Naigle | Weihnachtsherzen im Schneegestöber | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 387 Seiten

Reihe: beHEARTBEAT

Naigle Weihnachtsherzen im Schneegestöber


1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7517-3731-9
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 387 Seiten

Reihe: beHEARTBEAT

ISBN: 978-3-7517-3731-9
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Was wäre Weihnachten ohne die Liebe?

Als ihre Tante Ruby für längere Zeit in eine Reha-Klinik kommt, zieht Joy kurzerhand in das winterliche Dorf Crystal Falls, um auf der Farm der alten Dame die vielen Tiere zu versorgen. Dort trifft sie auf Ben, der Ruby jedes Jahr hilft, alles für die Adventszeit und das weihnachtliche Dorffest zu dekorieren. Die beiden bekommen sich unentwegt in die Haare - und Joy ist es gar nicht recht, dass sich dieser unwirsche Kerl ständig auf der Farm aufhält! Doch dann spürt sie, wie ihr Herz in Bens Gegenwart immer ein bisschen schneller schlägt ...

Eine weihnachtliche Liebesgeschichte für kalte Winterabende - so süß wie gebrannte Mandeln und so wärmend wie ein heißes Glas Winterpunsch.

eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.



Die USA-Today-Bestsellerautorin Nancy Naigle schreibt Kleinstadt-Liebesgeschichten mit ganz viel Herz. Sie lebt in North Carolina und verbringt ihre Freizeit mit dem Schreiben von romantischen Liebesromanen, dem Sammeln von Antiquitäten und macht hin und wieder gerne auch mal einen Wellnesstag.

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Kapitel 1


Wie ist es möglich, dass zwei so unglaublich kleine Kinder es schaffen, meine gut kontrollierte Fokusgruppe in Sekundenschnelle in Aufruhr zu versetzen?

»So, jetzt sind wir alle wieder still und beruhigen uns.«

Joy Holbrook hielt ihre Stimme gleichmäßig, aber ihr Magen war verknotet. Sie kam sich heute Morgen eher wie eine Lehrerin vor und nicht wie jemand, der in der Marktforschung arbeitete. Und die Tatsache, dass bei MacDonald-Webber jedem Job ein kitschiger Namen verpasst wurde, half der ganzen Sache auch nicht unbedingt. Ihre leitende Position in Sachen »Alles rund um Weihnachten« war mit »Rudolphs-Rotrock-Banden-Oberwichtel« benannt worden. Würde man das jemals in ihren Lebenslauf schreiben, wäre sie ziemlich aufgeschmissen.

Doch trotz der lächerlichen Bezeichnung war dieser Job ein Aufstieg und brachte deutlich mehr Geld ein als ihre vorherige Stelle bei dem spießigen, altmodischen Konkurrenten.

Aber abgesehen von dem albernen Titel ging es wie immer im Leben um Abstimmung, wobei diese Sitzung anfing, ganz oben auf der Liste der Herausforderungen zu stehen. Hoffentlich ihre letzte Abstimmung, wenn sie die Beförderung zur Leiterin der Fokusgruppen erhielt.

Das ungezogene kleine Mädchen drehte eine Pirouette und tippte mit ihrer pummeligen Hand auf den Kopf eines der anderen Kinder, als würde sie eine Schwanensee-Version von Der-Plumpsack-geht-um spielen. Ihr Bruder schnappte sich einen Schokoriegel vom Tisch und rannte damit so schnell durch den Raum, dass seine Turnschuhe auf dem Boden quietschten.

»Jetzt«, wies Joy an und richtete ihren Blick auf die beiden flachsblonden Terrorzwerge. »Bitte. Setzt euch.« Wenn der Wetterkanal wieder nach Namen für Tropenstürme suchte, hätte Joy zwei im Angebot.

Lola und Richard.

Auch bekannt als die Kinder der Chefin.

Lola verdrehte die Augen, als ihr Bruder über den Fußboden rutschte und sich dann mit einem dumpfen Knall auf einen der Stühle fallen ließ. Sie zögerte, aber schließlich folgte sie Richards Beispiel und setzte sich mit einem Schnauben hin.

Joys Inneres summte, als ob sich tausend wütende Bienen in ihr niedergelassen hätten. Sie leitete wichtige Fokusgruppen und nicht den Babysitterdienst des Unternehmens.

Wie konnte Margie mir das schon wieder antun? Atme. Lächle. Nur noch ein paar Fragen, und wir sind fertig.

Joy zog die letzten Punkte durch, ohne den Kindern auch nur eine Sekunde Zeit zu geben, vom Plan abzuweichen. Nachdem sie zum letzten Mal die erhobenen Hände gezählt hatte, war sie fertig.

»Das habt ihr super gemacht!« Sie applaudierte den Kindern, und diese stimmten fröhlich ein. »Danke, dass ihr heute mit mir geteilt habt.«

Joy hob den Deckel einer in Silberfolie eingewickelten Schachtel, die als Herzstück des Tisches gedient hatte, und enthüllte einen geheimen Vorrat an Schokoriegeln. Freudenschreie erfüllten den Raum, als die meisten Kinder in die Schachtel griffen. Es war wenig überraschend, dass Richard in beiden Händen Schokoriegel hielt und sich sogar einen weiteren in seine Tasche stopfte.

»Meine Mutter sagt, dass Schokoriegel dick machen«, piepste ein kleines rothaariges Mädchen.

Von allen Kindern am Tisch sah sie jedoch so aus, als hätte sie einen Schokoriegel am nötigsten. Das kleine Mädchen mit den erdbeerblonden Locken, die ihr, ähnlich wie bei Joy, wild in die Stirn fielen, war das artigste Kind in der Gruppe gewesen.

»Vielleicht möchte dein Daddy einen«, flüsterte Joy.

Die blauen Augen des Mädchens glänzten. »Danke!« Sie presste ihre Finger an die Lippen und überlegte offensichtlich, welchen sie wählen sollte.

Die meisten Kinder hatten ihre Leckereien bereits ausgepackt und vertilgten sie genüsslich.

Joy übertrug die letzten Daten in den Moderationsleitfaden und gab dann Renee ein Zeichen, die Kleinen zurück zu ihren Eltern zu bringen.

»Ihr könnt jetzt mit mir kommen«, sagte Renee von der Tür aus.

Stühle schabten über den gefliesten Fußboden, es klang wie eine verstimmte Tuba, gefolgt vom Knistern von Schokoriegelpapier, als die Kinder im Zuckerrausch zur Tür huschten.

Renee nickte mit dem Kopf in Richtung Lola und Richard. »Tut mir leid«, sagte sie zu Joy, als sie die Kinder aus dem Zimmer führte.

Joy schüttelte den Kopf. Die arme Renee. Ihr kastanienbraunes Haar, das normalerweise lang über ihren Rücken hing, hatte sie zu einem Knoten geschlungen, in dem ihr Bleistift steckte – ein Zeichen dafür, dass Renee gestresst war. O Mann, Joy wusste, wie sich das anfühlte.

Ihr Kiefer schmerzte, weil sie die Zähne so fest zusammengebissen hatte. Sie stapelte ihre Sachen und versuchte, nicht die Fassung zu verlieren, falls sich noch jemand im Beobachtungsraum aufhielt, wo ihr Team die Daten der Sitzung gesammelt hatte.

Ihr Blick auf das Doppelglas zeigte ihr das Spiegelbild einer professionell aussehenden Frau in Anzug und High Heels, aber unter dieser Maske aus Gelassenheit fühlte sie sich bereit, ihrer Chefin wegen eines weiteren Beinahe-Malheurs, das ihre Ergebnisse fast ruiniert hätte, zu verprügeln. War Margie wirklich so ahnungslos, oder hatte sie vor, sie zu sabotieren? Joy begann sich das wirklich zu fragen.

Wenige Augenblicke später stürmte Renee zurück in den Raum. »Ich habe versucht, Margie zu sagen, dass wir schon alle eingecheckt haben. Sie wollte einfach kein Nein hören.« Sie flüsterte diese Worte, während sie zur Spiegelwand blickte, dann holte sie eine Rolle Papiertücher und eine Sprühflasche aus einem Schrank neben dem Tisch. »Als ich mich nicht gerührt habe, hat sie sie einfach selbst mit in die Fokusgruppe genommen!«

Das Testen von Weihnachtsverpackungen für den landesweit führenden Süßwarenhersteller und einen der größten Kunden von MacDonald-Webber, war normalerweise schnell erledigt, aber das Team von Joy war auf ein paar Herausforderungen gestoßen. Nicht, weil es ein Problem mit den Verpackungen gab. Dieses Mal war es eher ein internes Problem. Ein Margie-Problem.

»Es ist nicht deine Schuld.« Joy drehte dem Spiegel den Rücken zu. »Ich weiß, wie aufdringlich Margie sein kann. Und ihre Kinder sind außer Kontrolle. Ich bin das einfach nicht gewohnt. An Tagen wie diesen bin ich froh, dass ich keine Kinder habe.« Sie zog eine Grimasse, als sie merkte, wie harsch das klang. »Nichts für ungut.«

»Schon okay. Meine Mädchen würden sich nie so aufführen. Zumindest nicht in der Öffentlichkeit.« Renee lachte. »Alle Kinder drehen ab und zu ein bisschen auf. Aber selbst in ihren schlimmsten Momenten sind sie das Beste, was einem im Leben passieren kann.«

»Ich werde mich wohl auf dein Wort verlassen müssen«, erwiderte Joy. Nachdem sie im letzten Jahr alle Marktforschungsanalysen von Rudolphs-Rotrock-Bande für die Zielgruppe der unter Zwölfjährigen geleitet hatte, konnte sie sich nicht vorstellen, sich für das Dasein als Mutter zu entscheiden.

Renee versprühte Putzmittel auf der Oberfläche des schokoladenverschmierten Tisches.

Der Geruch des Reinigers vertrieb den zuckrigen Duft in der Luft. Joy zog eine Armlänge Papiertücher von der Rolle. Mit dem ganzen Elan einer Rubbellos-Spielerin schrubbte Joy die letzten Überreste des harten Morgens weg.

»Wenigstens ist jetzt alles fertig. Komm, verschwinden wir von hier.« Joy schnappte sich ihre Unterlagen und ging zur Tür hinaus, Renee direkt hinter ihr.

Joy hielt so lange ihr Temperament im Zaum, bis sie und Renee in den Aufzug stiegen und die Türen sich schlossen. »Margie hat vielleicht Nerven.« Joy drückte die Unterlagen an ihre Brust. »Wenn sie letzte Woche nicht schon das Gleiche getan hätte, wären wir schon längst fertig gewesen. Was ist denn los mit ihr?«

»Sie hat einfach null Ahnung. Gerüchten zufolge ist sie die Schwägerin von einem der Webbers«, sagte Renee und lehnte sich gegen die Aufzugswand.

Wenigstens das würde einen Sinn ergeben.

»Ich habe versucht, ihr höflich zu erklären, dass sie die Forschung gefährdet, als es das letzte Mal passiert ist. Sie hat es entweder nicht verstanden, oder es war ihr schlichtweg egal. Ich bin mir nicht sicher, was schlimmer ist.« Joy würde sich nicht derart bei jedem auslassen, aber Renee und sie hatten sich im letzten Jahr angefreundet. »Wir haben jetzt endlich alle demografischen Aspekte für diesen Test abgedeckt. Wir liefern trotz Margies Einmischung pünktlich und im Rahmen des Budgets.«

»Ich hatte so Sorge, dass ihre Gören es ruinieren.«

Joy hatte diese Sorge geteilt. »Danach haben wir uns einen ausgiebigen Lunch verdient. Was sagst du dazu?«

»Ich bin so was von dabei.« Renee zog den Bleistift aus ihrem Haar und seufzte.

Die Aufzugtüren öffneten sich im elften Stockwerk. Von hier aus konnte man das Herz von D.C. sehen. MacDonald-Webber hatte Büros und Konferenzräume auf drei Etagen dieses Gebäudes, das sich im Geschäftsviertel der Hauptstadt befand. Als Joy die Sonic Group im schönen North...


Naigle, Nancy
Die USA-Today-Bestsellerautorin Nancy Naigle schreibt Kleinstadt-Liebesgeschichten mit ganz viel Herz. Sie lebt in North Carolina und verbringt ihre Freizeit mit dem Schreiben von romantischen Liebesromanen, dem Sammeln von Antiquitäten und macht hin und wieder gerne auch mal einen Wellnesstag.

Die USA-Today-Bestsellerautorin Nancy Naigle schreibt Kleinstadt-Liebesgeschichten mit ganz viel Herz. Sie lebt in North Carolina und verbringt ihre Freizeit mit dem Schreiben von romantischen Liebesromanen, dem Sammeln von Antiquitäten und macht hin und wieder gerne auch mal einen Wellnesstag.



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