E-Book, Deutsch, Band 3, 240 Seiten
Reihe: Galactic Gamers
Olsberg Galactic Gamers (Band 3) - Der Portalschlüssel
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7320-1536-8
Verlag: Loewe Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Actionreiches Kinderbuch für Jungen und Mädchen ab 10 Jahre
E-Book, Deutsch, Band 3, 240 Seiten
Reihe: Galactic Gamers
ISBN: 978-3-7320-1536-8
Verlag: Loewe Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Karl Olsberg promovierte über künstliche Intelligenz, war Unternehmensberater, Manager bei einem Fernsehsender und gründete mehrere Start-ups. 2007 erschien sein erster Roman 'Das System', der es auf Anhieb in die Spiegel-Bestsellerliste schaffte. Seitdem schreibt er nicht nur erfolgreich Romane für Erwachsene, sondern auch für Jugendliche und Kinder. Der Thriller 'Boy in a White Room' wurde für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2018 nominiert. Seine Minecraft-Romane, die er zunächst im Eigenverlag veröffentlichte, erreichten Platz 2 der Amazon-Bestsellerliste. Zudem wurde sein Start-up 'Papego', das die gleichnamige App zum mobilen Weiterlesen gedruckter Bücher entwickelt, auf der Frankfurter Buchmesse als 'Content-Start-up des Jahres 2016' ausgezeichnet. Der Autor lebt mit seiner Familie in Hamburg.
Weitere Infos & Material
Geheimtreffen im Park
Der Kommunikator fällt Mama aus der Hand. Felix hebt ihn blitzschnell auf, legt ihn sich um die Stirn und flüstert: »Bargel, verschwinde! Schnell!«
»Okay, okay«, sagt der Alien. »Ich geh ja schon. Melde dich, wenn die Luft rein ist. Aber beeil dich! Die nächste Runde geht bald los.«
Damit verschwindet er wieder in dem Quantenportal, das sich daraufhin auflöst. Felix nimmt rasch den Kommunikator ab und wirft ihn zurück auf den Boden.
Mama dreht sich langsam zu Felix um. Ihre Augen sind schreckgeweitet und ihr Gesicht ist kreidebleich.
»Was … was war das?«, fragt sie.
Felix hasst es, Mama anzulügen, aber manchmal geht es eben nicht anders.
»Was war was?«, spielt er den Ahnungslosen.
»Das … das Ding da gerade … mit den Tentakeln …«
»Was für ein Ding mit Tentakeln?«
Mama setzt sich aufs Bett und stützt den Kopf in die Hände.
»Ich … ich glaube, ich habe in letzter Zeit zu viel gearbeitet und zu wenig geschlafen«, sagt sie. »Ich dachte gerade, ich hätte ein seltsames Wesen gesehen. Hier im Zimmer! Es sah aus wie einem Albtraum entsprungen. Aber es muss eine Halluzination gewesen sein.«
Sie seufzt und steht auf.
»Es war wirklich zu viel Stress in letzter Zeit. Am besten, ich bleibe ein paar Tage zu Hause und ruhe mich aus. Über das Stirnband reden wir ein andermal. Ich lege mich erst mal hin. Abendessen ist im Kühlschrank.«
Mit schwankenden Schritten verlässt sie sein Zimmer. Felix hat ein schlechtes Gewissen. Doch wenn schon allein Bargels Anblick Mama so erschreckt, wie schlimm wäre es erst für sie, würde sie die ganze Wahrheit erfahren? Besser, sie denkt, sie hätte sich das alles nur eingebildet.
Das funktioniert allerdings nur, solange so etwas nicht noch einmal passiert. Sollte Bargel ein zweites Mal vor Mamas Augen auftauchen, wird sie nicht mehr an eine Halluzination glauben. Felix muss dringend mit ihm sprechen. Aber nicht hier! Zwar hat Mama gesagt, dass sie sich schlafen legt, doch wie er sie kennt, kann sie trotzdem jeden Moment wieder in seinem Zimmer stehen.
Rasch hebt er den Kommunikator auf und steckt ihn ein. Als er aus seinem Zimmer kommt, ist seine Mutter in der Küche und kocht sich einen Beruhigungstee.
»Ich muss schnell noch mal los«, sagt er.
»Los? Wohin denn?«
»Ich bin, äh, verabredet.«
»Nanu? Du verabredest dich doch sonst kaum. Mit wem triffst du dich denn?«
»Kennst du nicht. Wir, äh, lernen für eine Klassenarbeit.«
»Für eine Klassenarbeit?« Mamas Augen werden wieder schmal, so, als ob sie ihm nicht glaubt. Doch dann entspannt sich ihr Gesicht plötzlich und ein Lächeln stiehlt sich auf ihre Lippen. »Okay, verstehe. Aber bleib nicht zu lange.«
»Keine Sorge, ich bin bald zurück«, verspricht Felix, greift sich seine Regenjacke und verschwindet durch die Wohnungstür, bevor Mama es sich anders überlegen kann.
So weit, so gut. Doch wo kann er sich gefahrlos mit Bargel treffen?
Der Park! Er liegt in der Nähe der Schule. Dort gibt es ein Wäldchen mit dichtem Gebüsch, in dem Felix früher, als er noch klein war, Verstecken gespielt hat. Zum Glück regnet es gerade und das bedeutet, dass nicht viele Spaziergänger draußen sein werden.
Unterwegs blickt sich Felix immer wieder nervös um. Einmal sieht er einen Mann mit Hut und Regenmantel. Folgt der ihm etwa? In diesem Moment hält der Mann vor einer Haustür und betrachtet die Klingelknöpfe. Felix geht weiter.
Als er den Park erreicht, sind keine Spaziergänger in der Nähe. Er versteckt sich in einem dichten Gebüsch und hockt sich auf den Boden, bevor er das Stirnband hervorholt und es sich umlegt.
»Bargel?«, flüstert er. »Bargel, kannst du mich hören? Hier ist Felix. Ich rufe Team Tentakelfaust!«
Ein leuchtender Spalt öffnet sich im Gebüsch vor ihm und das Tentakelschwein tritt heraus.
»Na endlich!«, sagt Bargel. »Was war denn los? Warum musste ich wieder verschwinden?«
»Meine Mutter war bei mir im Zimmer«, erklärt Felix. »Sie hat dich gesehen. Zum Glück glaubt sie, du seist nur eine Halluzination gewesen. Sonst hätte sie den Kommunikator einkassiert und mir verboten, jemals wieder an den Galactic Games teilzunehmen.«
»Eine Halluzination? Ich? Das ist ja wohl eine Frechheit! Und überhaupt, wieso lässt du dir denn von deiner Mutter sagen, was du tun darfst?«
»Nun ja, äh, bei uns auf der Erde haben Mütter nun mal das Sagen, bis wir erwachsen sind.«
»Eine seltsame Spezies seid ihr! Egal, genug geredet. Komm, die nächste Runde beginnt schon in ein paar Millizyklen und …«
Plötzlich bricht Bargel zuckend zusammen, wälzt sich auf dem Boden und schlägt mit seinen Tentakeln wild um sich.
»Bargel!«, ruft Felix erschrocken. »Was … was ist denn?«
»Ha! Erwischt!«, erklingt eine triumphierende Stimme hinter ihm.
Felix dreht sich um und starrt Dr.Moron an, der grinsend aus einem Gebüsch hervorkommt. In der Hand hat er ein Gerät, das aussieht wie eine Pistole. Zwei dünne Drähte sind daran befestigt und führen zu Bargel, der jetzt reglos am Boden liegt.
»Was … was haben Sie getan?«, ruft Felix.
»Keine Angst, das war bloß ein Elektroschocker. Ich war mir nicht sicher, ob er bei Aliens funktioniert. Offensichtlich hat es geklappt.«
Er beugt sich über Bargel und stupst ihn mit einem Finger an. Dann hebt er einen schwarzen länglichen Gegenstand auf, der neben Bargel auf dem Boden liegt, betrachtet ihn kurz und steckt ihn ein. Im selben Moment verschwindet der leuchtende Spalt, durch den Bargel gekommen ist.
Dr.Moron wendet sich wieder an Felix, der immer noch vor Schreck gelähmt dasteht: »Schnell, Junge, hilf mir, dieses Monster zu fesseln, ehe es wieder aufwacht!«
»Das ist kein Monster! Das ist Bargel, mein Freund!«
»Wusste ich doch, dass du mit den Aliens unter einer Decke steckst! Am besten, ich nehme dich auch gleich mit!«
Dr.Moron greift nach Felix, der rasch einen Schritt zurück macht.
»Lassen Sie mich los!«
Der Wissenschaftler holt ein Smartphone hervor und tippt darauf.
»Code Rot!«, sagt er. »Wiederhole: Code Rot! Brauche dringend Verstärkung!«
Fieberhaft überlegt Felix, was er tun soll. Wen auch immer Dr.Moron zu Hilfe holt, diese Leute werden ihn bestimmt mitnehmen und an irgendeinen geheimen Ort bringen, um ihn zu verhören. Andererseits: Wenn er jetzt flieht, ist Bargel verloren.
In diesem Moment erklingt Gebell.
»Hierher, Oskar!«, hört Felix die Stimme eines Mannes.
Dr.Moron sieht sich erschrocken um. Da kommt Felix eine Idee. Schon im Kindergarten hat er gelernt, dass er laut um Hilfe rufen soll, wenn ihn ein fremder Mann anspricht.
»Lassen Sie mich los!«, brüllt er. »Hilfe!«
Das Bellen wird lauter und ein kleiner weißer Hund mit struppigem Fell kommt ins Gebüsch gelaufen. Er schnüffelt an Bargel, dann bellt er erneut.
Dr.Moron blickt zwischen Felix und Bargel hin und her, dann stößt er einen Fluch aus und rennt davon. Kurz darauf erscheint ein älterer Herr im Gebüsch.
»Warst du das, der geschrien hat, Junge? Was ist …?« Er verstummt, als er Bargel entdeckt. »Was … was zur Hölle …?« Er dreht sich zu Felix um. »Was ist denn das da für ein Ding?«
»Das … das ist bloß eine Puppe«, behauptet Felix und hofft, dass Bargel nicht ausgerechnet in diesem Moment zu sich kommt. »Ich habe sie gebastelt. Für, äh, eine Theateraufführung an unserer Schule. Ein Stück über Außerirdische.«
»Und warum schreist du dann um Hilfe?«
»Ich dachte, da wäre ein böser Mann hinter mir her«, improvisiert Felix. »Ich bin weggelaufen und mit meiner Puppe an einem Zweig hängen geblieben und da habe ich mich erschreckt und gerufen …«
Der Mann schaut skeptisch. »Na, mich hast du jedenfalls auch erschreckt. Komm her, Oskar!« Er bückt sich und befestigt eine Leine am Halsband des Hundes. »Und du, schaff lieber dieses Ding hier weg!« Er schüttelt den Kopf. »Außerirdische! Was die Kinder heute in der Schule für einen Unsinn lernen!«
Nachdem der Mann mit seinem Hund verschwunden ist, beugt sich Felix über den bewusstlosen Alien und zerrt an einem seiner Tentakel.
»Bargel! Bargel, wach auf!«
Ein Geräusch wie ein Stöhnen erklingt und die Tentakel beginnen zu zucken. Bargel rappelt sich auf.
»Au, das hat wehgetan«, stellt er fest. »Wer war das? Etwa dein Vater?«
»Nein, das war Dr.Moron, ein Wissenschaftler. Er glaubt, dass Außerirdische wie du unseren Planeten erobern wollen. Er wird bestimmt gleich zurückkommen. Schnell, wir müssen von hier abhauen!«
Bargel blickt sich um. »Mein Schlüssel!«, ruft er. »Wo ist mein Schlüssel?«
»Was für ein Schlüssel?«, fragt Felix.
»Der Portalschlüssel. Gerade hatte ich ihn noch!«
»So ein schwarzes längliches Ding?«
»Ja. Wo ist er?«
Felix macht ein betrübtes Gesicht. »Dr.Moron hat ihn. Heißt das, du kannst kein Quantenportal mehr öffnen?«
»Wie soll ich denn ohne Schlüssel ein Portal öffnen? Wo ist dieser Doktor Mordor? Er muss mir den Schlüssel sofort wiedergeben!«
»Das wird er wohl kaum tun«, erwidert Felix. »Im Gegenteil, er wird gleich mit Verstärkung wiederkommen und dich mitnehmen. Sie wollen dich irgendwo einsperren und Experimente an dir durchführen, vermute ich.«
»Aber das dürfen die nicht! Ich bin ein freier Bürger...




