O'Brien | Verrat auf Burg Brampton | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 256 Seiten

Reihe: Historical

O'Brien Verrat auf Burg Brampton


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7337-6040-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 256 Seiten

Reihe: Historical

ISBN: 978-3-7337-6040-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



England 1643: In den Wirren des blutigen Bürgerkriegs muss jeder um sein Leben fürchten. Auch Sir Francis Brampton, dessen Burg von Royalisten belagert wird, gerät in einem dramatischen Kampf in Gefahr. Dass ihm dabei seine frisch angetraute Gemahlin, die



Anne O'Brien ist in Yorkshire, England geboren und hat die meiste Zeit ihres Lebens dort verbracht. Als eine leidenschaftliche Leserin mochte sie Historische Romane am liebsten. Sie las vor ihrer eigenen Karriere als Schriftstellerin die Regency Romane von Georgette Heyer, Dorothy Dunnet, Jean Plaidy and Philippa Greogory. Mit diesen Leseerfahrungen - und ein bisschen Selbstbewußtsein - entschied sie sich, selbst einen Roman zu schreiben. Ihr erstes Buch wurde von Mills & Boon veröffentlicht. Bevor sie Autorin wurde, unterrichtete Anne O'Brien Geschichte. Da sie das Lehren liebte, war sie nicht in der Lage so viel zu schreiben, wie sie wollte. Aber nachdem sie es aufgegeben hatte, als Lehrerin zu arbeiten, fand sie es unter der neugewonnenen Freiheit schwer unter Zeitdruck Charaktere für neue Geschichten zu schaffen und musste sich erst daran gewöhnen. Ihr erster professioneller Erfolg war eine 400-Wörter lange Contemporary Liebesgeschichte. Genauso wie sie gerne schreibt, genießt sie es im Garten zu arbeiten, wo sie und ihr Ehemann Gemüse und Obst ziehen. Mit Interesse an Kräutern und deren Wirkungsweise, hat sie gerade einen Kräutergarten angelegt und liebt es mit den eigenen frischen Kräutern zu kochen. Sie macht zur Entspannung Yoga, singt in einem Chor und betreibt Aquarellmalerei. Gerne besichtigt sie alte Häuser, Gärten und lässt sich dort für ihre Romane inspirieren. Anne O'Brien lebt mit ihrem Ehemann in einem Cottage aus dem 18. Jahrhundert, das selber sehr viel Geschichte gesehen hat, dass es Inspiration genug ist. Es ist ein verschlafener und schöner Ort, in dem sie wohnt, dessen Grenzen genau zwischen England und Wales liegen. Ein Ort voller Folklore, Geistergeschichten und berühmten, historischen Figuren.
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1. Kapitel


Eine Stunde später ragten die beiden gewaltigen Rundtürme, die gebaut worden waren, um die Landbevölkerung rundum zu überwachen und gleichzeitig Schutz für die Zugbrücke mit dem mächtigen Tor zu bieten, unheilschwanger vor der kleinen Reisegesellschaft auf. Der Märztag mit grauen Wolken und einem eisigen Wind neigte sich dem Ende. Es war kein Tag, den man sich freiwillig zum Reisen aussuchte. Auch die Burg bot keinen anheimelnden Anblick, aber die beiden Männer ritten selbstbewusst auf sie zu, wussten sie doch, dass sie erwartet wurden und dass man sie einlassen würde.

Es war ein weiter Weg von London bis zu dieser kleinen Ansammlung von Häusern und der mächtigen Burg von Brampton Percy in den Tiefen des walisischen Marschlandes. Man schrieb das Jahr 1643. Das Wetter war schlecht, die Unterkünfte ebenfalls und die Straßen noch schlechter. Der Krieg, der nun schon im zweiten Jahr tobte, hatte allen Formen von Gesetzlosigkeit Vorschub geleistet, und unterwegs hatten sie immer wieder damit rechnen müssen, von Räubern und Dieben begehrlich beäugt zu werden, doch schließlich hatten sie ihr Ziel ohne Zwischenfälle erreicht. Vielleicht lag es an der selbstbewussten Ausstrahlung und den guten Waffen der Gruppe, dass die Verbrecher auf Abstand geblieben waren – nicht einer hatte das Risiko in Kauf genommen.

Die kleinen Gruppen bewaffneter Soldaten, die in diesen unruhigen Zeiten unterwegs waren, hatten ein größeres Problem dargestellt. Es war nicht immer leicht, Freund und Feind zu unterscheiden, Royalisten von den Parlamentariern. Für die beiden Reisenden und ihre Untergebenen hätten die Truppen der Parlamentarier Freunde bedeutet, mit denen sie Nachrichten austauschen und unter deren Schutz sie hätten weiterreisen können. Bei Royalisten hingegen hätten sie im besten Fall eine sofortige Gefangennahme mit langen und unbequemen Haftbedingungen in einer örtlichen Burg erleiden müssen, ehe man sie gegen ein gewaltiges Lösegeld ausgeliefert hätte. Im schlimmsten Fall hätte es den sofortigen Tod zur Folge gehabt. Deshalb waren sie äußerst vorsichtig gereist, hatten unscheinbare schwarze Kleidung gewählt, die weder ihre politische noch ihre soziale Zugehörigkeit verriet, und sich weitgehend unauffällig verhalten.

An diesem Spätnachmittag hatte der Regen sich schließlich verzogen, aber kein einziger Sonnenstrahl drang durch die dichte Wolkendecke, so dass der Anblick der Burg ihnen doppelt willkommen war. Die Dorfstraße lag bis auf ein paar Hühner, die im Schlamm kratzten, verlassen da, da die Bewohner sich vor den Elementen und den Unwägbarkeiten des Krieges in die Häuser geflüchtet hatten, dennoch waren die Reisenden sich sehr wohl der aufmerksamen Blicke bewusst, die ihre Ankunft verfolgten.

Langsam ritten sie an einem Fachwerkwirtshaus vorbei, dann an der eckigen Kirche des St. Barnabas mit ihrem soliden Turm, bis die Pferdehufe über die nassen Steine klapperten, die zur Zugbrücke führten. Sofort sprach sie ein Wachmann an, der bereits von ihrem Kommen unterrichtet war. Nach einem kurzen Wortwechsel wurde ein Riegel zurückgeschoben, eine Tür schwang auf und gewährte ihnen Einlass in die Sicherheit eines Innenhofes. Jemand hatte eine Laterne aufgehängt, die im Wind flackerte und nur wenig von der Umgebung enthüllte, die den Reisenden aber als ein Zeichen des Willkommens das Herz wärmte. Aus den Ställen und durch das große Tor, das zum Haupthaus führte, kamen jetzt Diener herbeigeeilt. Man hatte sie eindeutig erwartet. Ihre Pferde wurden gehalten und das Gepäck abgeladen, dann führten die Stallknechte die erschöpften Tiere davon, während die beiden Männer nun im Hof standen und sich umsahen.

"Ein eindrucksvoller Besitz." Sir Joshua, der kleiner war als sein Gefährte, blickte sich interessiert um und versuchte erfolglos, den Pfützen auf dem Pflaster des Hofs zu entkommen. "Ein bisschen mittelalterlich für meinen Geschmack, das verheißt wenig Komfort – aber ohne Frage beeindruckend. Ich nehme an, das sollte die Waliser und die Grenzräuber draußen halten. Weißt du etwas darüber?"

"Im Großen und Ganzen schon, nur war ich jahrelang nicht mehr hier. Lord Edward hat sich in letzter Zeit nicht mehr besonders gastfreundlich gezeigt." Der größere Mann setzte seinen Hut ab und fuhr sich mit der Hand durch die feuchten Locken, die unangenehm an seinem Hals klebten.

"So ist es mit der Familie. Und nun gehört das alles hier dir."

"Mhm. Aber will ich es auch haben?" Der neue Besitzer drehte sich um sich selbst und betrachtete die bedrückenden Steinmauern, die kleinen Fenster und die schmutzigen Steine im Hof voller Skepsis. "Vor Jahren hat es einen heftigen Streit gegeben. Meine Mutter hat erzählt, dass Lord Edward meinen Vater mit vorgehaltenem Vorderlader aus dem Haus geworfen und gedroht hat, dass er sofort schießen würde, falls er oder meine Mutter es wagen würden, sich je wieder dort sehen zu lassen. Oder ihre Kinder! Ich glaube, er nannte uns Höllenbrut. Was, wenn ich mich richtig erinnere, durchaus der Wahrheit entsprach." Er grinste. "Meinem Vater hat es nie viel ausgemacht, er wollte all das sowieso nicht erben. Er hat Edward gehasst wie den Teufel."

Die beiden Männer wandten sich der Treppe zu, die zum Eingang führte.

"Mittelalterlich oder nicht", fuhr der neue, wenn auch widerstrebende Lord fort, "ich bin froh, wenn ich aus dem Wind komme. Ich nehme doch an, dass du über Nacht bleibst, Josh?"

Sir Joshua Hopton lachte. "Nichts könnte mich dazu bewegen, jetzt weiterzureisen. Morgen ist noch früh genug. Diese Gegend ist eins der Zentren der Royalisten, und meine Chancen stehen nicht zum Besten, wenn ich alleine weiterreise und erkannt werde. Hier weiß jeder, auf wessen Seite meine Familie steht."

"Dann komm, ich habe dich gerne als Gast auf Brampton Percy. Sieh nicht nach rechts, die Ratte, die da gerade entlanglief, war so groß wie ein irischer Wolfshund. Willst du wirklich bleiben? In deinem Schlafzimmer ist vielleicht auch so ein Vieh."

Lachend traten die beiden Männer in die große Halle von Brampton Percy, das im zwölften Jahrhundert erbaut worden war. Die Halle war riesig und noch im Originalzustand mit einer offenen Galerie an einem Ende und vielen Zwischenwänden aus Holz, die strategisch platziert waren, um die Zugluft abzuhalten. Bis auf einen enormen Eichentisch und zwei geschnitzte Holzstühle war der Raum leer.

"Willkommen, Mylord", erklang eine ruhige Stimme hinter ihnen, und eine dunkel gekleidete Gestalt erschien und verbeugte sich respektvoll. Es war ein kleiner, zierlicher Mann mit kurzen weißen Haaren, der zielsicher sofort den neuen Besitzer ansprach. "Wir haben Sie erwartet, Sir Francis. Oder besser gesagt, Mylord Mansell. Sie werden sich wohl kaum an mich erinnern. Ich bin Foxton, Lord Edwards Verwalter. Wenn ich das sagen darf, Mylord, ich erinnere mich an Sie als Kind." Er verzog keine Miene, aber das flackernde Licht der Kerze zeigte doch ein Zwinkern in seinen dunklen Augen.

"Foxton, ja natürlich." Ein Lächeln huschte über Lord Mansells finsteres Gesicht, als er an glücklichere Zeiten zurückdachte. "Es ist lange her, nicht wahr? Ich glaube, ich habe eine schmerzliche Erinnerung." Sein Lächeln wirkte nun ein wenig gequält. "Haben Sie mir nicht eine Ohrfeige gegeben, weil ich eines von den seltenen Glasfenstern in der Kapelle zerschlagen habe?"

"In der Tat, Mylord", gab der Diener ruhig zu. "Kinder können recht ausgelassen sein. Wie Sie sagen, das ist lange her." Foxton setzte die Kerze auf den Tisch und trat näher. "Erlauben Sie mir, Ihnen Hut und Mantel abzunehmen."

"Das ist Sir Joshua Hopton", stellte Mansell seinen Freund vor. "Er bleibt über Nacht und reist morgen nach Ludlow weiter. Ich nehme doch an, dass wir ihn unterbringen können?"

"Aber natürlich, Mylord."

Sie zogen ihre Mäntel aus, setzten die Hüte ab und reichten alles dem Diener. Mansell maß seine schlammbespritzten Hosen und Stiefel mit einem düsteren Blick. "Wir sind für Gesellschaft nicht passend gekleidet, Foxton. Essen und Trinken wären uns dennoch höchst willkommen – und ein Feuer. Wir sind heute weit und schnell gereist."

"Von einer bequemen Sitzgelegenheit ganz zu schweigen." Joshua streckte stöhnend die Arme aus. "Ich dachte schon, ich wachse auf meinem Pferd fest. Alles soll mir recht sein, wenn es nur ein Kissen hat."

"Natürlich, Sir Joshua. Es ist alles vorbereitet. Robert hier wird Ihnen den Weg zeigen, falls Sie ihn vergessen haben, Mylord. Ich möchte Ihnen noch mein Beileid aussprechen. Wir alle sind froh, dass Sie trotz Sir Edwards unerwartetem Ableben und den gefährlichen Reisebedingungen heutzutage so schnell kommen konnten."

"Danke, Foxton. Es ist gut, hier zu sein", erklärte Mansell ausdruckslos, ohne seinen Freund dabei anzusehen. Er wollte nicht, dass Joshua erfuhr, was er wirklich über sein Erbe dachte.

"Ich bezweifle jedoch, dass sie noch froh sein werden, wenn sie erfahren, dass deine Ansichten allgemein und im Speziellen zur Sache Ihrer Majestät nicht mit denen Lord Edwards übereinstimmen", sagte Joshua leise zu seinem Freund und hob die Brauen. "Ich bin gespannt, was geschieht, wenn deine Nachbarn erkennen, dass sie einen Parlamentarier-Fuchs in ihren Royalisten-Hühnerstall gelassen haben."

"Wie wahr." Mansell verzog das Gesicht. "Ich denke, ich werde heute Abend nichts davon erwähnen – das sorgt nur für Streit, und jetzt will ich nur noch etwas zu essen und mein Bett. Mal sehen, wie es morgen wird." Er wandte sich wieder an Foxton. "Ist Lord Edwards Beerdigung schon organisiert?"

"Jawohl, Mylord. Reverend Gower, der Vikar der Kirche, hat alles vorbereitet. Sie wird morgen in St....



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