Nevis | Die drei ???, Tal des Schreckens (drei Fragezeichen) | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 128 Seiten

Reihe: Die drei ???

Nevis Die drei ???, Tal des Schreckens (drei Fragezeichen)


1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-440-12927-2
Verlag: Kosmos
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 128 Seiten

Reihe: Die drei ???

ISBN: 978-3-440-12927-2
Verlag: Kosmos
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Mitten in den Magic Mountains wacht eine Frau am Steuer ihres Autos auf: Sie hat keine Ahnung wo sie ist, ihr Kopf schmerzt. Das Einzige, an das sie sich erinnern kann, ist ein Indianer mit Adlerkopfmaske, der sie mitten in der Nacht aus dem Auto gezerrt hat. Die Polizei zweifelt an dem Verstand der Frau, doch die drei ??? glauben ihr. Todesmutig machen sie sich auf in das Tal des Schreckens und erleben eine wahre Horrornacht ...

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Kein Fall für die Polizei


Sundown TV war einer der kleineren Fernsehsender der Gegend und lag in der Santora-Street, einer der Einfallstraßen von Rocky Beach. Geschickt lenkte Bob seinen VW-Käfer durch die um die Mittagszeit viel befahrene Straße. Es dauerte nicht lange, da hatte Justus, der neben seinem Freund saß, das dreistöckige Haus der Fernsehfirma entdeckt. »Bob, da ist ein Parkplatz frei, direkt vor dem Eingang.« Der dritte Detektiv nickte, steuerte seinen Wagen auf die eingezeichnete Fläche und wollte den Motor abstellen.

»Hast du nicht das ›Reserviert‹-Schild gesehen?«, warf Peter ein, der hinter den beiden saß. Wenn sie mit Bobs Auto fuhren, war das gewissermaßen sein Stammplatz, da Justus aufgrund seiner Körperfülle mehr Beinfreiheit beanspruchte, die es in einem VW-Käfer nun einmal nur vorn gab.

»Wir sind doch gleich wieder weg«, antwortete Justus und öffnete den Gurt. »Von dieser Plackerei mit Onkel Titus gestern tut mir wirklich jeder Muskel weh. Jeder Meter, den ich nicht laufen muss, ist mir höchst willkommen.«

»Ich glaube, der Grund für deine Schlappheit liegt eher in der doppelten Portion Lasagne«, stichelte Peter. »Oder war es eine dreifache?«

Bob sah kurz zu Justus, doch der nahm es gelassen. Dann drehte er sich nach hinten, um durch das Heckfenster zu blicken. »Wir parken hier«, entschied er, »aber ich stelle wenigstens den Wagen noch gerade hin.« Vorsichtig gab er Gas. »Hoppla!«

Fast hätte er einen Mann angefahren, der eben aus dem Portal gekommen war. Im letzten Moment sprang er zur Seite. »Pass doch auf mit deiner Schrottkiste!«, schimpfte er los. Seine rot gestreifte Baseballmütze war dem Mann ins Gesicht gerutscht, vielleicht hatte sie aber auch vorher schon so schief gesessen.

»Ich hätte Sie schon nicht erwischt«, rief Bob durch das heruntergekurbelte Seitenfenster und murmelte dann leise vor sich hin: »Schrottkiste hat er mein Auto genannt! Blödmann.«

Der Mann schüttelte den Kopf und ging weiter. Justus rümpfte die Nase. »Es weiß halt nicht jeder ein Auto mit Charakter zu schätzen.«

Sie stiegen aus und steuerten den Empfangsraum des Gebäudes an. Eine Couch und ein paar leere Sessel standen rechter Hand, während weiter hinten die Empfangsdame wie ein Drachen vor ihrer Telefonanlage thronte. Sie begutachtete die Ankömmlinge misstrauisch. Bob stufte sie schon als nahezu unüberwindbares Hindernis ein. Dann erinnerte er sich daran, dass sie ja einen Termin hatten. »Wo bleibt denn Justus?«

Peter drehte sich um. Der Erste Detektiv stelzte wirklich ziemlich langsam hinterdrein. »Du gehst wie auf Eiern, Justus«, grinste Peter. »Onkel Titus hat dir also doch ziemlich zugesetzt?«

»Na, wenigstens hat er ein paar Dollar dafür springen lassen. Immer noch besser als dieses öde Konditionstraining für nichts.«

»Ich könnte auch ein bisschen Kleingeld gebrauchen«, bemerkte Bob. »Vielleicht darf ich ja als Aushilfskraft bei Sundown TV ein paar Kabel halten. Ist doch angenehmer, als Waschmaschinen und Bücherkisten abzuladen.«

»Es kommt auf die Fernsehsendung an«, gab Justus zurück. »Stell dir mal vor, du müsstest neunzig Minuten lang eine Talkshow ertragen.«

Inzwischen waren sie am Empfang angekommen. Die Frau schien ihre letzten Worte mitbekommen zu haben.

»Meine Herren, wenn ihr Jobs sucht, dann seid ihr umsonst gekommen. Alles vergeben.«

»Wir möchten gar nicht hier arbeiten«, antwortete Justus. »Wir haben einen Termin bei Mrs Sullivan.«

Ihre Miene änderte sich, wenn auch nur ansatzweise. »Ach so, das ist was anderes, ja … ich werde euch anmelden. Wartet. Dritter Stock, Zimmer 302. Aber bevor ihr hinaufkönnt …« Sie wandte sich an Bob. »Würdest du bitte erst einmal dieses Gefährt von Mr Caddys Parkplatz entfernen?«

Bob sah sie mit großen Augen an.

»Na, dieses … Auto dort. Es steht auf dem Platz von Mr Caddy. Er ist der Inhaber von Sundown TV und wird gleich eintreffen.«

Bob drehte sich um, doch es war bereits zu spät. Ein großer Jeep rollte heran und stellte sich direkt hinter Bobs VW, sodass er zwischen dem großen Glasfenster und dem Geländewagen eingeschlossen war. Ein etwa fünfzigjähriger braun gebrannter Mann stieg aus dem Wagen und lief einen Moment später durch die Empfangshalle. Eine modische Sonnenbrille verdeckte seinen Blick. Er begrüßte die Frau am Empfang mit einem kurzen Nicken und betrat den Aufzug, dessen Türen sich gerade geöffnet hatten.

»Kommt, Jungs«, sagte Justus. Kurz entschlossen stürmten die drei ??? hinterher. Mr Caddy schob für einen Moment seine Brille hoch und sah auf seine teure Armbanduhr. Er beachtete die Detektive kaum.

Die Türen schlossen sich. Sie waren mit dem Mann allein. Bob drückte auf den Knopf zum dritten Stockwerk, dann wandte er sich an den Boss von Sundown TV. »Sir, Sie haben leider meinen Wagen blockiert«, begann er vorsichtig. »Würden Sie bitte die Freundlichkeit haben …«

Mr Caddy sah überrascht auf. »Also du hast dir meinen Parkplatz geschnappt!«, unterbrach er Bob. Er schien eher belustigt. »Selbst schuld. Na, dann lass dir mal was einfallen. Vielleicht bestellt ihr euch ein Taxi, wenn euer Geld überhaupt dafür reicht. Sonst heißt es laufen, laufen, laufen … Ich habe Wichtigeres zu tun.« Der Aufzug hielt und die Türen öffneten sich. Mr Caddy bückte sich und nahm seinen Koffer. Mit einem aufgesetzten Lächeln stieg er aus. »Schönen Tag noch, Jungs.«

»Blödmann«, sagte Bob, als sich die Türen wieder geschlossen hatten. »Arroganter Affe.«

»Wahrscheinlich ist er es langsam leid, dass ihm immer sein Parkplatz zugestellt wird«, versuchte Justus noch einen Anflug von Verständnis aufzubringen. »Das passiert ihm bestimmt nicht zum ersten Mal. Aber schau, was er verloren hat!« Justus bückte sich und hob etwas auf, doch da waren sie auch schon im dritten Stock angekommen. Die Aufzugtüren surrten auseinander. »Wir schauen es uns später an«, entschied Justus und steckte seinen Fund in die Hosentasche. »Raus mit euch!«

»Sollen wir es ihm nicht zurückgeben?«, murmelte Peter.

»Diesem Affen?«, gab Bob zu bedenken.

Da standen sie auch schon vor Mrs Sullivans Büro. Deutlich lesbar war ihr Namensschild neben der Tür an die Wand gedübelt, daneben stand die Bezeichnung ›Sekretariat Aufnahmeleitung‹.

Justus trat als Erster ein, Bob und Peter folgten.

Leider war Mrs Sullivan nicht allein im Zimmer. Ihr Chef – es musste ihr Chef sein – stand neben ihrem Schreibtisch, ein Papier in der Hand. Mit zusammengekniffenen Augen blickte er die Jungen an.

»Was wollt ihr?«, raunzte er. »Wir haben keine Aushilfsjobs! Wie seid ihr überhaupt hier hereingekommen?«

»Entschuldigen Sie, Mr …«

»… Martin. Fred Martin. Aufnahmeleiter von Sundown TV. Mrs Sullivan, wo ist denn schon wieder meine Brille …«

»In Ihrem Büro, Sir.« Mrs Sullivan, eine Frau von vielleicht dreißig Jahren, stand auf. »Auf dem Schreibtisch. Mr Martin, das mit den Jungs geht schon in Ordnung. Ich habe mich mit ihnen verabredet.« Sie musterte die drei ??? von oben bis unten. »Eigentlich dachte ich, ihr würdet unten warten.«

»Es hat sich gerade so ergeben«, behauptete Justus.

»Na egal, ich habe jedenfalls Hunger wie ein Scheunendrescher«, erklärte sie schon etwas freundlicher. »Kann ich in die Pause gehen, Mr Martin?«

»Nur zu. Ich bin ja froh, dass Sie überhaupt wieder arbeiten!«

Es war wirklich nur ein Katzensprung zum Hooter. Peter bewunderte die alte Autohupe, die über der Eingangstür hing und dem Restaurant seinen Namen verlieh. Innen war alles gerammelt voll wie immer zur Mittagszeit. Doch Mrs Sullivan hatte einen Tisch reserviert. Besser gesagt, einen Rolls-Royce, denn alle Gäste saßen in stilvoll restaurierten alten Autokabinen, die zu einer Seite hin offen waren.

Zufrieden ließ sich Justus auf die Rückbank fallen und blickte sich um. »Fast so schön wie bei Morton«, murmelte er.

»Nur das Essen ist besser«, gab Peter zurück, der sich neben ihn auf die Rückbank gesetzt hatte. »Aber vermutlich bist du ja noch satt von gestern Abend.«

»Keine Spur«, sagte Justus und hielt plötzlich inne. »Schau mal, ist das nicht der Mann, den wir eben fast angefahren hätten?«

Peter und Bob folgten seinem Blick. Tatsächlich. Der Mann mit der rot-weißen Baseballkappe saß an der Bar und trank ein Bier. Besonders glücklich schaute er nicht gerade aus der Wäsche.

»Meint ihr diesen Sauertopf da?«, fragte Mrs Sullivan. Sie hatte sich genau wie Bob einen Einzelsessel ausgesucht. »Der war doch eben bei Mr Martin.«

»Ach. Was hat er gewollt?«

Statt einer Antwort sah Mrs Sullivan Justus belustigt an. »Ihr seid wirklich Detektive«, sagte sie dann, »so neugierig, wie ihr seid. Aber tut mir leid, ich weiß es nicht. Er war bei Mr Martin im Zimmer und Mr Martin hat ihn auch persönlich nach unten begleitet.«

»Was ungewöhnlich ist«, bemerkte Justus.

»Stimmt.« Sie musterte ihn überrascht. »Aber woher weißt du das?«

»Nicht schwer zu erraten. Normalerweise bringen die Sekretärinnen die Besucher nach draußen, nicht wahr?«

Mrs Sullivan nickte. Sie blätterte in der Speisekarte. »Hm, da läuft einem ja das Wasser im Munde zusammen. Greift ruhig zu«, ermunterte sie die...



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