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Mott | Frosthauch | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 204 Seiten

Reihe: Frost

Mott Frosthauch

Der Sohn des Königs
4. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7534-4711-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Der Sohn des Königs

E-Book, Deutsch, Band 1, 204 Seiten

Reihe: Frost

ISBN: 978-3-7534-4711-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Emsie merkt schnell, dass sie sich dieses Mal den falschen Gegner ausgesucht hat. Prinz Ferran von Chrandos scheint ein kalter und grausamer Mann zu sein, dem es überhaupt nicht passt, dass er von der jungen Frau im Schwertkampf besiegt wird. Zufall, Fluch und eine verwirrende Anziehung sorgen dafür, dass sich ihre Wege immer mehr ineinander verflechten und Emsie wird bald eins klar: Die Welt des Königssohns ist nicht ungefährlich - und Macht ist ein zweischneidiges Schwert, dass Menschen zu Monstern und Feinde zu Freunden werden lässt. Denn Gut und Böse gibt es nur im Märchen und unsere Monster erschaffen wir uns immer selbst. https://www.instagram.com/bente_mott/channel/ https://www.facebook.com/bente.mott.9/

Bente Mott verbindet ihre Liebe zur Wissenschaft mit ihrer Faszination für Fiktion und erschafft daraus ihren ganz eigenen Stil. Bereits während ihrer Doktorandenzeit veröffentlichte sie vorwiegend wissenschaftliche Texte, blieb jedoch auch nach ihrer Promotion in Mikrobiologie dem kreativen Schreiben treu. Diese Leidenschaft nimmt - neben ihrer beruflichen Tätigkeit und dem Kampfsport - einen bedeutenden Teil ihres Lebens ein. Geboren im Oktober 1991, entdeckte sie schon früh die Freude daran, Figuren zu erschaffen und ihnen eine Geschichte zu geben. Besonders motiviert sie die Möglichkeit, eigene Welten zu gestalten - voller Vielfalt und einzigartiger Möglichkeiten, die in der Realität oft unerreichbar scheinen. Die Autorin lebt im Süden Deutschlands mit ihrem Mann, fünf Landschildkröten und einer beeindruckenden Sammlung an Pflanzen. Nach ihrem Debütroman im Self Publishing Frosthauch - Der Sohn des Königs setzte sie ihre schriftstellerische Reise mit der Dark Fantasy Buchreihe Silver Blood fort, deren alle drei Teil bereits erschienen sind. Der Sci-Fi Roman künstlich, sowie der Science meets Fantasy Roman Patient 0 - Die Biologie eines Vampirs folgten und besitzen, wie ihre anderen Werke auch, eine extra Priese Romance. Zu ihren größten literarischen Einflüssen zählen Andrzej Sapkowski, Trudi Canavan, Sergei Lukjanenko, Suzanne Collins und Alison Croggon.
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KAPITEL 1

»Ich bin Emsie Frost.« Wann immer Emsie gezwungen wird, sich mit vollem Namen vorzustellen, sieht sie in dem Gesichtsausdruck ihres Gegenübers eine gewisse Irritation aufblitzen. Bei einem Familiennamen wie Frost erwartet man im Allgemeinen eher eine kühle, zarte Schönheit, die einem frischen Dezembermorgen gleicht. Aber Emsie ist das totale Gegenteil.

Ihr dunkelblondes Haar, das ihr zu einem Zopf geflochten über ihre linke Schulter fällt, sowie die braunen Augen und der sonnengebräunte Teint ihrer Haut, lassen den Mann vor ihr abschätzig die Nase rümpfen. Vielleicht liegt es aber auch an ihrer Kleidung. Für die Übungen auf dem Kampfplatz trägt die junge Frau die leichte Uniform eines Soldaten. Ihre Beine stecken in einer engen schwarzen Hose und über ihrem dunkelblauen Oberteil trägt sie ein silbernes Kettenhemd.

»Ich kenne keine Familie Frost. Und dich, habe ich hier überhaupt noch nie gesehen.« Der Mann überkreuzt ablehnend seine Arme vor der Brust. »Der Zutritt zum Übungsplatz ist nur Mitgliedern der Adelsfamilien gestattet.« Wie um seine Worte noch zu untermauern, zieht er sich dabei, lautstark schniefend, den Rotz wieder in die Nase zurück.

Emsie verzieht vor dem einschüchternden Soldaten keine Miene und mustert ihn stattdessen abschätzig. Dabei fällt ihr auf, in was für einem schlechten Zustand sich die Uniform des Aufsehers befindet. An vielen Stellen ist diese bereits geflickt worden und hat auch sonst schon deutlich bessere Tage gesehen. Die junge Frau seufzt und bindet schließlich ihr Schwert von ihrer Hüfte los. Sie hält es dem Aufseher des Übungsplatzes vor die Nase. »Wir sind neu am Haus des Königs Chrandos. Mein Vater wurde erst kürzlich zum Schatzmeister des Königs ernannt und meine Mutter ist Sergeant Frost der dritten Einheit hier in Schwarzerden. Vielleicht hast du von ihr bereits gehört?«

Der Soldat schielt grübelnd auf das Wappen, das auf die Schwertscheide mit silbernen Fäden gestickt worden ist, dann wieder zu Emsie und dann wieder auf das Emblem in Form einer Schneeflocke. »Sergeant Frost?« Seine Augen weiten sich plötzlich. »Natürlich, jetzt fällt es mir wieder ein! Verzeiht, aber Ihr seht eurer Mutter nicht sehr ähnlich, oder?«

Emsie seufzt zum zweiten Mal an diesem Morgen und zuckt genervt mit den Achseln. Wie oft sie das schon gehört hatte! Im Gegensatz zu ihr passt der Familienname zu ihrer Mutter wie die Faust aufs Auge. Sie selbst kommt eher nach ihrem Vater, der aus dem sonnigen Süden von Dranzur stammt.

»Kann ich jetzt bitte durch?« Der Aufseher nickt stumm und macht ihr schließlich Platz.

»Fräulein Emsie! So wartet doch auf mich!«

Die junge Frau dreht sich um und erblickt ihre Zofe Lara, die schwitzend und außer Atem zu ihr aufschließt. Die ausladende Oberweite der drallen Frau hebt und senkt sich hektisch bei jedem Atemzug.

Emsie bindet sich das Schwert zurück an die Hüfte und überreicht der schwitzenden Frau genervt ihr Taschentuch. »Was ist schon dabei, wenn ich allein zum Übungsplatz gehe? Ich brauche niemanden, der auf mich aufpasst!«

Die Zofe nickt ihr dankend zu und wischt sich keuchend den Schweiß von der Stirn. »Aber euer Vater sagte zu mir ...«

»Ich weiß, was er gesagt hat! Ich stand dabei neben ihm. Aber was soll's, wenn Ihr nicht gehen wollt, dann bleibt eben und seht zu, wie ich mich etwas in der Schwertkunst übe.«

Gemeinsam betreten die beiden Frauen den Übungsplatz. Der Erdboden ist von dem Gewicht der vielen Übenden so dicht geworden, dass es sich anfühlt, als würde man auf Gestein laufen. Für das Training stehen Holzpfähle überall verteilt. Die meisten sind mit einer Vielzahl von alten und neuen Kerben übersät.

Während Emsie sich neugierig umsieht, kommt die Morgensonne hinter den Wolken hervor und taucht alles in ein helles Licht. Ein paar junge Burschen stehen sich bereits gegenüber und üben Paraden oder wärmen sich gemeinsam auf. Emsie spürt die Blicke der jungen Männer auf sich ruhen, als sie ebenfalls beginnt, ihre Gliedmaßen zu dehnen. In Zirondiil, ihrer Heimatstadt, ist es ganz normal, dass beide Geschlechter im Schwertkampf ausgebildet werden. Hier, in der konservativen Stadt des Königs, scheint das eher die Ausnahme zu sein. Schließlich sieht sie unter den Übenden keine einzige weitere Frau.

! Emsie muss bei dieser Vorstellung amüsiert grinsen. Zumindest erzählt das ihr Bruder Kandell, der mit den Jahren ein gewisses Faible für das andere Volk entwickelt hat. Ihn hat der Umzug bei Weitem am schwersten getroffen.

Ihr Bruder ist nur ein Jahr älter als sie und besucht jetzt die Akademie der arkanen Künste und Magie hier in der Hauptstadt. Vor zwei Jahren etwa, wurde bei ihm eine mittelprächtige Gabe festgestellt. Auf Kandells drängen hin, erlaubte der Vater ihm die Ausbildung zum Magier in Zirondiil. , so denkt Emsie,

Emsie beginnt ihr Training mit ein paar einfachen Pirouetten und schlägt mit ihrem Schwert dabei auf einen unsichtbaren Gegner vor ihr ein, als würde sie gegen einen rasenden Oger kämpfen. Schweiß beginnt sich langsam auf ihrer Stirn zu bilden.

Versunken in ihre Übungen, sieht sie die Neuankömmlinge nicht, die gerade in diesem Moment auf den Übungsplatz schlendern. Der Aufseher verbeugt sich übertrieben vor den drei jungen Männern und tritt ihnen eilig aus dem Weg. Einer der beiden kleineren Gestalten bemerkt die junge Frau und deutet amüsiert mit dem Finger auf sie.

Währenddessen wirbelt Emsie konzentriert mit dem Schwert um sich und will gerade zum finalen Schlag in ihrem Kampf gegen die imaginäre Bestie ausholen, als sie plötzlich, mitten in der Bewegung, erstarrt. Jemand steht auf einmal, wie aus dem Nichts geboren, neben ihr.

Überrascht sieht die Schwertkämpferin auf und blickt in das Gesicht eines jungen Mannes. Emsie schätzt ihn etwas älter als sie selbst sein. Seine schulterlangen, rabenschwarzen Haare trägt er nach hinten gekämmt und seine eisblauen Augen sehen sie direkt an.

Emsie lässt irritiert die Waffe in ihrer Hand sinken. Dabei schüttelt sie sich innerlich unter dem hochnäsigen und kalten Blick, mit dem der Fremde sie neugierig betrachtet.

Hinter seiner großen und schlanken Gestalt tauchen auf einmal seine beiden Begleiter auf, die mit ihren vorgestreckten Brustkörben aussehen, wie zwei ausgestopfte Hähne. Jedoch ist es die Ausstrahlung des schwarzhaarigen, die Emsie ganz und gar nicht gefällt.

Der junge Mann mustert sie amüsiert von Kopf bis Fuß. Emsie fühlt sich dabei angestarrt, wie ein exotisches Tier in einem Käfig.

»Was für ein seltener Anblick! Und ich dachte schon, heute würde es wieder einen dieser langweiligen Übungstage geben. Eine Frau ist hier eher die Ausnahme.«

Sie sieht ihn mit zusammengekniffenen Augen feindselig an. »Wer seid Ihr? Falls es Euch noch nicht aufgefallen ist, Ihr steht mir im Weg!«

Das aufgesetzte Lächeln des jungen Mannes verringert sich bei diesen Worten ein wenig. Lara kommt auf einmal zu ihnen herübergestürmt, erneut außer Atem, und drückt Emsie grob den Kopf nach unten.

»Verzeiht ihr, Herr! Sie ist neu am Hof des Königs und kennt sich noch nicht aus! Ihre Einführung in die Hofgesellschaft wird erst heute Nachmittag stattfinden, Prinz Ferran. Habt bitte Nachsicht!«

Emsie kann nicht glauben, was sie da hört.

Während die Schwertkämpferin immer noch zu Boden starrt, überschlägt sich die Zofe fast mit Entschuldigungen und Lobpreisungen auf das Herrschergeschlecht zugleich. Sichtlich genervt hebt Ferran die Hand, um sie zum Schweigen zu bringen.

»Bei den Göttern, spar deinen Atem, Frau! Du läufst schon blau an. Außerdem kann ich mich nicht erinnern, dich um deine Meinung gebeten zu...



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