E-Book, Deutsch, Band 1, 120 Seiten
Reihe: Outlaws
Muschiol Der Dämon und das mutige Mädchen. Rockerroman
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-96586-783-3
Verlag: Romance Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1, 120 Seiten
Reihe: Outlaws
ISBN: 978-3-96586-783-3
Verlag: Romance Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Dämon, der Präsident der Outlaws, staunt nicht schlecht, als er plötzlich ein wunderschönes und in Tränen aufgelöstes Mädchen in seinem Motorcycle Club vorfindet. Sarahs Bruder sitzt im Gefängnis und braucht den Schutz der Rocker, um dort zu überleben. Der Dämon will erst ablehnen. Er ist kein verfluchter Bodyguard. Doch ihr Mut und ihre Schönheit lassen ihn seine Meinung ändern. Solange Sarahs Bruder unter dem Schutz der Outlaws steht, gehört das Mädchen ihm: Schutz gegen Sex – das ist der Deal! Diese ursprünglich einfache Vereinbarung wird ziemlich schnell verdammt kompliziert. Sarah ist überrascht, dass es ausgerechnet ein Mann wie Dämon ist, der die Macht hat, Schmetterlinge in ihrem Bauch tanzen zu lassen. Und der Präsident kann in ihrer Nähe an nichts anderes denken, als sie zu beschützen. Wie es wohl wäre, ein Mädchen wie sie sein Eigen nennen zu können? Erst als Sarah überfallen wird und er sie in letzter Sekunde retten kann, wird ihm klar: Er will dieses Mädchen. Für immer. Doch wird Sarah sich voll und ganz auf den Präsidenten und die Welt der Outlaws einlassen können?
Die neue Serie von Bärbel Muschiol beinhaltet:
1. Der Dämon und das mutige Mädchen
2. Der Vollstrecker und das widerspenstige Mädchen. Ab 20.05
3. Der Killer und das süße Mädchen
4. Der Devil und das freche Mädchen
Es sind in sich geschlossene, einzelne Romane!
Bärbel Muschiol wurde 1986 in Weilheim, Oberbayern, geboren. Glücklich verheiratet lebt und arbeitet sie mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern heute noch immer im tiefsten Bayern. Im Genre Erotik und in der Belletristik hat sich die Autorin mittlerweile einen festen Platz in den Bestsellerlisten geschaffen.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Prolog
Das Mädchen
„Was hast du dir nur dabei gedacht, ein Auto zu stehlen?“
Die Zelle, in der er sitzt, ist winzig, viel zu klein für ein Tier und schon gar nicht geeignet für einen Menschen.
Spinatgrüne Fliesen zieren die Wände und den Boden.
Ich hasse Spinat!
Die Gefängniszelle ist sicher vier auf vier Meter groß, vielleicht auch größer, trotzdem kommt sie mir viel zu eng und erdrückend vor.
Was ein Witz ist. Mein Wohnzimmer ist kleiner.
Wahrscheinlich misst mein komplettes Apartment keine vier auf vier Meter. Und dennoch bekomme ich kaum Luft und das, obwohl ich auf der besseren Seite der Gitterstäbe stehe.
Im Gegensatz zu mir scheint sich mein kleiner Bruder wenig Sorgen um seine Zukunft zu machen. Ihm scheint nicht klar zu sein, dass er dieses Mal wahrscheinlich nicht mit einem blauen Auge davonkommt, sondern tatsächlich ins Gefängnis geht.
Dieser Idiot!
„Es war eine Aufnahmeprüfung.“
Auch wenn ich höre, was er sagt, verstehe ich kein Wort.
„Wofür?“
Milo senkt verlegen den Blick.
Was nichts Gutes bedeuten kann.
Mir wird schlecht.
„Wofür, verdammt noch mal?“
Schweigend streckt er seinen Arm vor und beginnt damit, den Ärmel seines Pullovers hochzukrempeln.
Zuerst sehe ich nur die 9 dann die 4, die direkt davor steht,
Mein Hirn überschlägt sich, die Gedanken in meinem Kopf beginnen zu rasen, während mir das Ausmaß der ganzen Katastrophe nach und nach bewusst wird.
„Du bist jetzt ein Forty-Niner?“
Milo nickt stolz, fast so, als ob er mir gerade erzählt hätte, dass er endlich auf mich gehört und seinen Schulabschluss nachgemacht hat.
„Ist das zu fassen? Ich gehöre jetzt voll dazu. So mit allem drum und dran. Wir sind jetzt endlich nicht mehr allein, Schwesterherz.“
Allein?
„Oh doch, ich bin allein. Früher hatten wir zumindest uns, aber jetzt verliere ich dich auch noch und dann habe ich wirklich niemanden mehr.“
Den Kopf schüttelnd, versucht er mich an der Hand zu nehmen, was ich nicht zulasse.
Noch vor wenigen Minuten dachte ich, dass mein Bruder verhaftet wurde, weil er ein Einhunderttausend-Dollar-Auto gestohlen hat und dumm genug war, es zu behalten, anstatt es sofort auszuschlachten oder es ins Ausland zu verkaufen.
Jetzt hingegen weiß ich, dass es viel, viiiieeeelllll schlimmer ist.
„Das ist dein drittes Mal, dass du bei einer Straftat erwischt wurdest. Weißt du, was das bedeutet?“
Seine Mimik verrät mir, dass er nicht erkannt hat, dass er am Arsch ist.
„Es bedeutet, dass du in den Knast gehst.“
„Na und? Wenn ich rauskomme, bin ich ein , das war es wert.“
Ach ja?
Die sind eine Gang, die ihr Geld mit Drogen, Waffen und Überfällen verdient.
Warum zum Teufel will man bitte zu denen gehören?
„Bist du schon mal auf die Idee gekommen, dass diese Straßengang dein endgültiger Untergang sein wird? Warum kannst du dir nicht einfach einen Job suchen und arbeiten gehen. Auf normalem Weg dein Geld verdienen und ein gutes, ehrliches Leben führen?“
Milo fallen fast die Augen aus dem Kopf, ehe er zu lachen beginnt.
„Du klingst schon wie unsere Mutter.“
Das war ein Tiefschlag. Unsere Eltern sind vor sechs Jahren abgehauen. Einfach so, ohne ein beschissenes Wort.
Seitdem kümmere ich mich um Milo, was ganz offensichtlich nicht so besonders gut geklappt hat.
Mit meinen vierundzwanzig bin ich drei Jahre älter als er.
Ich war damals achtzehn und er fünfzehn.
Es war hart. Wir hatten kein Geld, um die Miete zu bezahlen, und wären beinahe auf der Straße gelandet.
Dass wir in der Wohnung (falls man das Loch, in dem wir leben, so nennen kann) bleiben durften, verdanken wir nur unserem netten Vermieter, der die Idee hatte, dass ich die Miete in seinem Bett abarbeiten darf.
Was ich die ersten Jahre auch getan habe.
Ich wollte nie eine Hure werden, aber mir blieb einfach keine andere Wahl.
Ich hab mir also wortwörtlich den Arsch aufgerissen, um für Milo zu sorgen, und was macht er?
Er schaufelt sich sein eigenes Grab und mir bleibt nichts anderes übrig, als dabei zuzusehen.
„Du wirst bei deiner Vorgeschichte mindestens ein Jahr bekommen.“
„Da gibt es noch etwas, was du noch gar nicht weißt, Sarah.“
Milo schiebt seinen Ärmel wieder nach unten und lässt sich auf die spinatgrüne Bank fallen.
„Was?“
„Als die Cops mich erwischt haben, war ich gerade dabei, eine Lieferung auszufahren.“
Mir ist sofort klar, dass es sich bei der Lieferung weder um Blumen noch um Pizza gehandelt hat.
„Was hattest du dabei?“
„Koks.“
„Wie viel?“
„Das meiste hatte ich schon verteilt, nur noch ein paar Tütchen.“
Ein paar Tütchen?
Ich glaube, ich flippe gleich aus.
Der Drang, auf ihn einzuschlagen, wird beinahe übermächtig.
„Sei froh, dass du in dieser Zelle sitzt, ansonsten würde ich dir jetzt so eine verpassen.“
Milo grinst, er hält das für einen Scherz, dabei meine ich jedes Wort ernst.
Völlig erschöpft sinke ich auf den Boden und lehne die Stirn an den kalten Stahl.
„Mach dir keine Sorgen Schwesterherz, ich schaffe das schon.“
Ja von wegen.
„Du schaffst gar nichts. Ehrlich Milo. Du bist der größte Trottel auf diesem Planeten.“
Damit stehe ich auf und verlasse das Polizeirevier.
Dass ich meinen Bruder besuchen durfte, verdanke ich Ben, mit dem ich, als unsere Eltern abgehauen sind, zusammen war.
Er ist ein anständiger Kerl. Ehrlich und zuverlässig und vielleicht wäre auch mehr aus uns geworden, wenn ich nicht unsere Miete auf dem Rücken bezahlen würde.
Draußen auf dem Parkplatz setze ich mich auf eine der breiten Stufen, zünde mir eine Zigarette an und denke fieberhaft darüber nach, wie ich meinen Bruder retten kann.
Zu meinem Pech fällt mir nichts ein.
„Du kannst nichts für ihn tun, Sarah.“
Bens vertraute Stimme verrät mir, dass er mir gefolgt ist.
„Aber ich muss. Er ist mein Bruder.“
Mein Ex setzt sich neben mir auf den kalten Stein, nimmt mir die Marlboro ab und inhaliert einen tiefen Zug.
„Lass ihn endlich los. Es wird höchste Zeit, dass du damit anfängst, dich um dich selbst zu kümmern.“
Die linke Seite meines Herzens weiß, dass er recht hat, doch die andere kann Milo unmöglich aufgeben.
„Er ist die einzige Familie, die ich noch habe. Wenn ich ihn verliere, bin ich komplett allein.“
Und diese Vorstellung macht mir irgendwie noch mehr Angst als alles andere.
„Aber das muss nicht so sein ...“
Ben fängt meinen Blick ein, der Ausdruck in seinen braunen Augen verrät mir, dass er immer noch an mir interessiert ist.
„Milo hat sich den angeschlossen.“
Der Cop neben mir wirkt wenig überrascht.
„Ja, ich hab das Tattoo gesehen. Auch wenn du es nicht hören willst, aber ich gebe deinem Bruder noch zwei Jahre, dann ist er entweder tot oder sitzt selbst wegen Mordes im Knast. Du kannst ihn nicht retten, Sarah.“
Ben gibt mir die Zigarette zurück. In der Sekunde, in der sich meine Lippen um die Stelle des Filters legen, die gerade noch die seinen berührt haben, wird mir klar, dass das hier auf keinen Fall wieder passieren darf.
Ben und ich hatten unsere Chance und wir haben sie vertan.
„Danke, dass ich kurz zu ihm durfte.“
„Ich helfe dir, wo ich kann.“
Ja ich weiß.
„Du bist ein guter Mann, weißt du das, Ben?“
Damit stehe ich auf und mache mich auf den Heimweg.
Passend zum Tag verpasse ich den Bus und muss den Großteil zu Fuß gehen, weswegen ich eine Ewigkeit unterwegs bin.
Ich nutze die Zeit, um mir irgendeinen Notfallplan auszudenken.
Es gibt keinen.
Ganz egal, was ich mache, es wird Milo nicht retten.
Und vielleicht ist das gut so?
Ich war noch nie im Gefängnis, aber ich stelle es mir unglaublich hart vor, eingesperrt zu sein.
Unter Umständen ist das der Tritt in den Arsch, den mein Bruder braucht, um endlich zu erkennen, dass er sich ändern muss?
Ich hoffe es!
Denn so wie es aussieht, wird er für einige Zeit seine Freiheit verlieren.
Ich bin so in Gedanken versunken, dass ich, ohne groß auf meine Umgebung zu achten, die Straße überquere und dabei beinahe von einer Gruppe Motorräder umgenietet werde.
Mein entsetzter Schrei hallt durch die Dunkelheit. Einer der Biker flucht laut, doch keiner von ihnen macht sich die Mühe anzuhalten und nachzufragen, ob mir was passiert ist.
Was wahrscheinlich auch besser ist.
Dank den ledernen Kutten besteht kein Zweifel...




