E-Book, Deutsch, Band 0005, 144 Seiten
Reihe: Julia
Oliver Kann denn Liebe Sünde sein?
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-95446-403-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0005, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-95446-403-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ein Wochenende voller Sex und Sünde! Emma erschauert sinnlich bei Jakes Vorschlag. Denn der sexy Anwalt, den sie auf der Hochzeit ihrer Schwester trifft, ist einfach zu verlockend. Auch wenn er gleich sagt, dass er nur eine Affäre will. Aber an einer festen Beziehung hat Emma im Moment ohnehin kein Interesse. Also warum nicht zwei Tage Spaß haben? Sorglos genießt Emma das erotische Abenteuer. Bis Jake sie ein letztes Mal wild und hemmungslos verführt - und ungeahnt romantische Gefühle sie überwältigen. Doch dieses eine Wochenende ist alles, was Jake zu geben bereit ist ...
Anne Oliver wurde in Adelaide in Süd Australien geboren und ist dort immer noch heimisch. Sie hat zwei erwachsene Kinder und einen Abschluss in Naturwissenschaften. Seit annähernd 30 Jahren arbeitet sie im Bereich der früh kindlichen Bildung. Anne begann 1998 mit dem Schreiben und ist Mitglied der Romance Writers of Amerika, Australien und Neuseeland. Seit 1999 nahm sie an zahlreichen Schreibwettbewerben teil und erreichte in den USA, Australien und Neuseeland das Finale, bevor ihre Werke von Harlequin Mills & Boon für deren Moderne extra Reihe im Dezember 2005 entdeckt wurden. Wenn sie nicht gerade schreibt oder unterrichtet, liebt es Anne in die Welt der Bücher zu entfliehen. Vor acht Jahren fing sie an ihre eigenen Charaktere in übersinnlichen und Zeitreise Abenteuern zu erschaffen, ehe sie dazu überging zeitgenössische Liebesromane zu schreiben. Sie liest alle Modern Heat Bücher, welche in Australien als Sexy Sensations erschienen sind und genießt deren Vielfalt, Figuren und Ausdrucksweise und liebt es darum selbst welche zu kreieren. Im August 2007 gewann sie den Romance Writers of Australia Preis für das romantischste Buch des Jahres mit ihrem Roman Behind Closed Doors... Ihre anderen Interessen sind Tierschutz, angeregte Unterhaltungen, steppen, Astronomie, alles schottische und alles Essen, welches sie nicht selber kochen muss. Sie bereiste Papua/New Guinea, die Westküste der USA, Hong Kong, Malaysia, England und Holland. Durch das Reisen ihre Figuren mit Lesern auf der ganzen Welt teilen zu können empfindet sie als ein großes Privileg und ist für sie die Erfüllung eines Traumes.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Emma Byrne weigerte sich, ihrer Nervosität nachzugeben, die wie ein aufgeregter Bienenschwarm in ihrem Brustkorb summte. Schließlich war sie ein Kind der Großstadt, sie hatte keine Angst davor, eine drittklassige Striptease-Bar zu betreten. Auch nicht allein.
Allerdings hielt sie auf der King’s Cross, Sydneys berühmter Amüsiermeile, kurz inne, um noch einmal darüber nachzudenken, ob es tatsächlich keine andere Lösung gab. In diesem Moment fiel ihr Blick auf den kraftstrotzenden Türsteher, der am Eingang der billig wirkenden Bar lehnte.
Es war ein milder Montagabend, gerade mal sechs Uhr, und das Pink Mango wartete schon auf Kundschaft. Auf schmutzige Geschäfte. Emma bekämpfte den plötzlichen Drang aufzulachen – sie war anfangs tatsächlich naiv genug gewesen zu glauben, das Pink Mango sei ein Delikatessengeschäft, das Tag und Nacht geöffnet habe.
Aber sie hatte ihrer Schwester versprochen, Jake Carmody, ihrem Trauzeugen, den Anzug vorbeizubringen. Und das tat sie nun.
Entschlossen schob sie die Sonnenbrille höher auf die Nase, warf sich die Handtasche und den Kleidersack über die Schulter und ging hinein.
Aus verborgenen Lautsprechern hämmerten die Bässe, es roch nach Bier, billigem Parfum und abgestandenem Rauch. Schon beim ersten Atemzug wurde ihr übel.
Mit unsicheren Schritten ging sie weiter. Es schien, als folgten die anwesenden Männer mit den Augen ihren Bewegungen. Das bildest du dir nur ein, sagte sie sich. Wer sollte dich in einem Laden wie diesem eines zweiten Blickes würdigen? Insbesondere in ihrem knielangen, zugeknöpften roten Trenchcoat, den hohen Stiefeln und den Lederhandschuhen – einem Outfit, das seit dem vergangenen Winter auf dem Rücksitz ihres Wagens gelegen hatte. Und genau deshalb, überlegte sie, zog sie die Blicke auf sich …
Es war gut, auf Nummer sicher zu gehen. Dem Himmel sei Dank für ihren unaufgeräumten Wagen und die perfekte Parklücke.
Sie ignorierte die neugierigen Blicke und konzentrierte sich auf die Einrichtung. Von innen wirkte die Bar noch schäbiger als von außen. Billiges Bonbonrosa, Gold und Silber. Die Sessel und Sofas waren mit einem dunkelroten, mittlerweile schmutzigen Stoff im Leopardenlook bezogen. Unter der Decke drehte sich eine Discokugel und warf Lichtpunkte auf die Bedienungen, die sich barbusig zwischen den Gästen bewegten. Ihr Lächeln war so unecht wie ihre vollen Brüste.
Aber zumindest hatten sie volle Brüste.
Die meisten der Gäste scharten sich um eine ovale Bühne und betrachteten eine Tänzerin, die ihren Körper an einer Messingstange präsentierte. Auf einer Wange hatte sie eine Kobra tätowiert.
Emma konnte sich von dem Anblick nicht losreißen. Worauf die Männer so standen … Sie selbst konnte diese Lüsternheit weder nachvollziehen noch hatte sie das Selbstbewusstsein, diesen Blicken zu begegnen.
Vielleicht war genau das der Grund, warum Wayne sich von ihr getrennt hatte.
Entschlossen schüttelte sie die Selbstzweifel ab, atmete tief durch und wandte sich von dem Geschehen auf der Bühne ab. Es erinnerte sie nur daran, wie wenig perfekt ihr eigener Körper war. Und das brauchte sie jetzt gar nicht.
Auch wenn du nächstes Wochenende heiratest, kleine Schwester, dieser Gefallen heute kostet dich etwas.
„Ich habe einen Termin zur Maniküre“, hatte Stella ihr erklärt, und in ihrer Stimme schwang die Nervosität einer künftigen Braut mit. „Und Ryan ist auf einer Konferenz in Melbourne, er kommt erst morgen zurück. Du hast heute Abend doch eh nichts Besonderes vor, oder?“
Stella wusste, dass Emma kaum ausging, insbesondere seit der Trennung von Wayne. Natürlich hatte sie Zeit. Und schließlich war sie die Trauzeugin, wie hätte sie der Braut da einen Gefallen abschlagen können? Aber ein Ausflug in eine Striptease-Bar gehörte eigentlich nicht dazu.
Ein Mann mit weit aufgeknöpftem Hemd, das eine breite Goldkette und ergrauendes Brusthaar freigab, musterte sie von der Theke aus. Sein aufdringlicher Blick – es schien, als stelle er sie sich nackt vor und finde das Ergebnis enttäuschend – ließ ihren Magen beinahe rebellieren.
Doch anscheinend war er in diesem Etablissement ihr Ansprechpartner. Emma straffte sich und zwang sich, ihm in die Augen zu sehen. Das war nicht ganz einfach, denn sein Blick lag auf ihrem Dekolleté.
Noch ehe sie ein Wort sagen konnte, deutete er schon mit einem seiner dicklichen Finger auf sie. „Wenn du wegen des Jobs hier bist, zieh den Mantel aus und zeig uns, was du zu bieten hast.“
Ihre Nackenhaare sträubten sich. Entsetzt zog sie den Gürtel ihres Trenchcoats fester. „Wie bitte? Ich bin keineswegs …“
„Hier brauchst du keine feinen Klamotten, Süße“, fuhr er gedehnt fort und deutete auf ihren Kleidersack. „Uns fehlt heute Abend jemand, du kannst also sofort anfangen. Cherry zeigt dir alles. Cherry, komm her!“ Seine vom Rauchen heisere Stimme drang durch den Raum.
Unter den Blicken der anderen Gäste, die jetzt alle zu ihr hersahen, zuckte Emma zusammen. Sie war froh über die Sonnenbrille. „Ich will Jake Carmody sprechen“, erwiderte sie in frostigem Ton.
Der Barkeeper schüttelte den Kopf. „Das beeindruckt mich gar nicht. Ich hab schon ’ne Menge Mädchen wie dich gesehen. Kommen hier rein, piekfein gemacht, und wollen doch nur das schnelle Geld.“
„Wie bitte? Sagen Sie mir sofort, wo ich Mr Carmody finde.“
Noch einmal ließ er seinen lüsternen Blick ungeniert über ihren Körper wandern. In diesem Moment kam eine der Bedienungen mit einem Tablett voller Gläser an die Theke. Sie trug goldene Hotpants und eine blaue Bluse. Emma bemerkte, dass sie unter ihrem Make-up müde und erschöpft aussah. Mitleid und Sympathie durchfluteten sie. Emma wusste, was es bedeutete, für das nackte Überleben arbeiten zu müssen. Glücklicherweise war sie niemals in einer so verzweifelten Situation gewesen, einen Job in einem Club wie diesem annehmen zu müssen.
„Die Dame hier will den Boss sprechen. Weißt du, wo er ist?“
Den Boss? „Das muss ein Missverständnis sein“, begann Emma. Seine Assistentin hatte ihr zwar diese Adresse genannt, aber er konnte doch wohl kaum der Chef dieser Klitsche sein?
Die Frau, die er Cherry genannt hatte, zuckte desinteressiert die Schultern. „Im Büro vermutlich.“
Der Barmann deutete mit dem Daumen auf eine Treppe am Ende des Lokals. „Treppe rauf, erste Tür rechts.“
„Danke.“ Mit zusammengepressten Lippen und dem Bewusstsein, dass ihr einige Blicke folgten, bahnte sich Emma den Weg durch den Club.
Der Boss?
Plötzlich erschauerte sie trotz der Hitze. Sein Leben ging sie nichts an, doch sie hätte den Jungen, den sie kannte, niemals in dieser heruntergekommenen Bar erwartet. Hatte er nicht einen ehrbaren Beruf? Er hatte Wirtschaftsrecht studiert, mit Auszeichnung. Lieber Gott, er wird doch nicht seine Karriere und ein respektables Leben hingeschmissen haben für diese …
Tja, wahrscheinlich wurde in dieser Branche besser bezahlt. Erst kommt das Fressen, dann die Moral.
Sie kannte Jake von der Highschool. Er war einer von Ryans Freunden, und die beiden hatten oft ihre geselligere Schwester Stella besucht oder zu gemeinsamen Unternehmungen abgeholt. Emma war währenddessen entweder mit einem ihrer Nebenjobs beschäftigt oder hatte mit ihren selbst gemachten Seifen experimentiert. Manchmal allerdings konnte Stella sie dazu überreden mitzukommen.
„Jake the Rake“ hatte Emma ihn heimlich genannt, denn das war er in ihren Augen: ein Lebemann. Ein Frauenheld. Total cool, ein bisschen gefährlich und viel zu erfahren für ein Mädchen wie sie. Vielleicht hatte sie deshalb immer versucht, ihm aus dem Weg zu gehen.
Doch das hatte sie nicht davor bewahrt, sich ein bisschen in ihn zu verlieben. Energisch schob sie die Erinnerung beiseite. Ganz offensichtlich hatte die Schwärmerei damals ihre Sinne vernebelt. Liebe passte nicht in ihr Leben. Heute erst recht nicht.
Schon im Treppenaufgang hörte sie seine Stimme. Offensichtlich telefonierte er. Die vertraute tiefe, fast träge Stimme, die ihre Sinne zu umhüllen schien wie cremige Karamellsoße. Jetzt änderte sich sein Tonfall, Jake schien wegen irgendetwas beunruhigt.
Die Tür stand einen Spalt offen, und Emma klopfte an. Sie hörte, wie er den Telefonhörer mit einem wütenden Fluch auflegte. „Herein“, sagte er ungeduldig.
Doch er sah nicht auf, und so hatte Emma Gelegenheit, ihre Sonnenbrille ins Haar zu schieben und ihn zu betrachten.
Jake saß an einem schäbigen Schreibtisch, der übersät war mit Papieren, und schrieb etwas. Der Kragen seines himmelblauen Hemdes war geöffnet, die Ärmel aufgekrempelt, sodass Emma seine kräftigen, gebräunten Unterarme sehen konnte. Im Gegensatz zu dem Lokal war seine Kleidung erstklassig. Als sie in sein Gesicht sah, schlug ihr Herz eine winzige Nuance schneller. Ein Geschenk des Himmels, mit einem Mund, der jede Sünde wert war …
Sie erschauerte und zwang sich, den Blick höher gleiten zu lassen. Sein dichtes, dunkles Haar stand an einigen Stellen vom Kopf ab, als sei er sich mit der Hand hindurchgefahren. Zu gern hätte sie es glatt gestrichen …
Um Himmels willen, er war ein Mann, dem ein Stripteaselokal gehörte. Er benutzte die Frauen nicht nur,...




