Nias | Daniel@Bruns_LLC | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 277 Seiten

Reihe: Bruns LLC

Nias Daniel@Bruns_LLC

Katzenmenschen
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-944737-93-5
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Katzenmenschen

E-Book, Deutsch, Band 3, 277 Seiten

Reihe: Bruns LLC

ISBN: 978-3-944737-93-5
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Was haben ein Panther und ein Chihuahua gemeinsam? Anfangs nicht viel ... Daniel fühlt sich inmitten des Löwenrudels pudelwohl, obwohl er jetzt neben seinem besten Freund Marc als einziger Mensch unter den Gestaltwandlern lebt. Wenn da nur nicht seine heimliche Obsession für den griesgrämigen, humorlosen schwarzen Panther Ric wäre, der leider überhaupt nicht über seine Späße lachen kann. Ein gemeinsamer Abend in einem Nachtclub und eine gefährliche Mission bringen die beiden jedoch einander näher - viel zu nahe, für den Geschmack des Panthers ...

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1. Kapitel


„Unsere Kamera hat den Läufer mit der Nummer 1 eingefangen: Ricardo Emerald José de Fuego Otoronga, kurz Ric „The Black Panther“ genannt, befindet sich auf den letzten Kilometern. Der Halbmarathon hat bereits Spuren in seinem Gesicht hinterlassen. Der Berliner mit brasilianisch-amerikanischer Abstammung kämpft. Um sein Ansehen, um seine Würde. Wird er es schaffen, die Bestzeit des Wolfes zu unterbieten?“

Daniel hielt sich eine der Kurzhanteln wie ein Mikrofon vor das Gesicht und ging langsam um ihn herum.

Ric stöhnte gequält auf und stellte das Laufband eine Stufe höher. Die letzten fünf Kilometer seines morgendlichen Trainingslaufs wollte er eigentlich wie üblich mit einem Schlusssprint krönen. Doch Daniel schaffte es mal wieder, ihm gehörig auf den Keks zu gehen. Der Lauf half ihm immer, seine Energie ein wenig loszuwerden und einen klaren Kopf zu bekommen. Aber so konnte er sich beim besten Willen nicht aufs Joggen konzentrieren. Mit einem frustrierten Schnaufen schaltete er das Laufband ab, schlang sich ein Handtuch um den Nacken und griff nach seiner Wasserflasche.

Mann, was ging ihm Daniel auf die Nerven! Sobald sie beide in einem Raum waren, musste er sich diese blöden Sprüche anhören. Und Ric konnte alles leiden, nur keine dämlichen Sprücheklopfer. Nicht, dass alle anderen ihres „Rudels“, wie Jon es so gerne bezeichnete, vor Daniels Spötteleien sicher waren – aber der Mensch schien ihn als seine liebste Zielscheibe ausgemacht zu haben. Manchmal fühlte er sich regelrecht verfolgt. Wie heute Morgen. Kaum hatte er angefangen zu laufen, war Daniel in den Trainingsraum gekommen. Ric trank einen Schluck und wandte sich dem Fenster zu.

Draußen graute erst jetzt der Morgen, obwohl es bereits fast 8 Uhr war. Der Regen wollte einfach nicht nachlassen. Unaufhörlich prasselten die Tropfen gegen das Fenster. Ric lehnte den Kopf an die kühle Fensterscheibe und starrte verzweifelt hinaus, sein Atem ließ die Glasscheibe beschlagen. Wenn das Wetter sich nicht langsam besserte, würde er hier noch am Rad drehen. Warum nur hatte er seine eigene Berliner Wohnung, seinen gemütlichen Rückzugsort, gegen dieses Penthouse getauscht und war hier eingezogen? Jon hatte zwar einige gute Argumente vorgebracht, wie zum Beispiel den gegenseitigen Schutz, den dieses Zusammenleben versprach. Und auch die enge Zusammenarbeit mit ihm und Tajo, die dadurch um einiges einfacher wurde. Aber letztendlich war es wohl der Luxus gewesen, der ihm die Entscheidung erleichterte und der ihm hier kostenfrei geboten wurde: ein vollständig eingerichteter Fitnessraum, ein großzügiges Zimmer mit einem traumhaften Bad, ein Jacuzzi auf der Dachterrasse zum Entspannen, täglich warmes und köstliches Essen, das Keyla zubereitete – das hatte schon etwas für sich. Nur die nervige Quasselstrippe hatte er nicht auf der Rechnung gehabt.

„Warum gehst du nicht … uff … einfach mal raus und läufst … uff … draußen eine Runde? Uff … scheust du dich … uff … vor dem bisschen Wasser?“, ertönte Daniels Stimme jetzt hinter ihm.

Ric drehte nur leicht den Kopf und sah zu, wie Daniel die Kurzhanteln wieder zurück in die Halterungen an der Wand hängte. Der Mann atmete angestrengt, ein leichter Schweißfilm hatte sich auf seiner Haut gebildet, dabei sah er Ric weiterhin durchdringend an. Ach ja, er hatte etwas gefragt.

„Ich mag den Regen nicht. Jedenfalls nicht diesen kalten Regen.“

„Aber in deiner Heimat Brasilien regnet es doch auch oft, nicht wahr? Oder hast du nur schon lange keinen mehr weggesteckt, dass du in den letzten Tagen kaum noch ’ne Minute stillsitzen konntest?“, bohrte Daniel süffisant lächelnd weiter nach.

„In Brasilien ist der Regen wärmer.“ Ric seufzte genervt auf. Die letzte Frage ließ er geflissentlich unbeantwortet. Der Grund, warum er seit Tagen am liebsten die Flucht ergriffen hätte, ging nun zur Hantelbank hinüber und packte ein paar zusätzliche Gewichte auf beide Seiten. Dann ließ sich Daniel mit dem Rücken auf die lederne Bank nieder, langte nach der Stange und korrigierte nochmals seinen Griff, bevor er die Backen aufblies, die Hantelstange mit einem Ächzen aus der Halterung nahm und begann, diese in die Höhe zu stemmen. Automatisch zählte Ric in Gedanken mit. Dreizehn … vierzehn … fünfzehn. Beim letzten Hochdrücken der Stange bemerkte er Daniels leises Keuchen. Ein angestrengtes Zittern lief durch dessen Oberarme und Ric trat schnell hinter seinen Kopf, um notfalls das Gewicht aufzufangen, bevor es auf ihn herunter krachte. Aber er musste nicht eingreifen. Daniel mobilisierte nochmals letzte Kraftreserven und schob die Stange in die Halterung zurück. Zufrieden schnaufend sah er zu Ric hinauf. „Danke, aber ich schaff’ das schon. Bin ein großer Junge. Frag meine Mama!“

„Mann, ich wollte dir nur helfen.“ Seine Stimme klang blöderweise genauso genervt, wie er sich fühlte. Dabei hatte er sich geschworen, Daniel gegenüber keine noch so kleine Gefühlsregung zu zeigen. Und genervt zu sein war eindeutig eine Gefühlsregung. Denn wenn ihn die letzten drei Wochen etwas gelehrt hatten, dann, dass er Daniel niemals irgendeine Emotion zeigen sollte – der sprang nämlich sofort darauf an, um so einen lästigen Spruch loszulassen.

Daniels Augen funkelten verschmitzt und Ric wusste, dass jetzt wieder etwas folgen würde. Also nahm er mit einer Hand die Hantelstange aus der Halterung und hielt sie Daniel auffordernd über die Brust. „Deine Verschnaufpause von einer Minute ist um. Los, mach den nächsten Satz!“

Den verblüfften Gesichtsausdruck des unter ihm liegenden Mannes ignorierte er. Daniel nahm die Hantelstange mit einem leisen Ächzen entgegen und drückte sie hoch.

„Wie kannst du das mit einer Hand halten? Das sind 80 Kilogramm!“, rief er überrascht.

„Eins …“, zählte Ric ungerührt. Daniel schnaufte und senkte das Gewicht wieder, um es erneut hochzustemmen.

„Zwei …“, zählte Ric weiter. Als er bei zwölf angekommen war, merkte er, wie verbissen Daniel kämpfen musste.

„Auf, weiter, nicht schlappmachen! Noch drei!“, forderte er unnachgiebig.

Daniel stöhnte beim Ausatmen, während er die Hantelstange noch einmal nach oben drückte. Dort verharrte er kurz, sein Atem ging stoßweise.

Ric beugte sich ein wenig über ihn und starrte ihn herausfordernd an. „Na, gibst du auf?“

„Niemals“, stieß Daniel zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor, hielt seinem Blick stand und senkte das Gewicht auf seine Brust hinunter. Seine Brustmuskeln waren bis aufs Äußerste angespannt, als er das Gewicht leicht schwankend, aber stetig nach oben drückte.

„Gut so. Und noch einen Letzten!“ Unverwandt starrte er in Daniels braune Augen, die sich vor Anstrengung verengt hatten, ihn aber weiterhin ansahen. Sein Gesicht war rot angelaufen, seine Beine zitterten, aber mit letzter Kraft brachte er das Gewicht erneut nach oben. Ric erlöste ihn, nahm ihm sicherheitshalber die Hantelstange ab und legte sie in die Halterungen.

Daniel keuchte angestrengt und ließ seine Arme einfach seitlich herabbaumeln. Kopfschüttelnd wandte sich Ric ab und griff erneut nach der Wasserflasche. Prima, offenbar war dies die einzige Art und Weise, um Daniel die Luft für seine bescheuerten Witzeleien zu nehmen. Das sollte er sich merken. Allerdings fand er dessen Trainingsmethode mehr als seltsam. Wenn nicht sogar gefährlich. „Du solltest nicht so viel Gewicht draufpacken.“

„Wie viele Kilo schaffst du?“, fragte Daniel atemlos.

„Ich weiß es nicht. Habe es nie ausprobiert“, erwiderte Ric abweisend.

„Warum nicht?“

Ric wandte sich der Tür zu. Er brauchte jetzt vor allem eine erfrischende Dusche. „Ich trainiere nicht auf Kraft. Das würde zulasten der Ausdauer und Geschicklichkeit gehen.“

„Oh – okay. Mit deiner Wendigkeit könntest du es im Kampf sogar mit einem Löwen aufnehmen, nicht wahr?“ Daniel starrte an die Decke, langsam beruhigte sich seine Atemfrequenz wieder.

Ric nickte verhalten. „Ja. Die Löwen und Bären haben vielleicht mehr Kraft, aber ich bin schneller.“

Daniel schwieg nachdenklich. Ric warf ihm einen letzten Blick zu und verließ den Trainingsraum. Unglaublich, in den letzten zwei Minuten hatten sie tatsächlich so etwas wie ein vernünftiges Gespräch führen können. Das erste Mal überhaupt. Er sollte Daniel öfter an seine körperlichen Grenzen bringen, vielleicht hatte er dann Ruhe vor ihm.

***

Frisch geduscht und umgezogen machte sich Ric auf den Weg in die Küche. Hunger hatte er zwar nach seinem Trainingslauf noch nicht, aber er hatte gehört, dass Jon im oberen Stockwerk des Penthouses war, das von einem großen Wohnzimmer, einer offenen Küche und einer Dachterrasse eingenommen wurde. Die morgendlichen Gespräche mit Jon über die Planung des Tages waren zu einer festen Angewohnheit geworden. Der Löwe hatte schnell Vertrauen zu ihm gefasst, nicht zuletzt, weil Devon sein bester Freund war und sie Luke vor den Wölfen gerettet hatten.

Jon stand mit Luke an der Terrassentür, gegen die noch...



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