E-Book, Deutsch, Band 1753, 160 Seiten
Reihe: Romana
Mortimer Sehnsucht erwacht auf Mallorca
1. Auflage 2008
ISBN: 978-3-86349-345-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1753, 160 Seiten
Reihe: Romana
ISBN: 978-3-86349-345-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Auf der Trauminsel Mallorca begegnen sie sich: die heißblütige Brynne Sullivan und der eiskalte Millionär Alejandro Santiago. Schon bald explodiert ein Feuerwerk der Gefühle in der luxuriösen Villa des attraktiven Spaniers. Heftige Wortgefechte bei Tag weichen sehnsüchtigen Blicken, sobald die Sonne im Meer versinkt. Und wenn der Mond aufgeht, erwacht süßes Verlangen. Kaum hat Alejandro mit verführerischen Küssen Brynnes Leidenschaft geweckt, da droht die hinterlistige Antonia aus Eifersucht das junge Glück der beiden zu zerstören ...
Zu den produktivsten und bekanntesten Autoren von Romanzen zählt die Britin Carole Mortimer. Im Alter von 18 Jahren veröffentlichte sie ihren ersten Liebesroman, inzwischen gibt es über 150 Romane von der Autorin. Der Stil der Autorin ist unverkennbar, er zeichnet sich durch brillante Charaktere sowie romantisch verwobene Geschichten aus. Weltweit hat sie sich in die Herzen vieler Leserinnen geschrieben. Nach der Schule begann Carole Mortimer eine Ausbildung zur Krankenschwester, musste die Ausbildung allerdings aufgrund eines Rückenleidens nach einem Jahr abbrechen. Danach arbeitete bei einer bekannten Papierfirma in der Computerabteilung. Zu diesem Zeitpunkt schrieb sie ihren ersten Liebesroman, das Manuskript wurde abgelehnt, da es zu kurz war und die Handlung nicht den Ansprüchen des Verlags genügte. Bevor sie einen zweiten Versuch wagte, schmollte sie nach eigenen Angaben erst einmal zwei Jahre. Das zweite Manuskript wurde dann allerdings angenommen, und es war der Beginn ihrer erfolgreichen Karriere als Autorin von modernen Liebesromanen. Sie selbst sagt, dass sie jeden Augenblick des Beginns ihrer Karriere genossen hat, sie war die jüngste Autorin des Verlags Mills & Boon. Carole Mortimer macht das Schreiben viel Freude, sie möchte gern mindestens weitere zwanzig Jahre für ihre Leserinnen schreiben. Geboren wurde Carole Mortimer 1960 in Ost-England, und zwar in einem winzigen Dorf. Sie sagt, das Dorf sei so klein, dass, sollte der Fahrer beim Durchfahren einmal zwinkern, er den Ort vollkommen übersehen könnte. Ihre Eltern leben immer noch in ihrem Geburtshaus, ihre Brüder wohnen in der Nähe der Eltern. Verheiratet ist sie mit Peter, ihr Mann brachte zwei Kinder mit in die Ehe, sie leben in einem wunderschönen Teil Englands. Die beiden haben vier Söhne, zusammen sind es sechs Kinder, zwischen dem ältesten und jüngsten bestehen 22 Jahre Altersunterschied. Außerdem haben sie einen Kleintierzoo sowie einen Hund, der zur Hälfte von einem Kojoten abstammt und den die Familie aus Kanada mitbrachte.
Autoren/Hrsg.
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1. KAPITEL
„Mr. Symmonds, würden Sie Ihrer Mandantin freundlicherweise erklären, dass ihr Verhalten gestern äußerst unvernünftig war. Ich wollte Miguel abholen …“
„Mr. Shaw, würden Sie Ihrem Mandanten bitte mitteilen, dass ich hingegen sein gestriges Verhalten für weit mehr als unvernünftig halte – es war eindeutig unmenschlich!“ Brynnes dunkelblaue Augen blitzten auf, ihre Wangen waren gerötet. Zornig starrte sie auf den groß gewachsenen Mann, der auf der anderen Seite des Büros am Fenster stand.
Paul Symmonds, der sie anwaltlich vertrat, nahm neben ihr Platz und sagte mit ruhiger Stimme: „Ich fürchte, dass Señor Santiago das Gesetz auf seiner Seite hat, Miss Sullivan …“
„Vielleicht hat er das, aber …“
„Kein ‚Vielleicht‘, Miss Sullivan. Vor drei Wochen hat der Richter entschieden, dass Miguels Platz an meiner Seite ist, denn ich bin sein Vater“, unterbrach Alejandro sie mit eisiger Stimme. „Und als ich gestern wie vereinbart zu Ihnen nach Hause kam, weigerten Sie sich, mir Miguel zu geben.“
„Michael ist sechs Jahre alt“, sagte Brynne, wobei sie absichtlich die englische Version des Namens ihres Neffen benutzte. „Und er hat erst vor Kurzem seine Eltern bei einem Autounfall verloren. Er ist kein übrig gebliebenes Gepäckstück, das Sie nach Belieben abholen können, nur weil Sie zufällig sein leiblicher Vater sind!“ Sie atmete heftig und hatte die Hände zu Fäusten geballt.
Am liebsten würde sie schreien und toben und diesem Mann endgültig klarmachen, dass es ihr egal war, ob er der Vater des Kindes war oder nicht. Auch wenn sie nur die angeheiratete Tante war: Der kleine Junge gehörte zu ihr!
Doch sie wusste, dass sie keine Chance hatte. Die gerichtliche Auseinandersetzung mit Alejandro Santiago war bereits verloren.
Trotzdem war ihr zum Schreien zumute.
Alejandro musterte sie. Seine Miene verriet keinerlei Gefühl. Er war groß, hatte mittellange Haare und die kältesten grauen Augen, die Brynne je gesehen hatte. Sein Gesicht war kantig, und sein maßgeschneiderter Anzug verstärkte noch den Eindruck ungerührter Gleichgültigkeit. In dem heftigen Streit um das Sorgerecht für Michael in den letzten Wochen hatte er sie das Fürchten gelehrt.
„Ich weiß sehr gut, wie alt Miguel ist, Miss Sullivan“, entgegnete er auf Brynnes Gefühlsausbruch. „Und Sie wissen ebenso gut wie ich, dass mein Sohn zu mir gehört.“
„Er kennt Sie noch nicht einmal!“, protestierte sie.
„Das ist mir klar“, erwiderte er mit einer wegwerfenden Handbewegung. „Aber ich kann nichts dafür, dass mein Sohn die letzten sechs Jahre ohne mich verbringen musste.“
„Sie hätten versuchen können, seine Mutter zu heiraten!“
Alejandros Nasenflügel zitterten vor Wut. „Was wissen Sie denn schon! Bilden Sie sich ja nicht ein, Sie könnten mir vorhalten, was ich vor sieben Jahren hätte tun oder lassen sollen!“
Sie schluckte seinen Kommentar herunter und beschloss, diesem arroganten Spanier einen kostenlosen Ratschlag zu erteilen. „Seit der Gerichtsverhandlung vor drei Wochen warte ich vergebens darauf, dass Sie Michael kennenlernen möchten. Aber Sie haben sich nicht ein einziges Mal mit ihm getroffen. Ich wusste noch nicht einmal, ob Sie überhaupt im Land waren. Und nun wagen Sie es …“
Seine harten grauen Augen wurden schmal. „Wo ich in den letzten drei Wochen war, geht Sie überhaupt nichts …“ Ungeduldig brach er ab und wandte sich an die beiden Rechtsanwälte, die den Streit beobachteten. „Mr. Symmonds, können Sie Ihrer Mandantin nicht begreiflich machen, dass Sie kein Recht hat, meinen Sohn von mir fernzuhalten? Ich habe dem heutigen Treffen allein aus Höflichkeit Miss Sullivan gegenüber zugestimmt. Ich akzeptiere, dass sie den Jungen mag …“
„Ihn mögen?“, wiederholte Brynne, außer sich vor Zorn. „Ich liebe ihn. Michael ist mein Neffe …“
„Das ist er nicht, er ist kein Blutsverwandter von Ihnen. Miguel war bereits vier Jahre alt, als seine Mutter Ihren Bruder heiratete …“
„Er heißt Michael“, stieß sie wütend hervor.
„Sehen Sie, Miss Sullivan“, ergriff Paul Symmonds das Wort. „Ich habe Sie vor dem Treffen darauf hingewiesen, dass Sie wirklich keine andere Wahl haben …“
„Michael ist noch vollkommen durcheinander, weil er seine Eltern verloren hat“, fuhr Brynne fort. Sie war selbst noch längst nicht über den Tod ihres älteren Bruders und seiner Frau hinweggekommen. Ein Autounfall hatte Michael zur Waise gemacht. „Ich bin mir sicher, dass der Richter davon ausging, dass Mr. Santiago die dreiwöchige Übergangsfrist nutzen würde, um Michael kennenzulernen, und dass er nicht plötzlich wie ein Wildfremder bei mir vor der Tür steht und erwartet, dass ich ihm das Kind anvertraue.“
Alejandro hob die kräftigen Augenbrauen und fragte sich nicht zum ersten Mal, warum diese Frau ihn so erbittert bekämpfte. Seit sechs Wochen schien sie nichts anderes zu tun. Vor eineinhalb Monaten hatte sich herausgestellt, dass der Junge, der durch die Heirat ihres Bruders ihr Neffe geworden war, tatsächlich sein Sohn war. Er war das Ergebnis der kurzen Affäre, die er vor sieben Jahren mit Joanna gehabt hatte.
Wenn Brynne Sullivan glaubte, diese Enthüllung hätte ihn unberührt gelassen, dann irrte sie sich. Er hatte in der Zeitung von dem schrecklichen Unfall gelesen, bei dem acht Menschen getötet worden waren, darunter auch Joanna und ihr Mann Tom. Ein Zeitungsfoto zeigte Joannas Sohn. Der kleine Junge, der den Unfall wie durch ein Wunder überlebt hatte, wies eine verblüffende Ähnlichkeit mit ihm selbst in diesem Alter auf. Er wurde misstrauisch und stellte diskrete Erkundigungen an. Dabei kam heraus, dass Michael bereits vier Jahre alt gewesen war, als Joanna Tom Sullivan heiratete, und dass der Name seines leiblichen Vaters unbekannt war.
Möglicherweise war Alejandro also tatsächlich der Vater. Auf der Stelle flog er für weitere Nachforschungen nach England. Kurz darauf beantragte er das Sorgerecht, und das Gericht ordnete einen Vaterschaftstest an, dessen Ergebnis eindeutig war.
Doch diese Frau, diese Brynne Sullivan, die jüngere Schwester von Joannas Mann, hörte nicht auf, gegen die Entscheidung des Gerichts anzukämpfen.
Sie warf ihm Unmenschlichkeit vor!
„Wie ich bereits sagte, mit dem Treffen heute wollte ich Ihnen entgegenkommen, und jetzt ist es beendet.“
„Nein, das ist es nicht!“ Brynnes Stimme war fest.
„Oh doch, und ob es das ist“, beharrte er betont ruhig, obwohl er nahe daran war, die Geduld zu verlieren.
„Sie werden Miguels Sachen zusammenpacken und ihn darauf vorbereiten, dass er morgen um diese Zeit mit mir kommt …“
„Nein, das werde ich nicht.“ Entschlossen schüttelte sie den Kopf. „Ich werde nicht zulassen, dass Sie ihn einfach so mitnehmen …“
„Ich fürchte, Sie haben keine andere Wahl, Miss Sullivan“, mischte Alejandros Anwalt sich mit freundlicher Stimme ein. „Señor Santiago hat das Gesetz auf seiner Seite.“
Für seine Mühe erntete er nichts als einen wütenden Blick aus blauen Augen.
Unter anderen Umständen hätte Alejandro sich von der Frau angezogen gefühlt. Sie war schlank, hatte lange tizianrote Haare und einen hellen Teint. Ihre Augen blitzten, und sie strahlte jugendliches Selbstvertrauen aus. Doch da sie zwischen ihm und seinem Sohn stand, ärgerte er sich nur in höchstem Maße über sie. Unter anderen Umständen hätte er sich über ihre Hartnäckigkeit amüsiert, da er hinter ihrem Verhalten einen Willen erkannte, der ebenso unzähmbar war wie sein eigener. Aber die Umstände waren nun einmal nicht anders, und so war Brynne Sullivan für ihn nur eine Quelle des ständigen Ärgers, die er so schnell wie möglich loswerden wollte.
„Aber er liebt Michael nicht so wie wir!“, sagte sie jetzt und starrte Alejandro mit unverhohlener Abscheu an. „Michael war erst vier, als Tom und Joanna heirateten, und jetzt, wo sie tot sind, sind meine Eltern und ich die einzigen Verwandten, die er noch hat …“
„Er hat Großeltern, Onkel und Tanten und zwei Cousins in Spanien“, unterbrach Alejandro sie.
„Die er genauso wenig kennt wie Sie“, gab sie scharf zurück.
Er holte tief Luft. „Miss Sullivan, seit sechs Wochen bringen Sie immer nur dieselben Argumente. Doch wie ich bereits sagte, weder Sie noch Ihre Eltern sind mit Michael verwandt …“
„Sie sind wirklich ein Ungeheuer!“ Brynne stand auf und schleuderte ihm die Anschuldigung entgegen. „Michael hat immer noch Albträume, weil seine Mutter und der einzige Vater, den er je kannte, tot sind. Wie können Sie nur daran denken, ihn auf diese gefühllose Weise den Menschen zu entreißen, die er für seine Großeltern und seine Tante hält?“
„Ich nehme nur mein Recht als Vater wahr.“ Er war sich immer noch nicht sicher, was er davon halten sollte, dass Joanna ihm Miguels Existenz all die Jahre verheimlicht hatte. Zugegeben, ihre Affäre hatte nicht lange gedauert, und es war nicht mehr als ein Urlaubsflirt gewesen. Aber Joanna musste gewusst haben, dass das Kind von ihm war. Trotzdem hatte sie ihm nichts von dem Jungen erzählt.
Frustriert starrte Brynne ihn an. Sie wusste, dass es keinen Zweifel daran gab, dass dieser Mann Michaels leiblicher Vater war. Genauso wie sie wusste, dass er das Recht hatte, sein Kind überallhin mitzunehmen.
Sie hatte niemals eine echte Chance gehabt, Michael zu behalten. Nicht, nachdem Alejandro Santiago das Sorgerecht beantragt hatte. Was konnte eine alleinstehende fünfundzwanzig Jahre alte...




