiges Begräbnis zukommen lassen. Also habe ich versucht, eine Grube auszuheben – und zwar in einem Boden, der seit November nicht mehr aufgetaut ist!“ Er seufzte. „Und um mir dann den Tag endgültig zu ruinieren, wird meine Privatsphäre von einer Frau gestört, die sich dank ihrer blühenden Fantasie einbildet, mein einziger Gefährte gleiche einem Ungeheuer aus der Hölle, der ich ebenfalls entstiegen sei.“ Wütend stieß er eine Tür auf, bevor er mit großen Schritten ins Haus ging und die Küche betrat. „Wenn ich es recht bedenke, hätte ich Sie einfach draußen liegen lassen sollen!“ Er setzte Crys ziemlich unsanft auf einem Stuhl ab, bevor er sich aufrichtete und ungeduldig den Raum verließ.

Zum Glück folgte der Hund ihm.

Crys schaute sich erschöpft um, erleichtert, für eine Weile – und mochte sie auch noch so kurz sein – von der überwältigenden Nähe dieses Mannes befreit zu sein. Und von seinem Hund.

Als ihre Benommenheit geschwunden war, brauchte sie nur zwei Sekunden, um zu erkennen, dass sich ihr hier eine Chance zur Flucht bot. Vielleicht die einzige. Sie bezweifelte …

Diese Küche war einfach unglaublich!

Der Mann hatte sie kommentarlos in einer Küche abgeladen, die Crys sich selbst in ihren kühnsten Träumen nicht ausgemalt hätte. Nie wäre sie auf die Idee gekommen, dass in einem nach außen hin völlig verfallenen Schloss eine solche …

Der Raum war wunderschön eingerichtet, mit hellen Eichenschränken und einem dunkelgrünen Allesbrenner, der wohlige Wärme verströmte. Ein mächtiger Arbeitstisch aus Eiche bildete den Mittelpunkt, darüber befand sich ein Gestell mit allen Gerätschaften, die sich ein Koch nur wünschen konnte, einschließlich unzähliger Tiegel, Töpfe und Pfannen aus schimmerndem Kupfer. Der Boden war mit braunen und cremefarbenen Fliesen bedeckt, und der Stuhl, auf dem Crys saß, gehörte zu einer gemütlichen Essgruppe.

Im Vergleich zu der äußeren Vernachlässigung war diese Küche einfach … unfassbar.

„Das hatten Sie nicht erwartet, oder?“

Zu spät erkannte Crys, dass sie vor lauter Überraschung die Fluchtmöglichkeit verpasst hatte. Stirnrunzelnd wandte sie sich zu ihrem unfreiwilligen Gastgeber um.

Der Mann lehnte lässig an der Tür und beobachtete sie unter gesenkten Lidern. Er hatte die Gelegenheit genutzt, sich ein wenig frisch zu machen, das überlange Haar flüchtig zu kämmen und den schweren Pullover gegen ein Sweatshirt aus dunkelgrünem Kaschmir zu tauschen. Seine Verwandlung war für Crys ebenso erstaunlich wie das Innere des Hauses. Trotzdem fand sie ihn keineswegs sympathischer.

„Warum geben Sie sich so viel Mühe, den Eindruck zu erwecken, das Anwesen sei unbewohnt?“ Sie war ziemlich sicher, dass er damit einen bestimmten Zweck verfolgte.

Er kam näher und stellte einen Kupferkessel auf den Ofen. „Was meinen Sie wohl?“

Jetzt, da er nicht mehr von Nebelschwaden umweht wurde, wirkte er jünger und ohne den weiten Pullover auch größer und schlanker. Das Gesicht unter den dichten Bartstoppeln schien faltenlos. Crys schätzte ihn auf irgendwo in den Dreißigern. Sonderbarerweise hatte er etwas vage Vertrautes an sich – trotz des spöttischen Funkelns in seinen dunkelgrünen Augen.

Sie schnitt ein Gesicht. „Um sich Frauen mit allzu blühender Fantasie vom Leib zu halten?“

Er lächelte kurz und zeigte dabei makellos weiße Zähne. „So ungefähr“, bestätigte er und nahm das kochende Wasser vom Ofen. „Tee oder Kaffee?“

Nach all den Ängsten, die Crys noch vor wenigen Minuten ausgestanden hatte, klang sein höfliches Angebot fast ein bisschen absurd. Oder war sie selbst diejenige, die sich lächerlich aufführte?

„Kaffee, bitte.“ Während er eine Dose und Tassen aus einem der Schränke holte, nahm sie den Hut ab und wickelte sich den Schal vom Hals, da ihr allmählich wärmer wurde. „Wo ist eigentlich Merlin?“ erkundigte sie sich nervös. Der Hund war nicht mit seinem Herrn zurückgekehrt.

„Vermutlich auf Kaninchenjagd“, erwiderte er. „Ich habe ihn vor ein paar Minuten zur Vordertür hinausgelassen, weil …“ Er verstummte abrupt.

Crys war so verzaubert von der behaglichen Umgebung und wohligen Wärme nach der stundenlangen Fahrt im Nebel, dass sie sein Schweigen erst nach ein paar Sekunden bemerkte. Sie hatte sich zufrieden zurückgelehnt und die Augen geschlossen. Nur ganz langsam wurde sie sich der lastenden Stille bewusst, die Atmosphäre schien vor Spannung zu knistern.

Sie drehte sich zu ihrem Gastgeber um und errötete unter seinem glühenden Blick. Natürlich wusste sie, was er sah: langes silberblondes Haar, das ihr wie ein seidiger Vorhang über den Rücken fiel, graue Augen, zahlreiche Sommersprossen auf der kleinen Stupsnase und weiche, volle Lippen.

Vielleicht war es ein wenig voreilig gewesen, die Vorsicht außer Acht zu lassen und Hut und Schal abzulegen …

Crys wartete, dass seine Verblüffung den ersten Anzeichen des Erkennens wich und er sich äußerte. Ihre Spannung wuchs, als er nichts sagte.

Herausfordernd hob sie das Kinn. „Das hatten Sie nicht erwartet, oder?“ wiederholte sie seine Worte von vorhin. Sollte er sie wirklich nicht erkannt haben?

„Ich habe Sie überhaupt nicht erwartet“, erwiderte er frostig.

Er hatte sie nicht erkannt!

Auch wenn er sie nicht erwartet hatte, jemand anders rechnete fest mit ihrer Ankunft. Je früher sie sich verabschiedete und weiterfuhr, desto besser.

Crys stand auf. „Ich möchte Sie nicht wegen des Kaffees bemühen …“

„Er ist fertig.“ Er stellte den dampfenden Becher vor ihr auf den Tisch und kam ihr somit näher, als ihr lieb war. „Sie sehen aus, als würden Sie frieren. Trinken Sie“, drängte er, bevor sie protestieren konnte.

Ihr behagte sein Befehlston absolut nicht. Unter den gegebenen Umständen und bei der Launenhaftigkeit dieses Mannes war es wohl klüger, nicht mit ihm zu streiten.

Er setzte sich ihr gegenüber und schaute sie prüfend an, während er seinen Becher mit beiden Händen umschloss.

Zögernd nahm Crys wieder Platz. Der aromatische Duft belebte ihre Sinne. Ihre letzte Rast lag lange zurück, und das fade Gebräu, das man an der Tankstelle ausgeschenkt hatte, war nicht im Entferntesten mit dem Kaffee vor ihr zu vergleichen. Es würde sicher nichts schaden, wenn sie den Becher austrank, bevor sie weiterfuhr.

„Eine blühende Fantasie und ausgeprägtes Misstrauen“, meinte er, ohne sie eines Blickes zu würdigen. „Eine fabelhafte Kombination.“ Er schüttelte vorwurfsvoll den Kopf. „Was werden Sie mir wohl als Nächstes unterstellen? Drogen im Kaffee? Damit Sie sich nicht wehren können, wenn ich Sie nach oben schleppe, um an Ihnen meine niederen Instinkte auszutoben?“

Sein spöttischer Unterton ließ sie zutiefst erröten. Sie wagte nicht, ihn anzuschauen, und betrachtete stattdessen angelegentlich den Inhalt ihrer Tasse.

„Sehen Sie eigentlich viel fern?“ fragte er mit trügerisch sanfter Stimme.

Die Anspielung war unmissverständlich. Wie Crys jedoch bereits angedeutet hatte, war die letzte halbe Stunde für sie auch nicht unbedingt amüsant gewesen. Sie war von einem knurrenden Riesenhund erschreckt worden und hatte sich dann einem verwahrlosten Mann gegenübergesehen, der ein Grab ausgehoben hatte – und der zudem noch gefährlicher gewirkt hatte als sein Hund!

Blühende Fantasie, pah!

„Zufälligerweise besitze ich nicht einmal einen Apparat“, erklärte sie.

„Dann sollten Sie sich vielleicht einen kaufen.“

Sie konnte bei diesem Mann nicht gewinnen. „Ich lese viel. Hauptsächlich Agatha Christie“, beantwortete sie die nächste Frage, bevor er sie stellen konnte.

Er lehnte sich entspannt zurück und betrachtete sie mit undurchdringlicher Miene. „Kein Wunder, dass Sie das hier für die perfekte Kulisse eines Mordes halten. Ein verfallenes, offenbar leer stehendes Herrenhaus … Bewacht von einem scharfen Hund … Bewohnt von einem Furcht einflößenden Mann …“

Genau das hatte sie anfangs gedacht. Aber in dieser behaglichen Atmosphäre...



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