Neil | Wahre Liebe für Dr. Benitez? | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Neil Wahre Liebe für Dr. Benitez?


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7515-0792-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7515-0792-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



'Spielst du meine Freundin?' Jessies sexy Boss Dr. José Benitez verzichtet darauf, ihren Bruder wegen Diebstahls in seiner Karibik-Villa anzuzeigen. Dafür muss sie so tun, als wäre sie in ihn verliebt! Ein Risiko, denn zwischen ihnen knistert es wirklich erregend ...



Joanna Neil startete ihre Karriere als Autorin von Liebesromanen auf ganz unkonventionellem Wege. Alles begann damit, dass Joanna Neil einen Werbespot für Liebesromane sah und von diesem Zeitpunkt an wie verzaubert war. Sie fing an, die Romane zu verschlingen, und war überwältigt. Je mehr sie las, umso mehr hatte sie auch das Bedürfnis selbst Liebesromane zu verfassen. Damals arbeitete sie als Lehrerin für Vorschulkinder, und bis heute liebt sie ihren Job, aber nach ihrem Erfolg als Liebesroman-Autorin hatte sie kaum noch Zeit dafür. Jetzt widmet sie sich ausschließlich ihrer schriftstellerischen Tätigkeit. Joanna Neil versetzt sich bei jeder Liebesgeschichte, die sie schreibt, in ihre Charaktere hinein und erschafft so gefühlvolle und einzigartige Momente in ihren Romanen. Ihre Leidenschaft zu lehren erfüllt sie sich weiterhin als Dozentin für kreatives Schreiben.
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1. KAPITEL

„Ich bin wirklich froh, dass du dich entschieden hast, hierher in die Karibik zu kommen, Jessie.“ Ben hob die Stimme, um den Partylärm aus dem Haus hinter ihnen zu übertönen, und wurde ernst. „Eigentlich hatte ich gar nicht damit gerechnet, weil es dir sicher viele Umstände gemacht hat. Es tut mir leid, dass ich dir mein Herz ausgeschüttet und dich damit unter Druck gesetzt habe. Du hattest in London schon genug um die Ohren, aber ich musste einfach mit dir reden. Irgendwie schaffst du es immer, mich wieder aufzurichten, wenn ich an einem Tiefpunkt bin.“

Jessie nahm seine Hand. „Du bist mein Bruder“, sagte sie. „Ich werde immer für dich da sein. Darauf kannst du dich verlassen.“

Ben drückte ihre Hand. „Ich werde mich revanchieren. Wart’s nur ab.“

„Das weiß ich doch“, antwortete sie.

Sie saßen auf der Terrasse eines herrlichen Hauses mit Ausblick aufs Meer, die Dunkelheit erhellt vom goldenen Schein der auf dem Gelände verteilten Petroleumfackeln. Die Glastüren zur Terrasse waren geöffnet, um die tropische Luft ins große Wohnzimmer hineinzulassen. Im Hintergrund hörte man die mitreißenden Rhythmen einer Steelband, die eine schwungvolle Calypso-Melodie spielte.

Drinnen tanzten die Gäste, wie es auch Jessie vorhin noch mit einigen sehr interessierten Partnern getan hatte. Doch sie hatte alle Bitten nach weiteren Verabredungen abgelehnt. Da sie sich zu Hause in England gehörig die Finger verbrannt hatte, wollte sie gefühlsmäßig nicht schon wieder etwas riskieren. Die anderen Partygäste unterhielten sich derweil oder genossen das köstliche Essen, das auf der Kücheninsel bereitstand.

„Ich fühle mich, als wäre ich mitten im Paradies gelandet“, seufzte Jessie. „Die Insel ist unglaublich schön. Und dieses Haus ist großartig. Der Besitzer muss sehr viel Vertrauen zu euch haben, dass er deinen Freunden erlaubt, hier eine Party zu feiern, während er weg ist.“

„Ja, wahrscheinlich.“ Ben zog die Augenbrauen zusammen, als hätte er noch gar nicht darüber nachgedacht. „Jedenfalls haben Zach und Eric gesagt, er wäre damit einverstanden. Andererseits haben wir in den letzten zwei Wochen ja auch das Haus renoviert. Er hat uns die Schlüssel gegeben, damit wir jederzeit kommen und gehen konnten. Vermutlich weiß er inzwischen, dass er uns vertrauen kann.“

„Kann sein.“ Dennoch wunderte sich Jessie. „Ihr arbeitet erst seit zwei Wochen hier?“ Das erschien ihr recht kurz, um das eigene Haus irgendwelchen Fremden zu überlassen.

„Ja, ich musste mir schnell einen Job suchen, nachdem Dad mich rausgeschmissen hat“, sagte Ben. „Und sie brauchten noch einen zusätzlichen Mann im Team. Dr. Benitez, der Besitzer, kannte mich schon, weil ich in meiner Freizeit mit ihm im Taucherteam für die Korallenriff-Studie ausgeholfen habe. Er meinte, nach der Renovierung hier könnte ich auch noch in seinen anderen Häusern arbeiten. Er hat eine Baufirma und vermietet die Häuser, sobald sie modernisiert worden sind.“

„Es ist schön, dass du so schnell etwas gefunden hast“, erklärte Jessie. Bens neuer Arbeitgeber schien ein wohlhabender, einflussreicher Mann zu sein. Ein Meeresbiologe, der auch noch mehrere Häuser besaß.

Sie sah ihren Bruder an. Er war erst knapp neunzehn Jahre alt, doch sein athletischer Körperbau täuschte leicht über sein jugendliches Alter hinweg.

Die Trennung ihrer Eltern hatte sie beide getroffen, aber Ben war damals erst elf gewesen, und für ihn war seine ganze Welt zusammengebrochen.

Durch die Scheidung am Boden zerstört, hatte sich ihre Mutter danach ganz in sich selbst zurückgezogen. Sie hatte es der damals siebzehnjährigen Jessie überlassen, sich so gut es ging um ihren Bruder zu kümmern und ihn emotional aufzufangen. Da Jessie während ihres Medizinstudiums zu Hause gewohnt hatte, konnte sie auch in dieser Zeit noch für ihn und ihre Mutter sorgen. Aber Ben hatte lange gebraucht, um über alles hinwegzukommen. Verzweifelt hatte er sich an ein Wunschbild von seinem Vater geklammert, doch vergeblich. Sein Versuch, hier in der Karibik eine Beziehung zu ihm aufzubauen, war wohl gescheitert.

Aber Jessies Ankunft hatte Ben aufgemuntert, sodass er seine Probleme für eine Weile hinter sich lassen konnte.

„Du solltest diesen Rum-Punsch mal probieren“, meinte er gut gelaunt. Auf dem weiß gestrichenen, verschnörkelten Gartentisch stand ein gefüllter Eiskühler. Ben holte mit der Zange einige Eiswürfel heraus, die er in ein hohes Glas fallen ließ. Dann füllte er es mit einer bernsteinfarbenen Flüssigkeit aus dem Krug daneben auf. „Der schmeckt dir bestimmt.“ Er reichte ihr das Glas. „Der Punsch ist hier in der Gegend sehr beliebt.“ Erwartungsvoll sah er sie an.

„Danke.“ Sie lächelte. „Obwohl ich glaube, dass ich allmählich schon mein Limit erreicht habe. Vorhin erst der Wein und dann die leckeren Mojitos.“ Genüsslich verdrehte sie die Augen, dann nippte sie an ihrem Glas, wobei sie den Geschmack voll auskostete und dabei versuchte, die verschiedenen Zutaten herauszufinden. Rum natürlich, ein Schuss Limette, Zuckersirup und Orange. Und vielleicht noch ein Hauch von bitterem Angostura.

„Oh, du hast recht“, sagte sie. „Genau das habe ich gebraucht.“ Ein Gefühl von Wärme breitete sich in ihr aus. „Ich glaube, das ist das erste Mal, dass ich mich wirklich entspannen kann, seitdem ich gestern aus dem Flugzeug gestiegen bin.“

Ben nickte erfreut und lehnte sich in seinem Stuhl zurück. „Es wird dir hier gefallen. Die Abwechslung tut dir sicher gut.“

„Ja, das hoffe ich.“

Jessie ließ sich ihren Drink schmecken, während sie den Blick über das perfekt gestaltete Gelände schweifen ließ. Der schwere, süße Duft von Frangipani erfüllte die nächtliche Luft, und im Licht der Fackeln konnte sie exotische Bougainvilleen sehen, deren lilafarbene Blütenblätter winzige weiße Blüten umschlossen. Gleich daneben entdeckte sie einen herrlichen Strauch mit rosa Hibiskusblüten.

Ben lachte. „Es ist eine tolle Party, oder? Erstaunlich, was man so spontan organisieren kann. Und das Essen ist fantastisch. Soll ich dir noch welche von diesen Hähnchen-Wraps holen, die du vorhin so gerne mochtest? Und vielleicht noch ein bisschen Reis dazu?“

„Klingt super, aber das kann ich mir auch selbst holen.“ Jessie wollte aufstehen.

„Nein, du bleibst hier und entspannst dich“, widersprach Ben. „Wahrscheinlich hast du immer noch ein bisschen Jetlag. Genieß einfach die Aussicht.“

Er ging auf die offenen Terrassentüren zu, und Jessie setzte sich wieder, um die mondbeschienenen Wellen der karibischen See zu beobachten, die an den feinen weißen Sandstrand schlugen. Palmzweige, die sich dunkel vom klaren Nachthimmel abhoben, bewegten sich in der leichten Brise.

Jessie reckte sich träge und streckte die leicht gebräunten Beine aus. Die warme tropische Luft umschmeichelte ihre bloßen Schultern. Befriedigt seufzte sie. Das hier war der reinste Genuss. Vielleicht hätte ich das schon längst mal machen sollen, dachte sie. Das Haus vermieten und alle Sorgen hinter mir lassen.

„Kann ich Ihnen vielleicht noch einen Drink holen?“, hörte sie plötzlich eine Männerstimme mit einem leichten spanischen Akzent ganz in ihrer Nähe. Tief und rau, ließ diese Stimme Jessie einen erregenden Schauer über den Rücken rieseln. Alarmiert richtete sie sich auf. Ihre Haut schien plötzlich zu prickeln.

„Ich … ähm …“ Sie schaute zu dem Mann auf, der wie aus dem Nichts aufgetaucht war und nun neben ihr stand. Ihr Herzschlag beschleunigte sich unwillkürlich. Der Unbekannte wirkte dunkel und geheimnisvoll in dem dämmrigen Licht. Er war hochgewachsen und tadellos gekleidet mit einer maßgeschneiderten Hose und einem dunkelblauen Leinenhemd. „Danke, aber ich bin nicht sicher, ob das gut wäre. Wahrscheinlich hatte ich schon mehr als genug.“ Ihr Kopf fühlte sich warm und ein wenig benommen an. Ein Zeichen, dass der Alkohol seine Wirkung tat.

Der Mann lachte. „Vielleicht ist ein weiterer Drink kein Problem, wenn Sie etwas essen. Ihr Freund holt Ihnen gerade etwas, richtig?“

Jessie überlegte einen Moment, was er offenbar als Zustimmung interpretierte, denn er begann, ihr Glas wieder aufzufüllen.

„Ich habe Sie gar nicht auf die Terrasse herauskommen sehen“, meinte sie. „Und auch nicht gehört.“

Er lächelte belustigt. „Kein Wunder, so laut, wie die Musik da drinnen ist.“ Mit einem Nicken wies er auf das Haus. „Aber ich bin von der anderen Seite gekommen.“

„Ach so.“ Das erklärte, warum sie ihn vorher nicht gesehen hatte. Auf der Party war er zumindest nicht gewesen. „Sind Sie hier, um sich über den Lärm zu beschweren?“ Die Strandhäuser standen zwar in einem gewissen Abstand voneinander, aber vermutlich konnte man die Musik weithin hören. „Es tut mir leid, wenn Sie dadurch belästigt wurden.“

„Der Krach hat jedenfalls meine Aufmerksamkeit geweckt“, erwiderte er leicht ironisch.

„Oh. Ja, natürlich. Aber wir können sicher dafür sorgen, dass die Musik etwas leiser gedreht wird. Obwohl die Party vermutlich sowieso bald zu Ende ist.“ Jessie verzog das Gesicht. „Es ist schon spät, und einige von uns müssen morgen früh arbeiten.“

„Das stimmt.“ Nachdenklich musterte der Mann sie, wobei seine blauen Augen anerkennend glitzerten. „Dennoch gibt es Dinge, für die sich das Aufbleiben lohnt.“ Er ließ seinen Blick über sie gleiten.

Hitze stieg in ihr auf, während sie sich bewusst wurde, was sie gerade anhatte. Ein...



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