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E-Book

E-Book, Deutsch, 224 Seiten

Nagel Übergangsweise

Wie wir den Prozess zwischen Lebensphasen gut gestalten und Gott darin finden
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7751-7566-1
Verlag: Hänssler
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Wie wir den Prozess zwischen Lebensphasen gut gestalten und Gott darin finden

E-Book, Deutsch, 224 Seiten

ISBN: 978-3-7751-7566-1
Verlag: Hänssler
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Veränderungen. In unserem Leben begegnen sie uns immer wieder. Manche erwarten wir sehnlichst, manche überraschen uns und manche überrumpeln uns auf ganzer Linie. Eine Kündigung oder eine Beförderung, ein Umzug, eine neue Phasen im Leben unserer Kinder, eine unerwartete Diagnose, der Verlust eines lieben Menschen - in solchen Situationen ist plötzlich erst einmal alles ungewohnt. Wir sind in einem Lebensübergang und müssen uns neu orientieren. Wie können wir diese Phasen gut gestalten? Wie können sie sogar fruchtbar werden? Und wie ist Gott darin zu finden? Das Buch für einen weisen Umgang mit Übergangszeiten!

Heike Nagel (Jg. 1967) führt als Pädagogin und Systemische Familientherapeutin seit 2013 eine Pädagogisch-Psychologische Beratungspraxis. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie vier inzwischen erwachsene Kinder. Nach Abitur und Banklehre absolvierte sie eine einjährige Bibelschule und gründete dann eine Familie. Nachdem sie über fünfzehn Jahre aus Überzeugung Vollzeit-Mutter war, begann sie ein Studium der Erziehungswissenschaft und Psychologie an der Uni Bielefeld und schloss danach eine dreijährige systemische Therapieausbildung ab. Sie ist Teil einer überkonfessionellen Netzwerkbewegung. www.heikenagel.de
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1


Vom Alten zum Neuen – Was Übergänge zwischen Lebensphasen mit uns machen


Zwei wichtige Fragen an dich selbst: Was solltest du zum jetzigen Zeitpunkt deines Lebens loslassen? Welches neue Kapitel möchte Gott gerade in deinem Leben schreiben?
Peter Scazzero6

Kennen Sie Übergangszeiten in Ihrem Leben? Zeiten, die sich anfühlen wie Niemandsland? Zeiten, in denen das Alte irgendwie nicht mehr gilt, das Neue schon anklopft, aber beides nicht so richtig belastbar ist? Zeiten, die »nicht Fisch, nicht Fleisch« sind, in denen es sich unsicher und ungewohnt lebt und die Sie – vielleicht – einfach nur hinter sich lassen möchten? Herzlich willkommen im ganz normalen Leben! Um Ihnen eine Idee davon zu geben, wie Übergänge aussehen können, möchte ich Ihnen zu Beginn eine Geschichte aus meiner Familie erzählen.

Ein »Niemandsland« in meinem Leben


Im Jahr 2008 bekam ich mehr und mehr den Eindruck, dass mir die Tür in ein Studium geöffnet wurde. Dies war mein offenes, unerfülltes Lebensthema und ich konnte mein Glück nicht fassen. Nach 16 Jahren, in denen ich in unserer intensiven Familienphase mit vier heranwachsenden Kindern bei so einigen beruflichen Aufbruchsversuchen immer wieder den Eindruck gehabt hatte, dass Gott mich stets zurück an meinen Platz als Hausfrau und Mutter stellte, hatte ich nun den Eindruck, dass er mich losschickte. Irgendetwas schien zu Ende zu gehen, etwas Neues schien zu gelten.

In einer Übergangszeit von mehreren Monaten fragte ich immer wieder im Gebet nach, ob dies wirklich mein Weg sein durfte. Einige Jahre vorher hatte ich eine Krebserkrankung überstanden, unsere Ehe war trotz dieser immensen Belastung über fast 20 Jahre erhalten und bewahrt geblieben, wir hatten vier prächtige, gesunde Kinder und ein wunderschönes Zuhause – da erschien es mir einfach zu großzügig, dass ich nun auch noch studieren durfte. Doch ich bekam eine spürbare Bestätigung nach der anderen und so ging ich immer weiter durch geöffnete Türen, bis ich eines Tages im Alter von 41 Jahren furchtbar aufgeregt als eingeschriebene Psychologiestudentin in der Uni saß.

Diese Zeit bis zum Beginn des Studiums, in der so viel aufbrach, versetzte mich einige Wochen in eine große, freudige innere Anspannung – und ich landete mit einem angehenden Hörsturz beim HNO-Arzt. Dieser schaute mir eindringlich in die Augen und sagte: »Frau Nagel, so kann man nicht leben!« Ging schon. Wurde auch wieder besser. Doch der Weg bis zum Bachelor blieb eine Aneinanderreihung von Übergängen, die mich noch öfter in größere Anspannung versetzen sollte. Das Familienleben zu gestalten und mittendrin Klausuren, Prüfungen und Lernzeiten zu organisieren, blieb ein Vorantasten mit ungewissem Ausgang, bis die Bachelorarbeit geschrieben und abgegeben war. Dann aber war es ein Freudenfest. Ich hatte den Grundstein für einen neuen Beruf in der Tasche!

In der Zeit, in der ich gerade mit dem Studium begonnen hatte, stand ich eines Tages bügelnd in unserem Wäschekeller und telefonierte mit einer Freundin. Seit drei Monaten fuhr ich nun regelmäßig in das vierzig Kilometer entfernte Bielefeld und tauchte in den Uni-Alltag ein. Das war für mich eine lang ersehnte und anregende neue Welt und gleichzeitig sehr herausfordernd. Nun war die Weihnachtszeit gekommen, alle unsere Kinder, damals zwischen 10 und 16 Jahre alt, hatten Ferien und die entsprechend hochkarätige Lebensenergie, der Weihnachtsbaum stand geschmückt im Wohnzimmer (obwohl ich mich jedes Jahr wieder frage, warum wir Menschen so komische Dinge tun, wie einen Baum ins Zimmer zu stellen, und warum ich dabei mitmache), und auch mein Mann hatte in seinem Landschaftsarchitekturbüro die Weihnachtspause eingeläutet. Es war gemütlich bei uns und die Kerzen im Haus verströmten eine wohlige Atmosphäre. Nur ich war innerlich in Aufruhr.

Wenn ich im Wohnzimmer auf dem Sofa saß, hatte ich ein schlechtes Gewissen, weil ich doch eigentlich am Schreibtisch sitzen musste, um für meine erste Klausur zu lernen, die im Januar anstand: Forschungsmethoden! Ein grausam statistisch durchzogenes Thema, vor dem ich eine gehörige Portion Respekt verspürte. Saß ich aber am Schreibtisch, so quälte mich der Gedanke, dass ich doch eigentlich zu meiner Familie ins Wohnzimmer gehörte. Beidem gleichzeitig konnte ich aber einfach nicht gerecht werden!

Meine Freundin hörte mir aufmerksam zu, während ich ihr mein Leid klagte, und fragte irgendwann: »Heike, möchtest du denn zurück zu den Fleischtöpfen Ägyptens?«

Die Fleischtöpfe Ägyptens


Meine Schilderungen und mein Klagen hatten meine Freundin offensichtlich an die Geschichte des Volkes Israel erinnert, die im Alten Testament erzählt wird. Die Israeliten waren während einer Hungersnot ungefähr 1200 Jahre vor Christus nach Ägypten gekommen, wo es genug zu essen gab. Nun waren sie schon seit vier Generationen als Sklaven in dem Land, das sie damals freundlich aufgenommen hatte. Es ging ihnen körperlich gut, sie hatten ausreichend Nahrung und sie waren gut versorgt. Aber sie waren unfrei und die Bedrückung durch die Ägypter wuchs.

Gott wollte sie aus der Sklaverei befreien und so berief er Mose, einen Mann aus ihrem eigenen Volk, der als Findelkind von der Tochter des Pharao aufgenommen worden und am Königshof aufgewachsen war. Mose sollte das Volk aus Ägypten führen. Nach einigen Anläufen, in denen Mose versuchte, Gott zu überzeugen, dass er für so eine Aufgabe garantiert nicht die richtige Person sei, und einigen Fehlversuchen, in denen sich der Pharao nicht darauf einließ, die Israeliten freizugeben, gab es endlich den Durchbruch: Das Volk durfte wieder in das Land ziehen, aus dem seine Vorfahren gekommen waren und das Gott ihm vor langer Zeit zugedacht und geschenkt hatte! Dies bedeutete erst einmal: heraus aus Ägypten und hinein in die Wüste, auf den Weg in das verheißene Land.

Und nun? Die Israeliten waren zwar herausgerettet aus dem Sklavendasein, aber sie hatten damit auch keine Versorgung mehr durch die ägyptischen Speisekammern. Stattdessen erlebten sie eine völlig neue Abhängigkeit von Gott in allen Lebensbereichen. In dieser Situation beklagen sich die Israeliten bei Mose und Aaron, seinem Bruder und Sprecher:

Wären wir doch durch die Hand des HERRN im Land Ägypten gestorben, als wir bei den Fleischtöpfen saßen, als wir Brot aßen bis zur Sättigung! Denn ihr habt uns in diese Wüste herausgeführt, um diese ganze Versammlung an Hunger sterben zu lassen.7

Mit »Fleischtöpfen« meinte meine Freundin also das Altbekannte, Gewohnte, Verlässliche. Wollte ich das zurückhaben? War ich nicht auch ausgezogen aus etwas Altbekanntem? Und klagte ich nun auf dem Weg genauso wie die Israeliten in der Wüste? Wollte ich lieber die Sicherheit der alten Zeit zurück, statt in Abhängigkeit von Gott in ein verheißenes Land zu wandern, das er mir offenbar zugedacht und geschenkt hatte? Auweia. Da war etwas dran!

Es dauerte nach diesem Telefonat noch einige Zeit, bis ich für mich eine gute Struktur entwickelt hatte, wie ich Familienleben und Studium miteinander vereinbaren konnte. Irgendwann aber gelang es immer besser und ich lernte, mein schlechtes Gewissen nicht zum Maßstab zu machen, sondern das Altbekannte wirklich aktiv hinter mir zu lassen und mit ganzem Herzen in die Richtung zu gehen, für die ich mich entschieden hatte.

Die positive Entwicklung begann mit der bewussten Wahrnehmung, dass etwas bisher Bekanntes zu einem Abschluss gekommen war. Nun konnte ich mich entscheiden: Wollte ich dem Bekannten nachtrauern und in Zerrissenheit stecken bleiben? Oder wollte ich akzeptieren, dass die Art, wie wir bisher Familie gelebt hatten, vorbei war, um meine ganze Kraft auf den Einzug in mein verheißenes Land zu richten, der gestaltet werden wollte?

Der Beginn des Studiums stellte nicht nur für mich persönlich, sondern für jedes Mitglied unserer Familie eine Veränderung dar. Mein Mann und ich hatten uns einvernehmlich dafür entschieden, diesen Schritt zu gehen, und er unterstützte mein Vorhaben. Wir hatten gemeinsam eine Veränderung für unsere Familie herbeigeführt. Innerhalb dieser übergeordneten Situation, die von uns so beschlossen worden war, hatte nun jedes Mitglied unseres Familiensystems ihren oder seinen ganz eigenen persönlichen Übergang zu durchleben.

Übergänge ziehen weite Kreise


Nach William Bridges beginnen Veränderungsprozesse in Unternehmen ähnlich: Es wird eine neue Business-Strategie eingeführt, es gibt einen Wechsel in der Leitung, ein neues Produkt wird eingeführt … Die Aufmerksamkeit liegt dabei auf dem erwünschten Ergebnis, das durch die beschlossene Veränderung hervorgebracht werden soll. Solch eine Veränderung kann in Unternehmen sehr schnell entschieden und durchgeführt werden. Damit ist aber noch nicht gesagt, dass alle Mitarbeiter ihren persönlichen Übergang gut managen können und die äußere Veränderung innerlich gut mitgehen können.8

Auch in unserem »Familien-Unternehmen« fand die Veränderung recht zügig statt, nachdem klar war, dass ich den Weg an die Uni wagen wollte. Wir entschieden uns für eine neue »Familien-Strategie« mit einem klaren Ziel. Unser erwünschtes Ergebnis war langfristig eine abgeschlossene Ausbildung mit beruflichem Potenzial und auf dem Weg dahin ein möglichst harmonisches, gut organisiertes Familienleben. Mit Beginn des ersten Semesters war diese neue Situation für unsere Familie gesetzt. Nun aber musste sie tatsächlich gelebt werden.

Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht alles »in trockenen Tüchern«, sondern jetzt begann die eigentlich spannende Phase. Mein Mann und ich hatten als Eltern eine wichtige Aufgabe: Wir mussten beachten, dass die...


Nagel, Heike
Heike Nagel (Jg. 1967) führt als Pädagogin und Systemische Familientherapeutin seit 2013 eine Pädagogisch-Psychologische Beratungspraxis. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie vier inzwischen erwachsene Kinder. Nach Abitur und Banklehre absolvierte sie eine einjährige Bibelschule und gründete dann eine Familie. Nachdem sie über fünfzehn Jahre aus Überzeugung Vollzeit-Mutter war, begann sie ein Studium der Erziehungswissenschaft und Psychologie an der Uni Bielefeld und schloss danach eine dreijährige systemische Therapieausbildung ab. Sie ist Teil einer überkonfessionellen Netzwerkbewegung.
www.heikenagel.de

Heike Nagel (Jg. 1967) führt als Pädagogin und Systemische Familientherapeutin seit 2013 eine Pädagogisch-Psychologische Beratungspraxis. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie vier inzwischen erwachsene Kinder. Nach Abitur und Banklehre absolvierte sie eine einjährige Bibelschule und gründete dann eine Familie. Nachdem sie über fünfzehn Jahre aus Überzeugung Vollzeit-Mutter war, begann sie ein Studium der Erziehungswissenschaft und Psychologie an der Uni Bielefeld und schloss danach eine dreijährige systemische Therapieausbildung ab. Sie ist Teil einer überkonfessionellen Netzwerkbewegung.
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