Nixon | Honeybridge. All Mine | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch

Reihe: Lübbe

Nixon Honeybridge. All Mine

Roman. Must-read, Pumpkin Spiced Small-Town Romance. #FriendsTo Lovers #ForcedProximity #FoundFamily
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7517-8476-4
Verlag: Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman. Must-read, Pumpkin Spiced Small-Town Romance. #FriendsTo Lovers #ForcedProximity #FoundFamily

E-Book, Deutsch

Reihe: Lübbe

ISBN: 978-3-7517-8476-4
Verlag: Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein Neuanfang und ein sexy Chefkoch im bezaubernden Honeybridge

Gerade ist Isabella Tucci im herbstlichen Honeybridge angekommen, um dort ihr Traumrestaurant mit Rezepten ihrer italienischen Nonna zu eröffnen. Nach der Trennung von ihrem untreuen Ex hat sie sich geschworen: ein Jahr lang keine Männer, keine Ablenkung. Gleich gegenüber hat Küchenchef Etienne sein eigenes Lokal. Die neue Konkurrentin gefällt ihm, und bisher hat noch keine Frau seinem Charme widerstehen können. Warum hält sie ihn auf Abstand? Zwischen arbeitsreichen Tagen und späten Nächten mit neuen Freunden versucht Isabella, dem attraktiven Etienne bestmöglich aus dem Weg zu gehen. Und muss sich schließlich fragen, ob manche Regeln nicht dazu gemacht sind, gebrochen zu werden ...

Der erste Band der spicy Romance-Serie mit stimmungsvollem Smalltown-Charme und goldenem Herbstglanz - zum Einkuscheln und Träumen



Pippa Nixon hat viele Jahre in der PR- und Marketingbranche gearbeitet, bevor sie sich dem Schreiben widmete. All Mine ist ihr erster Liebesroman und der Auftakt einer Trilogie. Sie hat ihn mit Feuereifer mehr oder weniger am Stück verfasst, weil sie solchen Spaß dabei hatte. Wenn sie nicht gerade schreibt, liebt sie es, zu verreisen, zu tanzen und Theater zu spielen. Sie lebt mit ihrer Familie und zwei Hunden in einer Kleinstadt im südenglischen Surrey.

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1


Isabella

»Ihre Schlüssel, Mrs Tucci.« Der Immobilienmakler übergab ihr einen großen Stahlring mit Schlüsseln verschiedener Form und Größe. Isabella hatte zum ersten Mal mit ihm zu tun, weil ihre bisherige Maklerin erkrankt war. Deren Vertretung war ein Mann von Anfang vierzig in einem schlecht sitzenden Anzug.

»Ms«, korrigierte sie geistesabwesend und trat einen Schritt zurück, um das Gebäude in Augenschein zu nehmen. Nicht, dass es daran viel zu bewundern gab. Vernagelte Fenster, abblätternde Farbe. Doch darüber konnte sie hinwegsehen, denn sie sah es in seiner Zukunft oder vielmehr in ihrer vor sich. Sie holte tief Luft, und ein Lächeln hellte ihr Gesicht auf.

»Ungewöhnlicher Name, Tucci«, bemerkte er lässig – und neugierig. »Italienisch?«

»Meine Familie stammt aus Italien. Nennen Sie mich bitte Isabella.«

»Das ist ein enormes Vorhaben.« Der Makler wippte auf den Absätzen und blies die Wangen auf. »Dürfte Sie eine Weile beschäftigt halten.«

Das mochte er annehmen, aber sie war nicht in der luxuriösen Lage, sich Zeit lassen zu können. Nach ihrem Plan blieben ihr knapp drei Monate, um das Gebäude zu renovieren und noch in diesem Jahr ein neues Leben anzufangen. Neun lange Monate hatte es gedauert, das passende Objekt zu finden, es zu ersteigern und die scheinbar endlosen Formalitäten zu durchlaufen. Und nun hielt sie endlich die Schlüssel in der Hand und würde innerhalb von neunzig Tagen eröffnen.

»Könnte auch ein Fass ohne Boden werden …« Damit setzte er zu unverlangten Ratschlägen an. »Wenn Sie nämlich …«

Um das herablassend-belehrende männliche Gerede zu unterbrechen, hob sie die Hand.

»Das Gutachten war sauber. An der Bausubstanz ist nichts auszusetzen. Es braucht nur einiges an Renovierungsarbeit und eventuell eine neue Elektrik.«

Allein beim Aussprechen dieser Tatsachen wurde ihr mulmig. Sie war die Zahlen tausendmal durchgegangen, weil das Geld alles war, was sie auf der Welt hatte, das Einzige aus ihrem alten Leben, mit dem sie das neue finanzieren konnte. Der Ertrag aus ihrer Scheidungsvereinbarung, aus dem Verkauf des Hauses, aus dem Leben, das sie geglaubt hatte, bis ans Ende ihrer Tage zu führen. Mehrfach hatte sie die Zahlungsverpflichtungen überprüft, denn es gab niemanden mehr, der ihr notfalls unter die Arme greifen würde. Niemanden, der die Kosten mit ihr teilte. Der Gedanke zog ihr den Magen zusammen.

Im warmen Sonnenschein der letzten Augusttage schaute sie wieder auf das Gebäude, ein recht kleines mit schmutziger weißer Fassade, das an einem zur Fußgängerzone umgewandelten Platz lag. Es hatte nichts Besonderes an sich – noch nicht. Aber sie stellte sich vor, wie es mit gereinigter Front und Blumenkästen voller Blühpflanzen aussah. Und wenn die Musik durch die offenen Fenster zu hören wäre.

Isabella schaute zu der Stelle über der Tür, wo das alte Schild gehangen hatte, und bei dem Gedanken, dort bald ihr eigenes anzubringen, verwandelte sich ihre Angst in Vorfreude. Das Gebäude gehörte jetzt ihr, und sie würde damit erfolgreich sein.

Der Makler streckte die Hand nach ihren Schlüsseln aus. »Soll ich für Sie aufschließen?«

Das wollte sie gern selbst tun. »Es geht schon, Mr Reynolds, und die Umzugsleute werden auch gleich hier sein. Aber danke für alles.«

»Kommt Ihr Mann auch? Um zu helfen?« Er sah sich nach allen Seiten um.

Sie rang sich ein Lächeln ab, obwohl sie die Bemerkung ärgerte. Warum glaubte jeder, dass bei allem ein Mann nötig war? »Nein, ich bin allein.«

Und das ist so viel besser, sagte sie sich und warf die Haare über die Schulter, doch zugleich kniff sie die Lippen zusammen, weil ihr das einen Stich gab. Die Erinnerungen waren noch zu frisch. Die guten noch besonders lebendig – der Rausch der ersten Liebe, die Vorfreude, die Dates, die gemeinsamen Feiertage, der Verlobungsring, ihr weißes Kleid, ihr gemeinsames Haus – all das sah sie wieder vor sich wie in einem Familienvideo. Wie sie am Küchentisch zusammen lachten. Wie sie an Daniels Brust gelehnt auf dem Sofa mit ihm Filme schaute. Aber inzwischen folgten darauf stets die schlechten Erinnerungen – an die sie nie wieder denken wollte. Wer hätte gedacht, dass sie mit dreiunddreißig schon ein Mal geschieden sein würde?

»Was haben Sie hier eigentlich vor?« Der Makler schob die Hände in die Hosentaschen und klirrte darin mit Schlüsseln, verdächtig nah an seinem besten Stück. »Schönheitssalon? Nagelstudio?«

Sie schluckte ihre Frustration hinunter. Schon wieder so ein verbreitetes Vorurteil. Die Männer sahen ihre langen, welligen Haare, ihre hohen Wangenknochen und die ebenmäßigen weißen Zähne, sahen, dass sie schlank und fit und straff war, die Kurven an den richtigen Stellen hatte, und achteten erst gar nicht darauf, ob sie auch intelligent war. Sie nahmen nur ihr Äußeres wahr. Nicht, dass an Nagelstudios und Schönheitssalons etwas auszusetzen wäre. Aber sie hatte nun mal etwas anderes vor.

»Ein Restaurant«, antwortete sie bestimmt.

Er zog die Brauen bis zu seinem schütteren Haaransatz hoch. »Wow, das ist harte Arbeit.« Darauf zuckte sie mit den Schultern, denn das schreckte sie nicht. Er war jedoch noch nicht fertig. »Lange Arbeitstage. Schwierig, Personal zu finden.«

Der Typ war ein Lexikon der Schwarzmalerei. Sie ignorierte ihn, und ihre Aufmerksamkeit wurde vom Schimmer einer Kupfermünze auf dem Pflaster angezogen. Ein Penny. Ein gutes Omen. Sie bückte sich danach, und bevor sie ihn einsteckte, drückte sie ihn einen Moment lang fest in die Handfläche, damit er ihr Glück brachte.

»Also unverheiratet?«, fragte er von einer Stelle genau hinter ihr. Sie richtete sich augenrollend auf. Als sie sich umdrehte, um zu antworten, bemerkte sie seine anerkennende Miene und seinen Blick, der an ihrem Körper entlangglitt, um schließlich auf ihrer Brust zu verweilen. Sie räusperte sich, worauf er ihr hastig ins Gesicht sah.

»Ja«, antwortete sie betont. »Ich bin ein sehr glücklicher Single.«

Er blies die Wangen auf, und um weiteren Fragen vorzubeugen, redete sie sofort weiter.

»Ich bin nicht auf der Suche nach Ablenkung. Nicht bevor mein Restaurant erfolgreich läuft.«

Nur noch drei Monate, dachte sie. Eigentlich nur noch knapp drei Monate bis zum Beginn ihres neuen Lebens und bis zum Ende ihrer selbst auferlegten Sexpause. Nach dem Bruch mit Daniel hatte sie sich geschworen, ein Jahr lang allein zu bleiben und ohne Sex auszukommen. Wer brauchte einen Mann, die Scherereien, die Lügen? Oder den Liebeskummer, die Verlustangst, die Zersetzung des Selbstwertgefühls? Sie wollte sich Zeit lassen, um sich davon zu erholen und zu sich selbst zu finden, ehe sie wieder einen Mann auf ernsthafte Weise in ihr Leben ließ.

Zunächst war ihr das leichter gefallen als gedacht. Obwohl sie seit dem College ein regelmäßiges, gesundes Sexleben gepflegt hatte, hatte ihr anfangs nichts gefehlt. Dass sie wieder Single war, hatte sie nicht an die große Glocke gehängt, und doch hatte es sich schnell herumgesprochen.

Wahrscheinlich lag es am Scheidungsschock, dass sie keine Lust hatte, und sie lehnte Einladungen und Dates ohne Zögern ab. Im Gym hielt sie den Blick gesenkt und mied den Hantelbereich. Sie konzentrierte sich auf ihre Arbeit in der Marketingagentur, kündigte schließlich und ließ sich auch bei ihrer Abschiedsparty nicht von betrunkenen Kollegen abschleppen. Sie schützte sich um jeden Preis.

Nach dem Schock im vergangenen Jahr brauchte sie jetzt ein Jahr für sich allein. Um sich wieder stark zu fühlen – und allen zu beweisen, dass sie falschlagen, besonders Daniel. Doch in letzter Zeit hatte sie im Unterleib gelegentlich das vertraute Ziehen gespürt. Ihre Gefühle erwachten wieder zum Leben, ihre Bedürfnisse lösten sich aus der Schockstarre. Sie hatte sich einen Stapel pikanter Liebesromane gekauft und letzten Monat die Batterien in ihrem Vibrator zweimal ersetzen müssen. Wenn das Jahr um war, würde sie heiß auf Sex sein. Noch drei Monate. Und die dürften schnell vergehen.

»Haben Sie schon die Konkurrenz ausgespäht?« Der Makler deutete mit dem Kopf zur anderen Seite des Platzes, und sie folgte seinem Blick.

Genau gegenüber lag das Le Bistro. Es hatte Bleiglasfenster, eine Backsteinfassade und ein niedriges Dach. Sie konnte sich gut vorstellen, wie es drinnen aussah, lauter gemütliche Nischen und Ecken mit Kerzenschein und Deckenbalken. Die Speisekarte hatte sie sich online angesehen – Minutensteaks, Pommes frites, Coq au Vin. Das mochte ein weiteres Restaurant sein, stellte aber keine direkte Konkurrenz dar.

Sie würde traditionelle italienische Küche anbieten, die Rezepte ihrer Familie kochen, die seit Generationen weitergereicht wurden. Die ihre Großmutter mit der Hand aufgeschrieben und ihre Mutter sorgfältig mit der Schreibmaschine abgetippt hatte. Das Essen ihrer Kindheit, ihrer Familie, ihrer Vergangenheit würde sie in die Zukunft führen.

Während sie hinüberschaute, kam ein Mann heraus, lehnte sich in die offene Tür und beobachtete sie. Sie konnte erkennen, dass seine Jeans an den Oberschenkeln schmal, aber nicht zu eng waren und sein hellblaues Hemd an den besten Stellen anlag. Ein Geschirrtuch war in seinen Gürtel gehakt und hing an der Hüfte herab. Ein Kellner? Der Geschäftsführer? Unwillkürlich hielt sie sich aufrechter und hob das Kinn. Da sein Blick auf ihr ruhte, fragte sie sich, ob ihm gefiel, was er sah.

»Ähm!« Der Makler räusperte sich laut, doch Isabella ignorierte ihn.

Der Mann gegenüber nickte einer blonden Frau zu, die vorbeiging, und rief...


Nixon, Pippa
Pippa Nixon hat viele Jahre in der PR- und Marketingbranche gearbeitet, bevor sie sich dem Schreiben widmete. All Mine ist ihr erster Liebesroman und der Auftakt einer Trilogie. Sie hat ihn mit Feuereifer mehr oder weniger am Stück verfasst, weil sie solchen Spaß dabei hatte. Wenn sie nicht gerade schreibt, liebt sie es, zu verreisen, zu tanzen und Theater zu spielen. Sie lebt mit ihrer Familie und zwei Hunden in einer Kleinstadt im südenglischen Surrey.



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