E-Book, Deutsch, Band 3, 380 Seiten
Naigle Ein Weihnachtsengel für die Liebe
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7517-0345-1
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 3, 380 Seiten
Reihe: Weihnachten, Winter und die Liebe
ISBN: 978-3-7517-0345-1
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ein zauberhaftes Wintermärchen
Bei einer Auktion entdeckt Liz das ehemalige Gasthaus ihrer verstorbenen Großeltern. Von ihren Emotionen übermannt, erwirbt sie die kleine Pension in den Bergen. Doch vor Ort stellt Liz fest: Das Haus ihrer schönen Kindheitserinnerungen ist ziemlich heruntergekommen. Als wäre Weihnachtsmagie im Spiel, steht plötzlich Innenarchitekt Matt vor der Tür und hilft Liz, das marode Gebäude zu restaurieren. Die beiden verstehen sich prächtig und kommen sich bald näher. Aber dann geschieht ein Unglück, und die Pensionseröffnung steht auf der Kippe. Jetzt kann nur noch ein Weihnachtswunder helfen.
Herrlich romantische Weihnachtslektüre für kalte Winterabende.
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
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Kapitel eins
Alles geschieht nach dem Zeitplan unseres Lebens, und jeder Mensch ist anders.
Die Worte ihres Großvaters hallten in ihrem Kopf wider, wie sie es so oft taten, obwohl er schon lange tot war. Liz Westmoreland hatte ihr ganzes Leben nach dieser Philosophie gelebt. Wenn es eines gab, das Pop ihr beigebracht hatte, dann dies: Man hetzte nicht durchs Leben oder versuchte, ihm eine Ordnung aufzuzwingen.
»Dinge geschehen, wenn sie geschehen sollen«, pflegte Pop ihr ins Gedächtnis zu rufen, wenn sie sich darüber beschwerte, dass der Sommer zu schnell vorüberging oder ein Angelausflug nicht schnell genug begann. Es schien, als sei ihre ganze Kindheit eine Lektion in Geduld gewesen. Ganz gleich, ob es ein verbranntes Blech Zimtplätzchen oder ein gebrochenes Herz war, Pop gab immer den gleichen Rat, und Gram wiederholte seine Worte. Sie waren ein Herz und eine Seele. Immer. Würde Liz jemals wieder eine Heirat in Erwägung ziehen, dann nur, wenn ihr eine Beziehung versprochen würde, wie ihre Großeltern sie geführt hatten.
Geduld hatte Liz auch in ihrem Berufsleben geholfen und ihr den Ruf als eine der besten Projektmanagerinnen in der PROEM Service Group eingetragen, wo sie für Geschäftseröffnungen für die feinsten Ketten auf der ganzen Welt verantwortlich war. Tag für Tag wurden Geduld und Planung von ihr verlangt, und sie leistete in beiden Punkten Herausragendes. Was von Vorteil war, denn das Projekt des neuen Kunden McKinley stand vor dem Aus, als PROEM sie bat, einzuspringen und zu zaubern, damit das Unternehmen finanziell wieder auf die Beine kam und rechtzeitig öffnen konnte. Mithilfe ausgewählter, kurzfristig verfügbarer Dienstleister hatte sie den Zeitverzug wieder wettgemacht, und der Laden eröffnete pünktlich genau heute vor vier Wochen. Die Postproduktionsphase war vorüber, und Liz war so weit, den Abschlussbericht vorzulegen, aus dem hervorging, dass sie nicht nur den Auftrag erfüllt, sondern die gesetzten Ziele sogar übertroffen hatte.
Das wäre geschafft!
Sie lächelte zufrieden, als sie mit dem Finger über die Tastatur strich und dann auf Enter klickte, um die E-Mail mit den Abschlussdokumenten abzuschicken. Für einen Moment ruhte ihr Blick auf der E-Mail, die Peggy, ihre Chefin, an diesem Morgen ausgedruckt und auf ihren Schreibtisch gelegt hatte. McKinley war so glücklich über das Ergebnis, dass das Unternehmen bereits zwei neue Geschäftseröffnungen bei ihnen gebucht hatte. Unten auf den Ausdruck hatte Peggy gekritzelt: »Gut gemacht. Vielen Dank!«
Liz drehte einen weißgoldenen Seeigelanhänger zwischen den Fingern. Den Luxus dieser Kette hatte sie sich am Eröffnungstag zur Erinnerung an das Projekt gegönnt. Während der Zeit an der schönen Küste von South Carolina, wo sie für McKinleys Geschäft gearbeitet hatte, hatte sie den Strand dort neu schätzen gelernt.
Draußen vor ihren Bürofenstern herrschte graues Regenwetter. Der ganze Staat North Carolina wurde heute völlig durchnässt. Auf der Autobahn herrschte mörderischer Verkehr. Hier gab es keinen Ozean, nur ein Meer von Autos, die durch den Regen krochen. Den Verkehr hatte sie kein bisschen vermisst.
Der Sommer war nur noch eine nebelhafte Erinnerung unter dem herbstlichen Blätterwerk, das jetzt unter dem Gewicht der Regentropfen glitzerte. Die bunten Blätter bewiesen, dass die Zeit nicht stillgestanden hatte, während sie in das McKinley-Projekt vertieft gewesen war.
Sie klickte auf das Lesezeichen auf ihrem Computer und rief die Frühstückspensionen im Südosten auf, die aktuell zum Verkauf standen. Es war ihre Lieblingsbeschäftigung, diese hübschen Häuser zu betrachten, um einen klaren Kopf zu kriegen. Ein paar Minuten, in denen sie sich vorstellte, ihr Job wäre es, Menschen in einem entzückenden Gasthaus irgendwo in den Bergen zu bewirtschaften, genügten, um die langen Stunden auszugleichen, in denen sie Patzer und Budgetüberschreitungen in Projekten behob.
Seit sie denken konnte, hatte Liz davon geträumt, in die Fußstapfen ihrer Großeltern zu treten und deren Gasthaus zu führen, Angels Rest, doch stattdessen war sie hier gelandet. Nicht dass sie sich darüber beklagte. Sie hatte sich ein Eckbüro und ein sechsstelliges Jahresgehalt erarbeitet, und da ihr kaum eine freie Minute blieb, hatte sie eine Menge Geld beiseitelegen können, um diesen Traum eines Tages wahr zu machen. Kein riesiges Problem, wirklich nicht, aber an manchen Tagen zweifelte sie daran, wie sie irgendwann die Zeit dafür finden sollte.
Ein zweifaches Klopfen an ihrer Tür riss sie aus ihrem Tagtraum.
»Danke fürs Ausborgen.« Dan, ein guter Freund von ihr, stand in der Tür und war im Begriff, den Schüsselanhänger für ihren Range Rover quer durch den Raum zu werfen.
Sie sprang auf, um den Schlüssel aus der Luft zu fangen. »Gern geschehen. Haben deine Kunden das perfekte Haus für ihre goldenen Jahre gefunden?« Dan borgte sich ihren Wagen immer, wenn seine Kunden Senioren waren, die es nicht schafften, in seinen übergroßen Suburban zu klettern. Als er das Ding gekauft hatte, hatte sie ihm prophezeit, dass der Wagen für einen Makler nicht besonders praktisch sei, aber sie hatte ihm den Wagen nicht ausreden können. Also bat er sie gelegentlich, für einen Tag die Autos zu tauschen. Wozu hat man Freunde?
»Gut gefangen. Wir haben ein Angebot für eine der neuen Eigentumswohnungen im Stadtzentrum gemacht. Sie waren begeistert.« Dan rieb sich die Hände. »Sie mussten sich nur drei Wohnungen anschauen, bevor sie sich entschieden haben.« Er riss die Faust hoch. »Verkauft!« Sein vor der Zeit ergrautes Haar ließ ihn älter aussehen, als er war. Wahrscheinlich nahmen die Leute deshalb an, er hätte mehr Erfahrung, als tatsächlich der Fall war. In Momenten wie diesem und wenn er seine Mätzchen machte, die eher zu einem Mann von unter dreißig passten, trat sein echtes Alter zutage.
»Herzlichen Glückwunsch.«
»Ein guter Tag, trotz des Regens.« Er schaute aus dem Fenster, dann zuckte er die Achseln. »Ich muss mich beeilen. Ich zeige heute Abend jemandem aus der Chefetage der Bank of America einige Objekte.« Er drehte sich um und lehnte sich zurück. »Wenn ich früh fertig bin, werde ich etwas von Jebs Grill mitbringen. Ich zeige meinem Kunden ein Haus ganz in der Nähe. Abgemacht?«
»Ich dachte, du hättest heute Abend ein Date mit LeighAnn.«
»Ihr ist beruflich etwas dazwischengekommen, daher habe ich diese Hausbesichtigungen für heute Abend ausgemacht. Wir gehen stattdessen morgen aus.«
»Okay. Klingt gut.« Aber er hatte ihr Büro bereits verlassen. Es spielte keine Rolle. Er tauchte ohnehin so ziemlich immer in ihrem Haus auf, wenn es ihm passte, und damit war sie einverstanden. Er war irgendwie der Bruder, den sie nie gehabt hatte. Ein guter Freund, aber manchmal auch eine ziemliche Nervensäge.
Gerade als sie sich wieder hingesetzt hatte, kam Peggy herein. »Bereit, auf den Abschluss des McKinley-Projekts anzustoßen?«
»Oh ja!« Liz lehnte sich auf ihrem Stuhl zurück. »Ich habe gerade meine Berichte abgeschickt. Ich bin offiziell mit allem durch.«
»Du hast deine Sache großartig gemacht. Vielen Dank, dass du das Projekt übernommen hast, obwohl es ein solches Schlamassel war.«
»Du kennst mich. Ich mag Herausforderungen.«
»Das stimmt.« Peggy spähte über den Schreibtisch hinweg zu Liz’ Computer. »Und woran arbeitest du gerade?«
»Ich habe nur einem kleinen Tagtraum nachgehangen, wegen dieser Frühstückspension, die zum Verkauf steht.« Sie drehte ihren Bildschirm so, dass Peggy ihn sehen konnte. »Schau dir dieses Haus an. Ist es nicht ein Traum?«
»Ganz zauberhaft. Ich könnte eine Woche dort verbringen.«
»Ich auch.« Dieses Haus war erheblich eleganter als das, was Liz vorschwebte, aber eines Tages würde sie die perfekte Pension zum perfekten Preis finden. »Ich träume immer noch davon.«
»Warum solltest du davon träumen, all das hier aufzugeben?« Peggy breitete die Arme aus. »Ich meine, du willst das Chaos gegen Ruhe und Frieden eintauschen? Bist du verrückt?«
»Vielleicht, aber eines Tages möchte ich mich einzig vom Glück eines wunderschönen Sonnenaufgangs überwältigen lassen, statt von pausenlosen Meetings, die mir meine letzte Hoffnung auf einen guten Tag rauben.« Sie und Peggy hatten schon früher Tagträumen von weniger stressigen Jobs nachgehangen, aber sie war sich ziemlich sicher, dass das auf Peggys Seite nur Gerede war. Sie dagegen würde es eines Tages wahr machen. »Klingt das nicht paradiesisch?«
»Das tut es.« Peggy stützte sich auf den Schreibtisch. »Keine Ahnung, wann ich mir das letzte Mal die Zeit genommen habe, mir einen Sonnenaufgang anzusehen. Wir fahren nächste Woche in Boone Ski. Dann werde ich es mir auf jeden Fall vornehmen … wenigstens einmal.«
Das klang wunderbar. Sie konnte es nicht erwarten, das Gleiche zu tun. »Ich liebe Boone. Es ist nicht weit entfernt von dem alten Landhaus meiner Großeltern.«
»Findest du, dass es noch zu früh ist, um Weihnachtsschmuck aufzuhängen?«
Sie hatten noch nicht einmal Thanksgiving gefeiert, das erst nächste Woche war. »Meine Großeltern haben immer schon im Oktober angefangen, alles weihnachtlich zu schmücken. Es war ein ziemliches Spektakel. Die Leute sind von weit her gekommen, um es sich anzusehen. Dieser Ort war … magisch.« Sie spürte, wie der verbliebene Stress von dem McKinley-Projekt von ihr abfiel. Gedanken an Angels Rest hatten immer diese Wirkung auf sie. »Pop und Gram haben immer eine große Sache daraus gemacht,...




