Nikhilananda | Die Botschaft Sri Ramakrishnas 1 | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 1, 694 Seiten

Reihe: Swami Nikhilananda: Die Botschaft Sri Ramakrishnas

Nikhilananda Die Botschaft Sri Ramakrishnas 1

nach den Aufzeichnungen von M.
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7543-5913-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

nach den Aufzeichnungen von M.

E-Book, Deutsch, Band 1, 694 Seiten

Reihe: Swami Nikhilananda: Die Botschaft Sri Ramakrishnas

ISBN: 978-3-7543-5913-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die erste vollständige Übersetzung des Klassikers "The Gospel of Sri Ramakrishna" von Swami Nikhilananda (Band 1 von 2). Enthalten sind die Gespräche von Sri Ramakrishna sowie die täglichen Ereignisse aus seinen vier letzten Lebensjahren (1882-1886), die sein vertrauter Schüler M. (Mahendranath Gupta) aufgezeichnet hat. Swami Nikhilananda hat ihnen eine ausführliche Biografie über den Meister vorangestellt. Sri Ramakrishna war einer der bekanntesten Heiligen des modernen Indien und lebte von 1836 bis 1886. Die meiste Zeit seines Erwachsenenlebens verbrachte er in Dakshineswar bei Kalkutta, wo er zunächst als Tempelpriester wirkte und später intensive spirituelle Übungen machte. In den bekannten Tempelgarten kamen viele Besucher. In den späteren Jahren kamen v.a. junge Männer aus der gebildeten Schicht und wurden teils seine Schüler. Der Meister besuchte regelmäßig einige Familienväter, die in Kalkutta lebten, wobei sich in ihren Häusern feste Treffpunkte für die Schüler bildeten. Gegen Ende seines Lebens entstanden aus dem Kreis seiner Schüler die Gruppe der künftigen Mönche, von denen Narendra (Swami Vivekananda) eine führende Rolle spielte, und die der Verheirateten. Neben vielen Gesprächen erfährt der Leser sehr detailreich vom täglichen Leben Sri Ramakrishnas, von der Zeit seiner schweren Erkrankung an Kehlkopfkrebs sowie von der spirituellen Entwicklung seiner Schüler. Auch die unmittelbare Zeit nach seinem Tod, in der die ersten Schüler Mönche wurden und das Kloster in Baranagore entstand, wird lebhaft geschildert. Sri Ramakrishnas Lehre betont die gleichberechtigte Gültigkeit aller Religionen. Er empfahl den Weg der Gottesliebe (Bhakti), die zur Gotteserkenntnis führt. Seine religiöse Erfahrung war von vielen Visionen geprägt, v.a. von der Göttlichen Mutter Kali, der er besonders ergeben war, und von häufigem Versunkensein in Samadhi. Besonders markant sind die vielen Beispiele aus dem täglichen Leben und die Gleichnisse, mit denen er seine Lehre veranschaulichte. Neben dieser vollständigen Version gibt es noch eine verkürzte Version, die unter demselben Titel im gleichen Verlag erschienen ist.

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Weitere Infos & Material


DAS LEBEN SRI RAMAKRISHNAS


Die frühen Jahre

ABBILDUNG 2: DAS ZIMMER, IN DEM SRI RAMAKRISHNA GEBOREN WURDE

Sri Ramakrishna, der Gottesmann des modernen Indien, wurde in Kamarpukur geboren. Dieses Dorf im Hooghly Distrikt hatte sich während des letzten Jahrhunderts die idyllische Einfachheit der ländlichen Gegend Bengalens bewahrt. Weit weg von der Bahnstrecke gelegen, war es unberührt vom Zauber der Stadt. Es gab dort Reisfelder, hohe Palmen, königliche Banyanbäume, einige Seen und zwei Einäscherungsplätze. Südlich des Dorfes floss geruhsam ein Fluss. Ein Mangohain, der vom benachbarten (Grundbesitzer) für die Öffentlichkeit bestimmt war, wurde oft von den Jungen für ihren mittäglichen Sport genutzt. Eine Hauptstraße führte durchs Dorf zum großen Tempel von in Puri. Die meisten Dorfbewohner waren Bauern oder Handwerker, die die vielen durchziehenden heiligen Männer und Pilger versorgten. Die Eintönigkeit des Dorflebens wurde von munteren Festen, der Feier heiliger Tage, dem Singen religiöser Lieder und anderen unschuldigen Vergnügen unterbrochen.

Über seine Eltern sagte Sri Ramakrishna einmal: „Meine Mutter war die Verkörperung von Rechtschaffenheit und Freundlichkeit. Sie wusste nicht viel über die weltliche Lebensart. Sie konnte nichts verheimlichen und sagte, was sie dachte. Die Leute liebten sie für ihre Offenherzigkeit. Mein Vater, ein orthodoxer Brahmane, nahm nie Geschenke von den an. Er verbrachte viel Zeit mit Verehrung und Meditation, mit der Wiederholung von Gottes Namen und dem Singen Seines Lobs. Jedes Mal, wenn er in seinen täglichen Gebeten die Göttin Gayatri anrief, wurde seine Brust rot, und es rannen ihm Tränen über die Wangen. Seine Freizeit verbrachte er damit, für die Familiengottheit Girlanden zu winden.

Die Eltern Sri Ramakrishnas, Khudiram Chattopadhyaya und Chandra Devi, heirateten 1799. Zu dieser Zeit lebte Khudiram im Dorf seiner Vorfahren Dereypore, das nicht weit von Kamarpukur entfernt liegt. Ihr erster Sohn Ramkumar wurde 1805 geboren und ihre erste Tochter Katyayani 1810. 1814 wurde Khudiram von seinem Grundherrn befohlen, vor Gericht ein falsches Zeugnis gegen einen Nachbarn abzulegen. Als er sich weigerte, brachte der Grundherr eine falsche Anklage gegen ihn vor und entzog ihm seinen Familienbesitz. Auf diese Weise enteignet, kam Khudiram auf Einladung eines anderen Grundbesitzers ins stille Dorf Kamarpukur, wo er Unterkunft und etwa einen Morgen fruchtbares Land erhielt. Die Ernte von diesem kleinen Grundstück reichte für die einfachen Bedürfnisse seiner Familie aus. Hier lebte er in Einfachheit, Würde und Zufriedenheit.

Zehn Jahre nachdem Khudiram nach Kamarpukur gekommen war, machte er zu Fuß eine Pilgerreise nach Rameswaram im äußersten Süden Indiens. Zwei Jahre später wurde sein zweiter Sohn geboren, dem er den Namen Rameswar gab. 1835, im Alter von sechzig, machte er erneut eine Pilgerreise, diesmal nach Gaya. Seit alter Zeit strömen Hindus aus allen Himmelsrichtungen Indiens hierher, um ihre Pflicht ihren Ahnen gegenüber zu erfüllen, indem sie ihnen Essen und Trinken beim heiligen Fußabdruck des Herrn darbringen.19 An diesem heiligen Ort träumte Khudiram, dass der Herr ihm versprach, als sein Sohn geboren zu werden. Auch Chandra Devi hatte vor dem -Tempel in Kamarpukur eine Vision, die ihr die Geburt eines heiligen Kindes anzeigte. Als der Ehemann nach Hause zurückkehrte, erfuhr er, dass sie schwanger war.

Am 18. Februar 1836 wurde das Kind, das später als Ramakrishna bekannt wurde, geboren. In Erinnerung an den Traum in Gaya wurde ihm der Name Gadadhar (Träger der Keule) gegeben, was ein Beiname von ist. Drei Jahre später wurde noch eine kleine Schwester geboren.

Die Kindheit

Gadadhar wuchs zu einem gesunden und umtriebigen Jungen heran, der voller Späße und lieblichem Schalk war. Er war intelligent und frühreif und hatte ein außerordentlich gutes Gedächtnis. Auf dem Schoß seines Vaters lernte er die Namen seiner Vorfahren und die Lieder für die Götter und Göttinnen auswendig. In der Dorfschule wurde er in Lesen und Schreiben unterrichtet. Aber seine größte Freude war es, den Rezitationen der Geschichten aus der Hindu-Mythologie und den Epen zuzuhören. Diese erzählte er dann zur großen Freude der Dorfbewohner aus dem Gedächtnis. Er malte gern und lernte von den Töpfern die Kunst, Statuen von Göttern und Göttinnen zu modellieren. Aber er hegte eine große Abneigung gegen das Rechnen.

ABBILDUNG 3: KAMARPUKUR

Im Alter von sechs oder sieben erlebte Gadadhar seine erste spirituelle Ekstase. Eines Tages im Juni oder Juli, als er einen schmalen Weg zwischen den Reisfeldern entlangging und den Puffreis aß, den er in einem Korb trug, blickte er zum Himmel hinauf und sah eine schöne dunkle Gewitterwolke. Als sie sich ausbreitete und schnell den ganzen Himmel bedeckte, flog ein Schwarm schneeweißer Kraniche vor ihr vorbei. Die Schönheit des Kontrastes überwältigte den Jungen. Er fiel bewusstlos zu Boden, und der Puffreis wurde in alle Richtungen verstreut. Dorfbewohner fanden ihn und trugen ihn in ihren Armen nach Hause. Gadadhar sagte später, dass er in diesem Zustand eine unbeschreibliche Freude erfahren hatte.

Gadadhar war sieben Jahre alt, als sein Vater starb. Dieses Ereignis traf ihn zutiefst. Der Junge erkannte zum ersten Mal, dass das irdische Leben unbeständig ist. Von anderen unbeobachtet schlüpfte er in den Mangohain oder auf einen der Einäscherungsplätze und verbrachte dort Stunden in Gedanken versunken. Er half auch seiner Mutter mehr im Haushalt. Er widmete dem Lesen und Zuhören der religiösen Geschichten aus den mehr Aufmerksamkeit. Und er begann, sich für die Wandermönche und frommen Pilger zu interessieren, die auf dem Weg nach Puri waren und in Kamarpukur Halt machten. Diese Heiligen, die Hüter des spirituellen Erbes Indiens und die lebendigen Zeugen des Ideals der Entsagung der Welt und der allumfassenden Gottesliebe, unterhielten den kleinen Jungen mit Geschichten aus den hinduistischen Epen, von Heiligen und Propheten und auch mit den Geschichten ihrer eigenen Erlebnisse. Er holte im Gegenzug Wasser und Brennmaterial für sie und diente ihnen auf verschiedene Weise. Währenddessen beobachtete er ihre Meditation und Verehrung.

Als Gadadhar neun war, erhielt er die heilige Brahmanenschnur. Mit dieser Zeremonie wurden ihm die Befugnisse seiner brahmanischen Abstammung übertragen, was auch die Verehrung der Familiengottheit einschloss und ihm die vielen strengen Vorschriften des brahmanischen Lebens auferlegte. Während der Einweihungsfeier schockierte er seine Verwandten, weil er von seinem Kindermädchen, das eine war, eine gekochte Mahlzeit annahm. Sein Vater hätte so etwas nicht im Traum getan. Aber Gadadhar hatte der Frau im Scherz einmal versprochen, dass er etwas von ihr Gekochtes essen würde, und jetzt erfüllte er sein Versprechen. Die Frau war fromm und aufrichtig religiös, und das war für den Jungen wichtiger als die gesellschaftlichen Gepflogenheiten.

Gadadhar durfte jetzt verehren. Damit begann seine erste Unterweisung in Meditation. Er verehrte Ihn so sehr aus ganzem Herzen und ganzer Seele, dass die steinerne Statue ihm bald als der lebendige Herr des Weltalls erschien. Seine Neigung, sich in Kontemplation zu verlieren, wurde in dieser Zeit zum ersten Mal bemerkt. Hinter seiner jungenhaften Unbeschwertheit wurde eine Vertiefung seines spirituellen Wesens erkennbar.

Etwa zu dieser Zeit wurde für die Sivaratri-Nacht, die der Verehrung geweiht ist, ein Schauspiel vorbereitet. Der Hauptdarsteller, der die Rolle von spielen sollte, wurde plötzlich krank, und Gadadhar wurde dazu überredet, an seiner Stelle zu spielen. Während Freunde ihn für die Rolle einkleideten, seinen Körper mit Asche beschmierten, seine Locken verfilzten, ihm einen Dreizack in die Hand gaben und -Perlen um seinen Hals legten, machte der Junge einen geistesabwesenden Eindruck. Er ging mit langsamen, gemäßigten Schritten auf die Bühne, wobei seine Freunde ihn stützten. Er sah wie das lebende Bild aus. Die Zuschauer applaudierten laut, was seiner Begabung als Schauspieler galt, entdeckten aber bald, dass er sich wirklich in Meditation verloren hatte. Sein Antlitz strahlte, und Tränen flossen aus seinen Augen. Er war der äußeren Welt abhandengekommen. Die Wirkung dieser Szene auf die Zuschauer war gewaltig. Die Leute fühlten sich wie von einer Vision gesegnet. Die Aufführung musste beendet werden, und die Stimmung des Jungen hielt bis zum nächsten Morgen an.

Jetzt baute Gadadhar mit seinen jungen Freunden eine Schauspieltruppe auf. Die Bühne wurde im Mangohain aufgestellt. Die Themen wurden aus den Geschichten des und ausgewählt. Gadadhar kannte fast alle Rollen auswendig, da er sie von professionellen Schauspielern gehört hatte. Sein Lieblingsthema war die Episode in aus...



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