Niedlich | Für Leckerlis könnten wir ster'm | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 247 Seiten

Niedlich Für Leckerlis könnten wir ster'm

Kurze Geschichten über das Zusammenleben mit zwei Katzen
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7504-1542-3
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Kurze Geschichten über das Zusammenleben mit zwei Katzen

E-Book, Deutsch, 247 Seiten

ISBN: 978-3-7504-1542-3
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



»Fir müssen STER'M!«, heult Simon, die schwarz-weiße Katze, weil es ausnahmsweise mal keine Leckerlis gibt, dabei bekommen sie und ihre Schwester Garfunkel vom Autor Sebastian Niedlich und seiner Frau eigentlich alles. Er hätte selbst nicht geglaubt, dass er als Hundeliebhaber mal mit Katzen zusammenwohnen würde, aber nun hat seine Frau ihn überredet, und ständig fällt den Katzen etwas Neues ein, wie sie ihn bei der Arbeit stören können. Seien es Klagen über Futter, das ihnen nicht schmeckt, die Bewunderung der riesigen katzenartigen Wesen aus »Herr der Ringe«, die sie im Fernseher sehen, der Wettstreit um den höchsten Platz in der Wohnung oder ihre Abenteuer als Superhelden Captain Pellwurst und Superflausch ... ruhig wird es kaum mal in der Wohnung. Kurze Geschichten über das Zusammenleben mit zwei kleinen Katzen und ihre merkwürdige Sicht der Dinge, zusammengetragen vom Autor des Bestsellers »Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens«.

Sebastian Niedlich, Jahrgang 1975, ist Autor von humoristischen Romanen, wie z.B. "Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens", dessen Fortsetzung "Der Tod ist schwer zu überleben" oder "Dicker Teufel umständehalber in liebevolle Hände abzugeben". Seine gesammelten Kurzgeschichten erschienen unter dem Titel "Am Ende der Welt gibt es Kaffee und Kuchen".
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Neue Mitbewohner


Wir machen uns auf den Weg nach Hause. Meine Frau drückt mir die Hand. »Ach, die sind so süß! In sieben Wochen haben wir kleine Kätzchen!«

»Ja«, sage ich und lächle sie an, wobei ich denke: O Gott, was haben wir getan?

Wir müssen also fortan Futter und Spielzeug kaufen und uns mit zerkratzten Möbeln rumschlagen. Warum zum Teufel habe ich mich dazu breitschlagen lassen?

Meine Frau hält ihr Handy hoch und zeigt mir noch mal eines der Fotos, das wir von den Katzenbabys auf unseren Händen gemacht haben. Ach ja, deswegen habe ich mich breitschlagen lassen: weil sie so süß sind.

»Wie wollen wir sie denn überhaupt nennen?«, frage ich.

Meine Frau Bianca schaut nachdenklich: »Weiß nicht. Wir wissen ja noch nicht mal, welches Geschlecht sie haben.«

»Aber wir können ja schon mal überlegen. Wie wäre es denn mit Tigger für die getigerte Katze.«

»Ist das nicht diese blöde Katze aus Winnie Puuh?«

»Blöd?«

»Ja, blöd.«

»Grmpf.«

»Wir sollten sie lieber nach irgendeinem berühmten Duo nennen.«

»Stan und Ollie?«

»Du willst sie tatsächlich nach Dick und Doof benennen?«

»Warum nicht?«

»Nein.«

»Calvin und Hobbes?«

»Das finde ich gar nicht schlecht, aber klingt so wenig nach Katze.«

»Tatsächlich ist Hobbes eine Katze.«

»Trotzdem.«

»Von dir habe ich noch keinen Vorschlag gehört.«

Meine Frau denkt nach. »Holmes und Watson.«

Ich nicke anerkennend. »Kommt in die nähere Auswahl. Susi und Strolch, falls die beiden Männchen und Weibchen sind.«

Meine Frau schaut mich komisch von der Seite an. »Erstens sind sie keine Hunde und zweitens sind es Geschwister. Die nach einem Liebespaar zu nennen, klingt irgendwie nicht richtig.«

»Du willst sagen, dass Paola und Kurt Felix als Namen ausfallen?«

»Definitiv.«

»Crockett und Tubbs.«

»Nein.«

»Thelma und Louise.«

»Nein.«

»Tim und Struppi?«

»Struppi ist ein Hund!«

»Ja und?«

»Fällt aus. Max und Moritz?«

Jetzt schaue ich sie skeptisch an. »Das sind ja wohl die lahmsten Namen überhaupt.«

»Itchy und Scratchy?«, murmelt meine Frau, schüttelt aber darauf gleich selbst den Kopf.

»Simon und Garfunkel?«, sage ich halb im Scherz, und meine Frau macht große Augen.

»Das gefällt mir.«

»Calvin und Hobbes gefällt mir persönlich ja besser.«

»Nein, Simon und Garfunkel gefällt mir besser.«

»Was ist denn mit Gimli und Legolas?«

»Wie gesagt, Simon und Garfunkel gefällt mir gut.«

»Beavis und ...«

»Kommt gar nicht in Frage!«

»Waldorf und Statler.«

»Simon und Garfunkel war schon eine tolle Idee.«

»Dann ist das also entschieden?«, frage ich.

»Ja«, sagt meine Frau.

Ich seufze. »Okay.«

Während der Wochen, die wir darauf warten, dass die Katzen groß genug sind, um sie endlich abzuholen, lesen wir uns – d.h. hauptsächlich meine Frau – Informationen durch, um zu erfahren, was denn Katzen so brauchen. So lerne ich unter anderem, dass junge Kätzchen anderes Futter brauchen als erwachsene Katzen und offenbar auch eine gute Tonne an Spielzeug, welches sich in zunehmendem Maße schon bei uns im Wohnzimmer stapelt. Jeden Abend, wenn meine Frau etwas später als gewöhnlich von der Arbeit nach Hause kommt, kann ich davon ausgehen, dass sie sich wieder in einer Zoohandlung verlaufen hat und mit einem Arm voller Zeug nach Hause kommt.

»Vielleicht sollten wir warten, bis wir die Katzen tatsächlich hier haben, bevor wir schon über ihre Sachen stolpern«, sage ich.

»Wir müssen doch vorbereitet sein«, sagt meine Frau.

»Falls die Katzen nach dem Atomkrieg kein Spielzeug mehr haben?«, frage ich, aber sie schaut mich nur komisch von der Seite an.

Sie erklärt mir, dass die Katzen in den ersten Wochen zunächst mal an die neue Umgebung gewöhnt werden müssen und wir sie zunächst nur in Küche und Wohnzimmer lassen sollten.

»Und wo soll dann das Katzenklo hin?«, frage ich.

»Ins Wohnzimmer«, erwidert sie.

»Also dort, wo wir es uns gemütlich machen? Wo wir essen? Und während wir eine Mahlzeit zu uns nehmen, hocken die Katzen neben uns und erledigen ihr Geschäft?«

»Wie du das wieder ausdrückst.«

»Na, wie würdest du es denn ausdrücken?«

»Das Klo kommt erst mal neben die Tür und später in den Flur.«

»Aha.«

»Ja.«

»Ist schon entschieden?«

»Ja.«

»Okay.«

Sieben Wochen später kommen wir zurück, um die Katzen abzuholen, die jetzt groß genug sind, um von ihrer Mutter getrennt zu werden. Die Frau, die die Katzen verkauft, lässt uns vor der Tür warten, während sie sie holt. Mittlerweile öffnen wir die Transportbox, die meine Mutter aus irgendeinem Grund in ihrem Keller stehen hatte, obwohl sie sie, trotz Hunden, niemals benutzt hat. Aber meine Mutter scheint ohnehin alles, was man braucht, im Keller zu haben. Dabei ist der gar nicht so groß. Manchmal glaube ich, dass meine Mutter früher mal Lehrerin in Hogwarts war.

Als die Frau zurückkehrt, hat sie die zwei Tiere auf dem Arm, die seit unserem letzten Besuch deutlich gewachsen sind. Natürlich sind sie immer noch relativ klein, aber auf einen Handteller passen sie nicht mehr. Während sie uns die Katzen übergibt, schauen die uns neugierig an. Nun, zumindest schaut uns die schwarz-weiße Katze neugierig an, während die getigerte eher wirkt, als müsse sie gleich aufs Schafott.

»Hallo«, sagt die schwarz-weiße Katze, die den Namen Simon tragen wird. »Schau mal, fie süß ich bin.«

»Ja, ein ganz süßes Ding bist du«, sagt meine Frau, obwohl sie im Gegensatz zu mir die Katze gar nicht verstehen kann. Sie hebt sie ein Stück hoch, um zu schauen, ob es sich um Männlein oder Weiblein handelt, aber ihr Gesicht bleibt ratlos.

„Und?“, frage ich.

„Angeblich kann man das ja nicht so genau sagen, wenn sie noch so jung sind. Ich sag mal so: Einen Schniedel sehe ich nicht.“

Ich wechsle einen Blick mit der Verkäuferin, die lediglich mit den Schultern zuckt. Währenddessen setzt Bianca Simon vorsichtig in die Box, wo sich schon ein paar kleine Leckerlis befinden.

»Hm, Essen!«, sagt Simon und stürzt sich auf die ersten Stücke, die sie entdeckt.

Garfunkel, die getigerte Katze, schaut plötzlich nicht mehr ganz so verunsichert. »Da gibt es was zu essen? Da würde ich auch einen Blick riskieren, wenn’s recht ist.«

Ich nehme die Katze der Verkäuferin ab und schaue dieser ebenfalls zwischen die Hinterläufe, aber im Endeffekt bin ich so schlau wie zuvor. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass wir es mit zwei Mädchen zu tun haben, aber wirklich wissen tue ich es nicht. Als die Katze zappelt, setze ich sie ebenfalls in die Box.

»Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das eine gute Idee ist, was hier gerade passiert«, sagt Garfunkel, »aber solange es etwas zu essen gibt, will ich mal darüber hinwegsehen.«

»Das ist alles meins! Ich far zuerst drin!«

»Ich denke, wir sollten uns das teilen.«

»Teilen ist doof.«

Meine Frau wirft noch ein paar Leckerlis in die Box.

»Die sind nun eindeutig für uns beide gedacht«, sagt Garfunkel.

»Hmmmmmmnnnnna gut«, sagt Simon und schmatzt vor sich hin.

Ich gebe der Verkäuferin das Geld, und dann tragen wir die Katzen ins Auto.

»Oh, ein Abenteuer!«, ruft Simon.

»O Gott, ein Abenteuer!«, ruft Garfunkel.

Meine Frau setzt sich mit den Katzen auf den Rücksitz, um sie ein wenig zu streicheln und während der Fahrt zu beruhigen.

Als ich losfahre, verkriecht sich Garfunkel in eine Ecke und legt die Ohren an. »Ich würde es begrüßen, wenn ich wieder raus könnte.«

Meine Frau versucht sie zu beruhigen. »Alles gut, ganz ruhig. Wir sind bald zu Hause.« Daraufhin holt sie noch ein paar Leckerlis heraus und wirft sie in die Box.

»Ich kann doch jetzt nichts essen!«, maunzt Garfunkel. »Das ist alles viel zu aufregend.«

»Lecker, Essen!«, ruft Simon und hat kein Problem damit, alle Leckerlis selber aufzufuttern.

Als wir endlich daheim sind, stellen wir die Transportbox im Flur auf den Boden und öffnen die Tür. Simon kommt neugierig herausgewackelt, schaut kurz nach links und rechts und fragt: »Und fo ist jetzt das Essen?«

»Ja, schaut euch ruhig um«, sagt meine Frau.

Garfunkel blickt noch etwas verunsichert aus der Box. »Neue Umgebung. Weiß nicht, was ich davon halten soll. Muss vorsichtig vorgehen.«

Ihre Geschwisterkatze Simon hingegen ist schon am Ende des Flurs angelangt und durch die offene Tür verschwunden.

»Oh, hier gibt’s Essen!«, ruft sie erfreut.

Garfunkel spitzt die Ohren. »Schätze, das muss ich mir näher ansehen.«

Während die beiden das Wohnzimmer, vor allem die Futterecke, erkunden,...



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