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E-Book

E-Book, Deutsch, 165 Seiten

O'Kelly Betyárok

Pusztabanditen
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7347-3856-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Pusztabanditen

E-Book, Deutsch, 165 Seiten

ISBN: 978-3-7347-3856-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die junge Komtesse Julika wird von ihrem strengen Vater kurzgehalten. Er will sie mit einem ungeliebten Mann verheiraten. Doch die Wahrsagerin hatte ihr etwas anderes vorhergesagt. Julika stürzt sich in Abenteuer, ein geheimnisvoller Banditen-Hauptmann steht unerwartet zu ihrem Schutz bereit. Kann er Julika vor ihrem Schicksal retten?

Maureen O'Kelly (bürgerlicher Name: Brigitte Welcker) Autorin, Schauspielerin, Sängerin, Werkübersetzerin, u.v.m. Aber auch Leiterin und Mitarbeiterin im künstlerischen Betriebsbüro von Theatern in mehreren Ländern. Vielsprachig: DE, HU, FR, GB Gründerin und Obfrau des gemeinnützigen Vereins KUNST-OHNE-BARRIEREN ZVR: 824472000. Seit 2010 wegen eines Rückenmarkinfarktes querschnittgelähmt. Lebt seit 2011 in Österreich.
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Péter und Marika

Auf dem Gut verlor sich mehr und mehr die Hoffnung, die Komtesse retten zu können. In ihrem Zimmer saß Marika und las einen Brief. Als es an die Tür klopfte, versteckte sie das Papier unter einem Buch und ging nachsehen, wer da Einlass begehrte. Es war jedoch nur ein alter Diener, der sich nach Neuigkeiten erkundigen wollte. Da Marika aber auch nicht mehr wusste als die anderen, verließ er sie bald wieder. Nun konnte sie endlich ihren Brief ungestört zu Ende lesen. Leichte Röte überzog ihre Wangen, als sie an den Schluss gelangte: las sie leise und dachte bei sich: „Was kann er nur so Wichtiges wollen? Und um diese Zeit!“ Doch war sie schließlich pünktlich zur Stelle und wurde von einem leisen Pfeifen zu einer kleinen Hecke an der einen Seite des Gatters gelenkt. Dort erwartete sie Péter der Pferdehirt, seit Kurzem ihr Verlobter. Still sanken sie sich in die Arme und es dauerte eine ganze Weile, bis Marika wieder zu Atem kam:

„Aber Liebster, was um alle Welt soll das bedeuten?“

„Hier gehen seltsame Dinge vor“ meinte dieser. „Vor kurzem traf ich den Grafen Molnár mit einem Beutel voll Gold und hier trägt alle Welt eine Trauermiene zur Schau! Die Welt ist schon verrückt!“

Aber Péter, so weißt du noch nicht...?“

„Was sollte ich denn wissen, Liebste?“ meinte dieser und drückte ihr einen Kuss auf die Wange. Marika begann leise zu weinen und der junge Hirte war vollständig verwirrt.

„Aber so sag mir doch, was hast du, was ist hier los?“

„Oh, Péter! Räuber haben die Komtesse in ihre Gewalt gebracht und nun wollen sie eine Million Taler, damit sie wieder freikommt!“ schluchzte Marika. „Oder diese Banditen bringen sie um!“

„Mein Gott, das ist ja entsetzlich – kann ihr Vater denn so viel Geld rechtzeitig aufbringen?“

fragte der junge Mann erschrocken.

„Wenn Graf Molnár auch seinen Teil dazugibt, dann ja!“ hauchte Marika.

Péter war mehr und mehr davon überzeugt, dass hier noch etwas anderes mit im Spiel war, darum fragte er:

„Und wieso sollte der Graf seinen Teil dazu geben?“

„Er ist doch der Bräutigam der gnädigen Komtesse!“ weinte Marika.

„Und warum weinst du dann?“ wollte Péter wissen. "Das ist doch eher ein Grund zur Freude, wenn es eine Hochzeit gibt."

„Aber vor dem sind wir doch gefloh...“ Marika biss sich auf die Lippen, aber es war schon zu spät, der junge Mann hatte aus diesen Worten alles erraten.

„Geflohen willst du sagen? Ja ist die Komtesse denn nicht mit dieser Hochzeit einverstanden?“

„Oh, Péter, bitte verrate mich nicht. Aber deshalb waren wir doch unterwegs, damals, als wir dich trafen und die Komtesse dich vor dem Tod bewahrte. Der Graf ist ein abscheulicher Mensch, alle haben sie Angst vor ihm, die Knechte und vor allem die Mägde und auch mir jagt er immer Schauer über den Rücken, wenn ich ihn sehe.“

„Also der Graf will die Hälfte des Lösegeldes bezahlen, dann ist ihm die Braut sicher, wenn schon nicht aus anderen Gründen, so muss sie ihn aus Dankbarkeit zum Mann nehmen. Ein sauber durchdachter Plan!“ Der junge Mann schüttelte zornig den Kopf und zog Marika fester an sich.

„Hab keine Angst um deine Komtesse, die Räuber werden sie hüten, wie einen wertvollen Schatz – einen Schatz von einer Million Taler!“ Gerade wollte er sie wieder küssen, als ihn ein leises Schnauben einhalten ließ. Aus Erfahrung wusste er, dass ein Pferd so nur Laut gibt, wenn es Gefahr wittert. Lautlos näherte er sich dem edlen Hengst, der mit gespitzten Ohren, weit geöffneten Nüstern und hoch aufgeworfenen Hals in Richtung eines kleinen, versteckten Gartentores blickte. Von dort schimmerte nun ein kaum wahrnehmbares Licht. Péter versteckte sich hinter einem Strauch und konnte so ungesehen die gespenstische Szene beobachten. Eine in einen dunklen Umhang gehüllte Gestalt öffnete vorsichtig den Riegel des Törchens, dessen Angeln sich, ohne einen Ton von sich zu geben, drehten. Die Gestalt schlüpfte heimlich in den Garten und bewegte sich immer in Deckung der Bäume zielstrebig auf das Herrenhaus zu. Dort öffnete sie eine Hintertür und verschwand im Innern des Gebäudes. Péter war dem Unbekannten vorsichtig gefolgt, doch wagte er es nicht, sich dem Haus zu sehr zu nähern.

Neue Ränke

In der großen Halle trafen sich Graf Hajdú und sein Nachtwächter.

„Alles in Ordnung, Herr Graf!“ meldete dieser.

„Im Haus ist alles ruhig, ich werde noch meinen Rundgang durch den Garten machen, doch glaube ich nicht, dass etwas unsere Ruhe stören wird.“

„Sehr gut, Lajos. Aber sag, ich habe gehört, dass es deiner Frau nicht so gut geht, willst du mir da nicht den Wachgang überlassen und nach Hause gehen um nach ihr zu sehen?“

„Aber Herr Graf können doch nicht Nachtwächter spielen?“ erstaunte sich der Mann.

„Für dieses eine Mal lass es mich nur probieren!“ lachte der Graf und gab dem Mann, der schon seinem Vater ein treuer Bediensteter gewesen ist, einen freundschaftlichen Schlag auf die Schulter „du wirst sehen, ich mache mich gar nicht schlecht in diesem Beruf!“ Mit einer tiefen Verbeugung eilte der dankbare Nachtwächter davon. Graf Hajdú verließ das Haus und begann seinen Rundgang.

Kaum hatte sich die schwere eichene Eingangstür hinter ihm geschlossen, kam Graf Molnár hinter einem der bodenlangen Vorhänge heraus, wo er sich versteckt hatte, als der Hausherr mit dem Nachtwächter die Halle betreten hatten. Jetzt atmete er erleichtert auf und eilte auf leisen Sohlen in den oberen Stock, wo sich die Zimmer der Komtesse befanden. Nachdem er sich vergewissert hatte, dass niemand sein Kommen bemerkt hatte, öffnete er vorsichtig eine Tür und betrat zielstrebig das Ankleidezimmer Julikas. Mehr tastend als sehend durchsuchte er fieberhaft den Raum. Endlich berührten seine Finger einen kleinen Gegenstand auf einer Kommode. Es war ein feingearbeitetes Kästchen aus schwerem Silber, mit gewölbtem Deckel, auf dem sich das Wappen der Hajdú befand. Mit angehaltenem Atem öffnete Molnár das zierliche Kunstwerk eines bedeutenden Goldschmiedes und zeigte ein sehr befriedigtes Gesicht, als er den Inhalt abschätzend betrachtete. Es funkelte dort nur so von Geschmeide, altem Familienschmuck in schweren Fassungen mit wertvollen Steinen, auch einige Münzen waren darunter, Andenken an bedeutende Ereignisse im Leben der Familie. In einem Samtbeutel mit dem feingestickten Wappen des Herrscherhauses befand sich ein einfacher Siegelring. Molnár zog mit einem diabolischen Grinsen seinen rechten Handschuh aus und steckte sich den Ring an den Finger, ehe er die Hand wieder verhüllte. Dann schüttete er den Inhalt der Schatulle in seine Taschen und verschwand ebenso lautlos, wie er gekommen war.

Péter hatte sich inzwischen von Marika verabschiedet und war auf dem Weg zu seinem Pferd, als er Molnár durch den Garten kommen sah.

„Der hat wohl auch seine Liebste besucht!“ dachte er bei sich und schaute dem schnell unter den Bäumen verschwindenden Schatten nach. Dabei achtete er für einen Augenblick nicht auf das, was vor ihm passierte und stieß urplötzlich mit einer hohen Gestalt zusammen.

„Heda! Was suchst du hier mitten in der Nacht?“ tönte die Stimme des Grafen an sein Ohr.

Péter war durch den Zusammenprall noch so erschrocken, dass er fast keine Worte fand.

„Ich... eh... ich hatte hier eine Verabredung“ stotterte er. Graf Hajdú packte ihn heftig am Arm:

„Was du nicht sagst? Eine Verabredung? Hier auf meinem Gut? Hast du keine bessere Ausrede?“ klang es spöttisch in die Nacht.

Doch Péter hatte sich schnell wieder gefasst. Um Marika nicht zu verraten, sann er auf eine plausible Erklärung, doch fiel ihm in der Eile nichts Gescheites ein.

„Ich wollte zum Stallmeister des Grafen, wir wollten uns treffen und noch eine Partie Karten spielen. Ich schwöre Euch, ich hatte nichts Böses im Sinn!“

„Ich hoffe, ich kann dir Glauben schenken“ überlegte der Graf, der sich nicht zu erkennen gegeben hatte, „aber jetzt verlass sofort das Gut und lass dich hier nicht wieder sehen –

jedenfalls nicht bei Nacht!“ Damit entließ er Péter aus seinem harten Griff. Dieser machte eine dankende Geste und war auch schon verschwunden, glücklich über den glimpflichen Ausgang der Geschichte.

Graf Molnár war indessen fast zu dem Platz gelangt, wo die Pferde verborgen waren. Sein eigenes und das für Julika bestimmte, wenn er sie aus den Händen der Banditen befreit hatte, denn ihres würden die Räuber ja als Beute behalten wollen. Zufrieden stieg er auf und machte sich auf den Weg zu dem Gasthof, wo sein Führer, der Abgesandte der Banditen, schon seit geraumer Zeit auf ihn wartete. Der Mond leuchtete jetzt hell und doch wurde er nicht gewahr, dass ihm in einiger Entfernung ein Schatten folgte: der neue Hengst hatte nach kurzer Anstrengung das Tor des Gatters zerbrochen und galoppierte nun mit wehender Mähne und fliegendem Schweif den beiden Tieren Molnárs nach.

Das Lösegeld

Im Lager wachten die ersten Räuber auf, einige kümmerten sich um das Frühstück, andere sahen nach den Pferden und führten sie zur Tränke an einen kleinen Bach, der am Rande der Lichtung floss. Wieder andere waren mit ihrer kurzen Morgentoilette ...



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