Nikhilananda | Sri Ramakrishna | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 192 Seiten

Nikhilananda Sri Ramakrishna

Eine Biografie
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7534-8752-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Eine Biografie

E-Book, Deutsch, 192 Seiten

ISBN: 978-3-7534-8752-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Diese Biografie bildet die Einleitung zu "The Gospel of Sri Ramakrishna", dem Klassiker über Sri Ramakrishna schlechthin. Der letzte Teil des Buches gibt ein Bild des täglichen Lebens seiner Schüler nach seinem Tod und enthüllt den asketischen Hintergrund der Ramakrishna-Mission. Sri Ramakrishna (1836-1886) wirkte in Dakshineswar in der Nähe von Kalkutta. Seine verschiedenen spirituellen Erfahrungen, seine Harmonisierung der verschiedenen Konfessionen und der Beweis, den er erbrachte, dass der Mensch seine niedere Natur völlig besiegen kann, kennzeichnen ihn als eine einmalige Gestalt in der spirituellen Weltgeschichte. Das Erscheinen Sri Ramakrishnas verkörperte das Heranbrechen eines neuen Zeitalters im Indien des 19. Jahrhunderts. Die Freiheitsbewegung der Inder nahm in Dakshineswar ihren Ausgang, unabhängig davon, wie sie sich später entwickelt hat. Es ist die universelle Lehre Sri Ramakrishnas, die die Menschen überall erwartungsvoll, oft unbewusst suchen, das Licht, das ihren gegenwärtigen Zweifel und ihre Verwirrung beseitigt und Frieden und Wohlwollen unter allen fördert.

Swami Nikhilananda (1895-1973) war indischer Mönch des Ramakrishna-Ordens und gründete 1933 das Ramakrishna-Vivekananda Center in New York, das er bis zu seinem Tod leitete. Er trug zur Ausbreitung der Literatur der Ramakrishna-Bewegung durch Übersetzungen aus dem Sanskrit und dem Bengalischen ins Englische bei und hielt viele Vorträge. Bekannt ist besonders seine Übersetzung von "The Gospel of Sri Ramakrishna" und seine Biografien über Ramakrishna, Vivekananda und die Heilige Mutter.
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KAPITEL I


DIE FRÜHEN JAHRE


Sri Ramakrishna, der Gottesmann des modernen Indien, wurde in Kamarpukur geboren. Dieses Dorf im Hooghly Distrikt hatte sich während des letzten Jahrhunderts die idyllische Einfachheit der ländlichen Gegend Bengalens bewahrt. Weit weg von der Bahnstrecke gelegen war es unberührt vom Zauber der Stadt. Es gab dort Reisfelder, hohe Palmen, königliche Banyanbäume, einige Seen und zwei Einäscherungsplätze. Südlich des Dorfes floss geruhsam ein Fluss. Ein Mangohain, der vom benachbarten Grundbesitzer für die Öffentlichkeit bestimmt war, wurde oft von den Jungen für ihren mittäglichen Sport genutzt. Eine Hauptstraße führte durchs Dorf zum großen Tempel von Jagannath in Puri. Die meisten Dorfbewohner waren Bauern oder Handwerker, die die vielen durchziehenden heiligen Männer und Pilger versorgten. Die Eintönigkeit des Dorflebens wurde von munteren Festen, der Feier heiliger Tage, dem Singen religiöser Lieder und anderen unschuldigen Vergnügen unterbrochen.

Über seine Eltern sagte Sri Ramakrishna einmal: „Meine Mutter war die Verkörperung von Rechtschaffenheit und Freundlichkeit. Sie wusste nicht viel über die weltliche Lebensart. Sie konnte nichts verheimlichen und sagte, was sie dachte. Die Leute liebten sie für ihre Offenherzigkeit. Mein Vater, ein orthodoxer Brahmane, nahm nie Geschenke von den an. Er verbrachte viel Zeit mit Verehrung und Meditation, mit der Wiederholung von Gottes Namen und dem Singen Seines Lobs. Jedes Mal, wenn er in seinen täglichen Gebeten die Göttin Gayatri anrief, wurde seine Brust rot, und es rannen ihm Tränen über die Wangen. Seine Freizeit verbrachte er damit, für die Familiengottheit Girlanden zu winden.

Die Eltern Sri Ramakrishnas, Khudiram Chattopadhyaya und Chandra Devi, heirateten 1799. Zu dieser Zeit lebte Khudiram im Dorf seiner Vorfahren Dereypore, das nicht weit von Kamarpukur entfernt liegt. Ihr erster Sohn Ramkumar wurde 1805 geboren und ihre erste Tochter Katyayani 1810. 1814 wurde Khudiram von seinem Grundherrn befohlen, vor Gericht ein falsches Zeugnis gegen einen Nachbarn abzulegen. Als er sich weigerte, brachte der Grundherr eine falsche Anklage gegen ihn vor und entzog ihm seinen Familienbesitz. Auf diese Weise enteignet, kam Khudiram auf Einladung eines anderen Grundbesitzers ins stille Dorf Kamarpukur, wo er Unterkunft und etwa einen Morgen fruchtbares Land erhielt. Die Ernte von diesem kleinen Grundstück reichte für die einfachen Bedürfnisse seiner Familie aus. Hier lebte er in Einfachheit, Würde und Zufriedenheit.

Zehn Jahre nachdem Khudiram nach Kamarpukur gekommen war, machte er zu Fuß eine Pilgerreise nach Rameswaram im äußersten Süden Indiens. Zwei Jahre später wurde sein zweiter Sohn geboren, dem er den Namen Rameswar gab. 1835, im Alter von sechzig, machte er erneut eine Pilgerreise, diesmal nach Gaya. Seit alter Zeit strömen Hindus aus allen Himmelsrichtungen Indiens hierher, um ihre Pflicht ihren Ahnen gegenüber zu erfüllen, indem sie ihnen Essen und Trinken beim heiligen Fußabdruck des Herrn darbringen.2 An diesem heiligen Ort träumte Khudiram, dass der Herr ihm versprach, als sein Sohn geboren zu werden. Auch Chandra Devi hatte vor dem -Tempel in Kamarpukur eine Vision, die ihr die Geburt eines heiligen Kindes anzeigte. Als der Ehemann nach Hause zurückkehrte, erfuhr er, dass sie schwanger war.

Am 18. Februar 1836 wurde das Kind, das später als Ramakrishna bekannt wurde, geboren. In Erinnerung an den Traum in Gaya wurde ihm der Name Gadadhar (Träger der Keule) gegeben, was ein Beiname von ist. Drei Jahre später wurde noch eine kleine Schwester geboren.

DIE KINDHEIT


Gadadhar wuchs zu einem gesunden und umtriebigen Jungen heran, der voller Späße und lieblichem Schalk war. Er war intelligent und frühreif und hatte ein außerordentlich gutes Gedächtnis. Auf dem Schoß seines Vaters lernte er die Namen seiner Vorfahren und die Lieder für die Götter und Göttinnen auswendig. In der Dorfschule wurde er in Lesen und Schreiben unterrichtet. Aber seine größte Freude war es, den Rezitationen der Geschichten aus der Hindu-Mythologie und den Epen zuzuhören. Diese erzählte er dann zur großen Freude der Dorfbewohner aus dem Gedächtnis. Er malte gern und lernte von den Töpfern die Kunst, Statuen von Göttern und Göttinnen zu modellieren. Aber er hegte eine große Abneigung gegen das Rechnen.

Karmapukur

Im Alter von sechs oder sieben erlebte Gadadhar seine erste spirituelle Ekstase. Eines Tages im Juni oder Juli, als er einen schmalen Weg zwischen den Reisfeldern entlangging und den Puffreis aß, den er in einem Korb trug, blickte er zum Himmel hinauf und sah eine schöne, dunkle Gewitterwolke. Als sie sich ausbreitete und schnell den ganzen Himmel bedeckte, flog ein Schwarm schneeweißer Kraniche vor ihr vorbei. Die Schönheit des Kontrastes überwältigte den Jungen. Er fiel bewusstlos zu Boden, und der Puffreis wurde in alle Richtungen verstreut. Dorfbewohner fanden ihn und trugen ihn in ihren Armen nach Hause. Gadadhar sagte später, dass er in diesem Zustand eine unbeschreibliche Freude erfahren hatte.

Gadadhar war sieben Jahre alt, als sein Vater starb. Dieses Ereignis traf ihn zutiefst. Der Junge erkannte zum ersten Mal, dass das irdische Leben unbeständig ist. Von anderen unbeobachtet schlüpfte er in den Mangohain oder auf einen der Einäscherungsplätze und verbrachte dort Stunden in Gedanken versunken. Er half auch seiner Mutter mehr im Haushalt. Er widmete dem Lesen und Zuhören der religiösen Geschichten aus den mehr Aufmerksamkeit. Und er begann, sich für die Wandermönche und frommen Pilger zu interessieren, die auf dem Weg nach Puri waren und in Kamarpukur Halt machten. Diese Heiligen, die Hüter des spirituellen Erbes Indiens und die lebendigen Zeugen des Ideals der Entsagung der Welt und der allumfassenden Gottesliebe, unterhielten den kleinen Jungen mit Geschichten aus den hinduistischen Epen, von Heiligen und Propheten und auch mit den Geschichten ihrer eigenen Erlebnisse. Er holte im Gegenzug Wasser und Brennmaterial für sie und diente ihnen auf verschiedene Weise. Währenddessen beobachtete er ihre Meditation und Verehrung.

Als Gadadhar neun war, erhielt er die heilige Brahmanenschnur. Mit dieser Zeremonie wurden ihm die Befugnisse seiner brahmanischen Abstammung übertragen, was auch die Verehrung der Familiengottheit einschloss und ihm die vielen strengen Vorschriften des brahmanischen Lebens auferlegte. Während der Einweihungsfeier schockierte er seine Verwandten, weil er von seinem Kindermädchen, das eine war, eine gekochte Mahlzeit annahm. Sein Vater hätte so etwas nicht im Traum getan. Aber Gadadhar hatte der Frau im Scherz einmal versprochen, dass er etwas von ihr Gekochtes essen würde, und jetzt erfüllte er sein Versprechen. Die Frau war fromm und aufrichtig religiös, und das war für den Jungen wichtiger als die gesellschaftlichen Gepflogenheiten.

Gadadhar durfte jetzt verehren. Damit begann seine erste Unterweisung in Meditation. Er verehrte Ihn so sehr aus ganzem Herzen und ganzer Seele, dass die steinerne Statue ihm bald als der lebendige Herr des Weltalls erschien. Seine Neigung, sich in Kontemplation zu verlieren, wurde in dieser Zeit zum ersten Mal bemerkt. Hinter seiner jungenhaften Unbeschwertheit wurde eine Vertiefung seines spirituellen Wesens erkennbar.

Etwa um diese Zeit wurde für die Sivaratri-Nacht, die der Verehrung geweiht ist, ein Schauspiel vorbereitet. Der Hauptdarsteller, der die Rolle von spielen sollte, wurde plötzlich krank, und Gadadhar wurde dazu überredet, an seiner Stelle zu spielen. Während Freunde ihn für die Rolle einkleideten, seinen Körper mit Asche beschmierten, seine Locken verfilzten, ihm einen Dreizack in die Hand gaben und Rudraksha-Perlen um seinen Hals legten, machte der Junge einen geistesabwesenden Eindruck. Er ging mit langsamen, gemäßigten Schritten auf die Bühne, wobei seine Freunde ihn stützten. Er sah wie das lebende Bild aus. Die Zuschauer applaudierten laut, was seiner Begabung als Schauspieler galt, entdeckten aber bald, dass er sich wirklich in Meditation verloren hatte. Sein Antlitz strahlte, und Tränen flossen aus seinen Augen. Er war der äußeren Welt abhandengekommen. Die Wirkung dieser Szene auf die Zuschauer war gewaltig. Die Leute fühlten sich wie von einer Vision gesegnet. Die Aufführung musste beendet werden, und die Stimmung des Jungen hielt bis zum nächsten Morgen an.

Jetzt baute Gadadhar mit seinen jungen Freunden eine Schauspieltruppe auf. Die Bühne wurde im Mangohain aufgestellt. Die Themen wurden aus den Geschichten des und ausgewählt. Gadadhar kannte fast alle Rollen auswendig, da er sie von professionellen Schauspielern gehört hatte. Sein Lieblingsthema war die Episode in aus Leben, die die erlesenen Liebesgeschichten von und den Milchmädchen und Kuhhirten schildert. Gadadhar spielte...



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