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Ihr Team von Sack Fachmedien
E-Book, Deutsch, 160 Seiten
Reihe: Die drei ???
Nevis Die drei ??? und die Teufelsklippe (drei Fragezeichen)
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-440-50483-3
Verlag: Kosmos
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 160 Seiten
Reihe: Die drei ???
ISBN: 978-3-440-50483-3
Verlag: Kosmos
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die drei ??? übernehmen jeden Fall.
Peter kann es nicht glauben: Er wird beschuldigt, einen Mann von einem Aussichtspunkt ins Meer gestoßen zu haben. Im Verhör wird er von der Polizei bis ins kleinste Detail befragt. Derweil stürzen sich Justus und Bob in die Ermittlungen. Wie und warum ist der Mann ins tosende Meer gefallen? Können die beiden Peters Unschuld beweisen?
Weitere Infos & Material
Unter Verdacht
Die Sammelzelle der Polizeistation in Oxnard, in der die Neuankömmlinge untergebracht wurden, war nüchtern eingerichtet. Neonlicht flackerte von der Decke, obwohl es draußen immer noch Tag war. Sie waren zu dritt: ein Stadtstreicher, der Peter anstarrte, als überlege er, ob es sich lohnte, ihn anzubetteln, ein betrunkener Mann mit Bart, der lautstark schnarchte, und Peter selbst.
Der Zweite Detektiv wurde zuerst herausgeholt.
Eine Polizistin und ein Polizist kamen auf ihn zu.
»Officer James«, stellte der Mann sich vor. »Wir werden dich gleich verhören.«
»Ich heiße Ella«, sagte die Frau und sah Peter kühl in die Augen, bis dieser ihrem Blick auswich. »Mein Polizeidienstgrad ist Detective.«
Ein Detective stand höher als ein Officer, wie Peter wusste. Offenbar wurde es nun ernst. Von einem anderen Polizisten wurde er in ein Zimmer geführt, das ihn an die Verhörräume erinnerte, die er aus Fernsehserien kannte. Ein Tisch, drei Stühle, ein Aktenschrank, eine Lampe und ein verspiegeltes Glasfenster, durch das man vermutlich von der anderen Seite hereinsehen konnte.
Der Polizist wies Peter einen Stuhl zu und ließ ihn dann allein. Peter wartete. Wahrscheinlich wurde er beobachtet. Obwohl die Gedanken in ihm tobten, gab er sich lässig. Zumindest versuchte er es. Bequem war der Stuhl nicht. Der Zweite Detektiv beugte sich nach vorne, stützte die Ellbogen auf den Tisch, legte sein Kinn auf die Hände und starrte ausdrucklos auf die gegenüberliegende kahle Wand. Man verdächtigte ihn. Irgendwie konnte er es ja auch verstehen. Aber er war unschuldig. Hoffentlich würde sich das schnell klären. Wenn er allerdings an den kalten, misstrauischen Blick von Detective Ella dachte, verließ Peter der Mut. Sie war jung, schien sehr ehrgeizig. Unter anderen Umständen hätte sie ihm vielleicht gefallen mit ihren braunen, zum Zopf gebundenen Haaren und den vielen Sommersprossen. Officer James war deutlich älter, schien auf den ersten Blick ruhiger. Aber das konnte alles täuschen.
Eine Weile passierte nichts. Ab und zu wechselte Peter die Sitzposition, dann stand er auf und begann, im Raum hin und her zu laufen.
Schließlich wurde die Tür geöffnet.
Detective Ella erschien. »Setzen!«
Hinter ihr trat Officer James ein, der eine kleine durchsichtige Plastiktüte mit Peters Handy in der Hand hielt. »Na, wird’s bald?«
Betont gelassen nahm Peter Platz.
Die Frau setzte sich ihm gegenüber. Jetzt lächelte sie plötzlich. »Ich bin Detective Ella«, stellte sie sich noch einmal vor, wahrscheinlich für das Aufnahmegerät, das das nun folgende Gespräch aufzeichnen würde. Ihre Stimme klang sanfter als erwartet. »Und außerdem ist Officer James anwesend. Wir möchten gerne von dir, Peter Shaw, hören, was in der Villa vorgefallen ist.«
»Das wüsste ich auch gerne«, sagte Peter.
Die Polizistin ging nicht darauf ein. »Wenn du uns alles erzählst, brauchst du auch nicht so lange hierzubleiben. Es gibt schönere Orte als einen Verhörraum, nicht wahr?«
Peter schwieg.
»Sag einfach, was passiert ist. Wie du in dieses Haus über der Teufelsklippe eingedrungen bist und warum du den Mann hinabgestoßen hast.«
Das kam vollkommen unvermittelt. Peter setzte sich auf. »Ich habe ihn nicht runtergestoßen!«
»Nein? Woher kanntest du Mr Forsters?« Die Stimme wurde scharf, Detective Ella nahm Fahrt auf.
Peter schüttelte den Kopf.
»Bitte? Ich habe dich nicht verstanden!«
»Ich kannte den Mann nicht«, sagte Peter.
»Warum warst du dann in seinem Haus?«
»Ich sollte ihm beim Bilderaufhängen helfen«, sagte der Zweite Detektiv. Er las in den Gesichtern der Polizisten, dass sie ihm nicht glaubten. Es klang ja auch absurd.
»Du fährst also zu einem Mann, den du gar nicht kennst, um ihm beim Bilderaufhängen zu helfen«, sagte die Polizistin, als sei das das Normalste der Welt. »Und daraufhin stürzt der Mann zu Tode.« Sie lächelte. »Hing das Bild etwa schief?«
»Ich weiß nicht, wie das alles passiert ist!«, rief Peter. »Ich bin doch nur wegen dem Mädchen hingefahren!«
»Welches Mädchen plötzlich?«, fragte die Polizistin süßlich.
»Eine Bekannte von Forsters – Xenia, sie muss auch in der Nähe des Hauses gewesen sein, ich bin mit ihr hingefahren.«
»Da war kein Mädchen vor Ort«, sagte die Polizistin unangenehm ruhig.
»Wirklich nicht«, bestätigte Officer James. Er drehte die Tüte mit dem Telefon in seinen Händen, sah darauf und ging plötzlich hinaus.
Nun war Peter mit der Polizistin allein. Er holte Luft. »Dann ist sie eben weggefahren.«
»Wie bist du eigentlich zu dem Haus gekommen?«, fragte Detective Ella.
»Mit meinem Auto. Das Mädchen habe ich mitgenommen. Vom Strand bei Oxnard bis dorthin.«
»Okay, bleiben wir bei dem Mädchen.« Die Polizistin sah ihm in die Augen. »Beschreib es.«
»Äh …«, machte Peter.
»Los, du warst doch länger mit ihr zusammen. Wie hieß sie noch mal?«
»Xenia«, sagte Peter.
»Also, wie sah sie aus?«
Peter spürte den Druck, den die Polizistin machte. Hilfe suchend dachte er daran, wie Justus sich wohl verhalten würde. Er würde ruhig und glasklar antworten. »Etwa so groß wie ich«, sagte Peter. »Vielleicht ein wenig kleiner. Lange, rotblonde Haare, zwei geflochtene Zöpfe. Schmal. Ein auffallend munteres Gesicht.«
»Bitte was?«
»Sie sah munter aus, gelassen, offen, fröhlich. Können Sie sich das nicht vorstellen?«
»Lass das bitte meine Sorge sein. Kleidung?«
»Blaues T-Shirt, kurze weiße Hose, braune Sandalen«, sagte Peter ruhig.
»Nachname?«
»Den hat sie mir nicht verraten.«
»Natürlich«, sagte Detective Ella. »Hatte sie selbst kein Auto?«
»Doch. Weißer Chevrolet, älteres Modell, Spark. Oder grau.«
»Kennzeichen?«
»Weiß ich doch nicht! Ich habe es nur kurz gesehen. Warum hätte ich mir das merken sollen? California soundso.«
»Weiß oder grau? Was nun?«
»Hellgrau«, sagte Peter, »ich glaube, es war hellgrau.«
»Und warum ist sie nicht mit ihrem eigenen Wagen gefahren? Hast du sie zum Mitkommen gezwungen?«
Peter sah die Polizistin an. »So ein Quatsch! Natürlich nicht! Ihr Auto sprang nicht an.«
»Und das hast du ihr geglaubt?«, fragte sie.
»Ich habe es selbst ausprobiert«, sagte Peter.
Detective Ella lachte. »Aha. Peter Shaw, der Automechaniker.«
Peter schnappte nach Luft. »Dann schauen Sie doch einfach nach, ob das Auto noch da steht!«
»Wie hieß das Mädchen?«, fragte Ella.
»Xenia. Habe ich doch schon gesagt.«
»Also Xenia. Und wie weiter?«
»Keine Ahnung!«
»Aber du kanntest sie doch.«
»Nein, sie hat mich angesprochen, erst am Strand und dann noch mal auf dem Parkplatz an der Straße, als sie versucht hat, ihr Auto zu starten. Ich wollte eigentlich noch kurz bei Kelly vorbei und …«
»Kelly?«
»Ja, meine Freundin.«
»Und statt Kelly dann eben Xenia.«
»Wie meinen Sie das?«
»Xenia, Kelly … Ich bin gespannt, was du uns noch so alles auftischst. Sie hat dich also angesprochen und du hast sie mitgenommen.«
»Ja, weil ihr Wagen nicht ansprang! Erst musste sie noch zu diesem Mann, und anschließend wollte ich sie nach Rocky Beach fahren.«
»Sie wohnt in Rocky Beach? Wie du? So ein Zufall!«
»Nein, in Santa Monica. Irgendwer hätte sie in Rocky Beach abgeholt. Oder sie wäre mit dem Bus gefahren. Was weiß ich. Vielleicht hätte ich sie auch … Ach, was soll’s.«
»Und du hast ihr einfach so getraut?«
»Sie ist Surferin und ungefähr so alt wie ich. Ein nettes Mädchen, mit dem ich geredet habe und dem ich helfen wollte, warum sollte ich …?«
»Hoppla! Geredet? Ich dachte, du kanntest sie nicht?«
»Na, am Strand gequatscht, wie mit den anderen Leuten, mehr nicht, ein paar Worte. Nichts Wichtiges. So was wie ›Die Welle dahinten, auf die warten wir‹ und so Sachen. ›Wie gefällt dir der Strand? Warst du schon mal hier?‹ Was man so redet.« Genervt sah Peter zur Decke. Seine Ruhe, die er sich mühsam aufgezwungen hatte, war wieder dahin. Das hatte Detective Ella immerhin geschafft.
»Und so Sachen«, wiederholte sie. »Das Haus von Mr Forsters liegt sehr einsam. Wie soll diese Xenia da von alleine weggekommen sein?«
»Keine Ahnung! Vielleicht gelaufen, Mrs Ella!«
»Detective Ella.«
»Detective Ella. Entschuldigung.«
Die Frau sah ihn eine Weile stumm an. Dann entschied sie sich offenbar, einen Gang zurückzuschalten. »Wir waren sehr schnell am Tatort«, erklärte sie, »und die Straße hat wenige Abzweigungen. Sie hätte uns begegnen müssen.«
»Vielleicht fragen Sie mal Ihre Kollegen, die in dem Polizeiwagen saßen.«
»Danke für den Tipp, Peter, bin auch schon draufgekommen. Fehlanzeige – auch wenn’s mir leidtut für dich.«
Die Tür ging auf – Endlich!, dachte Peter – und Officer James kam zurück, das Handy in der Hand.
Detective Ella warf ihm einen fragenden Blick zu, dann...




