E-Book, Deutsch, Band 2, 453 Seiten
Naigle Das Weihnachtswunder von Pleasant Sands
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7325-8162-7
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2, 453 Seiten
Reihe: Weihnachten, Winter und die Liebe
ISBN: 978-3-7325-8162-7
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Das Herz der Weihnacht!
Angela Carson führt in dritter Generation den kleinen Weihnachtsladen 'Heart of Christmas' in der beschaulichen Kleinstadt Pleasant Sands. Doch kurz vor Weihnachten wird ihre Welt auf den Kopf gestellt: Der attraktive Geoff Paisley eröffnet dort eine Filiale seiner großen Ladenkette 'Christmas Galore'. Angelas Laden droht das Aus. In ihrer Not wendet sie sich in der 'Dear Santa'-App direkt an den Weihnachtsmann und hofft auf ein kleines Weihnachtswunder - nicht wissend, dass sich hinter 'Santa' Geoff verbirgt ...
Geoff Paisley hat seiner kranken Mutter versprochen, alle 'Dear Santa'-Briefe an ihrer Stelle zu beantworten. Angelas Briefe berühren ihn tief - wie kann er von den Briefen der Frau, die ihm im echten Leben den letzten Nerv raubt, nur so fasziniert sein? Werden die Beiden ihren Kleinkrieg begraben und die Magie von Weihnachten auch in ihr Herz lassen?
Ein romantischer Weihnachtsroman für gemütliche Lesestunden in der kalten Jahreszeit. eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
Die USA-Today-Bestsellerautorin Nancy Naigle schreibt Kleinstadt-Liebesgeschichten mit ganz viel Herz. Sie lebt in North Carolina und verbringt ihre Freizeit mit dem Schreiben von romantischen Liebesromanen, dem Sammeln von Antiquitäten und macht hin und wieder gerne auch mal einen Wellnesstag.
Weitere Infos & Material
Kapitel zwei
Lieber Weihnachtsmann,
es tut mir leid, dass ich dich gebeten habe, die Geschenke dieses Jahr unter den Baum in meinem Zimmer zu legen. Papa sagt, das war herrisch. Ich wollte nicht herrisch sein.
Du kannst es machen, wie du willst, mir ist alles recht.
Fröhliches Thanksgiving!
Chrissy
Um elf Uhr stand Angela mit Mama Grace’ großer Kasserolle vor der Eingangstür ihrer Schwester. Das türkisfarbene Geschirr mit dem goldenen Strahlenkranz war beinahe so kostbar wie das Rezept. Sie klopfte zweimal an, bevor sie die Kasserolle so an der Hüfte balancierte, dass sie die Tür öffnen und eintreten konnte.
Der große Kranz, der an der Eingangstür hing, klatschte gegen das Holz, als Angela sie mit dem Knie aufstieß. »Fröhliches Thanksgiving!« Angela trat die Tür hinter sich zu und ging geradewegs in die Küche. Von irgendwo hinter ihr ertönte ein tiefes »Wuff«!
»Tante Angela!« Chrissy quiekte, als sie durch den Raum gewieselt kam und die Arme um Angelas Hüften warf.
»Hi, Chrissy! Lass mich das eben abstellen, damit ich dich richtig umarmen kann.«
Die zierliche Fünfjährige wippte auf Zehenspitzen. Dicke orange und braune Rüschenschleifen wackelten an ihrem Zopf. Genau wie jene, die Mama Grace in Angelas und Maries Haare geflochten hatte, als sie noch Kinder gewesen waren.
Angela stellte das Geschirr auf der Küchenarbeitsplatte ab, dann nahm sie ihre Nichte schwungvoll auf den Arm. »Chrissy, du siehst wun-der-schön aus!« Ihre Nichte klammerte sich an ihr fest wie ein kleiner Koala, als Angela mit ihr im Kreis herumwirbelte.
»Schneller, Tante Angela! Schneller!«, rief Chrissy, kicherte ausgelassen und streckte die Hände der Decke entgegen.
Marie trat kopfschüttelnd neben die beiden. »Lass sie lieber runter, bevor ihr die Kekse hochkommen. Kann leicht passieren. Sie hat nämlich den ganzen Vormittag davon genascht.« Marie hatte einen dünnen Geduldsfaden, wenn sie viel zu tun hatte, und prompt kam sich Angela wie ein ausgeschimpftes Kind vor.
Sie stellte Chrissy auf den Boden, dann tippte sie ihrer Nichte mit der Fingerspitze auf die Nase. »Deine Mama ist ’ne Spielverderberin.«
»Mit dir ist’s immer lustig«, quiekte Chrissy fröhlich.
Maries Stimme klang fest. »Mama macht sich Sorgen, dass Tantchen vergessen hat, den Kaffee mitzubringen.«
»Hat sie nicht«, entgegnete Angela. »Ist noch im Auto. Ich konnte nicht alles auf einmal tragen. Die Tüte ist schwer.«
Chrissy lief ins Wohnzimmer. »Papa, Tante Angela schwänzt nicht. Sie ist da.«
Marie lief rot an.
Angela nahm sich einen Keks und lehnte sich gegen die Kücheninsel in der Mitte des Raumes. Dank Brads Erfolg als Bauunternehmer war ihre Schwester mit einer Küche gesegnet, bei der jeder Fernsehkoch ins Schwärmen geraten würde. Nicht, dass Marie übertrieben gern und viel kochte, aber sie hatte ein ausgeprägtes Faible dafür, Leute zu bewirten.
Angela zog die Augenbrauen hoch und wartete auf eine Erklärung ihrer Schwester zu Chrissys Äußerung. Es kam keine. »Also raus damit, wer hat gedacht, ich würde nicht aufkreuzen? Brad oder du? Wir haben doch erst heute Morgen telefoniert.«
»Ich hab nicht gedacht, dass du uns ganz versetzen würdest.«
»Wirklich?« Angela kannte diesen Ton. Ihre Schwester hatte zu allem eine Meinung.
Schließlich rückte Marie damit heraus. »Na schön, vielleicht bin ich ein bisschen überrascht, dass du beschlossen hast, den Laden heute nicht aufzusperren.«
»Wie kommst du überhaupt darauf?«
»Weil du gesagt hast, es besteht die Gefahr, dass du ihn vielleicht endgültig schließen musst, und Christmas Galore hat heute geöffnet.«
Angela spürte, wie ihr Blutdruck stieg. Nachgedacht hatte sie tatsächlich darüber. »Mir egal, wenn jeder andere Laden im Land geöffnet hat. Wir haben das nie so gemacht, und das werde ich auch nie. Thanksgiving ist ein Tag, den Familien zusammen verbringen.« Mühsam öffnete Angela die zu Fäusten geballten Hände. Sie war wütend. Weniger auf Marie als vielmehr auf die allgemeine Situation. »Du bist es doch, die mir ständig vorwirft, dass ich immerzu arbeite. Dann treffe ich eine Entscheidung zugunsten der Familie, und dafür verurteilst du mich auch. Bei dir kann ich nicht gewinnen.«
»Na schön. Tut mir leid. Hast ja recht.« Marie kam zu ihr und umarmte sie. »Ich bin froh, dass du hier bist. Wenn du nicht gekommen wärst, hätte ich mir schön was anhören können.« Marie trat zurück, schwang sich das Geschirrtuch über die Schulter und verschränkte die Arme vor der Brust. »Aber zu Brads Verteidigung: Es ist ja nicht so, als hättest du uns nicht gemieden, seit der Laden in Schwierigkeiten steckt. Und ich sage immer noch, es wäre nicht verkehrt, wenn du ihn schließt.«
»Du hast recht. Du kannst mir vorwerfen, nicht über solche Dinge mit dir reden zu wollen. Nur ist das mein Problem. Nicht deins. Und ich hab noch nie ein Thanksgiving verpasst.« Angela griff sich einen weiteren Keks vom Tablett und verschob die anderen so, dass man die leere Stelle nicht bemerkte. »Ich weiß, dass du meine Verbundenheit mit dem Laden nicht verstehst, aber das ist nicht so einfach.«
»Hab ich nie behauptet. Ich sage nur, es wäre nicht verkehrt, ihn zu schließen.«
»Ich will den Laden nicht untergehen lassen.« Angela schluckte. Weil sich ein Kloß in ihrem Hals gebildet hatte, bekam sie den letzten Keks kaum hinunter.
»Natürlich willst du das nicht. Heart of Christmas ist dein ganzes Leben«, meinte Marie. »Abgesehen von einer einzigen ernsthaften Beziehung hast du schon immer dein gesamtes Herzblut und deine Zeit in das Geschäft gesteckt.«
Marie benutzte nicht mal seinen Namen, dennoch verspürte Angela den vertrauten Anflug von Schmerz. Jimmy und sie hatten ihr Leben hier in Pleasant Sands geplant gehabt, bis er dieses Jobangebot aus Texas bekommen hatte. Ihre Familie hatte damals gerade erst Mama Grace zu Grabe getragen, und Angela hätte Heart of Christmas unmöglich zurücklassen können. Er jedoch hatte bereits seine Entscheidung über die ihm angebotene Stelle getroffen. Manchmal fragte Angela sich immer noch, wie es sich entwickelt hätte, wenn sie mit ihm gegangen wäre. Aber das hatte sie nicht getan, und als er im darauffolgenden Sommer mit seiner frisch Angetrauten und dem Baby aufgekreuzt war, hatte sie es unter der Rubrik »Sollte eben nicht sein« abgehakt.
»Wenigstens ist der Laden immer für mich da gewesen. Was ich von Jimmy nicht behaupten kann«, gab Angela zurück.
»Und jetzt wird dir auch der Laden das Herz brechen.«
Die Worte schmerzten Angela wie ein Schlag ins Gesicht.
»Du musst aufhören, es rauszuzögern, Schwester. Sonst verlierst du am Ende alles, was du hast, bloß weil du krampfhaft versuchst, das Geschäft über Wasser zu halten.«
Angela wusste, dass es Marie nur gut meinte. Obendrein hatte sie auch noch recht. Angela hatte bereits ein Darlehen mit dem Strandhaus als Sicherheit aufgenommen, ein riskanter Schachzug. »Wenn’s dir dann besser geht: Ich hab mir vorgenommen, meine endgültige Entscheidung dieses Wochenende zu fällen. Der Umsatz am Black Friday ist immer ein guter Gradmesser dafür, wie der Rest der Saison verlaufen wird. Wenn wir keine großartigen Einnahmen verbuchen können, schließe ich.«
Marie stand da. Und blinzelte.
»Warum siehst du mich so an? Ist das nicht das, was du wolltest?«
Ihre Schwester zog die Augenbrauen zusammen. »Oh Angela. Tut mir leid. Ich freu mich schon zu hören, dass du dich endlich mit den Fakten und der Realität auseinandersetzt, doch ich weiß, wie schwer das für dich ist. Davon mal abgesehen heißt es ja immer, zu Weihnachten liegt Magie in der Luft. Und wenn jemand Magie verdient, dann du.« Marie schob Angelas Soße in den Ofen. »Es wird sich was Neues für dich ergeben. Etwas noch Besseres.«
Angela wollte es nicht laut aussprechen, doch auch sie betete für Magie – jede Menge Magie. Sie würde alles dafür geben, den Laden nicht aufgeben zu müssen. Nur änderte das nichts daran, dass Heart of Christmas in Schwierigkeiten steckte – so ernsten Schwierigkeiten, dass sie die Pforten vielleicht bereits zum Monatsende endgültig schließen musste. Wenigstens hatte sich Marie nicht ausgerechnet diesen Moment für einen weiteren Vortrag darüber ausgesucht, dass Angela keine rechtliche Verpflichtung hatte, Heart of Christmas weiterzuführen. Marie würde ihre Verbundenheit mit dem Geschäft nie verstehen.
Sie hatte Mama Grace niemals so nahegestanden wie Angela.
Und in den sieben Jahren seit dem Tod ihrer Großmutter hatte ihr Heart of Christmas einen komfortablen Lebensstil ermöglicht, auch wenn ihr nicht viel Zeit für irgendetwas anderes geblieben war.
»Ich geh den Kaffee holen«, verkündete Angela, dankbar für die Fluchtmöglichkeit, damit sie die Fassung wiedererlangen konnte.
Rover, der fast siebzig Kilo schwere Neufundländer, der sich immer noch für einen Welpen hielt, trottete hinter ihr her zum Auto und wieder zurück. Der Hund hatte so viel an Ausbildung erhalten wie manche Menschen. Welpenschule. Drei Kurse an der Hundeschule. Privater Hundetrainer. Zweimal war er sogar im Hunde-Internat gewesen. Er hatte sich beim Lernen als langsam erwiesen, doch mittlerweile war er ein wohlerzogener und riesiger Teil der Familie.
Auf dem Weg zurück ins Haus stupste er Angela von...




