Murphy | Wer für das Böse lebt | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 376 Seiten

Reihe: Liverpool Police Station

Murphy Wer für das Böse lebt

Kriminalroman | Stadt der Mörder - Liverpool Police Station, Band 1
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-98690-252-0
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Kriminalroman | Stadt der Mörder - Liverpool Police Station, Band 1

E-Book, Deutsch, Band 1, 376 Seiten

Reihe: Liverpool Police Station

ISBN: 978-3-98690-252-0
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Dunkelheit legt sich über Liverpool, die Stadt der Mörder! Der Kriminalroman »Wer für das Böse lebt« von Margaret Murphy jetzt als eBook bei dotbooks. Der junge Sergeant Forster und Chief Inspector Alan Jameson müssen in Liverpool gleich zwei rätselhafte Mordfälle aufklären - die einzige Verbindung zwischen den Opfern: Beide Frauen haben früher im selben Kinderheim gearbeitet. Bei ihren Ermittlungen stoßen die Polizisten auf eine Mauer aus Schweigen - es scheint, als sei die dunkle Wahrheit schon vor langer Zeit begraben worden, um nie wieder ans Tageslicht zu kommen. Einzig die Kinderpsychiaterin Christine Radcliffe ist bereit, ihnen zu helfen. Doch während Jameson zunehmend fasziniert von der smarten Psychologin ist, beschleicht ihn der Verdacht, dass sie weitaus mehr darüber weiß, wer in dem perfiden Mörderspiel Opfer und wer Täter ist ... »Margaret Murphy schreibt typisch britische Krimis mit dem Tempo eines amerikanischen Thrillers - genau solche Romane brauchen wir!« Bestsellerautor Mo Hayder Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der Kriminalroman »Wer für das Böse lebt« von Margaret Murphy ist der Auftakt ihrer spannungsgeladenen Reihe um die »Liverpool Police Station«. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Margaret Murphy ist diplomierte Umweltbiologin und hat mehrere Jahre als Biologielehrerin in Lancashire und Liverpool gearbeitet. Ihr erster Roman »Der sanfte Schlaf des Todes« wurde von der Kritik begeistert aufgenommen und mit dem First Blood Award als bester Debüt-Krimi ausgezeichnet. Seitdem hat sie zahlreiche weitere psychologische Spannungsromane und Thriller veröffentlicht, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Heute lebt sie auf der Halbinsel Wirral im Nordwesten Englands. Die Website der Autorin: margaret-murphy.co.uk Bei dotbooks veröffentlichte Margaret Murphy ihre psychologischen Spannungsromane: »Die Stille der Angst« »Der sanfte Schlaf des Todes« »Im Schatten der Schuld« »Das Pflegekind« Die ersten drei Romane sind auch im Sammelband erhältlich. Außerdem ist bei dotbooks ihre Thriller-Reihe um die Anwältin Clara Pascal erschienen, die auch im Doppelband erhältlich ist: »Warte, bis es dunkel wird - Band 1« »Der Tod kennt kein Vergessen - Band 2« Sowie ihre Reihe um die Liverpool Police Station: »Wer für das Böse lebt - Band 1« »Wer kein Erbarmen kennt - Band 2« »Wer Rache sucht - Band 3«
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Kapitel 1


Beim ersten Fall sprach die regionale unabhängige Tageszeitung von Verschwinden, aber Chris hatte nur selten Zeit, die Nachrichten im Fernsehen anzuschauen, und hörte nie den örtlichen Radiosender, erst recht nicht, seitdem sie dort eine eigene Sendung hatte. Der zweite Fall wurde auch in der überregionalen Presse gebracht.

»Was tust du da?« Ted May schlug ungehalten eine Ecke seiner Zeitung um und sah finster zu seiner Kollegin hoch. »Ich versuche, über deine Schulter zu lesen, aber du machst es mir nicht gerade leicht.« Chris runzelte die Stirn.

Sie verbrachten gerade ihre Pause im Gemeinschaftsraum der Abteilung für Kindliche Entwicklungspsychologie des Hazel-Mount-Kinderkrankenhauses. Der Raum nahm ein Fünftel der Gesamtfläche der Abteilung ein. Auf dieses Ungleichgewicht hatten die Psychologen und Logopäden während der vorangegangenen wochenlangen Hitzeperiode des öfteren aufmerksam gemacht. Sie mußten ihre Sitzungen bei lähmenden Temperaturen in unzulänglichen Zimmern abhalten.

»Hat dir noch nie jemand gesagt, daß es sich nicht gehört, über anderer Leute Schulter zu lesen?«

»Leider nein. Schlechte Erziehung. Ich gieße außerdem die Milch vor dem Tee in die Tasse. Was ist denn bloß heute morgen mit dir los?«

»Die Hitze«, sagte Jo Dowling, ohne von dem Bericht aufzusehen, den sie gerade las. »Sei froh, daß du gestern nicht hier warst. Nachmittags war es nicht mehr auszuhalten mit ihm.«

»Dann versuch du doch mal, bei 30 Grad Hitze in einem stickigen Raum Kinder mit Konzentrationsstörungen zu beurteilen.«

»Wenn du es nicht kannst, kann es keiner«, räumte Chris ein. Ted war bekannt für seine unendliche Geduld sowohl mit Eltern als auch mit Kindern. »Aber jetzt laß mich mal einen Blick in die Zeitung werfen. Ich glaube, ich kenne sie.«

»Die Sozialarbeiterin?« fragte er. »Warum hast du das denn nicht gleich gesagt?«

Chris wollte etwas erwidern, hielt aber inne. »Ich weiß auch nicht«, sagte sie. »Ist nicht so wichtig.«

Die Überschrift lautete:

Zweite Sozialarbeiterin entführt

Darunter war ein Foto des Weges abgebildet, auf dem Ann Lee zuletzt gesehen worden war. Die Polizei hatte den Weg mit gestreiftem Band abgesperrt. Chris überflog den Text und nahm bereits beim ersten Lesen fast alle Fakten auf. Anns kleiner Hund war auf dem Fußweg erwürgt aufgefunden worden, die Leine fest um den Hals gewickelt. Aber man hatte keine Spur von seiner Besitzerin gefunden.

Ted beobachtete sie aus dem Augenwinkel. Insgeheim genoß er es, Dr. Christine Radcliffe einmal so nah zu sein. Ihr Parfum war leicht und unaufdringlich, aber er roch es, als sie sich beim Lesen über ihn beugte. Sie legte eine Hand auf seine Schulter; durch sein Hemd hindurch spürte er ihre Wärme und mußte sich zwingen, normal weiterzuatmen. Ihr Haar, das sorgfältig hochgesteckt war, glänzte wie mattes Gold. Sie war leicht gebräunt; dadurch hatte ihre sonst eher blasse Haut einen gesunden Schimmer angenommen. Chris war nur leicht geschminkt, gerade so viel, daß ihre Vorzüge noch betont wurden: ihre ausdrucksvollen, violett-blauen Augen und ihr üppiger, sinnlicher Mund.

Frances Lowe, die in der Küchenecke des Gemeinschaftsraumes stand, drehte sich zum Waschbecken um, und weil sie die Hitze nicht länger ertragen konnte, riß sie ein Papierhandtuch vom Halter, tränkte es mit Wasser und betupfte sich damit sorgfältig ihr Gesicht. »Diese verdammte Hitze!« murmelte sie. Als sie sich wieder umwandte, hielt Chris Radcliffe die Zeitung in den Händen, und sowohl Jo als auch Ted sahen sie mit einer Mischung aus Besorgnis und Neugier an.

»Was in aller Welt ist denn auf einmal los?« wollte sie wissen. Offensichtlich hatte sie etwas Wichtiges verpaßt.

»Die Sozialarbeiterin«, sagte Jo und riß die Augen auf, um ihre Bemerkung noch zu betonen. »Chris kennt sie.«

»Kannte sie«, verbesserte Chris, während sie weiter las. »Beruflich. Wir haben eine Weile zusammengearbeitet.«

»Die, die verschwunden ist?« fragte Fran und fuhr mit einem leichten Schauder von Vergnügen fort: »Wie furchtbar

Jo sah die Sprechstundenhilfe mit vorwurfsvoll gerunzelter Stirn an. Frances konnte manchmal wirklich unsensibel sein. Fran warf ihr einen frechen Blick zu und klapperte mit ihren hochhackigen Sandalen hinüber zum Couchtisch. Dabei hielt sie in der einen verschwitzten Hand ein Glas Wasser und in der anderen ein feuchtes Papierhandtuch. Sie stellte das Glas vorsichtig auf den Tisch und tupfte sich mit dem Papierhandtuch über die Stirn. Dadurch rutschte ihr Pony nach oben, und sie wirkte auf einmal zerzaust und mädchenhaft. Auf ihren runden, rosigen Wangen erschienen vergnügte Grübchen. »Also, los … erzählen Sie uns alles über sie.«

Jo verdrehte die Augen. »Sie sind wirklich unmöglich, Frances.«

»Versuchen Sie ja nicht, uns weiszumachen, daß Sie das nicht interessiert.« Frans Verachtung war deutlich zu spüren. Jo Dowling wurde langsam größenwahnsinnig, nur weil sie bei ein paar Beurteilungsgesprächen dabei gewesen war. Sie hielt Jos starrem Blick stand, sah in die ausdruckslosen, grauen Augen der Logopädin, forderte sie zum Widerspruch heraus.

»Es gibt nichts zu erzählen«, sagte Chris mit nüchterner Entschiedenheit. »Es muß zehn Jahre her sein, daß ich sie das letzte Mal gesehen habe. Ich hab sie eigentlich nur bei ein paar Besprechungen von irgendwelchen Fällen getroffen.«

Fran schmollte. »Also, wenn das alles ist, warum erzählen Sie uns dann überhaupt, daß Sie sie kannten?« Sowohl Ted als auch Jo starrten sie an, und sie hob trotzig das Kinn.

»Das ist die zweite«, sagte Ted schließlich.

»Ja«, erwiderte Chris. »Die zweite.«

»Die andere war diese Mutter von zwei Kindern, ein Stück die Straße runter.«

»Auf dem Nachhauseweg von der Aerobicstunde entführt«, sagte Fran aufgeregt. »Ist das nicht schrecklich? Wenn ich nur daran denke … Es hätte jeden von uns treffen können.«

Jo sah Fran an. Sie bezweifelte, daß Fran jemals in ihrem Leben eine Aerobicstunde gehabt hatte. »Ziemlich unwahrscheinlich, Fran«, sagte sie. »Oder haben Sie etwa jemals für das Jugendamt gearbeitet?«

Frans Gesicht nahm einen Moment lang einen verständnislosen Ausdruck an, dann formten sich ihre fleischigen Lippen zu einem perfekten ›O‹. Sie gab sich keine Mühe, ihre Aufregung zu verbergen und sagte: »Sie meinen, es hat etwas mit der Kinderheimgeschichte zu tun?« Ihre Augen wurden größer. »Haben Sie nicht damals für das Jugendamt gearbeitet, als diese Geschichte passiert ist, Chris?«

Jo zischte Fran an und warf Ted einen flehentlichen Blick zu, aber der war gerade damit beschäftigt, eingehend Chris’ Gesichtsausdruck zu studieren. Also wirklich, dachte sie, er könnte seine Anbetung ruhig ein bißchen weniger deutlich zum Ausdruck bringen. Jo mochte Ted May. Bei all seiner chaotischen, ziemlich rauhen Persönlichkeit besaß er eine ungeheure Intuition, die er sehr erfolgreich einsetzte. Als Logopädin war Jo bei unzähligen Sitzungen mit Eltern und Kindern dabei gewesen und hatte diesen großen, schwerfälligen Mann beobachtet. Wie er sich irgendwie zusammengefaltet hatte, damit er sich neben seine Patienten in ein winziges Kinderstühlchen zwängen konnte. Wie er scheinbar zufällig irgendwelche Tests auswählte und dabei die ganze Zeit mit dem Kind und den Eltern sprach, offenkundig harmlose Fragen stellte und so selbst diejenigen aus der Reserve lockte, die sich zuvor äußerst abwehrend verhalten hatten. Er lernte innerhalb von einer Stunde ihre Probleme so genau kennen wie manche ihrer Sozialarbeiter erst nach Monaten oder Jahren.

Wenn ein Fall in eine Sackgasse geraten war, wurde oft Ted hinzugezogen, angeblich, um eine gutachterliche Stellungnahme vorzunehmen, in Wirklichkeit aber, um eine Lösung zu finden, die beiden Seiten zusagte.

Sie blickte ihn an. Mit seinen grauen Haaren, die von der Stirn bis zum Scheitel in einer Reihe hochstanden, sah er aus wie ein alternder Punker.

Wenn Chris um die Stärke seiner Gefühle zu ihr wußte, so zeigte sie es nicht; Jo war sich sicher, daß sie Ted respektierte, aber sie war ebenso davon überzeugt, daß Chris den Mann lediglich wegen seiner beruflichen Fähigkeiten bewunderte, sich gern in seiner Gegenwart aufhielt und ihn als Kollegen schätzte.

Fran seufzte und stand auf, um sich ein Glas Wasser einzugießen. Ted erhob sich und näherte sich Chris. Jo hörte, daß er ihr etwas zumurmelte. Er beugte sich über sie, während sie den Artikel noch einmal las.

»Ich bin verdammt noch mal nicht behindert, Ted«, antwortete Chris. Dabei drehte sie sich zu schnell um und stieß mit ihm zusammen. Sie fluchte leise, drückte ihm die Zeitung in die Hand und ging aus dem Zimmer, irgend etwas vor sich hin murmelnd.

Darren Lewis kniete auf dem dreckigen Beton und las die Zeitung. Er hatte sie dazu benutzt, ein Feuer anzufachen. Eine Versicherungsgeschichte ? leeres Grundstück. Nichts Unangenehmes.

Skandal um Calderbank-Kinderheim

Die Überschrift traf ihn wie ein Schlag in die Magengrube. Er hatte in letzter Zeit ziemlich viel mit der Presse zu tun gehabt ? auf die eine oder andere Weise. Erst diese blöde Kuh Hardy, die sich immer widerspruchslos alles hatte gefallen lassen, dann der alte Fischkopf Lee, und jetzt das. Skandale um Kinderheime: Das schien für die Presse immer ein gefundenes Fressen zu sein. Die Journalisten interessierte nicht, daß es sich dabei um Menschen mit Gefühlen handelte, die einen Ruf zu verlieren hatten. Kinder, die wie Huren von der Lime Street behandelt worden waren, gaben der ganzen Sache lediglich mehr Biß: Kindesmißhandlung erregte nach wie...



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