E-Book, Deutsch, 324 Seiten
Nolan Crashing Waves. Irische Gezeiten
23001. Auflage 2023
ISBN: 978-3-646-60985-1
Verlag: Impress
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Gefühlvolle New Adult Romance in Irland
E-Book, Deutsch, 324 Seiten
ISBN: 978-3-646-60985-1
Verlag: Impress
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Judy Nolan wurde 1989 in Mecklenburg Vorpommern geboren. Ihre kreative Ader und Vorliebe für spannende Geschichten führte sie zur Schriftstellerei. Wenn sie nicht gerade schreibt, führt sie ihre Hündin Gassi, liest Bücher aus verschiedenen Genres, fotografiert oder widmet sich dem Erlernen der japanischen Sprache.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Prolog
. Vier Einsätze mit Messerangriffen in einer Nacht.«
»Einer davon hatte ne Axt, aber Klinge ist Klinge«, fügte Kelle hinzu.
Die Männer bekamen große Augen.
»Nicht wir wurden damit angegriffen«, schob ich schnell hinterher.
»Kann einer von euch von innen ziehen?«, bat der Große und ich setzte mich sofort in Bewegung. Ich trat in den Rettungswagen, packte die Trage und zog sie, während die anderen schoben, hinein. Die Liege rastete in die Halterung ein und plötzlich ging alles ganz schnell. Der Riese grummelte etwas Unverständliches, riss die Augen auf und bäumte sich ruckartig auf. Dabei schlug er sofort wild um sich und traf mich mit der Faust im Gesicht. Ohne nachzudenken, packte ich den Oberkörper des Mannes, um ihn wieder auf die Liege zu drücken, was mir dank des Überraschungsmomentes auch gelang. Kelle sprang von der Seite zu mir in den Wagen und versuchte, den Typ an den Schultern festzuhalten.
Mir war sofort klar, dass der Mann nicht aus Bösartigkeit um sich schlug. Er hatte Panik. Panik, in der er nicht mehr in der Lage war, sachlich zu denken. Ich warf mich auf seinen Oberkörper, schloss meine Hände um die Griffe der Liege und versuchte so, ihn und seine Arme in Schach zu halten. Dieser Kerl hatte Kraft. Verdammt viel davon. Wäre er nicht so betrunken gewesen, hätte ich keinerlei Chance gegen ihn gehabt.
»Kelle! Verstärkung!«, keuchte ich.
»Kannst du ihn halten?«, rief er mir zu, obwohl ich direkt neben ihm war. Seine Hände drückten den Mann weiterhin an den Schultern in die Liege.
»Ja, mach schon!«
Kelle ließ los und der Mann versuchte sofort wieder, sich aufzubäumen. Ich lag komplett auf ihm und klammerte mich mit aller Kraft an diese Trage. Er musste liegen bleiben. Um jeden Preis. Wenn er es schaffte aufzustehen, würde das übel enden. Trotzdem gelang es ihm, einen Arm zu befreien. Scheiße. Mein Herz raste, meine Muskeln brannten wie Feuer und eine Hand traf mich erneut im Gesicht. Kelle war zurück und packte den Arm. Auch zu zweit hatten wir Schwierigkeiten, den Mann in Schach zu halten, und die Zeit, bis die Kollegen bei uns ankamen, erschien mir wie eine Ewigkeit. Mir war klar, dass die Sanis uns nicht helfen durften, aber in diesem Moment wünschte ich mir, dass sie auf diese Regel pfeifen würden. Sie taten es nicht. Als unsere Kollegen endlich da waren und Thorsten mich ablöste, sprang ich zitternd aus dem Wagen. Mit weichen Knien und schwerem Atem lehnte ich mich gegen den Rettungswagen, der wackelte wie eine Hüpfburg. Ein unangenehmes Pochen zog sich durch meine linke Gesichtshälfte, doch den wirklichen Schmerz nahm ich wegen des Adrenalins nicht wahr.
»Scheiße, verdammte«, fluchte ich.
»Bist du verletzt?«, wollte einer der Sanis wissen und ich schüttelte den Kopf.
Er fragte nicht weiter nach und ganz langsam, während drei meiner Kollegen den Mann in Schach hielten, beruhigte ich mich wieder. Das hatte mir gefehlt, so kurz vor Feierabend.
Es dauerte eine Weile, bis der Mann endlich mit Gurten...




