E-Book, Deutsch, 198 Seiten
Nikles Bahnhofsmission
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-8192-5716-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Geschichte und Gegenwart eines ökumenischen Netzwerks
E-Book, Deutsch, 198 Seiten
ISBN: 978-3-8192-5716-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Der Verfasser war bis 2014 als Professor an der Universität Duisburg-Essen tätig. Seine Veröffentlichungen umfassen Beiträge zur Soziologie und zur Sozialplanung sowie, in den meisten Fällen begleitet durch ehrenamtliche Tätigkeiten, zum Kinder- und Jugendschutz und zur Wohlfahrtspflege. Er war zuletzt von 2021 bis 2024 Vorsitzender von Bahnhofsmission Deutschland e.V.
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Zeitliche Zuordnung der Beiträge
Seit 1979 richtete ich meinen Blick auf die Bahnhöfe und deren Umfelder, veranlasst durch die Tätigkeit als Stadtentwicklungsplaner bei der Stadt Mülheim a. d. Ruhr. Einer meiner Aufträge lautete, die Prozesse „absinkender“ Stadtviertel zu beobachten, um die Erkenntnisse in die Planungen einbringen zu können. Auch in Mülheim zeigte sich in der Innenstadt ein massiver Umwidmungsdruck auf traditionell mittelständisch geprägte Einkaufsstraßen: Filialbetriebe größerer Ketten verdrängten kleine Einzelhändler, Spielhallen machten sich breit und ein erster Sexshop öffnete seine Türen. Zeitgleich schlossen Kaufhäuser, weil außerhalb der Innenstädte entstehende Einkaufszentren Kaufkraft abzogen. Wie Beispiele anderer Städte zeigten, waren in vielen Fällen auch und vor allem Bahnhofsviertel und -umfelder betroffen.
Als ich 1985 meine ehrenamtliche Tätigkeit im Kinder- und Jugendschutz aufnahm, verdichtete sich der Blick auf die Sozialräume um die Bahnhöfe mit dem Fokus auf Jugendgefährdungen. Ein erster, thematisch einschlägiger Beitrag erschien 1986 in der Broschüren-Reihe der Katholischen Landesarbeitsgemeinschaft Jugendschutz Nordrhein-Westfalen (später: Kinder- und Jugendschutz) mit Sitz in Münster mit dem Titel „Rund um den Bahnhof…“ (Oktober 1986, 8 Seiten). Da die Bahnhofsmission als wohlfahrtspflegerische Einrichtung noch nicht thematisiert wurde, sei auf diesen Beitrag an dieser Stelle nur verwiesen.
1. Machtergreifung am Bahnhof [1989]
Der hier wieder abgedruckte Beitrag erschien in der Zeitschrift „soziale praxis“, H. 3, 1989, S. 242-261.
Mit ihm begann die Beschäftigung mit der Geschichte der Bahnhofsmission. Nach einem noch während der Assistententätigkeit in Duisburg (1971 bis 1979) absolvierten Zusatzstudium der Wirtschafts- und Sozialgeschichte entwickelte sich neben den eigentlichen beruflichen Themen (Sozialplanung, Verwaltungswissenschaften, Organisation sozialer Arbeit) ein „historisches Hobby“, dessen Ertrag auch in Beiträgen zur Geschichte der Wohlfahrtspflege und des Jugendschutzes seinen Niederschlag fand.
Die kleine Studie zum Schicksal der Bahnhofsmission im Nationalsozialismus stand am Anfang der Arbeiten an einer Gesamtdarstellung der Geschichte der Bahnhofsmission. Es erschien die Monografie „Soziale Hilfe am Bahnhof – Zur Geschichte der Bahnhofsmission in Deutschland (1894-1960)“, Freiburg i. Br. 1994.
2. Die Bahnhofshilfe des Jüdischen Frauenbundes (1904-1933) [1989]
Der Artikel erschien zuerst in der Zeitschrift Gefährdetenhilfe, Jg. 31, 1989, S. 98-101. Eine Zweitveröffentlichung erfolgte in der Festschrift „100 Jahre Jüdischer Frauenbund in Deutschland 1904-2004“.
1989 stand historisch im Zeichen der Erinnerung an den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. 1939 überfiel Deutschland Polen. Vor Kriegsbeginn mussten die Bahnhofsmissionen ihre Arbeit reichsweit einstellen. Die Bahnhofshilfe des Jüdischen Frauenbundes war zu diesem Zeitpunkt schon längst vom Bahnhof verdrängt. An der beeindruckenden Jubiläumsfeier in Frankfurt am Main nahm der Verfasser teil.
3. Caritas et Diaconie en un lieu spécifique [1999]
Erschienen in einem Sammelband der Hochschulschriftenreihe der Universität Straßburg unter dem Titel: „La Charité en Pratique. Chrétiens français et allemands sur le terrain social: XIXe–XXe siècles“, herausgegeben von Isabelle von Bueltzingsloewen und Denis Pelletier, Strasbourg 1999, S.89-97.
Der Beitrag wurde nach einem Vortrag auf einer Deutsch-Französischen Tagung in Marburg im Jahre 1998 verfasst. Die im Tagungsband veröffentlichten Beiträge sollten einem französischsprachigen Kreis die Entwicklung der kirchlichen Wohlfahrtspflege in Deutschland näherbringen.
Im Jahre 2011 folgte der Verfasser einer Einladung durch die Geschäftsführerin der Konferenz für Kirchliche Bahnhofsmission, Dr. Gisela Sauter-Ackermann, an einem Projekt zur theologischen und fachlichen Grundlegung der Bahnhofsmission mitzuwirken. Dies führte zur Publikation „Der Bahnhof. Ort der gelebten Kirche“, Ostfildern 2013. Herausgegeben wurde der Sammelband von Bernd Lutz, Bruno W. Nikles und Dorothea Sattler.
4. Diakonisches Wirken an einem besonderen Ort. Zur Geschichte der Bahnhofsmission [2013]
Der Beitrag umreißt in der gebotenen Kürze die Geschichte der Bahnhofsmission und erschien in dem bereits genannten Sammelband „Der Bahnhof. Ort der gelebten Kirche“, Ostfildern 2013, S. 38-54.
5. Lebenswelt – Sozialraum – Vernetzung [2018]
Der Beitrag erschien im Sammelband „Mittendrin. Bahnhofsmission vielfältig wie das Leben“, herausgegeben von Bernd Lutz, Ostfildern 2018, S. 90-96.
Nach der Publikation „Der Bahnhof. Ort der gelebten Kirche“, die im Kern dem Selbstbild und der Begründung der Bahnhofsmission galt, fand Bernd Lutz mit „Mittendrin“ einen Weg, die Aktivitäten der Bahnhofsmission handlungsorientiert und konkreter zu beschreiben. Der Verfasser erläuterte mit einem Beitrag drei zentrale Begriffe, die neben der religiösen Begründung die praktische Arbeit bestimmen: auf die Lebenswelt der Menschen eingehen, dies in dem besonderen Sozialraum der Bahnhöfe zu tun und sich mit Institutionen zu vernetzen, die diese Arbeit unterstützen, ergänzen und in ein größeres Gefüge sozialer Hilfen einbinden.
6. Es begann hier am Schlesischen Bahnhof [2019]
Am 27. September 2019 fand in einem großen Zelt am Berliner Ostbahnhof die Festveranstaltung zum 125-jährigen Bestehen der Bahnhofsmission in Deutschland statt. Am frühen Morgen wurde am östlichen Eingang des Bahnhofs, in der Nähe der dort beheimateten Bahnhofsmission, eine Gedenkplakette enthüllt. Da der Beginn der Bahnhofsmissionsarbeit gelegentlich mit dem Bahnhof Friedrichstraße und anderen Berliner Bahnhöfen in Verbindung gebracht wird, bedarf es einer Anmerkung: Nach den vorliegenden Quellen war der von 1881 bis 1950 als Schlesischer Bahnhof bekannte Ostbahnhof der erste Bahnhof, an dem Räumlichkeiten gefunden werden konnten und deshalb auch eine besondere Institutionalisierung möglich war. Der Festvortrag des Verfassers thematisierte nicht nur die historische Entwicklung, die hier ihren markanten Ausgang nahm, sondern auch aktuelle Herausforderungen, denen sich dieses weltweit einzigartige Hilfesystem stellen muss. Der Beitrag wurde bislang nur auszugsweise veröffentlicht.
7. 125 Jahre Bahnhofsmission. Die ökumenische Antwort auf soziale Fragen [2019]
Dieser Artikel wurde in der Zeitschrift Stimmen der Zeit, H. 10, 2019, S. 761-770 veröffentlicht, gleichzeitig mit dem Jubiläum in Berlin. Er ist nicht identisch mit dem Festvortrag, den der Verfasser bei der Festveranstaltung halten konnte.
Die Wiederaufnahme der Thematik im Jahr 2011 war Anlass, auch die Bahnhofsdienste, insbesondere den Bahnhofsdienst des Deutschen Roten Kreuzes in der DDR, in den Blick zu nehmen. 2019 erschien auch die zweite Monografie des Verfassers „Bahnhofsmission und Bahnhofsdienste in Deutschland“, Opladen, Berlin, Toronto 2019. 2020 begann die ehrenamtliche Vorstandstätigkeit des Verfassers beim ökumenischen Dachverein Bahnhofsmission Deutschland e.V. Die Tätigkeit endete 2024.
8. Bahnhofsmission in Deutschland. Im Kontext der Epochen der Wohlfahrtspflege. [2021]
Der Artikel erschien in der Zeitschrift „Evangelische Theologie“, H. 4, 2021, S. 248-257.
Es handelt sich um die überarbeitete Fassung eines Vortrags auf der wissenschaftlichen Tagung des Instituts für Religion und Gesellschaft der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum (Prof. Dr. Isolde Karle und Dr. Christine Siegl), die sich in theologisch-diakoniewissenschaftlicher Perspektive mit der Bahnhofsmission befasste. Eingebunden wurden dabei auch historische und gesellschaftswissenschaftliche Aspekte. Die Vorträge liegen in publizierter Form als Themenheft: „Hilfe kommt zum Zug. Interdisziplinäre Einsichten zur Arbeit der Bahnhofsmission“ vor.
9. Für Menschen unterwegs und Menschen in Not. 25 Jahre Bundesarbeitsgemeinschaft der Katholischen Bahnhofsmissionen in Deutschland [2022]
Der Beitrag wurde (gekürzt) veröffentlicht im „neue caritas Jahrbuch 2022“, Freiburg i. Br. 2021, S. 141-143.
Viele Aspekte im Kontext der Zusammenarbeit katholischer Träger von Bahnhofsmissionen sind bislang nicht aufbereitet und geklärt. Auch die genauen Umstände, warum es nicht gelang, einen katholischen Fachverband für die Bahnhofsmissionen zu gründen, sind nur in Umrissen nachvollziehbar. Die ersten historischen Schritte zur Formierung der katholischen Bahnhofsmissionen fanden allerdings bereits kurz vor der Gründung der „Interkonfessionellen Kommission für Bahnhofsmission“ im Jahre 1910 statt. Die Kommission steht am Beginn der ökumenischen Geschichte der Bahnhofsmission und ist damit die frühe Vorläuferin des heutigen „Bahnhofsmission Deutschland e. V.“ Der gedruckte Beitrag musste gekürzt werden. Hier...




