Muschiol | Keep Calm and Save Me. Bär und Lisa | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 240 Seiten

Reihe: Keep Calm

Muschiol Keep Calm and Save Me. Bär und Lisa


1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-95573-743-6
Verlag: Romance Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 3, 240 Seiten

Reihe: Keep Calm

ISBN: 978-3-95573-743-6
Verlag: Romance Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Seit vier Jahren ist Lisa schon die Old Lady von Bär, dem gefürchteten Vizepräsidenten des Dark-Devil-Motorcycle-Club. Wo er hart ist, ist sie weich, wo er kalt und grausam ist, ist sie liebevoll und voller Mitgefühl. Im Bett dominiert und unterwirft er sie, zugleich gibt er ihr den Schutz, den sie braucht... Doch seit Wochen kriselt es zwischen den beiden. Es ist, als würden sie sich mit jedem Atemzug weiter voneinander entfernen. Was ist nur mit ihnen passiert? Lisa sehnt sich nach mehr Freiheit, und ohne Bärs Erlaubnis sucht sie sich einen Job im Black’s hinter der Bar. Doch Roman, der Besitzer, hat so einiges auf dem Kerbholz und es ist nicht nur Eifersucht, die Bär dazu treibt, seine Old Lady streng zu überwachen.
Während Lisa und Bär mit allen Mitteln um den Erhalt ihrer Beziehung kämpfen, droht im Straßenkampf ein Blutbad ... Können Liebe und Leidenschaft die verfahrene Situation retten?


Die Bestseller„Keep Calm“ Serie besteht aus:
- Keep Calm and Spank Me. Rex und Klara
- Keep Calm and Take Me. Tom und Louisa
- Keep Calm and Save Me. Bär und Lisa
Alle Romane sind in sich geschlossen mit wiederkehrenden Figuren. Empfehlung: Für das größte Lesevergnügen sollten die Bände in der Reihenfolge: „Keep Calm and Spank Me“, „Keep Calm and Take Me“ und „Keep Calm and Save Me“ gelesen werden.

Bärbel Muschiol wurde 1986 in Weilheim, Oberbayern, geboren. Glücklich verheiratet lebt und arbeitet sie mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern heute noch immer im tiefsten Bayern. Im Genre Erotik und in der Belletristik hat sich die Autorin mittlerweile einen festen Platz in den Bestsellerlisten geschaffen.
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2. Kapitel


Lisa

Jeder im Club hat seinen Platz und seine festen Aufgaben.

Völlig egal ob als Old Lady, so werden die Frauen der Members, also der Mitglieder bezeichnet oder als Hangaround, das sind Freunde des MCs, die zwar keine richtigen Mitglieder sind, jedoch auf dem Gelände geduldet werden, solange sie sich als nützlich erweisen und keinen Ärger machen.

Sogar die vielen Clubhasen, also all die vielen halb nackten Mädchen, die sich hier zu jeder Tages- und Nachtzeit aufhalten, müssen immer wieder mit anpacken. Diejenige, die denkt, dass sie hier nur zum Party machen auftauchen, sich durchvögeln lassen und dann wieder gehen kann, die hat sich getäuscht.

Die ganzen Bitches, wie sie von den meisten nur genannt werden, übernehmen die leichten Aufgaben des Alltags. Entweder helfen sie beim Putzen, Bar auffüllen oder dabei, die Gästezimmer sauber zu halten, die sich im ersten Stock der alten Industriehalle befinden, die jetzt den Dark Devils als Clubhaus dient. Sie beziehen natürlich auch die vielen Betten, was in meinen Augen nur fair ist, immerhin verbringen sie einen Großteil ihrer Nächte eben in jenen. Und manchmal, da freundet man sich als Old Lady auch mit so einem Clubhasen an.

Für gewöhnlich sind wir Ladys nicht so besonders gut auf all die leichten Mädchen zu sprechen, die sich hier herumtreiben. Das ist ja auch kein großes Wunder, immerhin sind sie scharf auf unsere Männer. Doch zwischen mir und Anette hat sich in den letzten Wochen eine Freundschaft entwickelt.

Anette ist anders als all die anderen Bitches. Sie ist ruhiger, spreizt nicht für jeden die Beine und hilft, wo immer sie kann. Als ich sie vor zwei Wochen gefragt habe, warum sie ihre Wochenenden bei den Devils verbringt, ist ihr Blick traurig geworden.

Sie hat mir erklärt, dass ihr Mann Fernfahrer ist und dass sie sich schrecklich allein fühlt. Das kann ich verstehen, denn wenn Bär tage- oder gar wochenlang auf der Straße unterwegs wäre, würde ich auch vor Einsamkeit sterben.

Zusammen sitzen wir in der warmen Märzsonne, beobachten die wattebauschartigen Wolken dabei, wie sie gen Osten ziehen und trinken einen Cappuccino.

„Geht es dir gut, Lisa?“

Ihre Frage reißt mich aus meinen trüben Gedanken.

„Ja, ich denke schon.“

Anette sieht mich fragend an, auf ihrer Stirn bilden sich zwei tiefe Falten.

„Du denkst? Wie soll ich das denn verstehen?“

Mit den Schultern zuckend gönne ich mir einen großen Schluck Kaffee.

„Na, dass ich es eben nicht genau weiß.“

„Okay. Das verstehe ich trotzdem nicht. Was ist los?“

Seufzend überlege ich, ob ich ihr mein Herz ausschütten soll. Bis jetzt habe ich noch nicht mal mit Alexa oder Sarah darüber geredet. Irgendwie befürchte ich, dass sie meine Bedenken nicht verstehen können.

Vielleicht ist ja auch gar nichts und ich rede mir das alles nur ein...

Entschlossen hole ich tief Luft und sehe Anette an.

„Keine Ahnung, wie ich es dir erklären soll. Aber es liegt an Bär. Es fühlt sich so an, als würde etwas zwischen uns nicht stimmen, als würde er sich von mir entfernen und ich habe keine Ahnung, warum das so ist, oder wie ich es verhindern kann.“

Sie zündet sich eine Zigarette an. Als sie mir eine anbietet, lehne ich dankend ab.

Seit Klara und Louisa, zwei der Old Ladys, schwanger sind, versuche ich, weniger zu rauchen. Vielleicht gelingt es mir ja sogar, ganz damit aufzuhören.

„Männer sind kompliziert. Meine Ehe ist eine Katastrophe. Obwohl ich meinen Mann immer vermisse, wenn er nicht da ist, weiß ich die meiste Zeit, in der er zuhause ist, nicht, was ich mit ihm reden soll. Wir führen zwei komplett verschiedene Leben, das Einzige, was uns verbindet, ist unser Nachname und die Ringe, die wir tragen. Obwohl ich mir ziemlich sicher bin, dass er seinen abnimmt, wenn er in seinen Truck steigt.“

Sie macht eine kurze Pause.

„Auch wenn ich wollte, kann ich dir keinen Tipp geben, Lisa. Alles, was ich dir sagen kann, ist, dass du dich auf dein Gefühl verlassen solltest. Wenn du denkst, dass etwas nicht stimmt, dann stell deinen Devil zur Rede. Wenn ich eines seit meiner Hochzeit gelernt habe, dann, dass Männer und Frauen nicht wirklich zusammenpassen. Ich finde, Eisbären oder Tiger machen es richtig. Sie treffen sich einmal im Jahr zur Paarungszeit, ficken sich die Seelen aus dem Leib und gehen dann wieder monatelang getrennte Wege. Kein Stress, kein Ärger und keine gebrochenen Herzen. Einfach nur guter Sex und fertig.“

Obwohl unser Gesprächsthema eigentlich ziemlich traurig ist, muss ich bei Anettes Worten lachen.

„So siehst du das? Ehrlich?“

Sie nickt, ohne zu zögern.

„Ja. Denn wenn man keine Erwartungen hat, kann man auch nicht enttäuscht werden.“

„Und was ist mit der Liebe?“

An ihrer Zigarette ziehend senkt sie ihren Blick und starrt auf ein heruntergefallenes Eichenblatt, das zwischen ihren Füßen liegt.

„Die ist ein Fehler der Natur. Zumindest wenn es um Kerle geht.“

Mit einem freudlosen Lächeln sucht sie meinen Blick.

„Zwischen Mutter und Kind verhält sich das natürlich anders.“

Für ein paar Sekunden denke ich über das Gesagte nach. Ist es wirklich besser, nicht zu lieben? Ich finde nicht. Lieber gehe ich das Risiko ein, dass mein Herz gebrochen wird, als dass ich nie wahre Liebe empfinde. Die Romantikerin in mir hofft einfach, dass alles gut wird...

Klara kommt mit ihrem watschelnden, entenähnlichen Gang auf uns zu. Sie ist jetzt im achten Monat und so langsam kann sie sich vor lauter Bauch nicht mehr bewegen.

Obwohl ihr Gynäkologe der Meinung ist, dass da nur ein Nachwuchs-Rocker in der dicken Kugel drinnen steckt, bin ich ja noch immer der Meinung, dass es einfach Zwillinge werden müssen.

Als sie neben mir stehen bleibt und sich mit einer Hand an der Hüfte abstützt, sieht sie sehnsüchtig auf den Cappuccino in meiner Hand

„Oh Gott, was würde ich jetzt für einen ganz normalen Kaffee tun. Dieses entkoffeinierte Zeug, das ich seit Monaten trinke, hängt mir zum Hals raus.“

Lachend stehe ich auf und bedeute ihr, dass sie sich auf den Stuhl setzen soll.

„Danke Lisa. Du bist ein Schatz.“

Da Klara und Anette nicht besonders gut miteinander klarkommen, steht diese auf und lässt uns alleine. Jetzt, wo Rex’ Old Lady hier ist, hat sich das mit unserem Gespräch sowieso erledigt. So gern ich Klara auch habe, aber es fällt mir einfach schwer, mit einer anderen Old Lady über meine Sorgen zu sprechen. Warum das so ist, weiß ich nicht... Vielleicht bin ich zu stolz. Vielleicht liegt es daran, dass ich einfach nicht bereit bin, einer anderen Lady gegenüber zuzugeben, dass Bär und ich die Einzigen mit Problemen sind, während alle anderen Devils mit ihren Frauen glücklich sind.

„Ich weiß, dass du es nicht hören willst, Lisa. Aber Anette ist eine Schlange, du darfst ihr nicht vertrauen.“

Genervt lasse ich mich in den jetzt freien Stuhl plumpsen und schließe für einen Moment die Augen.

Ich habe die letzte Nacht grässlich geschlafen. Bär kam erst in den frühen Morgenstunden heim. Und ich habe keine Ahnung, wo er die ganze Nacht gesteckt hat.

Die letzten paar Male, als er das getan hat, habe ich mir noch die Mühe gemacht, ihn zu fragen, wo zur Hölle er war. Aber da er mich immer nur mit einem Schulterzucken und seiner neuen Standardantwort „Clubangelegenheiten“ abgefertigt hat, habe ich das Fragen aufgegeben.

Lieber bleibe ich in bitterer Unwissenheit, ehe ich mich anlügen lasse.

Denn obwohl eine der Clubregeln lautet, dass die Members nicht mit ihren Ladys über wichtige Vorfälle und Pläne reden dürfen, hat es zwischen Bär und mir nie Geheimnisse gegeben. Auch wenn mich so manches, was er mir erzählt hat, bis in meine Träume verfolgt hat, wusste ich zumindest immer, woran wir sind. In meinen Augen kann eine Beziehung nur funktionieren, wenn beide Partner gleichberechtigt sind.

Ganz am Anfang als wir zusammengekommen sind, habe ich meinem Dark Devil zwei Bedingungen gestellt:

1. absolute Ehrlichkeit in allen Bereichen unseres Lebens

2. hundertprozentige Treue

Bedingung eins hat er in den letzten Monaten mehrfach nicht eingehalten. Ich hoffe, dass er mir zumindest treu ist. Seine Lügen kann ich ihm gerade noch verzeihen, aber wenn ich jemals herausfinden sollte, dass er mich mit einer anderen Frau betrügt, war es das mit uns. Sex bedeutet Nähe und diese Nähe will ich ganz für mich alleine! Ich teile weder Bärs Küsse noch seinen Körper. Ich bin keine übermäßig eifersüchtige Frau, aber alles hat seine Grenzen.

„Hast du mich gehört, Lisa?“

Typisch Klara kann sie das Thema nicht einfach ruhen lassen.

„Ja, habe ich. Doch ich bin da anderer Meinung. Anette ist anders als all die anderen Schlampen. Sie ist einfach nur einsam, was ist daran so schlimm?“

In dem Moment, in dem ich die...



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