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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2

Reihe: Eine Wette unter Gentlemen-Reihe

Noble Belüge niemals eine Lady


2. Auflage 2022
ISBN: 978-3-98637-449-5
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 2

Reihe: Eine Wette unter Gentlemen-Reihe

ISBN: 978-3-98637-449-5
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Kann er das Herz der Lady zurückgewinnen, nachdem er es gebrochen hat?
Die Regency Romance-Reihe von Kate Noble geht fesselnd weiter

Durch die Wette mit dem Earl of Ashby hat John Turner mehr verloren als nur das Spiel. Denn als er in die Rolle des Lords geschlüpft ist, hat er sich wider besseren Wissens in die schöne Countess Lady Letty verliebt. Nur kann diese ihm nicht verzeihen, dass er sie mit seiner Maskerade belogen und darüber hinaus öffentlich gedemütigt hat. John weiß, dass er weder das Recht noch den nötigen Stand hat Lady Lettys Herz zurückzuerobern, dennoch setzt er alles daran – denn für die wahre Liebe lohnt es sich zu kämpfen.

Lady Letty will nichts mehr mit John Turner zu tun haben, der sie mit seinen Lügen nicht nur dem Spott der Gesellschaft aussetzte, sondern zudem ihr Herz in tausend Stücke brach. Um ihren Ruf wiederherzustellen, schwört sie sich John zu vergessen. Doch als sie ihm, trotz aller Bemühungen ihm aus dem Weg zu gehen, erneut begegnet, kochen die alten Gefühle hoch und sie muss sich endgültig entscheiden. Wählt Letty ihre Stellung oder die Chance auf die wahre Liebe?

Dies ist eine überarbeitete Neuauflage des bereits erschienenen Titels Die Lüge des Herzensbrechers.

Weitere Titel dieser Reihe
(ISBN: 9783986374266)

Erste Leser:innenstimmen
„Äußerst unterhaltsamer Liebesroman vor gut recherchierter, historischer Kulisse.“
„Romantisch, verrückt und fesselnd!“
„Der flüssige Schreibstil und die erfrischende Liebesgeschichte haben mich überzeugt.“
„Humorvolle Regency Romance zum Abschalten und Träumen“



Kate Noble ist US-Bestseller-Autorin historischer Liebesromane. Sie ist RITA-nominiert und ihre Bücher haben ihr zahlreiche Auszeichnungen eingebracht. Sie wurde sogar mit Jane Austen verglichen, was Kate selbst kaum glauben kann.
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Weitere Infos & Material


1


SOMMER, 1823

Die Gräfin Churzy war bisher dreimal verliebt gewesen.

Zuerst, als sie einfach Letty Price, kaum acht Jahre alt und sich des Ernsts des Lebens herrlich unbewusst war, liebte sie ihren besten Freund, Joey Purser. Sie spielten jeden Tag zusammen, bis Joeys Mutter ihn zum Arbeiten in das Sägewerk der Prices schickte. Da durfte sie dann als Tochter des Besitzers nicht mehr mit Joey spielen.

Zum zweiten Mal, als sie verliebt war, war sie Miss Leticia Price, Schwester der Lady Widcoate, und von jedem ehrbaren Mitglied der Gesellschaft gemieden. Da sie nur die Tochter eines Sägewerksbesitzers war, war ihres Vaters Vermögen zwar genug, ihrer Schwester ein Landei mit Titel zu erkaufen, doch dass Leticia dachte, dass ihre Schönheit und Grazie ihr in den oberen Kreisen weiterhelfen würden, das war einfach zu viel der Anmaßung. Da begab sich Konrad Herzog, Graf Churzy, auf die Seite des Raumes, wo sie saß, und forderte sie zum Tanz auf. Er war ein österreichischer Aristokrat, der London genoss, während die letzten Überreste des Krieges sich verflüchtigten, und Leticia verliebte sich im selben Augenblick in ihn, als er ihr während der Quadrille zuzwinkerte.

Das dritte und letzte Mal, da Leticia – nunmehr verwitwet, verzweifelt und auf Ausschau nach einer sicheren Zukunft – wusste, dass sie verliebt war, da hatte sie gerade ihre Schlafzimmertür aufgestoßen und den Earl von Ashby vorgefunden, wie er da auf der Schwelle stand.

»Oh … hallo, Letty«, flüsterte er; seine Hand hing weiterhin in der Luft.

»Guten Abend«, gab sie mit einem halben Lächeln auf den Lippen zurück. »Du scheinst dich zu wundern, mich zu sehen.«

»Ich dachte, du würdest vielleicht schlafen.«

»Warum dann klopfen?« Ihr Morgenrock war keineswegs unzüchtig – leider. Sie arbeitete jedoch, womit sie konnte, rollte ihre Schultern zurück und zeigte ihren Busen so vorteilhaft wie möglich.

Seine Mundwinkel kamen hoch, da seine Augen sich dankbar senkten. Er musste wissen, was sie da vorhatte. Sie hatten dieses Spiel nun schon wochenlang gespielt.

Vor lauter Spannung überschlug sich ihr Herz. Ihr Blut stieg davon auf.

Und an diesem Abend war es nicht das erste Mal, dass der Earl von Ashby ihr solche Gefühle verschafft hatte.

»Weil ich nicht schlafen kann, und ich dachte, du vielleicht auch nicht«, antwortete er.

»Ich versuchte es mit aller Tapferkeit. Es ist schon lange nach Mitternacht, Mylord.«

»Dann ist es ein Glück, dass ich Sie erwische, Mylady.« Etwas fiel ihm über die Augen. Etwas Ehrliches und Schweres. Er holte tief Luft, dann nochmal, bevor er sprach. »Ich wollte sichergehen, dass es dir gut geht. Ich … ich habe mich heute Abend vorschnell verhalten.«

»Ach ja?«, fragte sie ganz unschuldig. »Wie das?«

»Heute Abend, beim Sommerball, als ich …« Er räusperte sich.

»Als du mich geküsst hast«, sagte sie ihm vor.

Oh ja, er hatte sie geküsst. Sie war auf der anderen Seite des Raumes gestanden und hatte mit jemandem geredet – es mochte ihre Schwester, Fanny, gewesen sein, doch sie konnte sich nicht mehr erinnern, denn in jenem Augenblick stockte ihr der Atem und ihr Herz begann sich aus ihrer Brust zu schlagen, als sie sah, wie der Earl von Ashby herankam und seiner Beute nachjagte.

Wie er ihr nachjagte.

Bevor sie auch nur ausatmen konnte, hatte er sie in seine Arme gerissen und küsste sie, gleich da auf der Tanzfläche einer öffentlichen Halle, vor aller Welt.

Es war, nach einer Lebenszeit voller Enttäuschungen, ihr Sieg.

Obwohl es eine ziemlich skandalöse öffentliche Zurschaustellung war, kam es nicht aus heiterem Himmel. Sie und der Earl von Ashby hatten sich in den vergangenen zwei Wochen angenähert. Er und sein Geschäftsmann, Mr. Turner, waren gekommen, im Anwesen ihrer Schwester zu übernachten, während er einige Schwierigkeiten um ein Grundstück klärte, das ihm in der Nähe gehörte. Dass sie zufällig zur selben Zeit wie ein recht gutaussehender und überaus wohlhabender, bekannter Gentleman ihre Schwester besuchte, das war nicht zu beachten.

Dass sie beinah seit dem Augenblick seiner Ankunft unzertrennlich gewesen waren, das war viel bedeutungsvoller.

Sie hatte nicht erwartet, dass es so einfach wäre. Sie war sich sicher gewesen, dass sie, um den Earl von Ashby zu umgarnen, ihre hingebungsvollste Anhimmelei, die beste Darbietung von Witz und Lebhaftigkeit heraufbeschwören müsste; den Drahtseilakt zwischen Faszination, Nahbarkeit und Unerreichbarkeit zugleich bestehen.

Stattdessen war es gewesen, als glitte man nach einem langen Tag ins Bett. Jeder kleine Blick, jedes Mal, da er ihr den Arm bot, alle Unterhaltungen über alles und nichts … es hatte sich so, so richtig angefühlt.

Es war erstaunlich.

Es war furchteinflößend.

Und nun stand er vor ihr, mitten in der Nacht. Immer noch in seiner Abendtracht vom Ball, mit offenem Hemdkragen, dem Halstuch lose an der Kehle, wodurch unten an derselben ein verführerisches Bisschen Haut zum Vorschein kam. Und doch passten seine Kleider ihm trotz all der Feinheit ungenau, als hätte er lieber Leder und Kniehosen getragen – oder gar nichts.

Doch da war etwas unterhalb. Eine Sorge. Ein … Bedürfnis.

Ein Stoß ging ihr durchs Rückgrat. Vielleicht passte sein Bedürfnis zu ihrem.

»Du warst sehr leichtsinnig«, sagte sie mit Ernst.

»Das war ich. Ich entschuldige mich für jede Kränkung, die ich vielleicht verursacht habe.« Er holte wieder Luft. »Es gibt da Einiges, was ich nicht – also, was wir nicht besprochen haben – und ich fürchte, dass es nur gerecht ist, bevor irgendetwas Weiteres passiert, dass –«

»Ashby«, sagte sie und ihr gerader Tonfall schnitt durch sein nervöses Geplapper.

»Ja?«

Sie schwang die Tür weit auf und zog ihn hinein.

»Ich kann auch leichtsinnig sein.«

***

Und leichtsinnig war es auch. Sie wusste es, als seine Lippen auf ihre trafen. Als ihre Hände die Revers seiner Jacke ergriffen, als seine Überraschung zu Verlangen dahinschmolz, wusste sie, dass es das Leichtsinnigste war, was sie tun konnte.

Leticia hatte eine Strategie – die musste sie haben, denn sie hatte sonst sehr wenig.

Ihr einziger Vorteil in dieser Situation war, dass er sie geküsst hatte. Er hatte der Welt seine Gefühle offenbart. Der nächste logische Schritt war, was jener Kuss andeutete – eine noch öffentlichere Erklärung. Vorzugsweise in einer Kirche, doch sie würde sich mit Gretna Green begnügen; sie war nicht wählerisch.

Ihn aber hier zu haben, in ihrem Schlafzimmer, ohne jegliches formelle Versprechen, wo seine Hände an ihrem Körper auf- und abliefen, das glich einem Fenstersturz all ihrer harten Arbeit.

Und es kümmerte sie nicht.

Sie beschloss, dass es nur eine Erklärung für ihr Handeln gab: Sie hatte den Verstand verloren.

Sein warmer Atem strich über ihre Wange, als er sich von dem Kuss löste und seinen Mund auf ihr Kinn senkte, auf ihren Hals, zu der kleinen Kerbe unten an ihrer Kehle. Ein grober Hauch entkam, als seine Hände an ihrem Rücken hinabglitten, weiter, bis zur runden Erhöhung ihres Hinterteils.

»Du hast … großartige Hände«, sagte sie mit zitternder Stimme, da die wunderbaren Finger über das feine Leinen ihres Morgenrocks tanzten – das Einzige, was zwischen seinen Händen und ihrer Haut lag.

Doch es war, als durchbräche ihre Stimme seine Vernebelung, und er hob den Kopf.

»Ich muss dir sagen …« Er mühte sich mit den Worten. »Wir … wir sollten nicht –«

Sie nahm zweimal tief Luft, versuchte, ihr rasendes Herz zu beruhigen. Vielleicht hatte er Recht. Vielleicht …

»Wir sollten nicht?«, fragte sie, da ihr Morgenrock – völlig von selbst! – von einer ihrer vollkommenen Schultern rutschte.

»Zum Teufel«, knurrte er, und sein Mund fand ihren wieder.

Kleider fielen ab, da sie sich den Weg zum Bett ertasteten. Seine Jacke fiel zu Boden. Sein Halstuch, das schon lose herabhing, war im Weg. Und warum mussten Männerhemden nur Knöpfe haben?

Bald aber lag ihr Morgenrock offen und setzte ihre Brüste der kühlen Nachtluft aus, und sie hatte anderes im Kopf.

Nämlich ihn. Den Mann, der ein langes, zittriges Pfeifen aushauchte, als er sie sah.

Sie war noch nie so angesehen worden. Nicht von Konrad. Von niemandem. Da fühlte sie sich …

Mächtig.

Seine Hände – solch wundervolle Hände! – fuhren um die Kurve ihrer hohen Brust (wenn auch nicht so hoch wie einst) und umfassten das Gewicht, bevor sein Kopf sich neigte und sie kostete.

»Ned. Oh, Ned.« Sein Name hallte in der Nachtluft.

Seine Hände, die sich an ihren Beinen hoch begaben, hielten mitten auf der Fahrt an. Sein Mund, der ihre Brüste mit jedem erdenklichen Lob überhäufte, stand einfach still.

Leticia stockte. »Ned?«

»Nenn … nenn mich nicht so«, ächzte er und schaute hoch. Im Dunkeln konnte sie sein Gesicht nicht sehen, konnte nicht sehen, was er meinte.

»Tut mir leid … Ich hätte mich nicht anmaßen sollen, dich beim Taufnamen zu nennen«, flüsterte sie. »Ich dachte nur, da du und ich … da heute Abend …« Doch nicht erst seit heute Abend. Er hatte sie seit seiner Ankunft Letty genannt, einen Namen, den sie außerhalb ihres eigenen Kopfes seit beinah zwanzig Jahren nicht auszusprechen erlaubt hatte. Es hatte als Scherz begonnen. Insgeheim mochte sie es aber.

»Nein, nichts zu entschuldigen«, sagte er schnell.

»Ashby …«

»So auch nicht«, sagte er verbissen – so barsch, dass es sie erschreckte.

»Wie soll ich dich sonst nennen?«,...



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