Nebl | Prinzessin Goldhaar | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 248 Seiten

Nebl Prinzessin Goldhaar

und weitere schöne Märchen aus aller Welt
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7597-0160-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

und weitere schöne Märchen aus aller Welt

E-Book, Deutsch, 248 Seiten

ISBN: 978-3-7597-0160-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wegen der Prinzessin mit dem goldenen Haar bringt sich ein Diener eines Königs in Gefahr. Er muss die Schöne suchen und finden, weil sein Herr sich an sie möchte binden. Des Dieners Weg ist mit Wagnis und schweren Aufgaben gespickt. Ohne Hilfe wäre ihm das nicht geglückt! Als dann noch das Wasser des Todes und das Wasser des Lebens kommen ins Spiel, da wird es gruselig und spannend! Nein, ich verrate hier nicht viel ...! Die anderen Märchen berichten von: Elfen, Hexen, Zwergen, in der Erde unter den Bergen. Einer bejahrten Alten, die den Tod zum Narren gehalten. Und einer Schafhirtin schlau, sie wird des Zaren Frau. Und noch viel mehr und noch viel mehr ...

Der Autor Theodor Nebl hat in seiner beruflichen Tätigkeit eine Reihe wissenschaftlicher Lehrbücher verfasst. Zur Freude seiner Kinder, Enkel und aller an Märchen interessierten Leser wechselte er vor einiger Zeit das Genre. Nun widmet er sich den Märchen aus aller Welt. Er erzählt die Märchen neu und setzt sie in Reime. So entstand frei nach den Gebrüdern Grimm unter anderem die zehnbändige Reihe »Gereimte Märchen« und zuletzt der Titel »Die Flucht vor der Meerfrau«. YouTube-Kanal: Opi Theos gereimte Märchen https://www.youtube.com/channel/UCddcAPEajaTxFLG-dOKUn1g
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Autoren/Hrsg.


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Prinzessin Goldhaar


Es war einmal ein König, in einem großen Land,

der war so klug, dass er sogar

die Sprache aller Tiere gut verstand.

Von allein ist dieses Wissen natürlich nicht gekommen!

Nein! Er hat einen weisen Ratschlag

und eine seltsame Speise dafür angenommen!

Ein altes Weib hatte diesem König einst

in einem Korbe eine Schlange gebracht.

Sie sprach zu ihm: »Wird daraus eine Mahlzeit gemacht

und ihr esst davon, Majestät,

ihr alsbald die Sprachen aller Tiere

der Luft, der Erde und des Wassers versteht!«

Dem König gefiel der Gedanke wohl,

dass er etwas könne, das nie ein anderer kennen soll!

Er entlohnte die Frau und gab

sofort einem Diener den Befehl,

diesen „Fisch“ als Mahlzeit vorzubereiten

und das unverzüglich und ganz schnell!

Der König sagte zu ihm: »Aber Bursche, eines sage ich dir,

nimmst du auch nur das kleinste Stückchen davon hier,

um zu kosten, zu probieren,

wirst du des Henkers Beil gleich spüren!«

Dieses strenge Verbot hat den Diener stutzig gemacht,

darum hat er über des Königs Worte nachgedacht:

Mein Lebtag habe ich noch keinen solchen Fisch gegessen.

Er sieht wie eine Schlange aus, das finde ich vermessen.

Und was wäre ich für ein Koch, der nicht kostet, was er zubereitet?

Alles in mir gegen das königliche Gebot nur streitet!

Bevor er das Mahl dem König präsentiert,

hat er natürlich, so wie immer,

ein Stückchen des Bratens

hastig in den Mund genommen

und trotz des Verbotes, sofort probiert!

Da vernahm er gleich vor dem Fenster

das Gespräch einer Gänseschar.

Erst dachte er an Gespenster,

doch dann begriff er, dass sie auf einer Reise war.

Eine heisere Stimme fragte:

»Wohin? Wohin?«

Eine höhere Stimme antwortete:

»In Müllers Gerste, in Müllers Gerste,

das macht Sinn!«

Georg, so hieß der Koch, hat aus dem Fenster geschaut

und sah den Ganter mit seiner Gänseschar,

die auf dem Weg zu Müllers Gerste war.

Er hat seinen Augen und Ohren kaum getraut!

»Aha!«, sagte er zu sich,

»solch ein Fisch kann das also sein!«,

und er steckte sich noch einen Happen

in seinen großen Mund hinein.

Den Rest vom Schlangenbraten

hat er dann seinem König gebracht.

Mit großem Appetit hat der sich gleich

darüber hergemacht!

Nicht selten mochte der König nach dem Essen ausreiten.

Das konnte ihm stets Freude bereiten.

Georg sattelte die Pferde,

das war ihm eine besondere Ehre

und durfte den König, seinen Herrn, begleiten.

Als sie über eine grüne Wiese ritten,

machte Georgs Pferd einen Sprung

und wieherte: »Hihihi, Bruder, mir ist so wohl,

ich fühle mich so jung!

Ich meine, ich könnte über Berge springen!«

»Das möchte ich auch«, sagte das Pferd des Königs!

»Es würde mir gewiss gelingen!

Doch wenn ich springe, fällt mein Reiter

wie ein alter Sack herunter und bricht sich sein Genick!«

»Na und? Dann ist es eben sein Genick!

Und du wirst statt des Alten

bald einen Jungen tragen.

Ob er das wohl will,

sollten wir den König nicht fragen!«

Georg musste über diese Unterhaltung

der beiden Pferde lachen.

Doch nur ganz leise,

auf vorsichtige Art und Weise,

damit der König es nicht mitbekommt,

dass er die Sprache der Tiere versteht,

denn sonst bestrafte er ihn prompt,

wodurch sein Leben zu Ende geht.

Natürlich hatte der König

das Gespräch der Pferde mitbekommen,

denn er hatte ja die Schlange,

als Mittagsmahl eingenommen.

Auch Georgs Lachen war ihm nicht entgangen!

Da hat er zu zweifeln angefangen.

Er fragte: »Worüber, Bursche, hast du gerade gelacht?«

»Über nichts Besonderes, Majestät«,

hat Georg als Antwort dargebracht!

Der König hatte Verdacht geschöpft,

dies hat Georg bei sich gedacht.

Hoffentlich werde ich nicht

einen Kopf kürzer gemacht!

Den Pferden traute der König auch nicht mehr,

darum wendete und ritt nach Hause er.

Als sie waren im Schlosse angekommen,

hat Georg vom König diesen Befehl bekommen:

»Schenke mir ein, ein Glas vom roten Wein!

Doch achte darauf, dass es nicht zu viel

und nicht zu wenig sollte sein.

Kannst du das rechte Maß nicht treffen,

verlierst du deinen Kopf,

das ist mein Versprechen!«

Damit wollte er sich wohl für das Probieren

des Schlangenbratens rächen.

Georg, der das rechte, gewünschte Maß nicht kennt,

nahm die Weinkaraffe und schenkte ein.

Natürlich hoffte er,

dass dies das rechte Maß wird sein.

Da kamen zwei Vögel durch das offene Fenster,

geflogen in den Palast hinein.

Der eine nahm vor dem anderen Reißaus.

Dem gejagten hingen drei goldene Haare

aus seinem Schnabel heraus.

»Gib mir die Haare«, rief der jagende Vogel laut!

»Sie gehören mir, du hast sie mir geklaut!«

»Nein«, rief der Gejagte, »sie gehören mir,

denn ich habe sie aufgehoben,

als sie nach dem Kämmen,

aus dem Kamme der goldhaarigen Prinzessin,

zur Erde sind geflogen!«

Die beiden Vögelchen zankten,

und zerrten an den Haaren dann,

bis ein jedes ein Haar

in seinem Schnabel halten kann.

Das dritte goldene Haar

schwebte sachte auf den Boden.

Georg bückte sich und hat es aufgehoben.

Dabei vergoss er etwas von dem Wein.

Der König rief:

»Deine Strafe soll nun furchtbar sein!«

Doch dann ließ er Gnade vor Recht ergehn:

»Ich würde so gerne die Prinzessin

mit den goldenen Haaren sehn!

Gelingt es dir, dass du sie für mich gewinnst,

dann werde ich von deiner Strafe absehn!«

Was blieb Georg nun übrig? Was sollte er tun?

Vorbei war es damit, sich auszuruhn.

Sein Leben stand nun auf dem Spiel.

So ritt er aus, doch er wusste nicht,

wo er die Prinzessin suchen sollte,

kannte nicht das Ziel!

Bald ist er zu einem finsteren Walde gekommen.

Dass am Waldrand ein Busch in Flammen stand,

hat er sofort wahrgenommen.

Unter dem brennenden Busch

befand sich ein Ameisenhaufen.

Den kleinen Tierchen wurde es heiß,

sie konnten kaum noch schnaufen!

Nur ihre Eier zu retten, hatten sie im Sinn!

Damit liefen sie aufgeregt her und hin.

Georg hörte ihren Hilfeschrei

und er kam sogleich herbei.

Er hieb mit seinem Schwerte

des Busches brennende Äste ab

und trat mit seinen Stiefeln auf die Flammen,

bis nichts mehr brannte,

und es kein Feuer mehr gab!

Darum eine Freundschaft zwischen Georg

und den Ameisen entstand,

wie man sie zwischen Mensch und Tier

wirklich nur ganz selten fand.

Die Ameisenkönigin dankte Georg

und sprach geschwind:

»Solltest du uns einmal brauchen,

dann wir hilfreich an deiner Seite sind!«

Georg setzte seinen Ritt nun fort,

und kam an einen Tannenort.

Auf einer hohen Tanne hatten Raben ein Nest gebaut,

und als der Bursche genau hinschaut’,

da sah er zwei Rabenjunge

unten auf der Erde liegen!

Sie klagten: »Vater und Mutter

sahen wir gerade eben wegfliegen.

Von ihnen wir kein Futter mehr kriegen.

Wir haben Hunger, bitte gib uns zu fressen,

sonst können wir bestimmt unser Leben vergessen!«

Georg überlegte nicht lange,

sprang vom Pferde, das wieherte bange.

Er stieß sein Schwert in des Pferdes Seite,

auf diese Weise er den Raben,

bis sie flügge sind, ein Fressen bereitete.

Die Raben dankten Georg geschwind

und sagten: »Solltest du uns einmal brauchen,

dann wir hilfreich an deiner Seite sind!«

Zu Fuß musste Georg nun leider laufen.

Stunden und Tage ging er durch den Wald,

ohne ein einziges Mal zu verschnaufen.

Und als er endlich den Wald ließ hinter seinen Rücken,

konnte er vor sich ein riesengroßes

Meer erblicken!

Das Ende des Meeres war nicht zu sehn,

wohl aber zwei Fischer,

die miteinander streitend dort am Ufer stehn.

Sie stritten um einen, von ihnen gefangenen,

großen, goldenen Fisch.

Ein jeder von ihnen wollte diesen gern,

für seinen eigenen Mittagstisch.

Der erste Fischer sprach: »Der Fisch ist mein,

mit meinem Netz fing ich ihn ein!«

Darauf der andere:

»Dabei hast du in meinem Boot gesessen!

Hast du das...



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