E-Book, Deutsch, 226 Seiten, E-Book
Reihe: Haufe Fachbuch
Nöllke Machtspiele
3. Auflage 2017
ISBN: 978-3-648-09507-2
Verlag: Haufe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Wie wir unseren Willen durchsetzen
E-Book, Deutsch, 226 Seiten, E-Book
Reihe: Haufe Fachbuch
ISBN: 978-3-648-09507-2
Verlag: Haufe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Dr. Matthias Nöllke hat Kommunikationswissenschaften, Politik und Literaturwissenschaft studiert. Er ist seit vielen Jahren als Autor und Keynote-Speaker tätig, u.a. für den Bayerischen Rundfunk und für zahlreiche Unternehmen. Im Haufe Verlag sind von ihm über 20 erfolgreiche Ratgeber und Sachbücher erschienen.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
VorwortWas ist Macht?Was sind Machtspiele?GrundspieleDas "Ich will ein Eis!"- SpielDie Kunst der DrohungDas Spiel des LobensSchuld schiebenDas OpferspielBoss-SpieleDen Sklaven vorführenDer KnicktestNiederbügeln, um aufzubauenDurch Lob verbrennenEin Huhn schlachtenDas FlegelspielDer Leitwolf und sein BetamännchenMitarbeiterspieleVollbeschäftigungIn den Graben fahrenDas Jasager-SpielNüsse versteckenDie Marionette führtDie Niedrigstrom-ProvokationMit Liebe gekochtVerhandlungsspieleDas "Mein gnadenloser Boss"-SpielDie freiwillige SelbstfesselungDas "Klappe zu"-SpielDie eingebaute Nachverhandlung"Verdammt, ich brauch Sie, ich brauch Sie nicht!"Nicht erreichbarLow Ball und andere KöderspieleKonkurrenz- und KarrierespieleDas geborgte MesserWir sind alle gute FreundeDer MaterazziDer innere KreisDer Heuschreckenkrebs und andere KampfspieleOrganisationsspieleDer ScheinhäuptlingDas MülleimerspielDer FlaschenzugDer AbteilungskampfSoft-Power-SpieleEigenverantwortungStühle wechselnEin Auge zudrückenDas EnttäuschungsspielFoulspiele - und wie man sich dagegen wehrtDie NormfalleDie schmutzigen Tricks der VerleumdungDas SchikanierspielLiteratur
Für viele sind Boss-Spiele der Inbegriff des abstoßenden Machtspiels. Denn alles dreht sich nur darum, den „Boss" in seiner Machtfülle zu bestätigen - und das geht natürlich immer auf Kosten von all denen, die dem Boss untergeordnet sind. Der Boss spielt sich auf, zeigt Härte und lässt seine Mitarbeiter für sich springen. Er kommandiert sie herum, benimmt sich rücksichtslos, duldet keinen Widerspruch. Er pflegt seine Eitelkeit, reibt uns seine Statussymbole aufdringlich unter die Nase und lässt sich selbstherrlich loben, bis die Balken brechen. Vernünftige Menschen rümpfen darüber die Nase und halten solche Allüren für albern und sowieso für längst überholt. Heute werde doch eher partnerschaftlich geführt, die Eigenverantwortung gestärkt, Widerspruch und Kreativität gefördert (?SoftPower-Spiele, Seite 193). Wer sich da mit Boss-Spielen hervortut, der macht sich unbeliebt, ja sogar lächerlich, ist immer wieder zu hören, gerade von Führungskräften. Auch in der Managementliteratur taucht der „Boss" allenfalls als Karikatur auf, die so ziemlich gegen alle Prinzipien erfolgreicher Führung verstößt. „Bossing" (das Spielen von Boss-Spielen) genießt ungefähr die gleiche Wertschätzung wie Mobbing.
Aber seltsam: Wenn man sich näher umhört, hat man nicht gerade den Eindruck, als würden Boss-Spiele von der Bildfläche verschwinden. Sie erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Und zwar nicht nur bei den „Old Boys", die die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt haben. Womöglich sind die Boss-Spiele sogar eher auf dem Vormarsch als auf dem Rückzug. Die Zeiten sind hart, die Umgangsformen werden ruppiger, da muss man sich als Vorgesetzter von Zeit zu Zeit mit einem beherzten Boss-Spiel Respekt verschaffen. Darüber hinaus lassen sich diese Spiele durchaus mit anderen, weicheren Machtspielen kombinieren. Man kann also führungstechnisch auf dem neuesten Stand sein, sich als Teamplayer feiern lassen oder als „oberster Dienstleister", dessen angebliche Erfolgsformel lautet: „Dienen plus leisten". - Und man kann dennoch seine Boss-Spiele treiben. Vielleicht liegt ja in der Abwechslung verschiedenartiger Machtspiele ein ganz eigener Reiz.




