E-Book, Deutsch, Band 0007, 144 Seiten
Reihe: Julia
Oliver Lissas Traum vom Glück
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-86494-014-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0007, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-86494-014-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Der erfolgreiche Unternehmer Blake Everett lädt Lissa ein, seine exklusive Luxusvilla an der Sunshine Coast ganz nach ihrem Geschmack einzurichten. Eigentlich ein absoluter Traumjob für die junge Innenarchitektin. Wären da nicht ihre widerstreitenden Gefühle für den sexy Hausherrn. Gerade noch hasst sie ihn für seine Arroganz, da verzehrt sie sich schon wieder heimlich nach seinen heißen Küssen. Doch Vorsicht: Auch wenn sie instinktiv spürt, dass Blake sie ebenfalls begehrt, darf sie nicht ihr Herz riskieren. Denn ihm eilt der Ruf als unverbesserlicher Verführer voraus ...
Anne Oliver wurde in Adelaide in Süd Australien geboren und ist dort immer noch heimisch. Sie hat zwei erwachsene Kinder und einen Abschluss in Naturwissenschaften. Seit annähernd 30 Jahren arbeitet sie im Bereich der früh kindlichen Bildung. Anne begann 1998 mit dem Schreiben und ist Mitglied der Romance Writers of Amerika, Australien und Neuseeland. Seit 1999 nahm sie an zahlreichen Schreibwettbewerben teil und erreichte in den USA, Australien und Neuseeland das Finale, bevor ihre Werke von Harlequin Mills & Boon für deren Moderne extra Reihe im Dezember 2005 entdeckt wurden. Wenn sie nicht gerade schreibt oder unterrichtet, liebt es Anne in die Welt der Bücher zu entfliehen. Vor acht Jahren fing sie an ihre eigenen Charaktere in übersinnlichen und Zeitreise Abenteuern zu erschaffen, ehe sie dazu überging zeitgenössische Liebesromane zu schreiben. Sie liest alle Modern Heat Bücher, welche in Australien als Sexy Sensations erschienen sind und genießt deren Vielfalt, Figuren und Ausdrucksweise und liebt es darum selbst welche zu kreieren. Im August 2007 gewann sie den Romance Writers of Australia Preis für das romantischste Buch des Jahres mit ihrem Roman Behind Closed Doors... Ihre anderen Interessen sind Tierschutz, angeregte Unterhaltungen, steppen, Astronomie, alles schottische und alles Essen, welches sie nicht selber kochen muss. Sie bereiste Papua/New Guinea, die Westküste der USA, Hong Kong, Malaysia, England und Holland. Durch das Reisen ihre Figuren mit Lesern auf der ganzen Welt teilen zu können empfindet sie als ein großes Privileg und ist für sie die Erfüllung eines Traumes.
Autoren/Hrsg.
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1. KAPITEL
Kurz nach Mitternacht wachte Lissa Sanderson plötzlich auf. Sie lauschte. Wegen der tropischen Hitze standen die Fenster des Hausboots offen, um jede noch so kleine Brise vom Fluss her einzufangen. Dumpf hörte sie das Donnergrollen des heraufziehenden Gewitters. Doch das hatte ihren Schlaf nicht gestört. Und auch die extrem unsichere finanzielle Situation, die Lissa schon seit Wochen unruhig schlafen ließ, war nicht der Grund.
Nein, es waren die Schritte auf dem schmalen Steg.
Unbekannte Schritte.
Jared war in Europa. Und niemand, den Lissa kannte, würde zu einer solch unchristlichen Zeit noch vorbeikommen. Ein leichter Schauer lief ihr über den Rücken.
Lissa hob den Kopf, als die Glöckchen des Windspiels anschlugen, und lauschte auf die näher kommenden Schritte. Schwere, entschlossene Schritte.
Todds Bild blitzte in ihrem Kopf auf, und das Blut gefror ihr in den Adern. Das war jetzt neun Monate her … Die elende Kröte würde es doch nicht wagen, sich blicken zu lassen, oder? Nein. Ganz sicher nicht!
Sie schwang die Beine aus dem Bett, schaute sich im Dämmerlicht nach der großen Stablampe um – und erinnerte sich, sie benutzt zu haben, um das Leck im Dach zu überprüfen. Und natürlich hatte sie die Lampe dort oben vergessen.
Mist!
Der Liegeplatz am Flussufer gehörte zu einer Ferienvilla in dem luxuriösen Urlaubsgebiet, doch sie konnte laut Vertrag noch zwei Jahre hier wohnen. Vielleicht hatten die Besitzer die Villa vermietet, und den Urlaubern war nicht bewusst, dass ihnen das Boot nicht zur Verfügung stand?
„Oh bitte, so muss es einfach sein“, murmelte Lissa vor sich hin.
Sie ermahnte sich, die Ruhe zu bewahren und nicht dem unguten Gefühl nachzugeben, das sie schon seit ein paar Monaten verfolgte. Die Türen waren abgeschlossen. Die schmalen Fenster standen zwar offen, aber niemand würde dort hineinklettern können. Ihr Handy lag neben dem Bett, Jared und ihre Schwester Crystal waren per Kurzwahl zu erreichen.
Das Boot neigte sich leicht, als jemand an Bord kam. Dann stoppten die Schritte. Direkt vor der Tür.
Okay, jetzt war doch Panik angesagt.
Lissa schnappte sich das Handy und drückte fahrig ein paar Knöpfe. Das Display blieb schwarz. Der Akku war leer. Bravo! Einfach fantastisch!
Mit rasendem Puls spurtete sie den Gang entlang. Von hier aus konnte sie das gesamte Boot überblicken. Nieselregen ließ die Planken im Dunkeln schimmern – und die fremde Gestalt.
Eindeutig ein Mann. Groß. Die Schultern zu breit für Todd, Gott sei Dank. Aber vielleicht war es ja der Glöckner von Notre-Dame, mit diesem Buckel, den sein Schatten auf die Planken warf.
Trotz der Hitze überkam Lissa eine Gänsehaut.
Dann hob sich der Buckel von den Schultern, und sie erkannte, dass es ein Rucksack war. Sie presste die Hand vor den Mund, um den hysterischen Schrei zu unterdrücken, der sich in ihrer Kehle emporarbeiten wollte.
Mit einem dumpfen „Plopp“ landete der Rucksack auf dem Deck. Der Fremde richtete sich zu seiner vollen Größe auf. Er war sogar noch größer als ihr Bruder. Lissa schnappte lautlos nach Luft.
Während sie hastig ihren Morgenmantel überwarf, den Gürtel fest verknotete und das nutzlose Handy in die Tasche gleiten ließ, versuchte sie, sich damit zu beruhigen, dass es sich vermutlich nur um einen Neuankömmling handelte, der die Gegend auskundschaftete …
Sie überlegte, ob sie durch die hintere Tür entkommen konnte. Doch dann müsste sie trotzdem über den schmalen Steg laufen, am Swimmingpool vorbei zum Carport rennen und dann vor dem Rolltor warten, bis es sich öffnete. Da war es wohl sicherer zu bleiben, wo sie war.
Und wenn dieser Mann kein Neuankömmling war … wie hatte er das Sicherheitstor öffnen können?
Er kannte den Code. Ein beruhigender Gedanke. Dennoch musste Lissa sich zwingen, langsam einen Fuß vor den anderen zu setzen. Plötzlich trat sie auf dem Linoleumboden in eine Pfütze, die vorhin noch nicht da gewesen war. Mit wedelnden Armen und einem unterdrückten Fluch schlitterte sie bis in die winzige Kombüse, hielt sich an dem ebenso kleinen Tisch fest und sah wieder nach draußen.
Ein Blitz erhellte die Umrisse des Mannes an Deck. Schwarze Kleidung, bloße Unterarme und eine unnachgiebige Miene. Erschreckend gut aussehend für einen Einbrecher. Zudem kam Lissa dieses Gesicht irgendwie bekannt vor. Kurzes schwarzes Haar, in dem sich Regentropfen sammelten, Bartstoppeln auf den Wangen. Große Hände, mit denen er jetzt seine Brusttaschen abklopfte und sich dann über die Oberschenkel fuhr, als suche er etwas.
Die Vorstellung, wie diese großen Hände über ihre Brust fahren würden, verdrängte Lissa hastig. Eine Erinnerung aus Teenagerzeiten wollte sich einschleichen. Ein Typ, ebenso bedrohlich und düster verlockend wie dieser Mann da draußen …
Sie schüttelte die Bilder von früher ab. Zu oft schon war sie auf dunkle, attraktive Männer hereingefallen, um sich noch einmal zum Narren zu machen. Der Mann suchte wahrscheinlich nach seinem Dietrich, damit er das Schloss aufbekam, und sie stand hier und verlor sich in Schwärmereien. Dabei hätte sie von Anfang an die Polizei benachrichtigen sollen. Aber mit dem leeren Handy war das nun einmal unmöglich.
Sie versuchte also, sich ihren nächsten Schritt zu überlegen – ohne großen Erfolg. Sowohl ihr Hirn als auch ihre Beine verweigerten den Dienst. Der Duft der Jasminkerze, die sie vorhin abgebrannt hatte, hing noch in der Luft, vermischte sich mit dem Aroma des frischen Basilikums, das sie gepflückt und in ein Wasserglas gestellt hatte. Und dann war da noch der typische frische Geruch des ewig fließenden Gewässers …
Sollten das die letzten Erinnerungen vor ihrem Tod sein?
Erstarrt beobachtete sie, wie der Mann etwas aus der Hosentasche zog und an die Tür trat. Adrenalin schoss durch ihre Adern. Sie griff nach dem Erstbesten in ihrer Reichweite – eine große Muschelschale mit spitzen Stacheln – und richtete sich stocksteif zu ihrer vollen Größe von einem Meter sechzig auf.
„Verschwinden Sie! Das hier ist Privatbe…“
Ihre eher piepsige Aufforderung erstarb auf der Zunge, als sie das Drehen eines Schlüssels im Türschloss hörte. Beim Übertreten der Schwelle stieß der Fremde mit dem Kopf gegen das Windspiel. Er brachte den Geruch von Regen mit herein.
„Kommen Sie keinen Schritt näher!“ Lissa riss ihr Handy aus der Tasche und hielt es hoch. „Die Polizei ist bereits verständigt.“
Der Mann blieb abrupt stehen. Er schien überrascht, aber keineswegs verunsichert, und Lissa wurde klar, dass sie sich verraten hatte.
Eine Frau. Allein auf dem Boot.
Sie stürzte vor. Die provisorische Waffe in der Hand, zielte sie mit den Stacheln der Muschel auf seinen Hals. Allerdings kam sie nicht weit. Ein Unterarm, hart wie Stahl, wehrte den Angriff ab.
„Langsam. Ich tue Ihnen nichts.“ Donnergrollen untermalte seine tiefe Stimme.
„Wieso sollte ich Ihnen das glauben? Sie sind auf meinem Boot. Verschwinden Sie. Sofort.“ Wieder holte sie mit der Muschel aus, wieder blockte sein Arm sie ab.
Er gab einen Laut von sich, der einem gelangweilten Seufzer ähnelte. „Das wollen Sie doch nicht wirklich tun, Kleine.“ Und damit hatte er sie auch schon so geschickt entwaffnet, als verdiente er seinen Lebensunterhalt damit, einsame Frauen zu entwaffnen. Als er dann mit der Hand über ihren Arm fuhr, war Lissa überzeugt, dass er tatsächlich auf diese Art sein Geld verdiente.
Ihr Körper wollte ihr nicht länger gehorchen. Unwillkürlich drängte sie sich geradezu der Wärme seiner Handfläche entgegen. „Sie sind auf meinem Boot“, wiederholte sie, doch es klang nur noch wie ein Flüstern.
„Und doch habe ich den Schlüssel.“
Bevor sie diese unbestreitbare Tatsache genauer analysieren konnte, hatte der Fremde sie losgelassen. Er schaltete das Licht ein und hielt beide Hände erhoben, um ihr zu zeigen, dass er nicht vorhatte, ihr etwas anzutun.
Lissa blinzelte, bis ihre Augen sich an die Helligkeit gewöhnt hatten. In Sekundenschnelle verarbeitete sie die neuen Informationen: Er hatte einen Schlüssel. Ohne zu zögern, hatte er nach dem Lichtschalter gefasst, als würde er sich hier auskennen …
Blake Everett!
Doch die erste Erleichterung, die sie gegen den Tisch sacken ließ, wurde rasant durch eine neue Anspannung ersetzt.
Jareds Freund. Im stolzen Alter von neun Jahren hatte sie voller Unschuld für ihn geschwärmt. Damals, mit achtzehn, war er gerade zur Navy gegangen. Als er zur Beerdigung seiner Mutter nach Hause gekommen war, musste sie … wie alt? … richtig, dreizehn gewesen sein und er zweiundzwanzig.
Schon als Jugendliche hatte sie von ihm geträumt, wie ein weibliches Wesen eben von einem Mann träumt. Natürlich hatte sie dieses Geheimnis niemandem verraten. Sie bezweifelte auch ernsthaft, dass sie ihm je aufgefallen war – außer vielleicht das eine Mal, als sie es darauf angelegt hatte, ihn zu beeindrucken, und prompt vom Skateboard gefallen war. Sie hatte sich eine blutige Nase geholt, sein weißes T-Shirt ruiniert und vor allem ihren jungen Stolz.
Unzählige Gerüchte hatte sie damals über ihn gehört. Unverbesserlicher Flegel. Schwarzes Schaf. Das hatte Lissas Schwärmerei keinen Abbruch getan, im Gegenteil. Bis es dann hieß, Janine Baker sei schwanger von ihm und er habe sich schleunigst zur Navy...




