E-Book, Deutsch, Band 335, 384 Seiten
Reihe: Collection Baccara
Myers / Major / Leclaire Collection Baccara Band 335
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-7337-2220-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 335, 384 Seiten
Reihe: Collection Baccara
ISBN: 978-3-7337-2220-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
KALT ERWISCHT - HEIß VERFÜHRT von MAJOR, ANN
Ungekannte Lust, Schwangerschaft, Blitzhochzeit: Nie hätte Abby gedacht, dass die Nacht mit dem Fremden ihr Leben auf den Kopf stellt. Die schöne Geschäftsfrau ahnt nicht, dass Leo Storm seit Langem plante, sie anzusprechen - weil er weiß, wer sie wirklich ist ...
DAS 1 X 1 DER LEIDENSCHAFT von LECLAIRE, DAY
Justice St. John beschließt, die perfekte Ehefrau zu finden: per Computerprogramm! Doch keine Kandidatin gefällt dem Forscher. Stattdessen lenkt die aufregende Daisy seine Wünsche in gänzlich unwissenschaftliche Bahnen die einzige Frau, die er nicht lieben sollte.
SAG MIR ENDLICH, DASS DU MICH LIEBST! von MYERS, HELEN R.
Hope will sich und ihr Baby vor ihrer habgierigen Familie schützen durch eine Ehe mit Lyon Teague. Sie fürchtet, dass der Polizeichef sie nur aus Pflichtgefühl heiratet, während sie vor Verlangen nach ihm brennt. Erst als Lyon in Gefahr gerät, bekennt er sich zu seinen Gefühlen.
Ann Major wird nicht nur von ihren Leserinnen sehr geschätzt, sondern bekommt auch von anderen Romance-Autorinnen wie Nora Roberts und Sandra Brown tolle Kritiken. Aber ihr Erfolg ist hart erarbeitet, denn sie sagt von sich selbst, dass sie keine Autorin ist, der alles zufliegt. Sie braucht die täglichen kleinen Rituale - sie bekocht die Familie, spielt mit den Katzen, geht ihren Hobbys nach. Daraus schöpft sie dann die Kraft und die Inspiration, sich ihre wundervollen Geschichten auszudenken und sie in langen, harten Stunden am Computer niederzuschreiben. Ann wuchs in Texas auf und hat Englisch und Spanisch studiert. Auch Französich spricht sie fließend. Einige Jahre lehrte sie, doch als sie ihr erstes Kind bekam, blieb sie zu Hause. Damals begann sie zu schreiben, einfach so, ohne vorher einen Kurs über kreatives Schreiben besucht zu haben. 'Es war sehr einsam und extrem frustrierend", sagt sie über diese Zeit. 'Aber niemals kam mir in den Sinn, aufzugeben." Viele ihre 35 Romances haben es sogar auf die Bestsellerliste der New York Times geschafft. Mittlerweile weiß sie auch, wie wichtig die Unterstützung von anderen Autorinnen ist, und engagiert sich sehr in der Organisation Romance Writers of America. Ann Major hat noch einen zweiten Beruf: Sie ist eine anerkannte Pianistin und spielt seit 30 Jahren Klavier. Sie wohnt in Corpus Christi, Texas, und reist leidenschaftlich gern.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Texas, in der Nähe von Austin
Abigail Collins’ Ranch bei Bastrop
1. Juni, früh am Morgen
Eigentlich hatte Leo Storm wie eine sichere Wahl gewirkt.
Wenn du in eine Bar gehst, um mit einem wilden Cowboy oder auch mit zweien zu tanzen, und es endet damit, dass du mit dem seriösesten, zugeknöpftesten Anzugträger, der sich dort aufhält, im Bett landest – einem Typen, der jedermanns Nachbar sein könnte –, erwartest du keine schlimmen Konsequenzen. Weder in seinem Schlafzimmer noch außerhalb.
Abigail Collins’ Augen brannten. Das lag nicht daran, dass sie die Box ihres Pferdes Coco ausmistete, sondern sie litt an einem Ausbruch von überwältigendem Selbstmitleid.
Von ehrgeizigen Bürohengsten wie Leo Storm durfte man annehmen, dass sie beim Thema Sex die Regeln einhielten und auf Sicherheit achteten. Sie war jedenfalls davon ausgegangen, dass seine Brieftasche voller Kondome war und dass er sofort einschlafen würde, nachdem sie zur Sache gekommen waren.
Offenbar hatte Leo diesen Abschnitt in seinem Regelbuch für Manager nicht gelesen. Sein Geschick und seine enthusiastische Begeisterung als Liebhaber in jener Nacht hauten sie um, sodass ihre Haut glühte und ihr Körper dahinschmolz. Sie öffnete sich ihm auf eine Weise, für die sie sich am nächsten Morgen verachtete, und sie gab ihm die Schuld daran. Unnötig zu sagen, dass sie seitdem jeden Kontakt mit ihm vermied.
Daher war die Entdeckung, dass sie schwanger war, und zwar von Leo, der reinste Horror.
Man kann alles haben, was man möchte, solange man bereit ist, den Preis dafür zu zahlen, pflegte ihre Mutter immer zu sagen. In diesem Fall war der Preis Ärger, und Abby war keineswegs bereit zu zahlen.
Seit ihr in der vergangenen Woche klar geworden war, dass sie sich sozusagen in anderen Umständen befand, hatte sie sich geradezu in Selbstmitleid gesuhlt. Zu ihrer Verteidigung konnte sie nur anführen, dass sie auf dieses kindische Benehmen alles andere als stolz war.
Nachdem sie es am Morgen geschafft hatte, aus dem Bett zu steigen, war sie auf der Toilette schluchzend zusammengebrochen. Kurz darauf überkam sie ein weiterer Weinkrampf, während sie unter der Dusche stand und ihre Stirn an die nassen Fliesen drückte.
Als ob all diese Tränen etwas nützen würden. Sie musste sich endlich dazu überwinden, den Tatsachen kühl und sachlich ins Gesicht zu blicken.
Sie war schwanger von Leo Storm.
Das traf sie umso schlimmer, weil sie es nicht ertrug, die Kontrolle über sich und ihre Umwelt zu verlieren. Außerdem war sie eine überzeugte Singlefrau, die überhaupt kein Interesse an langfristigen Beziehungen hatte. Jedenfalls, seit ihr letzter Freund Shanghai Knight sie auf so hässliche Weise sitzen gelassen hatte.
Seit ihrer Pubertät hatte sie sich immer für Männer interessiert, die dem Ideal des wilden, unabhängigen Cowboys möglichst nahe kamen. Auf keinen Fall für seelenlose, berechnende und langweilige Managertypend wie Leo einer war. Der Mann brachte die Muskelkraft, sie das Hirn.
Abigail befeuchtete sich die Lippen und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Sie würde nicht schon wieder in Tränen ausbrechen. Es war sinnlos, in Selbstmitleid zu zerfließen, schließlich war sie ein großes Mädchen, auch wenn sie sich nicht immer so benahm. Sie konnte diese Situation bewältigen. Sie konnte es schaffen. Sie musste es einfach schaffen.
Deshalb würde sie Leo endlich über ihre Schwangerschaft informieren. Wahrscheinlich würde sie sich wesentlich besser fühlen, sobald sie das erst hinter sich hatte. Sie schloss für einen Moment die Augen und versuchte, Leos Miene und seinen lodernden Blick bei ihrer letzten Begegnung aus ihrem Gedächtnis zu verdrängen. Er war wütend auf sie gewesen. Mehr als wütend. Er hatte gesagt, er sei endgültig fertig mit ihr.
Normalerweise beruhigte es sie, bei ihrem geliebten Pferd Coco im Stall zu sein. Nicht so heute, da ihr die Fahrt nach San Antonio bevorstand und die Notwendigkeit, einem sturen, kalten Geschäftsmann zu erklären, dass sie ein kleines Problem hatten, einem Mann, der ihre Anrufe nicht mehr entgegennahm.
Jedes Mal, wenn sie sich vorbeugte, um die nächste Forke Mist und schmutziges Stroh auf die Schubkarre zu laden, rutschte der Reißverschluss ihrer Jeans ein kleines Stück weiter nach unten. Diese Tatsache erinnerte sie an die Nacht mit Leo und die Konsequenzen daraus, die sie so verzweifelt zu vergessen suchte.
Er dagegen wollte nichts vergessen und hatte ihr immer wieder sehr deutlich gemacht, wie sehr er sie begehrte. Dabei war er überraschend bestimmt und entschlossen gewesen. Er hatte sie wiederholt angerufen, zu Hause und in der Firma, und war sogar persönlich bei ihr aufgetaucht. Als sie ihn ungefähr zum zehnten Mal zurückgewiesen hatte, war er wütend geworden und hatte ihr ein Ultimatum gestellt. Ein Ultimatum, das sie ignorierte.
Nachdem er die Geschichte mit ihr endlich zu den Akten gelegt hatte, würde er vermutlich nicht sehr glücklich über ihre Neuigkeiten sein. Selbst dann nicht, wenn sie ihm gestehen musste, dass diese eine Nacht wegen der Schwangerschaft nun für sie ebenso unvergesslich blieb wie für ihn.
Abigail holte tief Luft, lehnte die Forke gegen die Schubkarre und zog den Reißverschluss ihrer Hose wieder hoch. Das war so mühsam, dass sie nicht einmal versucht, den Knopf am Bund zu schließen. Die Jeans war schon ziemlich eng gewesen, als sie sie gekauft hatte, aber da sie beschlossen hatte, ein paar Kilo abzunehmen, war ihr das zu dem Zeitpunkt nur recht gewesen.
Wie es aussah, hatte sie nun jedoch keine Chance, in naher Zukunft Gewicht zu verlieren.
Als sie ausholte, um eine weitere Ladung Mist aufzuladen, vibrierte das Handy in ihrer Gesäßtasche. Sie warf die Forke in den nächsten Heuballen, um das Telefon aus der Tasche zu ziehen. Diese plötzliche Bewegung hatte unangenehme Folgen. Ihre Fuchsstute Coco, die in der Stallgasse stand, erschrak dadurch so sehr, dass sie scheute und panisch zurückwich. Dabei schlitterte sie mit den Hufen über den Betonboden.
Ebenfalls erschrocken hielt Abigail inne und näherte sich langsam dem aufgeregten Pferd. „Alles in Ordnung, altes Mädchen“, sagte sie leise und tätschelte dem Tier behutsam den Hals.
Erleichtert stieß sie den Atem aus. Das war noch mal gut gegangen. Nicht auszudenken, wenn einem ihrer Lieblinge wegen ihrer Unachtsamkeit etwas passiert wäre. Sie warf einen nervösen Blick auf ihr zweites Pferd. Der braune Wallach namens Mac zupfte jedoch ungerührt im hinteren Teil der Stallgasse Halme aus einem Heuballen.
Abigail atmete tief durch. Urplötzlich wurde ihr vom Geruch des Pferdemists übel. Sie trat an die Tür, um frische Luft zu schnappen, und unterzog dabei den Holzzaun, der die Koppel neben dem Stallgebäude und dem Wohnhaus einfriedete, einer kritischen Musterung. Soweit sie sehen konnte, war er intakt.
Entgegen ihrer Erfahrung hoffte sie, dass Leo seine sture Haltung aufgab und ihren Anruf wie ein vernünftiger Erwachsener erwiderte. Vielleicht erklärte er sich sogar bereit, am Abend für ein Gespräch bei ihr vorbeizukommen. Sie hatte zwar kein großes Verlangen danach, ihn so weit in ihre Privatsphäre vordringen zu lassen, aber es wäre doch eine Erleichterung, wenn sie sich den Weg nach San Antonio ersparen könnte. Ganz zu schweigen vom demütigenden Kampf mit seinen Angestellten, um Zutritt zu seinem Büro zu bekommen. Leo hatte ihr sehr deutlich gemacht, dass er sie nicht wiedersehen wollte.
Sie konnte ihm daraus nicht einmal einen Vorwurf machen. Ihr Herz begann zu hämmern, als sie daran dachte, wie ihre letzte Begegnung verlaufen war. Sie hatte ihn wütend gefragt, wieso er ihr Nein nicht endlich akzeptierte, und ihn beschuldigt, ihr in aufdringlicher Weise nachzustellen. Sogar der Begriff „Stalker“ war gefallen.
Zornig hatte er nach Luft geschnappt, und sie war nicht umhingekommen, den Schmerz in seinen dunklen Augen wahrzunehmen. Ohne ein weiteres Wort hatte er sich umgedreht und den Strauß Rosen, den er ihr mitgebracht hatte, in die Mülltonne geworfen. Dann war er in seinen Wagen gestiegen und mit hoher Geschwindigkeit davongefahren. Später hatte er sich noch einmal bei ihr gemeldet und ihr sein Ultimatum gestellt, über das sie aus einem unerfindlichen Grund immer wieder nachgedacht hatte. Sie konnte sich das nur damit erklären, dass sie offenbar Spaß daran hatte zu leiden.
Ein Blick auf das Display ihres Handys machte ihre Hoffnung zunichte. Es war nicht Leo, der angerufen hatte. Stattdessen war dort die Nummer von „In the Pink!“ zu lesen. Das war ihre Werbeagentur, die ihren Sitz in der Innenstadt von Austin hatte, in einer Seitenstraße in der Nähe der Congress Avenue.
Der Durchwahlnummer nach zu schließen, war der Anruf von Kel, ihrer Sekretärin, gekommen. Allerdings war Kel weit mehr als eine äußerst kompetente Assistentin. Sie war auch ihre beste Freundin, kostenlose Therapeutin und eine Schulter zum Ausweinen.
Verdammt, dachte Abigail, während sie sich ärgerlich eine einzelne Träne von der Wange wischte. Jetzt ging das schon wieder los. Sie lehnte sich an den Türrahmen, schluckte mühsam die aufsteigenden Tränen hinunter, wählte Kels Nummer und meldete sich mit einem gezwungen fröhlichen Hallo.
„Hey, Abby. Hast du dir eine Erkältung eingefangen?“
„So ähnlich“, antwortete sie. „Diese Sache bringt mich völlig durcheinander.“
„Ich kann es mir vorstellen. Das sind die Hormone.“
Oder die Angst vor der Begegnung mit Leo...




