E-Book, Deutsch, Band 2, 700 Seiten
Nikhilananda Die Botschaft Sri Ramakrishnas 2
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7557-4329-3
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
nach den Aufzeichnungen von M.
E-Book, Deutsch, Band 2, 700 Seiten
Reihe: Swami Nikhilananda: Die Botschaft Sri Ramakrishnas
ISBN: 978-3-7557-4329-3
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die erste vollständige Übersetzung des Klassikers "The Gospel of Sri Ramakrishna" von Swami Nikhilananda (Band 2 von 2). Enthalten sind die Gespräche von Sri Ramakrishna sowie die täglichen Ereignisse aus seinen vier letzten Lebensjahren (1882-1886), die sein vertrauter Schüler M. (Mahendranath Gupta) aufgezeichnet hat. Swami Nikhilananda hat ihnen eine ausführliche Biografie über den Meister vorangestellt. Sri Ramakrishna war einer der bekanntesten Heiligen des modernen Indien und lebte von 1836 bis 1886. Die meiste Zeit seines Erwachsenenlebens verbrachte er in Dakshineswar bei Kalkutta, wo er zunächst als Tempelpriester wirkte und später intensive spirituelle Übungen machte. In den bekannten Tempelgarten kamen viele Besucher. In den späteren Jahren kamen v.a. junge Männer aus der gebildeten Schicht und wurden teils seine Schüler. Der Meister besuchte regelmäßig einige Familienväter, die in Kalkutta lebten, wobei sich in ihren Häusern feste Treffpunkte für die Schüler bildeten. Gegen Ende seines Lebens entstanden aus dem Kreis seiner Schüler die Gruppe der künftigen Mönche, von denen Narendra (Swami Vivekananda) eine führende Rolle spielte, und die der Verheirateten. Neben vielen Gesprächen erfährt der Leser sehr detailreich vom täglichen Leben Sri Ramakrishnas, von der Zeit seiner schweren Erkrankung an Kehlkopfkrebs sowie von der spirituellen Entwicklung seiner Schüler. Auch die unmittelbare Zeit nach seinem Tod, in der die ersten Schüler Mönche wurden und das Kloster in Baranagore entstand, wird lebhaft geschildert. Sri Ramakrishnas Lehre betont die gleichberechtigte Gültigkeit aller Religionen. Er empfahl den Weg der Gottesliebe (Bhakti), die zur Gotteserkenntnis führt. Seine religiöse Erfahrung war von vielen Visionen geprägt, v.a. von der Göttlichen Mutter Kali, der er besonders ergeben war, und von häufigem Versunkensein in Samadhi. Besonders markant sind die vielen Beispiele aus dem täglichen Leben und die Gleichnisse, mit denen er seine Lehre veranschaulichte. Neben dieser vollständigen Version gibt es noch eine verkürzte Version, die unter demselben Titel im gleichen Verlag erschienen ist.
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27. IN DAKSHINESWAR
Die Zeichen einer vollkommenen Seele – Die Beschreibung der – Verschiedene Wege führen zu Gott – Hingabe an den eigenen Weg und Respekt für den der anderen – Die Gezeiten des Ganges – Der Meister in Ekstase – Einen Rat für Adhar über die Entsagung – Die Anzeichen für einen wirklichen Verehrer – Die echte Liebe des Meisters für seine Schüler – Gott kümmert sich um Seine Verehrer – Das Leben in der Welt nach der Erkenntnis Gottes – Die Vergeblichkeit des reinen Schriftstudiums – Die Vergeblichkeit des Argumentierens – Die Herrlichkeit von Gottes Namen – Der Meister in Jadus Garten – Seine Sorge über Rakhals Krankheit
ABBILDUNG 1: SAMBHU MALLICK
Sonntag, 7. September 1884
Es war gegen elf Uhr. Der Meister saß in seinem Zimmer in Dakshineswar. Er hatte noch nicht zu Mittag gegessen.
Mit dem Musiker Shyamdas waren Vorbereitungen getroffen worden, den Meister und die Verehrer mit einem zu unterhalten. Baburam, M., Manomohan, Bhavanath, Kishori, Chunilal, Haripada, die Mukherji-Brüder, Ram, Surendra, Tarak, Niranjan und andere trafen im Tempelgarten ein. Latu, Harish und Hazra wohnten beim Meister.
Als M. Sri Ramakrishna begrüßte, fragte der Meister: „Wo ist Narendra? Kommt er nicht?“ M. sagte ihm, dass Narendra nicht kommen könne.
Ein brahmanischer Verehrer las dem Meister aus einem Buch mit frommen Liedern von vor. Sri Ramakrishna bat ihn fortzufahren. Der Brahmane las ein Lied vor, dessen erste Zeile lautete: „Oh Mutter, zieh Deine Kleider an.“
Meister: „Bitte hör auf! Diese Vorstellung ist befremdlich und grotesk. Lies etwas vor, das erweckt.“
Der Brahmane las vor:
Wer kann verstehen, was Mutter Kali ist?
Selbst die sechs können Sie nicht enthüllen. …
Meister (zu M.): „Ich habe Schmerzen bekommen, weil ich gestern zu lange auf einer Seite in Adhars Haus gelegen habe, als ich in war. Deshalb nehme ich künftig Baburam mit, wenn ich Verehrer besuche. Er ist eine mitleidsvolle Seele.“
Mit diesen Worten sang der Meister:
Wie soll ich mein Herz öffnen, oh Freund?
Es ist mir verboten zu sprechen.
Ich bin im Begriff zu sterben,
da es mir an einer freundlichen Seele fehlt,
die meine Not versteht.
Nur indem ich ihm in die Augen sehe,
finde ich den Geliebten meines Herzens.
Aber selten ist solch eine Seele, die in ekstatischer Seligkeit
auf der Flut der himmlischen Liebe schwimmt.
Meister: „Die singen solche Lieder. Sie singen auch eine andere Art von Liedern:
Bleib stehen, oh Wandermönch!
Bleib dort mit deiner Bettelschale in der Hand stehen
und lass mich dein strahlendes Gesicht betrachten.
Nach dem -Kult wird der ein genannt und nach dem ein . Die nennen ihn einen Sai. Sie sagen: ‚Keiner ist größer als ein Sai.‘ Der Sai ist ein vollkommener Mensch. Er sieht keinen Unterschied in der Welt. Er trägt eine Halskette, die zur Hälfte aus Kuhknochen und zur Hälfte aus dem heiligen gemacht ist. Er nennt die letzte Wirklichkeit ‚‘, ‚das Unfassbare‘. Die nennen es . Über die sagen die : ‚Sie gehen aus hervor und wieder in ein.‘ Damit ist gemeint, dass die individuelle Seele aus dem Unmanifesten kommt und ins Unmanifeste zurückkehrt. Die fragen dich: ‚Kennst du den Wind?’ Mit ‚Wind‘ meinen sie den großen Strom, den man in den subtilen Nerven , und spürt, wenn die erwacht. Sie fragen dich zudem: ‚Auf welcher Ebene weilst du?‘ Nach ihnen gibt es sechs Ebenen, die den sechs psychischen Zentren im Yoga entsprechen. Wenn sie sagen, dass ein Mensch auf der fünften Ebene weilt, bedeutet das, dass sein Geist bis ins fünfte Zentrum hochgestiegen ist, das als bekannt ist.“
(Zu M.): „Dann sieht er das Gestaltlose.“
Nachdem der Meister das gesagt hatte, sang er:
In den Blütenblättern dieser Blume liegt ein subtiler Raum verborgen.
Wenn man ihn übersteigt, sieht man schließlich,
wie sich das Universum im Raum auflöst.
Einmal kam ein . Ich fragte ihn: ‚Hast du die Aufgabe beendet, „den Sirup zu raffinieren“? Hast du den Topf vom Ofen genommen?‘ Je mehr du den Saft des Rohrzuckers kochst, desto feiner wird er. Zuerst kocht man einfach den Saft des Rohrzuckers, dann seine Melasse, dann den Zucker, dann den Kandiszucker und so fort. Je mehr die Substanz kocht, desto feiner wird sie.
Wann nimmt ein Mensch den Topf vom Herd? Das bedeutet, wann ist ein Mensch mit seinem fertig? Er ist damit fertig, wenn er die völlige Meisterschaft über seine Sinnesorgane erlangt hat. Seine Sinnesorgane werden gelockert und machtlos, wie sich ein Blutegel vom Körper löst, wenn du ihm Kalk aufs Maul schmierst. In diesem Zustand kann ein Mann mit einer Frau leben, aber er empfindet keine Begierde nach ihr.
Viele folgen einer ‚schmutzigen‘ Methode spiritueller Übungen. Es ist, wie wenn man ein Haus durch die Hintertür betritt, durch die die Plünderer kommen.
Eines Tages aß ich, als ein -Verehrer kam. Er fragte mich: ‚Isst du selbst, oder fütterst du jemand anderen?‘ Die Bedeutung dieser Worte ist, dass der erkennt, dass Gott im Menschen wohnt. Die unter den sprechen mit keinem Menschen, der einer anderen Glaubensrichtung angehört. Sie nennen sie ‚Fremde’.
Die bezeichnen den Zustand der Vollkommenheit als ‚‘, den ‚natürlichen‘ Zustand. Es gibt zwei Merkmale dieses Zustands. Erstens wird ein vollkommener Mensch nicht ‚nach riechen‘. Zweitens ist er wie die Biene, die sich auf dem Lotus niederlässt, aber nicht den Honig schlürft. Das Erste bedeutet, dass er seine gesamten spirituellen Empfindungen bei sich bewahrt. Er zeigt nach außen hin kein Anzeichen von Spiritualität. Er spricht nicht einmal den Namen aus. Das Zweite bedeutet, dass er nicht von Frauen angezogen wird. Er hat seine Sinne völlig gemeistert.
Die mögen keine Bilderverehrung. Sie wollen einen lebenden Menschen. Deshalb wird ein Mitglied ihrer Glaubensrichtung [wörtl.: Verehrer des Meisters] genannt. Sie verehren den , das heißt den Guru, als Gott.
Du siehst, wie viele Meinungen es über Gott gibt. Jede Meinung ist ein Weg. Es gibt unzählig viele Meinungen und unendlich viele Wege, die zu Gott führen.“
Bhavanath: „Was sollen wir dann tun?”
Meister: „Du musst mit aller Kraft an einem Weg festhalten. Ein Mensch kann das Dach eines Hauses auf der Steintreppe, einer Leiter, einer Leiter aus Seil, einem Seil oder sogar mit einer Bambusstange erreichen. Aber er kann das Dach nicht erreichen, wenn er seinen Fuß zuerst auf das eine setzt und dann auf das andere. Er sollte entschieden einem Weg folgen. Ebenso muss der Mensch mit aller Kraft einem Weg folgen, um Gott zu erkennen.
Aber du musst andere Sichtweisen als viele Wege, die zu Gott führen, betrachten. Du solltest nicht das Empfinden haben, dass nur dein Weg der einzig richtige ist und die anderen Wege falsch sind. Du solltest keinen Groll anderen gegenüber in dir tragen.
Nun, zu welchem Weg gehöre ich? Keshab Sen sagte zu mir: ‚Du gehört zu unserem Weg. Du nimmst allmählich die Vorstellung des gestaltlosen Gottes an.‘ Shashadhar sagt, dass ich seinem Weg angehöre. Vijay sagt auch, dass ich seinem, Vijays Weg angehöre.“
Sri Ramakrishna ging mit M. und einigen anderen Verehrern zum . Es war Mittagszeit und die Zeit für die Flut im Ganges. Sie warteten im , um zu sehen, wie die Flutwelle kam.
Meister (zu den Verehrern): „Ebbe und Flut sind unglaublich. Aber bedenke eines: In der Nähe des Meeres kannst du Ebbe und Flut in einem Fluss beobachten, aber weit vom Meer entfernt fließt der Fluss nur in eine Richtung. Was bedeutet das? Versuche, die Bedeutung auf dein spirituelles Leben anzuwenden. Jene, die sehr nahe bei Gott leben, spüren in sich die Ströme von , und ähnliches. In einigen Fällen – zum Beispiel bei den – sieht man sogar und .“
(Zu M.): „Wie lassen sich Ebbe und Flut erklären?“
M.: „Nach der westlichen Astronomie entstehen sie durch die Anziehungskraft von Sonne und Mond.“
Um sie zu erklären, zeichnete M. Figuren auf die Erde und...




