Niederberger | Hin zu einer kinderorientierten Trennung | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 100 Seiten

Niederberger Hin zu einer kinderorientierten Trennung

Eine Art Handbuch
Erste Auflage
ISBN: 978-3-9524845-7-9
Verlag: Publishing Partners
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Eine Art Handbuch

E-Book, Deutsch, 100 Seiten

ISBN: 978-3-9524845-7-9
Verlag: Publishing Partners
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein sich trennendes Paar gerät meist in heftige Turbulenzen. Es ist stark von den eigenen Gefühlen und Problemen absorbiert. Oft ist es schwierig, sich auch noch auf die Kinder zu konzentrieren und ihnen die nötige Aufmerksamkeit zu schenken. Mit diesem Problem beschäftigt sich dieses Buch. Es gibt Antworten auf die Frage, was Eltern tun können, um in der Trennung auch den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden. Das Buch enthält die Essenz aus über 25 Jahren familientherapeutischer, immer wieder reflektierter Arbeit auch mit Familien in getrennter Konstellation. Frédéric Hirschi, Verlag Hirschi+Troxler: Seine Art zu schreiben gefällt mir sehr gut. Er hat auch eine ausgeprägte Fähigkeit, sich in Leserinnen und Leser hineinzuversetzen und die Dinge sehr gut verständlich auf den Punkt zu bringen. Es macht Freude, ihn zu lesen.

Daniel Niederberger wurde 1957 in Luzern geboren, wo er auch lebt und arbeitet. Seit 1990 ist er als Familientherapeut tätig. Eine Lehre als Vermessungszeichner lehrte ihn, dass eine Karte Orientierung gibt, aber nicht das Gelände ist. Übertragen auf die Arbeit als Familientherapeut: Konzepte geben Orientierung, sind aber nicht das Leben. Er ist ausgebildet in Sozialarbeit und familienorientierter Systemtherapie (IEF, Zürich), Management für Nonprofit-Organisationen und Marte-Meo-Praktiker. Er ist Vater von drei erwachsenen Kindern. Sein grosses Hobby ist die Malerei, regelmässig stellt er aus (so hat er auch die Illustrationen zum Buch gleich selbst gezeichnet).
Niederberger Hin zu einer kinderorientierten Trennung jetzt bestellen!

Zielgruppe


Ehepaare mit Kindern vor und nach einer Trennung oder Scheidung


Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Drei wichtige Gedankengänge
für eine kinderorientierte Trennung


Der erste wichtige Gedankengang:
Was zurückbleibt – Mit schlechten Gefühlen umgehen
lernen


Typische Gedanken und Gefühle während und nach der Trennung sind zum Beispiel:

Bei der Frau Beim Mann
  • Ja, er ist ein Arschloch.
  • Ja, sie ist eine Schlampe.
  • Ja, er ließ mich sitzen wegen einer anderen.
  • Ja, sie ließ mich sitzen wegen eines anderen.
  • Ja, er ließ mich sitzen wegen einer Jüngeren.
  • Ja, sie braucht dauernd einen tollen Hecht.
  • Ja, ihm war seine Karriere wichtiger als ich und die Kinder.
  • Ja, ihr waren nur die Kinder wichtig, als Mann zählte ich nichts.
  • Ja, er wollte Kinder, sie waren ihm aber letztlich egal.
  • Ja, sie wollte nur meine Attraktivität, ich war für sie nur ein Vorzeigemann.
  • Ja, er wollte nur meine Schönheit, ich war für ihn nur eine Vorzeigefrau.
  • Ja, jetzt wo ich älter bin, genüge ich ihr nicht mehr.
  • Ja, jetzt wo ich älter bin, genüge ich ihm nicht mehr.
  • Ja, sie hat mir so viel Schönes vorgesäuselt, alles nur Gefasel.
  • Ja, er hat uns das Blaue vom Himmel versprochen, alles nur hohle Worte.
  • Ja, sie ist nur Vollblutmutter, kann nur verwöhnen, kann es nicht eingestehen.
  • Ja, er hat keine Ahnung von Kindern und Erziehung, kann es aber nicht eingestehen.
  • Ja, sie suchte einen Vater, aber keinen Partner.
  • Ja, er suchte eine Mutter, keine Frau.
  • Ja, sie wollte nur meinen Status, in meinen Stand hineinheiraten – als Person war ich ihr egal.
  • Ja, er wollte nur Sex, aber keine Partnerin und Mutter.
  • Ja, sie wollte nur mein Geld.
  • Ja, er wollte nur meinen Status, in meinen Stand hineinheiraten – als Person war ich ihm schnurzegal.
  • Ja, sie hat die Trennung provoziert, hätte sich mehr Mühe geben können, es einfach darauf ankommen lassen.
  • Ja, er hat mich gebumst, gevögelt und dann fallenlassen, ja, er hat mich verraten, missbraucht.
  • Ja, sie ist zur Emanze mutiert, sah bei Männern allgemein nur noch das Negative.
  • Ja, er hat die Trennung provoziert, hätte sich mehr Mühe geben können, es einfach darauf ankommen lassen.
  • Ja, sie ist nie, nie richtig zu mir gestanden.
  • Ja, er ist ein Schlappschwanz.
  • Ja, ich war nur zweite Wahl, weil der andere sie sitzen ließ.
  • Ja, seine Kollegen waren ihm wichtiger.
  • Ja, sie ist eine Egoistin, hat sich nie richtig auf mich eingelassen.
  • Ja, er ist nie, nie richtig zu mir und den Kindern gestanden.
  • Ja, ich war für sie nur Statussymbol und die Kinder auch.
  • Ja, ich war nur zweite Wahl, weil er die andere nicht bekommen hat.
  • Ja, ihr ist ihre Sexualität wichtiger als ich und die Kinder.
  • Ja, er war zu geizig, auch mal was für mich aufzuwenden, zu geizig für die Wünsche seiner Frau.
  • Ja, sie hätte die Kinder verdorben, zusammen mit ihrer Mutter, wollte von ihrem «Fami lienstil» nicht ablassen.
  • Ja, er ist ein Egoist.
  • Ja, sie ist eine Egomanin, sie ordnet ihrem Egoismus alles unter.
  • Ja, ich war für ihn nur Statussymbol und die Kinder auch.
  • Ja, ich habe mich aufgeopfert, auf vieles verzichtet und bezahle jetzt den Preis.
  • Ja, er hat mich entblößt, begrabscht, entehrt und fallenlassen.
  • Ja, ich habe für sie und die Kinder auf so viel verzichtet, so viel aufgegeben und kein bisschen Dank erhalten.
  • Ja, er hätte die Kinder verdorben, wollte von seinem «Familien stil» nicht ablassen.
  • Ja, von Liebe und Partnerschaft hat sie keinen blassen Schimmer.
  • Ja, er ist ein Egomane, er ordnet seinem Egoismus alles unter.
  • Ja, sie hat von Treue und von «auf immer» geredet und macht es sich nun so einfach.
  • Ja, ich habe mich aufgeopfert
  • Ja, sie hat die Kinder gegen mich ausgespielt, mich schlechtgemacht, dass ich gehen musste.
  • Ja, ich habe für ihn und die Kinder auf so viel verzichtet, so viel aufgegeben und kein bisschen Dank erhalten.
  • Ja, sie will nur mein Geld, aber sie will mich nicht in meinem schwierigen Job unterstützen.
Weitere persönliche Punkte: Weitere persönliche Punkte:

Was nach einer Trennung bleibt, sind Frustrationen, offene Rechnungen. Darum richtet sich dieser Text als Erstes auf die unguten Gefühle, den himmelschreienden Frust, die gegenseitigen Beschuldigungen, damit die tiefe Verletzung, die eine Trennung mit sich bringt, ein Gesicht erhält.

Sich verlieben, sich lieben, Intimität, Kinder zeugen, sich hingeben und vertrauen, sich auf den Partner, die Partnerin einlassen, das ist tief menschlich, das Leben pur, schonungslos gefühlvoll. Das ist die Essenz, die eine Frau und einen Mann zum Paar macht. Es ist unlogisch, gefühlvoll, hormon- und fortpflanzungsgesteuert.

Trennung bedeutet, aus dem Vertrauen, aus der Intimität und aus der gegenseitigen Loyalität herauszufallen. Zurück bleibt bei den meisten eine innerste Verletzung, ein Betrug am eigenen Leben, ein Gefühl, im Stich gelassen worden zu sein. Auch wenn ein Mensch von sich sagen kann, er sei Realist und könne klar denken.

Kaum ein auseinandergebrochenes Paar schafft es, diese individuellen Wunden gegenseitig zu entschuldigen und auszugleichen. Es bleibt ein Ex-Paar, zwei Menschen, die sich einmal sehr nahe standen und aus der engen Vertrautheit flüchteten oder verstoßen wurden. Auch eine gute Trennungsmediation vermag kaum einmal die offenen tiefen persönlichen Rechnungen auszugleichen, die tiefsitzenden Narben zu heilen. Ein Gefühl von Betrug bleibt meistens nagend im Innern. Man kann sich kaum bis aufs Letzte friedlich und vernünftig trennen. Die Klagen und Gefühle an den Mann oder die Frau zu bringen, die oder den es angeht, ist nicht mehr möglich. Die Intimität, die Vertrautheit ist weg, man bleibt allein zurück, bleibt im eigenen Sumpf hocken. Das «Arschloch», die «Schlampe» steht nicht mehr zur Verfügung, man kann ihr oder ihm die Vorwürfe nicht mehr an den Kopf werfen, die Schuld geben, sich verständlich machen und Verständnis bekommen. Die Loyalität ist gebrochen, die Verbindung des Liebespaares ist gekappt. Das muss man einfach mal schlucken, akzeptieren. Damit bleibt man ganz allein zurück.

Um sich bei einer Trennung auf die Kinder und die Elternrolle konzentrieren zu können, muss der Frust, das Gefühl von Betrug irgendwie behandelt oder deponiert werden. Was machen damit? Wohin damit?

Als Erstes ist wichtig, zu akzeptieren, dass zum Ex-Partner, zur Ex-Partnerin ein schlechtes Gefühl bestehen bleibt. Das geht fast allen so, die in eine Trennung geraten. Es gilt zu akzeptieren, dass einem das Leben halt so mitspielen kann. Ich denke, dass mehr als neunzig Prozent der Ex-Paare mit diesem Zerwürfnis weiterleben. Ich versuche in diesem Text, nicht zu idealisieren, sondern einen pragmatischen Weg zu beschreiben. Das Zerwürfnis muss für die Kinder nicht unbedingt etwas Schlimmes sein. Es kann latent im Hintergrund bleiben, ist nicht immer offensichtlich. Kinder sind schlau, sie können damit umgehen. Entscheidend ist, dass die Eltern nicht in diesem Zerwürfnis hängen bleiben, dass für sie nicht alles negativ ist, weil noch eine Wunde schmerzt (oder später eine Narbe). Für eine kinderorientierte...


Niederberger, Daniel
Daniel Niederberger wurde 1957 in Luzern geboren,
wo er auch lebt und arbeitet. Seit 1990 ist er als Familientherapeut tätig. Eine Lehre als Vermessungszeichner lehrte ihn, dass eine Karte Orientierung gibt, aber nicht das Gelände ist. Übertragen auf die Arbeit als Familientherapeut: Konzepte geben Orientierung, sind aber nicht das Leben. Er ist ausgebildet in Sozialarbeit und familienorientierter Systemtherapie (IEF, Zürich), Management für Nonprofit-Organisationen und Marte-Meo-Praktiker. Er ist Vater von drei erwachsenen Kindern. Sein großes Hobby ist
die Malerei, regelmäßig stellt er aus (so hat er auch die Illustrationen zum Buch gleich selbst gezeichnet).



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