E-Book, Deutsch, 312 Seiten
Nebl Die drei Königskinder
1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-6957-6882-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
sowie weitere schöne Mörchen aus aller Welt
E-Book, Deutsch, 312 Seiten
ISBN: 978-3-6957-6882-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Der Autor Theodor Nebl hat in seiner beruflichen Tätigkeit eine Reihe wissenschaftlicher Lehrbücher verfasst. Zur Freude seiner Kinder, Enkel und aller an Märchen interessierten Leser wechselte er vor einiger Zeit das Genre. Nun widmet er sich den Märchen aus aller Welt. Er erzählt die Märchen neu und setzt sie in Reime. So entstand frei nach den Gebrüdern Grimm unter anderem die zehnbändige Reihe »Gereimte Märchen« und zuletzt der Titel »Die vier Fragen«, chinesische Märchen.
Autoren/Hrsg.
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Die drei Königskinder
Es war einmal ein Königssohn, der erbte wohl die Krone schon, denn sein Vater war nicht mehr am Leben. So musste der Sohn, der Alexander hieß, die Regentschaft übernehmen.
Doch seine Mutter, mit Namen Adele, war es gewohnt, dass sie allein nur gibt Befehle! Das hat ihren Sohn, der noch jung war, wirklich kaum gestört. Doch ab und an fand er das trotzdem unerhört!
Der junge König ging gerne auf die Jagd. Dabei hatte er einen grünen Jägeranzug an, in dem man ihn gewiss nicht, als den König des Landes erkennen kann.
Eines Tages traf er dann,
als er in sein Jagdgebiet kam irgendwann,
an einem Flüsschen silberhell,
eine junge, schöne Magd,
ganz genau an dieser Stell'.
Sie hat Wäsche dort gespült.
Eiskalt hat sich das angefühlt!
Er sprach sie an, denn er fand sie schön.
Doch sie antwortete: »Jäger, es ist Schonzeit,
da darf man nicht zum Jagen gehn!
Du kannst die Tiere nun nicht schießen,
und so dein Weidwerk nicht genießen!
Tust du es trotzdem dann,
so zeige ich dich beim König an!«
»Ich denke, du kennst den König nicht!«,
dies der junge König spricht,
mit einem Lächeln im Gesicht!
»Doch ich finde es wunderschön,
dass du den Tieren des Waldes
tapfer magst beistehn!«
Weil er an dem Mädchen fand Gefallen,
denn sie war die Schönste und Mutigste,
die er jemals sah, von allen,
mochte er sie gerne wiedersehn,
mit ihr reden und spazieren gehen!
Zu der Stelle am Bache ging er oft,
um sie zu treffen unverhofft,
wo sie einst die Wäsche hat gewaschen,
würde er sie gern erhaschen.
Ab und an war sie auch dort
und er traf sie an diesem Ort.
Dann sprach er sie freundlich an
und er fragte sie, ob er ihren Namen
wohl erfahren kann?
Dass sie Marie heißt,
flüsterte sie ihm ins Ohr
und nur kurze Zeit verging,
bis er ihr Lieb und Treue schwor!
Sie allein mochte er nur frein,
doch Adele, seine Mutter, war dagegen,
wohl nur des Dünkels wegen!
Denn die Magd war nicht von Adel!
Das war der Königin einziger Tadel!
Aber den jungen König hat das nicht gestört!
Nein, er fand der Mutter Einwand
einfach völlig unerhört!
So ordnete er die Hochzeitsfeier an,
wogegen sich die Mutter
wohl nicht mehr wehren kann!
Doch von nun an hatte sie
nur noch Böses im Sinn,
gegen die junge Königin!
Das brachte Leid nur, keinen Gewinn!
Als Marie das erste Kind gebar,
nach dem ersten Ehejahr,
war der König nicht zu Haus.
Es zog ihn in den Wald hinaus.
Adele hat die Gebärende bewacht und als das Kind, das ein Junge war, grad das erste Licht der Welt nun sah, wickelte sie ihn in ein Tüchlein klein, auf nimmer Wiedersehen sollte es sein!
Marie hat sie dann weisgemacht,
dass sie ein Hündchen zur Welt gebracht!
Einem Diener aber befahl sie:
»Ertränke das Kind
noch bevor die Sonne aufgeht
und der Tag beginnt!«
Doch das hat dieser nicht über sein Herz gebracht!
Ein Kind zu töten, bringt ewige Verdammnis,
das hat der Diener bei sich gedacht.
So hat er es fein zugedeckt
und in einem Weidenkörbchen versteckt.
Den Korb hat er dem Flüsschen übergeben
und er hoffte sehr,
dass das Kindlein bleibt am Leben!
Ein Hündlein klein hat er aus Holz
recht grob geschnitzt
und auch dem Flusse übergeben,
was vielleicht einmal dem Erkennen
des ersten Prinzen nützt!
Als dann der König heimkam in der Früh, ein kleines Hündchen übergab ihm sie. Die böse Mutter Adele hat es vollbracht und folgenden Spruch dazu gemacht:
»Kein Kind, nur einen Hund hat sie geboren!
Es liegt ein Fluch darauf, ich hab's geschworen!
So geht gewiss das Königreich verloren!«
Das Hündlein ward von Alexander
dankbar angenommen.
Er sprach: »Hab ich doch kein Kind,
so hab ich doch den Hund bekommen!«
Tiefe Trauer trat in Maries und Alexanders Leben!
Wie tief sie war, kann ich nicht wiedergeben!
Das Weidekörbchen schwamm derweil flussab und darum es sich ergab, dass es zu einer Wassermühle kam. Der Müller, der es sah, es gleich in seine Hände nahm und er rief:
»Weib, uns ist großes Glück widerfahren!
Das Kind, auf das wir warten, schon seit vielen Jahren,
hat uns heute der Fluss gebracht!
Glücklich wurden wir darum gemacht!«
Nicht lange danach kam im Fluss
das geschnitzte Hündlein an.
Die Müllerin, die es sah,
es sogleich dem Fluss entnahm
und fing sofort zu grübeln an …!
Zwei Jahre vergingen, eine lange traurige Zeit.
Da war es endlich wieder im Königsschlosse so weit,
dass die junge Königin ihr zweites Kind gebar.
Die böse Alte hat es erneut gestohlen,
dafür soll sie der Teufel holen!
Sie brachte der Gebärenden sogleich ein Hündlein klein
und redete der jungen Königin erneut,
dass das ihr Kind sein, ein!
Mit Trauer und Erbarmen nahm
der König das zweite Hündlein an
und glaubte nun schon fast,
dass seine Frau kein richtiges Kind gebären kann!
Wieder hatte der Diener den Auftrag
von der alten Königin bekommen:
»Dem Kind wird sofort das Leben genommen!«
Doch er hat es erneut nicht vollbracht!
Hat es genau so wie beim ersten Sohne gemacht.
In ein Weidenkörbchen legte er den zweiten Knaben,
mit einer weichen Decke bedeckt, hinein.
Er schnitzte das zweite Hündlein klein
und übergab beides dem plätschernden Flüsselein:
»Möge Gott dir gnädig sein!«,
sprach er dem Kinde zum Geleit,
als letztes Wort ganz leise und fein!
Auch der zweite Korb, wie der Herrgott es gewollt,
in der nämlichen Mühle ankommen sollt.
Ein wenig zeitversetzt,
kam das hölzerne Hündchen ganz zuletzt!
Was das wohl bedeuten soll,
fragten sich die Müllersleut ganz entsetzt!
Doch der Müllerin und deren Mann
nichts Schöneres passieren kann!
Auch den zweiten Knaben nahmen sie,
als ihr Kindlein, dankbar an.
Theodor hatten sie den ersten Sohn genannt
und Franz den zweiten, das ist mir bekannt.
Nach der bösen List der alten Königin
dämmerten Marie und Alexander
viele Jahre lang traurig dahin!
Kein Lachen war in ihren Gesichtern zu sehn.
Wer je solch ein Leid verspürte,
kann das natürlich auch verstehn!
Doch dann machte sich neue Hoffnung breit!
Der jungen Königin Bauch wölbte sich erneut
unter ihrem schönen Kleid!
Als dann der König auf Reisen ging,
die Geburt des dritten Kindes anfing.
Dieses Mal war es ein Mägdelein,
wunderschön und klitzeklein.
Doch dieses Kind trug an der Stirn ein Mal!
Nein, das ist wirklich nicht egal!
Denn sie trug es nicht allein.
Von ihrem Vater sollte es vererbet sein!
Auch bei dieser Geburt kannte
die böse Adele kein Erbarmen!
Nur schlechte Gedanken in ihre Sinne kamen.
Sie nahm das Kind
und hat es dem Diener übergeben:
»Nimm ihr, wie ihren Brüdern, nun das Leben!«
Doch der hatte einen Weidenkorb sofort bereitgestellt!
Auch dieses Kind sollte leben,
auf der schönen Welt!
Auch einen geschnitzten Hund
mochte er ihr auf ihre Reise mitgeben!
Das Körbchen schwamm im Fluss dahin,
wohin die Brüder waren gegangen.
Die frohen Müllersleute wussten vor Glück nicht,
was sie sollten anfangen!
Sie herzten und küssten das Mägdelein,
es sollte auf den Namen Lotte getaufet sein.
Das dritte hölzerne Hündchen, das geschwommen kam, man als Beweis nun nahm, dass die Kinder waren miteinander verbunden. Ja, das wollte der Schnitzer wohl bekunden!
Als dann der König nach Hause kam,
wurde ihm der dritte Welpe gebracht,
von der bösen Alten.
Er nahm das Tierchen an
und hat bei sich gedacht:
Es ist mir nicht vergönnt, Vater zu sein
und Kinder zu erhalten!
Doch dann traf ihn der Spruch
der hinterlistigen Alten:
»Bei dieser Geburt ist dein Weib gestorben!
Ich habe sie begraben,
sonst wäre ihr Leib, bevor du heimkamst,
verwest und verdorben!«
Doch auch das sollte nicht die Wahrheit sein!
Nein, nein und noch mal nein!
Der junge König war fort, wie ihr wisst!
Er war aus dem Spiel,
was Adele gut gefiel.
So erreichte sie wohl ihr Ziel!
Sie hat Marie mit diesen Worten fortgeschickt
und gehofft, dass sie sie nie mehr erblickt:
»Ich habe dich belogen und betrogen!
Nicht Hunde, sondern Kinder hast du geboren!
Nahm sie dir und gab sie fort,
hin an einen verborgenen Ort.
Denn von einer Magd die Kinderlein,
dürfen niemals Könige sein!
Willst du sie wiederhaben,
nutzen dir nicht Weinen und Klagen!
Zum Zauberberg musst du dann gehen,
nach dem goldenen Baume und seinen Ästchen,
sowie dem Wasser des Lebens sehn.
Dann...




